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Verkäufer: "Der Fuß, der Schuh, die Frau - da stimmt einfach alles"
Arcioli/ Gromes/ NDR

Sie reichen Söckchen, zupfen Hosen zurecht, packen ein und aus. Doch weil das Geschäft ins Internet abwandert, sind Menschen wie Doris Jensen immer weniger gefragt. Einblicke in die Welt des Verkaufens.

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dianaberlin 13.12.2015, 18:32
1. illusorisch

zu behaupten, der Einzelhandel wäre so, wie im Falle des Schuhgeschäfts beschrieben. Oft sind die Verkäuferinnen extrem unfreundlich, von Service keinerlei Spur. Umtausch oft unmöglich, Beratung katastrophal und Behandlung, als wäre man ein unerwünschter Gast im fremden Haus - nett sind die halt nur, wenn die beschriebene Omma rein kommt. Mir reicht schon Karstadt: bei diesen Verkäuferinnen ist es überhaupt kein Wunder, dass sie pleite sind.

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Linaritblauer 13.12.2015, 19:05
2.

Wer schon mal in den USA shoppen war, der weiß es gibt noch viel Potential im Direktverkauf in Deutschland. FOC mal außen vor gelassen sind die Verkäufer jenseits des Atlantiks größtenteils motiviert, gut gelaunt und vor allem wirklich hilfsbereit.
Da gibt es im deutschen Einzelhandel noch ganz viel Luft nach oben.

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dergroßeradler 13.12.2015, 19:17
3. komisch ....

... ich fühle mich vielerorts gut beraten und gut bedient, egal ob beim Fahrradhändler, in der Buchhandlung, wenn es um Schuhe geht oder eine Hose usw. usw.. Mit der Zeit weiß man doch, wo man hingehen kann und wohin nicht. Allerdings: Man hat mit Menschen zu tun, und die reagieren auch darauf, wie sie angesprochen werden. Bin ich höflich zu ihnen, wird alles leichter (sei zu anderen so, wie du erwartest, dass sie zu dir sind).

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Sibylle1969 13.12.2015, 19:42
4. Es gibt Waren...

...Es gibt Waren, die will ich garantiert nicht online kaufen. Dazu gehören für mich Kleidung und Schuhe, die will ich anprobieren. Die typische Zalando-Kundin, die 6 Teile bestellt, zuhause anprobiert und dann 5 zurückschickt, bin ich definitiv nicht. Möbel und Matratzen würde ich auch niemals online kaufen. Ich habe kürzlich eine neue Couch gekauft. Ich finde, man muss die Möbel sehen, anfassen, probesitzen usw. Möbelkauf im Internet würde ich nie machen.

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tuscreen 13.12.2015, 19:51
5.

schöner bericht, deckt sich aber auch so gar nicht mit meinen erfahrungen im einzelhandel.

im fahrradeinzelhandelsgeschäft nach einem neuen fahrrad gefragt: "was gibt es denn so um die 300 bis 500 euro?" pampige antwort des verkäufers: "vielleicht was gebrauchtes....". also bei amazon geschaut, und für 299 euro den fahrrad-bestseller, ein einwandfreies neues fahrrad mit 18-gang-schaltung, bestellt. und nein, da versagen nicht die bremsen, oder der lenker, oder was auch immer besagter einzehändler seinen kunden mit demonstrativ aufgehängten stiftung warentest-berichten von irgendwelchen discounter-rädern vermitteln wollte.

im teegeschäft einen beutel tee besorgt, und zugleich gefragt - da mitten im hochsommer - ob man denn irgendwas kaltes zum mitnehmen da habe, gegen den durst unterwegs. antwort: nee, sowas habe man nicht, aber nen heißen tee zum im-laden-trinken könne man "eventuell organisieren".....

im fotogeschäft nach einem bestimmten bilderrahmen gefragt, antwort: das mache kollegin xy, und die sei nur zweimal die woche da. aktuell natürlich gerade nicht. also zwei tage später wieder hin: nee, jetzt sei die kollegin auch grade nicht da, und nur die kenne sich mit dem katalog des in frage kommenden herstellers aus. auf meine freundliche nachfrage, ob man denn nicht mal zusammen den fraglichen herstellerkatalog durchstöbern und dann das gewünschte bestellen könne: nee, das ginge nicht, weil ja NUR die leider abwesende verkäuferin den katalog kenne (??!!!????).
daraufhin entnervt bilderrahmen im netz bstellt, war zwei tage später da.

beim elektrogroßhändler nach einem notebook ohne betriebssystem gefragt, da ich ohnehin ein GNU/Linux-System selber aufspielen will. ja, also das müsse man bestellen. und umtausch sei ausgeschlossen - auch wenn es technische probleme mit dem neuen system gebe und es sich zB nicht installieren lasse. ich frage, wie das denn bei den anderen geräten, die man da habe, sei. ja, die könne man umtauschen, aber nicht zurückgeben. und umtausch auch nur, wenn die verpackung nicht geöffnet sei (macht viel sinn, weil man dann ja so toll das notebook auf herz und nieren testen kann.....).

und dann war da noch der buchhändler, der aus prinzip von mir gewünschte bücher "erst bestellen muss", die wären dann "morgen da" - wenn es nach 17 uhr ist, dann erst übermorgen. da kann ich auch zuhause bleiben und bei amazon bestellen, da ist das buch auch morgen da, und wenns nach 17 uhr ist, erst übermorgen......

ich könnte noch weiter machen, aber mein punkt kommt wohl auch so rüber......

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ar105.30 13.12.2015, 20:07
6.

Trauriger Bericht, deckt sich aber so gar nicht mit meinen Erfahrungen im Einzelhandel. Ich gehe viel und gerne im Offline einkaufen. Ich fasse Sachen lieber vorher an, lasse mich inspirieren und wenn nötig auch beraten. Bei Computern, Fahrrädern, Autos, Anzügen, HiFi Geräten usw hat das bislang immer gut funktioniert. Schlecht gelaunte, unhöfliche oder katastrophal ahnungslose Mitarbeiter, die mich als unwürdigen Störenfried behandeln, begegnen mir dabei seltsamerweise nie. Vielleicht ist man in der Region hier entspannter drauf, vielleicht liegts an mir. Diese Gruselgeschichten aus dem bösen Handel erschließen sich mir jedenfalls nicht.

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victoria101 13.12.2015, 20:25
7. ... Selbst schuld.

Die Einzelhändler jammern über Kunden, die sich zuerst beraten lassen und dann das Ding im Internet bestellen. Ich finde das eigentlich unfair. Ich hasse allerdings shoppen und fahre nur alle heiligen Zeiten in die Stadt. Letztes Mal waren wir für Winterstiefel im Laden. Ohne jegliche Beratung habe ich ein super Paar gefunden, jagte dann einer Verkäuferin hinterher - gibt's nicht in meiner Größe. Ich solle doch nochmal reinkommen. Vergeßt es, das Paar gab's bei Amazon 20€ billiger und in der passenden Größe. Dann war ich Jeans kaufen, hatte eine gute Verkäuferin, die hat mir eine perfekt passende Hose gebracht. Selten, daß das so klappt. Da wollte ich drei Hosen dieser Sorte kaufen, Farbe relativ egal, aber gibt's nicht. "Kommen Sie doch in ein paar Wochen wieder!" Tja, Amazon hat solche Probleme nicht. Auch online Gutscheine kaufen (ohne in den Laden stiefeln zu müssen) klappt fast nirgends problemlos. Außer bei Amazon. Auch wenn der Konzern zunehmend ausbeuterisch wird - ich weiß schon, warum sie Marktführer sind .

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P.Delalande 13.12.2015, 23:46
8.

Wenn man nicht will, dass die Innenstädte veröden und der Einzelhandel verschwindet, dann sollten die Politiker sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass die Paketdienste mal auf den Prüfstand gestellt werden müssen, hinsichtlich Scheinunternehmen und prekärer Löhne bei den Paketboten.

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ijf 14.12.2015, 03:28
9. kontra

Zitat von Sibylle1969
...Es gibt Waren, die will ich garantiert nicht online kaufen. Dazu gehören für mich Kleidung und Schuhe, die will ich anprobieren. Die typische Zalando-Kundin, die 6 Teile bestellt, zuhause anprobiert und dann 5 zurückschickt, bin ich definitiv nicht. Möbel und Matratzen würde ich auch niemals online kaufen. Ich habe kürzlich eine neue Couch gekauft. Ich finde, man muss die Möbel sehen, anfassen, probesitzen usw. Möbelkauf im Internet würde ich nie machen.
...Es gibt Waren, die muss ich garantiert online kaufen. Dazu gehören für mich Kleidung und Schuhe, die will ich anprobieren, Die typische Amazon-Kundin, die drei Teile bestellt, zuhause anprobiert und dann 1 Teil zurückschickt und zwei weitere nachbestellt, bin ich definitiv. (Klein)Möbel und Matratzen kaufe ich nur noch online. Ich habe kürzlich Matratzen, Topper, orthopädische Lattenroste online gekauft. Ich muss die Möbel sehen, anfassen, probeliegen usw. Das geht nicht in wenigen Minuten im Möbelhaus.
Ergänzung: schon mal versucht, Arche-Schuhe im Schuhladen zu kaufen? Ich meine, drei, vier verschiedene Modelle gleichzeitig (Stiefelette, Schnürschuh, Sommerschuh) , wenn der private arche-Bestand "aufgearbeitet" ist... was glauben Sie eigentlich, wie groß die Auswahl an eleganten weißen Hemdblusen in normalen Bekleidungsgeschäften ist, wenn frau nicht mehr die Normalgrössen 36 - 42 trägt? Und wie viele Sanitärgeschäfte soll ich abklappern, um einen ganz bestimmten Waschbecken-Unterschrank mit ungewöhnlichen Maßen zum günstigen Preis zu finden? Und mit über 50 Jahren weiß ich, welche Matratzensorte mir "liegt", und der Lattenrost hat "tchn. Spezifikationen", die ich vor dem Kauf prüfe. So hat jeder seine Gründe...

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