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Volkskrankheit: "Burnout ist eine Ausweichdiagnose"

Ausgebrannt, erschöpft, am Ende: Burnout gilt als Massenleiden der modernen Arbeitswelt. Der Psychiater Ulrich Hegerl warnt vor dem Modewort: Stress im Job*ist oft*nicht die Ursache - und eine Auszeit*kann alles noch viel schlimmer machen.

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x-beliebig-und-anonym 26.11.2011, 02:30
150. Ich denke, es gibt beides

Zitat von foxvonfuchs
Zum einem muss ich den Verfasser zustimmen. Stress auf der Arbeit führt nicht zwangsläufig zu einem Burnout. Ich glaube die Menschen hatte schon immer Stress bei der Arbeit. Sei es nun in der Zeit wo wir die Nahrung noch selber jagen mussten (den Stress nichts zu essen zu haben wenn ich nichts kriege)oder auch heute. Wenn das die Ursache für einen Burnout wäre dann gäbe es uns wahrscheinlich schon nicht mehr. Aber ich bin davon überzeugt das es zu einem Burnout kommen kann wenn viele Faktoren zusammentreffen, Stress auf der Arbeit, Stress zu Hause, schlechte Bezahlung und die dadurch entstehenden Existenzängste, Stress mit den Kindern, den Verwandten etc etc. Somit steht man 24/7 unter Strom das kann auf Dauer nicht gutgehen.
Vielleicht sollte man einfach zunächst einmal all den Betroffenen zuhören. Und zwar nicht nur bezügliches ihrer momentanen Situation und der Zeit unmittelbar davor, sondern auch bzgl. einer Anamnese bis zurück in die Kindheit.

Steckt eine Depression hinter der Erschöpfung wird diese m.E. bereits deutliche Spuren durch den gesamten Lebenslauf des betreffenden hinterlassen haben. Denn die Depression als physiologische Abweichung vom Durchschnitt - egal ob eher genetich bedingt, oder Entwicklungs bedingt, sei es als Fötus unter ungünstigen Schwangerschaftsbedingungen, oder Folge frühkindlicher Traumata oder Folge späterer Deprivation - ist ja in der Regel schon lange da, bevor die klinischen Symptome auftreten, mit denen die Depression schließlich auffällt und diagnostiziert wird.

Andererseits sind Entfremdung und übermäßige Konkurrenz sicher auch Umstände, die genauso wie Trauerfälle oder andere emotionale Verluste, schwere depressive Verstimmungen bis hin zur vorrübergehenden totalen Erschöpfung auslösen können. Wenn Scheidungen schon dazu führen können, dass plötzlich alle Zähne kariös werden, sieht man daran schon, wie tiefgreifend solche Lebensereignisse die Balance im Körper durcheinander bringen können.

Die Psyche ist eben sehr eng vernetzt mit dem Immunsystem und dem Hormonsystem. Um ergründen zu könne, was im Einzelfall die Henne und was das Ei ist, bedarf es mehr als die Untersuchung des Augenblicks.
Zitat von foxvonfuchs
Demzufolge glaube ich schon das viele Burnout Patienten einfach mal entspannen wollen und dafür auch noch bezahlt werden und das ganze Wahrscheinlich auch in die Länge ziehen. Hätte derjenige der Burnout Patient jedoch Exiztenzängste steht er nach einer Woche wieder vollends kuriert auf der Matte.
Eine bitterböse Unterstellung, die ich für die große Masse der Betroffenen (egal ob eigentlich depressiv oder einfach nur total erschöpft) in keiner Weise teile. Natürlich wird es hin und wieder auch mal einen Mißbrauch durch eine vorgetäuschte Krankheit geben. Das dürfte bei Burnout aber kaum anders sein als bei Rücken- oder Kopfschmerzen oder grippalen Infekten

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GM64 26.11.2011, 14:17
151. Da gab es an Allerheiligen einen Film am BR

Zitat von sysop
Ausgebrannt, erschöpft, am Ende: Burnout gilt als Massenleiden der modernen Arbeitswelt. Der Psychiater Ulrich Hegerl warnt vor dem Modewort: Stress im Job*ist oft*nicht die Ursache - und eine Auszeit*kann alles noch viel schlimmer machen.
Da ging ein Bauer zum Arzt, Anno dazumal, und dann hat ihm der Arzt erzählt, dass der Mensch einen guten Freund braucht, das war dann der Alkohol, und dann hat er ihn zum Spezialisten geschickt nach Altötting um ihn zu operieren und dann sollte er entweder gleich gesund, oder tot sein. Sie erraten es kaum, er war danach tot. Mehr habe ich von dem Film nicht gesehen, er hat mich fassungslos gemacht.
Dieser Herr gehört wohl auch zu dieser Art von Ärzten. Die Gemeinschaft für Depression kenne ich. Da kann man immer anrufen und keiner geht ans Telefon, oder wenn man mal einen dran kriegt, dann wird man beschimpft.
Es ist ja großartig wie dieser Mensch eine Krankheit beurteilen will, wenn er dem Patienten vielleicht 3 Minuten zum darstellen seiner Problem gibt.
Da geht es dann nur schluck und stirb. Der Arzt ist halt auch jemand der gerne einen hohen Geldbedarf hat. Und vom Schleimen füllt man den Beutel am Besten.
Bei meinem ersten Psychiater Besuch hat dieser mir erzählt dass er sich selbständig eine Linux System Installiert hat. Dass ich eine Schwere Depression hatte, habe ich dann später anhand des Krankenkassenschlüssels aus dem Internet erfahren.

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Nachbarsjunge 26.11.2011, 17:23
152. Psychiater

Prof. Hegerl ist seines Zeichens Psychiater, also ein Mediziner, der sich nach seinem Studium mal ein Wenig mit Psychologie auseinandergesetzt hat. Diesen Leuten fehlt meiner Meinung nach die Expertise um sich zu solchen Themen zu äußern.

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blind_f0x 26.11.2011, 19:21
153. Burnout versus Depression

Das Gefühl, einer Aufgabe oder seinem Leben nicht gewachsen zu sein, gehört in die Diagnosekriterien einer Depression. Allerdings würde ich schon genauer hinsehen und unterscheiden, ob eine Depression aus einem Erschöpfungszustand heraus entsteht, oder z.B. hormonell bedingt ist. Wir leben in einer Zeit, in der es immer schwerer wird, selbst den normalen Lebensstandart aufrecht zu erhalten. Immer höher, schneller, mehr, weiter... Fällt man da raus, wird man aus der Gesellschaft ausgesondert. Die Angst DAVOR und die jahrelangen Versuche, das zu verhindern, ergeben den Burnout. Und DAS ist definitiv etwas anderes, als eine Depression, weil der Partner verstorben ist, oder weil man mit sich selbst nicht mehr klar kommt. Wir werden in Zukunft noch mehr Leute erleben, die sich nicht mehr in der Lage sehen, sich selbst angemessen zu versorgen und sich hilflos fühlen, angesichts der Anforderungen dieser kranken Gesellschaft. Ich würde die Aussage umdrehen. Viel mehr Depressionen sind eigentlich ein Burnout! Bitte an die ICD10, das endlich anzuerkennen und diesen Leuten eine würdevolle Behandlung zu ermöglichen.

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jack sparrow 26.11.2011, 19:36
154. Expertise

Zitat von Nachbarsjunge
Prof. Hegerl ist seines Zeichens Psychiater, also ein Mediziner, der sich nach seinem Studium mal ein Wenig mit Psychologie auseinandergesetzt hat. Diesen Leuten fehlt meiner Meinung nach die Expertise um sich zu solchen Themen zu äußern.

Ein wenig Expertise würde ihnen auch nicht schaden.

Ein Facharzt für Psychiatrie hat nach einem sechsjährigen Medizinstudium eine mindestens fünfjährige Weiterbildung zum Psychiater hinter sich. Das sollte ausreichen, um psychische Krankheiten behandeln zu können.

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jack sparrow 26.11.2011, 19:52
155. Pseudodiagnose

Burnout ist eine Pseudodiagnose, die die wahre Krankheit verschleiert.
Die meisten Burnout Patienten leiden in der Regel an einer Depression.

Viele Depressive schämen sich aber ihrer Erkrankung und sprechen lieber von Burnout, so wie viele Patienten auch von ihrem "Neurologen" sprechen, wenn sie den Psychiater meinen.

Diese Verschleierung trägt aber nicht zu einer besseren gesellschaftlichen Akzeptanz und Verständnis für psychisch Erkrankte bei, sodaß man von dieser Diagnose Abstand nehmen sollte.

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marvinw 26.11.2011, 22:47
156. Mal ein Vorschlag an den Experten

Wie wäre es mal diesen Professor die Zeitarbeit machen zu lassen? Und danach zu fragen ob er Burnout für einen Mythos hält.

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Löber 27.11.2011, 00:18
157. Volkskrankheit: "Burnout ist eine Ausweichdiagnose" Auf Thema antworten

Zitat von awolfram
Als Psychiater stimme ich den Aussagen vollumfänglich zu.
Dann haben Sie und Ulrich Hegerl noch nie in der "freien Marktwirtschaft" gearbeitet! Dort werden langjährige Mitarbeiter mit 60 Jahren gefragt wie lange sie noch arbeiten wollen! Dort bekommen langjährige, ältere Mitarbeiter ein Arbeitsplatz der den Namen Arbeitsplatz nicht verdient!
Das sind alles Mitarbeiter die über jahrzehnte dem Unternehmen, ohne Rücksicht auf sich, ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben. Ihre eigene Gesundheit geopfert haben! Und da reden Sie von "sucht man den Begriff Burnout bis heute vergeblich."
Sie sollten sich schämen. Wahrscheinlich noch nie richtig gearbeitet, nur studiert, von der richtigen, wahren Arbeitswelt wie es da zu geht keine Ahnung!

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CA-Fire 27.11.2011, 01:01
158. Da liegt das Problem,

wenn diagnostiziert werden würde, dass Arbeitsbedingungen krank machen. dann käme eine Tsunamiwelle von Arbeitsunfähigen auf die Sozialkassen zu.
Das Voranschreiten der unmenschlichen Arbeitsbedingungen und das Verhalten von völlig ungeeigneten Personalführern sorgt dafür, dass die, aus diesen katastrophalen Arbeitsbedingungen hervorgehenden Kranken, immer mehr ansteigt.
Ich schreibe dies als Angehöriger eines Menschen mit einer schweren Depression, welche arbeitsbedingt ist.

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rechnernetzstecker 27.11.2011, 07:40
159. Differenzierung

Zitat von jack sparrow
Burnout ist eine Pseudodiagnose, die die wahre Krankheit verschleiert. Die meisten Burnout Patienten leiden in der Regel an einer Depression. Viele Depressive schämen sich aber ihrer Erkrankung und sprechen lieber von Burnout, so wie viele Patienten auch von ihrem "Neurologen" sprechen, wenn sie den Psychiater meinen. Diese Verschleierung trägt aber nicht zu einer besseren gesellschaftlichen Akzeptanz und Verständnis für psychisch Erkrankte bei, sodaß man von dieser Diagnose Abstand nehmen sollte.
Eine Depression hat keine äußere Ursache, bestenfalls einen externen Auslöser. Bei Burnout führt man das Entstehen der Symptomatik auf die berufliche Situation zurück, er hat also eine äußere Ursache.

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