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Vielfalt in Unternehmen: Kampf den Klon-Chefs

Immer die gleichen Managertypen, wohin man auch blickt. Das ist nicht nur langweilig, sondern gefährlich für die Unternehmen, so eine Studie von Roland Berger. Das Problem ist, dass sich Führungskräfte am liebsten klonen würden. Doch ihnen kann geholfen werden - wenn sie wollen.

Nonvaio01 01.06.2011, 15:45
1. Bloedsinn

Zitat von sysop
Immer die gleichen Managertypen, wohin man auch blickt. Das ist nicht nur langweilig, sondern gefährlich für die Unternehmen, so eine Studie von Roland Berger. Das Problem ist, dass sich Führungskräfte am liebsten klonen würden. Doch ihnen kann geholfen werden - wenn sie wollen.
Bloedsinn.

Meine Manager die ich hatte bzw mit denen ich gearbeitet habe, stehen eher auf dem standpunkt das man leute im Team braucht die einen herrausfordern. Auch wenn einer der TeamLeiter oder Manager den Betrieb verlassen hat, wird meist nach leuten von aussen geschaut weil man sich frische impulse erhoft.

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fareast 02.06.2011, 02:03
2. Hier koennte Ihr Titel stehen

Zitat von Nonvaio01
Bloedsinn. Meine Manager die ich hatte bzw mit denen ich gearbeitet habe, stehen eher auf dem standpunkt das man leute im Team braucht die einen herrausfordern. Auch wenn einer der TeamLeiter oder Manager den Betrieb verlassen hat, wird meist nach leuten von aussen geschaut weil man sich frische impulse erhoft.
Das handhabe ich genauso, hab aber auch schon Chefs erlebt, die abweichende Meinungen als persoenlichen Affront aufassen.

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akolyth2 02.06.2011, 09:32
3. Ähnlichkeit

Ich selbst habe es immer asls "Sympathie durch Ähnlichkeit" bezeichnet.
Denn es sind ja weniger die gleichen Charakterzüge, die Vorgestzte suchen, sondern tatsächlich Äußerlichkeiten: Größe, Statur, Alter, Grad der Gepflegtheit.
Um es vorwegzunehmen: kleine, dicke, ungepflegte Menschgen machen fast nie Karrier. Die Chefs sind eher, groß, schlank und gepflegt - und dieses Erscheinungsbild möchten sie nicht kompromittieren durch einen unattraktiven Begleiter.
Ob das nun gut ist oder nicht sei dahingestellt: die Berufswelt ist aber so - nämlich wie ein Schulhof während der Pause.
Wenn sich also wie auf dem Pausenhof homogenen Cliquen bilden, so muß man wohl darin etwas sehr Menschliches erkenn, was zu ändern unmöglich ist.
Und solange es einer Clique gut geht, gibt auch keinen Grund, daß sie sich ändert. Insofern muß ich schon schwer an der Beratungsleistung von RolandBerger zweifeln, denn Unternehmen dienen immer nur ihrer Führung. Die aber muß nichts ändern.
Die Ausführungen bzgl. Diversität der Mitarbeiter ist wahrscheinlich auch eher so zu interpretieren, daß darüber nachgedacht werden sollte, im unteren Management auch Ausländer zu erwägen. Dabei sei angemerkt: ein "manager" ist ein Sachbearbeiter, während ein richtiger Chef ein "executive" ist.
Der Rat von RolandBerger ist daher vergleichbar irrelevant für die Besetzung der Führungsetage selbst wie die Frage der Fließbandproduktion in der Fertigungshalle.
Man beachte auch bitte: der Executive zahlt RolandBerger und nicht der Manager...

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vantast64 02.06.2011, 10:28
4. Manager kommen meist aus derselben Gesellschaftsschicht,

vielen sind Namen aus dem ehemaligen "Adel" bekannt. Sie kommen häufig weniger durch Kreativität als durch Beziehungen an die besten Stellen, das Leistungsprinzip gilt sowieso nicht, wie man an vielen Pleitefirmen mit vergoldeten Managerabgängen sehen kann. Es ist oft eine Negativauslese. Vor 30-40 Jahren geb es im "Spiegel" einen Bericht über die Albernheiten amerikanischer Manager und ihren Hierarchien: es sind nur alt gewordene, große Kinder.

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WolfHai 02.06.2011, 14:20
5. Neues US-Modethema mit fraglichem Wahrheitsanspruch

Die Bezeichnung D&I ("Diversity and Inclusion") zeigt schon, woher das ganze kommt, nämlich aus den USA. Dort hat man "diversity" als gesellschaftspolitisches Problem definiert, nämlich als Mittel, die angebliche Herrschaft der weißen Männer, die ja angeblich alle anderen Rassen und Klassen unterjochen, zu beenden. Die Bewegung war zunächst darauf aus, auch unter Opferung des Leistungsprinzips ("affirmative action") die Vielfalt auf den Colleges, den US-amerikanischen Fabriken der Oberschicht, herzustellen, so dass auch Minderheiten eine Chance haben mögen. So fraglich diese Diversity-Ideologie in Einzelheiten sein mag (sie ist einer der Grundpfeiler der US-amerikanischen "political correctness"), es gibt da Einiges, das ich voll überzeugend finde.

Als zweiter Schritt soll jetzt die rassische, ethnische, geschlechtliche usw. Vielfalt in den Führungsschichten der Unternehmen erhöht werden. Da man Unternehmen in der Regel eher mit dem Profitmotiv als mit allgemeiner gesellschaftlicher Verantwortung motiviert, bedient man sich der unbewiesenen Behauptung, Vielfalt sei unbedingt ein unternehmerischer Erfolgsfaktor. Berger überträgt jetzt das Ganze auf Deutschland und behauptet dasselbe.

Zm einen ist die Übertragung von US-amerikanischen Moden auf deutsche Verhältnisse immer etwas fragwürdig. Zum zweiten erfolgt m.W. auch in den USA diese Behauptung bisher nur aufgrund von Anektotenhaftem, extraploliert von Einzelfällen und ohne echte Nachweise. M.E. kann die hier definierte Vielfalt neben dem positiven Effekt der Bereicherung z.B. auch zu großen Kosten auf Grund von kommunikativen Reibungsverlusten führen.

Fazit: Westliche Gesellschaften werden vielfältiger, und als Ergebnis werden auch die Führungsriegen von Unternehmen vielfältiger werden. Aber zu behaupten, dass das jetzt alles besser macht: das ist eine von den neuen Managementtheorien, mit der Unternehmensberater sich einen neuen Markt erschließen wollen.

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justaguy85 02.06.2011, 19:16
6. Und hier wird durch einen Beweis live der Artikel bestätigt!

Artikel über starre Strukturen auf Managementebene und die Gefahr, dass dadurch die Unternehmen bzw. Manager sich gegenüber neuen Meinungen, Ansichten und Herangehensweisen verschließen:

Zitat von sysop
Immer die gleichen Managertypen, wohin man auch blickt...
Die sehr aufgeschlossene Antwort alá "nein, das ist nicht exakt so wie ich es erlebt habe und es gibt nichts anderes als das was ich erlebt habe, aber ich bin sooo offen für andere Meinungen":

Zitat von Nonvaio01
Bloedsinn. Meine Manager die ich hatte bzw mit denen ich gearbeitet habe,...
Aha :D

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mitbestimmender wähler 02.06.2011, 20:06
7. Mc Kinsey- Mafia

Die Zeit der Mc Kinsey Sektenbrüder ist schon lange vorbei.

Die brauchte für jede Entscheidung Beratungsfirmen, um nie selber Schuld zu sein und andere Reich zu machen.


Mc Kinsey, ihre Businessclubs.... eine der grössten OK Banden

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GM64 03.06.2011, 16:28
8. Der Manager ist unfehlbarer als der Papst

in einem Vorstand, habe ich gelesen, dass man beschlossen hat nur Sportler einzustellen.
Aber diese Selektion ist ja auch nicht so schlau. Wenn einer täglich einige Stunden Sport treibt, dazu noch Stundenlang am Abend beim Essen redet, kommt er ja nie dazu noch mal ein paar Akten zu studieren oder sich um Technik zu kümmern.
Also wenn ich 8 Stunden programmiert hatte, dann war ich fertig. Aber diese Herren haben so viele Hobbies, da fragt man sich schon, wann die auch noch arbeiten.

Der Erfolg von Apple und Facebook ist doch darin verankert, dass die Chefs wussten was sie bauen.
Wenn der Jurist, der ständig am Tennisplatz ist, das Kommando hat, dann ist es nicht verwunderlich, dass da eine Fehlkonstruktion heraus kommt.
Wenn der Anker ein guter war, ist das System bestimmt sinnvoll, wenn der Anker, also der, der sich Klont, eine Pflaume war, ist das Ergebnis natürlich auch so.

Vor allem sind ja Chefs schlechter zu kritisieren als der Papst. Wir schimpfen alle auf die RK, aber so ein Manager ist ja viel unfehlbarer. Mir ist keiner bekannt, der es jemals überlebt hat, wenn er auch nur ein wenig an seinem Chef genörgelt hat.


Sehen Sie sich mal die Anzahl der SPON Forum Beiträge zum Thema Chef an.


Das ist ja schlimmer in den Unternehmen als zu der Zeit der Inquisition.


Neulich habe ich gelesen, dass man sogar bei Facebook den Mitarbeitern von Daimler nachspioniert und dann Gemecker über Herrn Zetsche mit einer Rüge in der Personalabteilung bestraft.
Aber ein Mitarbeiter soll ja Kreativ sein. Wenn er unter Zuständen wie in China arbeitet, dann kommt auch nicht viel heraus.


Ich erlaube mir hier mal den alten Schiller zu zitieren.

"Oh Knechtschaft, Donner Ton dem Ohre, Nacht dem Verstand"

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johannesmapro 06.06.2011, 15:16
9. selten so gelacht

gerade Roland Berger schickt doch selber diese immer gleichen Klone ins rennen und hat kaum ein wahrnehmbares angebot an differenzierten Querdenkern, insoweit ist das mehr als ein guter satirischer Witz, nach dem Motto, man muß wieder neue Ideen auf de Markt werfen um sein Geld zu verdienen und letzlich zählen doch gerade in den augen der Berater nur die zielorientierten, rendite orientierten umsetzter und nicht die langfristigen Strategen.

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