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Verheizte Lehrlinge: "Bist du Kazubi oder Packesel?"
DPA

In Deutschland fehlt es an Ausbildungsreife - mehr bei Firmen als bei jungen Menschen, sagt Karrierecoach . Er sieht gute Gründe, warum jeder vierte Lehrling hinwirft: Mitunter werden Azubis als Billigarbeiter angeheuert und ausgenutzt.

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nocheinbuerger 26.10.2013, 16:28
190.

Zitat von c++
Durch ständiges Wiederholen wird dieser Populismus nicht richtiger. Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie und konnte dank Bafög sogar meinen Hochschulabschluss machen, wie jeder, der fließig gelernt hat. Das Propagandavokabel von der Selektion geht voll an der Realität vorbei.
Zustimmung. Bei entsprechendem Fleiß und vorhandener Begabung kann hier jeder seinen beruflichen Weg gehen. Er muß die Chancen, die man ihm bietet, allerdings auch nutzen wollen. In der Beziehung hat sich nicht viel gegenüber den letzten Jahrzehnten geändert. Noch immer gilt die Gretchenfrage bei schlechten Leistungen oder fehlender Qualifikation: "Zu dumm oder zu faul oder beides?" Andere Ursachen kenne ich nicht.

Zitat von
Übrigens gibt es inzwischen gerade im Ruhrgebiet viele Gesamtschulen. Das Ergebnis ist wenig ermutigend. Hier wird ideologisch bedingt an völlig verkehrter Stelle "reformiert". Aber Ideologen sind unbelehrbar.
Wenn hier aus diesen ideologischen Gründen heraus nur Placebopolitik gemacht wird, weil man die wahren Ursachen nicht anpacken will, da Pfui-Bäh-Autobahn, wird man auch mit noch so viel Geld nichts daran ändern.

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dualerstudent 27.10.2013, 11:04
191.

Warum unterschreiben junge Azubis überhaupt Verträge mit einer Vergütung von 400 Euro pro Monat?
Es hängt auch wie so oft davon ab wie man sich verkauft. Als angehender Chemie Ingenieur für 2, 50 Euro pro Stunde zu arbeiten? Selbst Schuld! Für das Gehalt würde ich morgens nichtmal aufstehen...
Die Azubis bei großen Konzernen bekommen 900-1100 Euro + Wohngeld _ denen geht s also ganz gut. Angebot und Nachfrage reguliert den Markt.

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Feindbild_Mensch 27.10.2013, 19:15
192.

Zitat von AndyDaWiz
Zum Thema "Wissen statt Ahnen": Ausbildereignung ist ein so seltenes Gut am Markt, dass diese Leuten mit z.B. Ingenieursabschluss direkt zuerkannt wird, ohne Pruefung. Weil es zuwenige gibt, die sich Kosten und Muehen der Sozialisierung von Medienkonsum und nachlaessigen Eltern auf "Fressen" getrimmter Jugendlicher antut. Liefern, nicht fordern. Dort ist das seltene Gut. Fordern tut hier jeder in dieser dekadenten Gesellschaft - liefern nur wenige. Und wenn einer mal liefert, gibt es im Dutzend die Forderer (deutsch: Schmarotzer), die sich an denjenigen dran haengen, bis dem die Lust vergeht zu liefern.
Danke für diesen intelligenten Post - das ist genau das, was ich besonders am deutschen Arbeitsalltag verachte. Daraus resultiert eine enorme Unzufriedenheit.

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HansOch 13.01.2014, 11:56
193. dabei

exportieren wir doch gerade das ach so tolle duale System in aller Herren Länder. Letzte Reformbemühungen zur Zeit Eilly Brands... und der damaligen Bildungsreform... Danach Stagnation.. und die Mentalität, dass alle Ausbildungskosten auf den braven Steuerzahler abzuwälzen sind, Und trotzdem nur organisiertes Gejammere. Die können nichts, wollen nicht. Facharbeiterlückenmantren in ewiger Wiederholung.
H.

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HansOch 13.01.2014, 12:26
194. der

Kostendruck dient ja inzwischen auch in kirchlichen Einrichtungen der Pflege dazu, die seltsamsten Sachen zu machen. Hier geht es noch verhleichsweise seriös zu. Es wird gut angelernt und begleitet. Auch will ich wirklich nicht dies unzeitgemässe Kirchenbashing betreiben.
Aber ganz viele Gruppen haben mindestens Eine, einen im Anerkennungsjahr. Der natürlich dasselbe abliefern muss wie die aneren Vollzeitkräfte. Bringt die Sache schon so mit sich. Ob dann übernommen wird, bleibt bis eine Minute vor 12 natürlich ein beängstigendes Geheimnis. Neueste Liberalisierung... Auch Absolventen der Sozialpädagogik können durch ein Jahr Pflegen zu ihter Anerkennung kommen.
So haben unsere Politiker den Eeg zum individuellen Glück mit lauter Freigaben gepflastert. Nicht nur im Dienste der Exportindustrie...

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DirkJ 03.12.2017, 13:44
195. Was ist denn hier los?

Ich bin erschüttert was hier für Kommentare zu lesen sind.

Menschen werden in Betrieben als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und keinen stört das?

Mir ist bewusst, dass 9 von 10 Leuten Mobbing nicht so schlimm finden und dass Frauenwahlrecht erst relativ neu etabliert worden ist. Trotzdem muss man den aktuellen Zustand nicht hinnehmen: Wenn ein Betrieb von 10 Leuten, darunter 9 Männer, eine Frau begrapschen und sie rechtwidrig behandelt wird, dann soll nicht die Frau gehen und versuchen bei einem anderen Betrieb zu arbeiten, sondern der Betrieb wird das rechtswidrige Verhalten einstellen und die Frau/den Menschen dem Gesetz entsprechend behandeln.

Leider haben Azubis keine Lobby. Die IHK scheint entweder nicht helfen zu wollen oder zu können. Betriebswechsel sei das einzige Mittel. Auch die Gewerkschaft scheint wenig Interesse daran zu haben die Interessen des Azubis zu vertreten.

Betriebe nutzen Azubis aus und das hat groteske Ausmaße angenommen, sodass man nicht mehr von 5% schwarzen Schafen reden kann, sondern scheinbar von 5% weißen Schafen reden muss. Dieser Zustand ist für dieses Land, welches sich Rechtsstaatlichkeit auf die Fahnen schreibt, sehr fragwürdig.

Wen es interessiert, kann sich die aktuellen Verfahren beim Arbeitsgericht Berlin anschauen: 54 Ca 7356/17 und 22 Sa 535/17, bei denen ein Azubi nicht ausgebildet, konstruiert fristlos gekündigt und dann gemobbt wurde und der Betrieb weiterhin kein Interesse zeigt sich für den Azubi vertragsgerecht einzusetzen: Ausbildung selber betreiben oder einen Betrieb finden und den Azubi dort fachgerecht ausbilden zu lassen.

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