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Urteil des Landesarbeitsgerichts: Berliner Polizei darf Bewerber mit Mafia-Tattoo abl
DPA

Tätowierungen von Polizeibewerbern sorgten schon häufig für Diskussionen. Ein Berliner Gericht entschied nun: Wer einen Mafia-Begriff unter der Haut trägt, darf abgelehnt werden.

Leser_01 14.05.2019, 18:11
1.

Im "Handbuch für Untersuchungsrichter" von Hans Gross aus dem Jahre 1893 wurden Tattoos noch ein sicheres Indiz für Kriminelle aufgelistet.

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dasfred 14.05.2019, 18:18
2. Zeitgemäß

Tätowierungen an sich zu dulden, weil immer mehr Menschen dieser Altersgruppe tätowiert sind finde ich ok. Gleichzeitig wird durch das Gericht aber auch bestätigt, dass Körperschmuck, der über das rein Dekorative hinausgeht, nicht geduldet werden muss. Botschaften, die nicht mit dem Beruf vereinbar sind, gehören nicht auf sichtbare Körperstellen. Statt eines Prozesses hätte ich dem Bewerber eine Laserbehandlung oder ein Cover Up empfohlen. Mit dem Prozess hat er sich eher selbst geschadet.

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MisterD 14.05.2019, 19:03
3. Ja Zeiten ändern sich...

allerdings wird mir bei der Polizei mitunter zu tolerant mit Tattoos umgegangen. Man kann es sich oft gar nicht ausdenken, wie blöd das Leben manchmal spielt.

Und so kann es dann heute schon passieren, dass ein Polizist vor der Tür steht, die Mütze in der Hand und auf dem Unterarm lacht ein Totenkopf. Das wird der Empfänger der Todesnachricht wenig witzig finden...

Die Polizei soll ein Spiegel der Gesellschaft sein, das ist mir auch klar. Und wer tätowiert ist, kommt vermutlich auch in gewissen Gesellschaftsschichten besser rüber bzw. hat mehr Respekt, als ein dürrer blasser Junge.

Aber es muss eine ganz eindeutige Linie geben, ab der Tattoos nicht mehr gehen. Und da muss es im Zweifelsfall auch heißen, den Bewerber lieber abzulehnen, als die Unschuldsvermutung gelten zu lassen, dass das Tattoo schon nix böses bedeutet...

Wer trotzdem zur Polizei will, muss sich das dann eben entfernen lassen. Ein Richter darf auch im Sommer nicht in kurzen Hosen und Feinripp-Unterhemd in die Verhandlung gehen, auch bei 40°C im Schatten alle so rumlaufen...

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hegoat 14.05.2019, 21:26
4.

Dass sowas überhaupt gerichtlich festgestellt werden muss. Demnächst kommen noch Bewerber mit "88" auf dem Hinterkopf oder "Antifaschista" auf dem Unterarm.

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Hans-Dampf 15.05.2019, 07:49
5.

Jeder kann ja in seiner Freizeit machen, was er will (Konvention: es gilt bei der männlichen Schreibweise auch weiblich und divers). Für u. a. den Polizeidienst ist eine Uniformiertheit angesagt und das sollten Bewerber wissen, wenn sie sich über den Beruf erkundigen. Als Polizist kann man sich nicht von der Gesellschaft distanzieren und im Dienst seinen privaten Vorlieben nachgehen. Daher lehne ich sichtbare Tattoos bei Polizisten komplett ab. Piercings kann man i. d. R. für den Dienst entfernen, aber ein Tattoo bleibt auch dann sichtbar. Ich staunte nicht schlecht, als ich einen Polizisten vor dem Kölner Hauptbahnhof sah, der am Unterarm ein Che Guevara Tattoo trug. Was er damit wohl aussagen wollte...

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BruceWayne 15.05.2019, 09:19
6. Who's bad?

In my opinion liegt das Problem viel tiefer. Was geht eigentlich in den Köpfen der Bewerber vor, die sich - was ja schon passiert ist - mit eindeutig kriminellen oder verbotenen Tattoos bei der Polizei bewerben? Mal abgesehen davon, dass Tattoos sowieso eine herrliche Spielwiese für Psychologen und Persönlichkeitsstudien sind. Daran ändert das momentane "fashionable" überhaupt nichts. Die Polizei wäre gut beraten, nicht nur auf "Äußerlichkeiten" zu achten, sondern auch diejenigen unter die Lupe zu nehmen, die zwar "nicht so aussehen", aber doch eine ziemlich eigene Vorstellung von Law & Order haben. Bekanntlich ist bereits in die Kreise die Tatsache vorgedrungen, dass es sich hier um einen "closed circle" handelt, wo übrigens auch das Thema "Schweigen" durchaus ein Rolle spielt. War schon Thema unzähliger Talkshows....

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sven2016 15.05.2019, 09:58
7. Sichtbare Tattoos und Piercings

haben meiner Meinung nach nichts im öffentlichen Dienst zu suchen.

Bei „Kundenkontakt“ sollen nicht direkt negative Eindrücke entstehen. Ein Bewerber für z.B. den Polizeidienst müsste dafür Verständnis haben.

Andernfalls wird man zukünftig beim Anruf bei der Polizei spezielle Abneigungen vorab vermerken müssen (ist das bei Uber USA nicht schon üblich?).

Dann geht das aber mit dem Diskriminierungsvorwurf los.

Besser gar nicht erst lostreten.

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happyrocker 15.05.2019, 10:19
8. Dass es in Berlin

bei weitem nicht genügend geeignete BewerberInnen für den Polizeiberuf gibt, ist bekannt, und dass die Anforderungen deswegen schon gesenkt wurden, etwa was die Kenntnisse der deutschen Sprache betrifft, auch. Aber ein Bewerber, der seiner Sympathie mit, wenn nicht gar seine Zugehörigkeit zu einer mafiösen Vereinigung offen auf der Haut trägt? Es muss ja einen Anwalt geben, der eine solche Klage für aussichtsreich hielt - Erfahrungen mit der Berliner Justiz ermutigen offensichtlich bestimmte kriminalitätsaffine Bevölkerungsgruppen.

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okrogl 15.05.2019, 11:00
9. Nachvollziehbar

Einen Bewerber mit Hakenkreuz auf der Stirn hätte man wohl auch (zurecht) abgelehnt. Dabei geht es weniger um das Tattoo an sich, sondern um die dahinterstehende Gesinnung und ein Fan von Bandenkriminalität hat im Beamtendienst nun mal nichts verloren.

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