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Vielfalt in Medien: Das muss man sich leisten (können)
DPA

Junge Menschen arbeiten oft am Rande des Prekariats. Im Journalismus ist das besonders fatal: Weil fast nur noch Kinder wohlhabender Eltern den Beruf ergreifen können, verfestigt sich ein gesellschaftliches Problem.

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firefox34 01.12.2019, 19:37
1. Da sist eine ganz neue Erkentnis

Welche neue Erkenntnisse. Das war schon immer so in den "Medien" und hat sich auch nicht geändert. Unbezahlte Praktika, Volotariate u.a. sind seit jeher "Standard". Dann steigt man bei einem kleinen Unternehmen, meist Radio oder Lokalzeitung, zum Mindestlohn ein und versucht so oft es geht die Stelle zu wechseln um in der Hackordnung nach oben zu kommen. Größerer Titel, mehr Auflage, größerer Verlag... oder ins Fernsehen. Erst Lokalsender, dann Private, dann ÖR. Der Markt der Medienunternehmen ist auf 12 bis 15 große Unternehmen aufgeteilt. Bis auf einige wenige alle in Familienbesitz. Man kennt und schätzt sich. Der Kreis ist klein und da tanzt keiner aus der Reihe. Man schaue nur wie der Spiegel das Unternehmerpaar Friedrich auseinandergenommen hat. Die haben keinen Stallgeruch. Der Mann war bei der Stasi... nach der Vergangenheit von z.b. Georg von Holtzbrinck und wer alles nach dem Krieg für Axel Springer geschrieben hat fragt niemand. Die gehören zum inner Circle. Wenn sie in den "Medien" was werden wollen, dann müssen sie in die "Familie" aufgenommen werden... und da kommt nicht jeder rein. Das ist so gewollt.

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ole#frosch 01.12.2019, 19:51
2. willkommen im Leben

Geht anderen Studierenden ähnlich. Erzieher mussten lange Zeit für ihre Ausbildung zahken. Physiotherapeuten heute noch, wenn sie einen Schein für eine Therapie haben wollen.
Auch Meister zahlen für ihre Ausbildung. Das nennt sich Kapitalismus und ja, da haben es die reichen leichter.

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omguruji 01.12.2019, 19:53
3. Danke

Bitte mehr von diesen Beiträgen, die das perverse System aufzeigen. Acht Milliarden GEZ Einnahmen pro Jahr und sie fordern aktuell noch mehr. Die jungen Leute werden nicht entsprechend honoriert..

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vox veritas 01.12.2019, 19:54
4.

Hätte ich das als Leser hier geschrieben, wäre das nicht veröffentlicht worden. Immerhin ist das Problem erkannt und benannt worden.

Danke für diesen ehrlichen Beitrag!!

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Freiheit für Europa 01.12.2019, 20:11
5. ähnlich prekär: Wissenschaftler/ Professuren fasnur mit Eltern mögl.

Wohl 99% der jahrzehntelang ausgebildeten Wissenschaftler werden auch nur fachfremd leben können, gerade an Unis scheint es korrupter als sonst herzugehen. Professuren werden regelmäßig an Professorensöhne verschachert...

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shotaro_kaneda 01.12.2019, 20:17
6.

Guter und wichtiger Beitrag. Dass das Vertrauen in den Journalismus mehr und mehr schwindet, zeigen immer wieder Umfragen. Grund ist unter anderem die angesprochene Thematik. Bezeichnend auch, dass dieser Blick auf die Journalisten-Bubble von einem Journalisten in Ausbildung aus nicht Akademiker-Haushalt kommt bzw. kommen muss. Viel Erfolg an den Autor für den weiteren Lebebsweg und für die berufliche Zukunft. Bleiben Sie sich treu.

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mk84 01.12.2019, 20:26
7. Danke

Schön, dass das Problem von einem offenbar fähigen Jungjournalisten hier sogar bei SPON thematisiert wird. Mir ist das aus eigener Erfahrung schon vor Jahren aufgefallen und es ist relativ auffällig, dass in den meisten Redaktionen viele, öfter sogar nur Menschen aus wohlhabenden Schichten unterwegs sind. Deren Weltbild spiegelt sich bewusst und unbewusst in der Berichterstattung und Themenauswahl vieler Medienhäuser. Es gibt auch eine Studie der TU Darmstadt zum Thema, wenn ich richtig informiert bin.

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borsborka 01.12.2019, 20:26
8. Besorgniserregend

Sollte die 4. Gewalt ihren Nachwuchs mittelfristig ausschließlich aus der sozialen Oberschicht beziehen, werden sich viele in diesem Land - nicht nur prekär Beschäftigte sondern auch Arbeiter und Angestellte aus der Mittelschicht - nur in ihrer Meinung bestätigt sehen: Das es eine äußerst unheilige Allianz gibt zwischen Presse, Wirtschaft und Politik, in welcher keiner dem anderen in die Parade fährt und man sich wunderbar opportunistisch gegenseitig Unterstützt. Kritische Stimmen sind da kaum zu hören und aufgrund der marktbestimmenden Positionen der großen Verlage auch nicht zu erwarten.
Da müssen die Leute von "Correctiv" beispielsweise schon etwas ganz spannendes ausgraben, damit das in der breiten Öffentlichkeit ankommt...

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fmschertes 01.12.2019, 20:34
9. Beamtenjournalismus

Ein guter Diskussionsbeitrag. Kurz, knapp und prägnant auf den Punkt geschrieben. Dafür erst einmal einen schönen Dank an Tobias Hausdorf.
Nun ist der Journalismus in jedweder Form ja nicht meine berufliche Heimat, daher besitze ich auch kein differenziertes Fachwissen über diese Thematik. Erstaunlich finde ich es aber schon, dass zumindest die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, bei Einnahmen von über 8 Mrd.° Euro, sich dieser Praktiken bedienen.
Wie ist es dann möglich, dass sich allein der WDR in NRW, bei dieser angeblichen angespannten Finanzlage, elf Sendestudios leisten kann, mit jeweiligem Studioleiter und allem was sonst noch so dazu gehört?

° (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/196121/umfrage/gez--einnahmen-nach-rundfunkanstalt/)
°° (https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/standorte/studios/index.html)
MfG

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