Forum: Karriere
Urteil des Europäischen Gerichtshofs: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zur Arbeitszeiter
Geert Vanden Wijngaer/ AP

Die Deutsche Bank hat vor dem Europäischen Gerichtshof verloren: Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen.

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TipTopTap 14.05.2019, 10:33
50. Umsetzbarkeit?!

Jetzt bin ich gespannt, wie sich das in der Politik auswirkt. Muss jetzt jeder Politiker nach X Stunden Feierabend machen? Werden Verhandlungen mittendrin abgebrochen, dürfen diese nach Reisetätigkeiten (währenddessen natürlich gearbeitet wird [Briefing, Telefonate,...]) überhaupt am Zielort aktiv werden?
Über die Exekutive kann man einfach nur noch den Kopfschütteln, wie weltfremd diese sind und unser Wohlstandsfundament zerstören.

Besonderses Unverständnis gibt es meinerseits über den Antrag des Generalanwaltes die "effektive Arbeitszeit" und "Einhaltung von Ruhezeiten" zu erfassen. Dies grenzt schon an Ausspähung und orwellsche Zustände.

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quark2@mailinator.com 14.05.2019, 10:34
51.

Was wird mit ineffizienten Mitarbeitern ? Wir haben so paar Leute in der Firma, die arbeiten mit ständigen Minipausen, sind aber dafür länger da. Die schaffen am Tag auch nicht mehr als ihre Kollegen, die kürzer da sind, aber dafür die ganze Zeit konzentriert am Stück arbeiten. Bisher ist das kein Ding, da beide Seiten wissen, wie es ist. Soll man diese Leute jetzt unglücklich machen ?

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nexus32 14.05.2019, 10:34
52. Arbeitnehmerrechte

Meine Güte, wenn ich hier im Forum mal wieder lese wie schlimm die EU ist, und wie viel Bürokratie angeblich hinter der Dokumentation von Arbeitszeit von Mitarbeitern stecken soll, dann habe ich das Gefühl dass das Abendland wieder einmal kurz vor dem Untergang steht. Fakt ist doch, dass, in der Fläche betrachtet, eher Arbeitnehmer mehr Stunden arbeiten als sie bezahlt werden. Dieser allgemeinen arbeitgeberfreundlich orientierten Praxis hat das Gericht nun mit der Verpflichtung zur Dokumentation von Arbeitszeit den Rahmen gesetzt, um so die Arbeitssicherheit von Arbeitnehmern und deren Recht den ihnen zustehenden Lohn einklagen zu können, zu erhöhen. Außerdem hilft die Regelung auch den Unternehmen, weil sie nachweisen können dass sie sich an Arbeitszeitrecht halten. Dies erhöht ihre Chancen auf öffentliche Aufträge und sichert ihnen bei eventuellen juristischen Auseinandersetzungen (wenn es beispielsweise um Schadenersatzforderungen geht) eine bessere Ausgangslage zu.
Also alles in allem für alle Arbeitnehmer eine gute Entscheidung des Gerichts und mit Sicherheit ein weiterer Grund bei der Europawahl wählen zu gehen.

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AufJedenFall 14.05.2019, 10:34
53.

Zitat von RalfHenrichs
wie viel unfähige Arbeitgeber sich hier gleich melden. Wem korrekte Mitarbeiterführung zu viel Arbeit ist, der sollte es lassen und Arbeitnehmer werden. Dann hat er den angeblichen Ärger nicht.
Mich nervt das auch als Arbeitnehmer nerven. Ich arbeite in "Vertrauensarbeitszeit" und es gibt nichts besseres als kommen und gehen zu können wann man eben möchte. Es ist natürlich unerhört, dass manche Menschen nicht Sklave einer Stechuhr sein wollen.

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DerBlicker 14.05.2019, 10:36
54. das ist das Ende für die Vertrauensarbeitszeit

Vertrauensarbeitszeit mit xakter Stundenerfassung z.B. im Home Office gibt es nicht. Offenbar will man Home Office nicht haben. Man kann natürlich argumentieren, dass der Arbeitnehmer dann zuhause auch Stunden aufschreiben soll, aber das läuft dann wie bei Anwälten, da wird dann auch alles einschließlich Klo und Kaffeepause abgerechnet. Mit der Flexibilität ist es dann nicht mehr weit her.

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Michael Engel 14.05.2019, 10:36
55.

Alle EU-Staaten müssen ...

Mal ganz im Ernst für diese EU-Regulierungswut habe ich überhaupt kein Verständnis mehr, als ob der griechische Kleinbetrieb die gleichen Probleme hätte wie der französische Autokonzern.

Die EU macht sich mit solchen Vorgaben selbst kaputt, da braucht es keine Populisten mehr.

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BenGee 14.05.2019, 10:37
56. Unfug...

Ich arbeite seit Jahren ohne Zeiterfassungssysteme als Angestellter im Außendienst. Sicher gibt es mal Wochen, in denen ich mehr als die vertraglichen 40 Stunden arbeite. Dafür habe ich aber auch immer die Möglichkeit, mir flexibel mal frei zu nehmen ohne dafür Urlaub zu verbrauchen. Es gibt nicht nur Ausbeuter und auch den allermeisten Unternehmen liegt etwas an ihren Mitarbeitern. Sicher gibt es unrühmliche Ausnahmen - diese aber hier in der Leserschaft stets als die überwiegende Mehrzahl zu deklarieren ist genauso daneben wie die eingewanderten "Goldstücke" per se zu Verbrechern und Vergewaltigern zu erklären. Da sind die meisten Foristen ja auch stets empört wenn man verallgemeinert... Also: Auch wenn es nicht immer ins eigene Weltbild passt - Unternehmen sind nicht per definitionem der "Feind"! ;)

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lalito 14.05.2019, 10:37
57. Na ja

Zitat von karottenjoe
Wenn sich der Chef an keinerlei Gesetze hält, sich aber auch keiner traut, dagegen vorzugehen. täglich 11-12 Stunden + Samstag sind in unserem Saftladen normal. Begründet wird das mit Lieferrückständen bei den Kunden. Neueste Variante: Arbeiten an gesetzlichen Feiertagen mit lächerlichen 30% Zuschlag. Natürlich nicht bei der Behörde angemeldet, also streng verboten. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.
Allein schon die nach DSGVO nicht veränderbare Email-Dokumentation lässt sicher klagebegründende Rückschlüsse zu.

Läuft Ihr Saftladen dann mal nicht mehr normal, sondern im Sparbetrieb, ließen sich Schwarzgeschichten und ähnliches doch wunderbar aufarbeiten. Gut, bisher Beißhemmung gegenüber der fütternden Hand.

Kann Ihre Angaben dennoch nicht so ganz nachvollziehen. der Arbeitgeber spielt vabanque und tut sich keinen Gefallen. Spätestens mit den Vorgaben aus dem Artikel ist Schicht im Ausbeutungsschacht.

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schwester arno 14.05.2019, 10:38
58.

Zitat von jürschn
Und noch mehr Bürokratie und noch mehr Regulierung und Gängelung der Unternehmer und Angestellten. Da braucht sich kein Politiker wundern, wenn in Zukunft immer mehr Arbeitsplätze wegautomatisiert werden oder nach Südostasien verlagert. Als wie wenn nicht die starren Kündigungsregeln, IHK-Zwänge, GEZ-Gebühren für Firmen, extrem hohe Sozialabgaben, überbordende Bürokratie und das "tolle" Ansehen, das Unternehmer in D genießen, nicht schon ausreichen würden.
Manche Leute werden es nicht glauben, aber im Nicht-EU Land Schweiz ist die Erfassung der Arbeitszeit schon längst im Arbeitsgesetz niedergeschrieben, und man wirds es nicht vermuten, aber das funktioniert auch und keine Firma ist deswegen Bankrott gegangen.

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quark2@mailinator.com 14.05.2019, 10:38
59.

Zitat von Pela1961
Wie hier manche die überbordende Bürokratie und den erhöhten Arbeitsaufwand für die ach so armen Arbeitgeber beklagen. Es wird in vielen Firmen haargenau festgelegt, wieviele Minuten dem Arbeitgeber für das Umkleiden zugestanden werden, in manchen Firmen hängen Aushänge, dass die "Pinkelpausen" grosszügigerweise nicht von der Arbeitszeit abgezogen werden, kein Aufwand ist zu groß, solange es dem Arbeitgeber nützt. Da sind sich Firmen nicht zu blöde, die Stromkosten für das Aufladen des Handys des Arbeitnehmers zu kontrollieren und festzuhalten und wenn es darum geht, die Arbeitszeit für alle korrekt zu erfassen, ist das zuviel verlangt? Dann mögen doch die Controller, die sich ansonsten um die durchschnittlicher Dauer des Toilettenbesuchs kümmern, einfach nur um diese Dinge kümmern.
Sie haben recht, wenn wir über "böse Arbeitgeber" reden. Aber was ist mit den "guten Arbeitgebern", die ihre Leute so leben lassen, daß es für beide Seiten funktioniert ? Für die wird es jetzt schwerer, das "Leben und leben lassen" aufrecht zu erhalten. Unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Stellenbeschreibung ist schon stark eingeschränkt worden. Nun nagelt man die Zeit fest. Wenn die Arbeit in etwas besteht, was man schwer abrechnen kann, z.B. das Schreiben von Software, wie können Sie dann dafür sorgen, daß die effizienteren Leute mehr Lohn bekommen ? Usw. Man muß nicht immer automatisch menschenfeindlich sein, nur weil man ne Firma betreibt.

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