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Vom Berater zum Firmengründer: Jetzt entscheide ich!
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Sie analysieren, rechnen, präsentieren, aber wozu bloß? Viele teure Tipps von Unternehmensberatern landen einfach im Papierkorb - eine eigene Firma zu gründen, erscheint da besonders verlockend. Hier erzählen Ex-Berater und Beraterinnen, die den Seitenwechsel gewagt haben, von ihren Erfahrungen.

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TS_Alien 08.10.2012, 13:38
10. Naja

Aber immer auf der vorsichtigen Seite bleiben. Wieso gleich ein Investor einsteigen muss, wieso man sich als Berater noch beraten lassen muss, wieso man beim gerade anlaufenden Geschäft im Ausland herumlungern muss (den MBA machen), wieso man gleich expandieren möchte.

Klar, alles nur rhetorische Fragen.

Die ganze Geschichte riecht nach einer PR-Aktion eines Beratungsunternehmens. Seht her, wie toll wir sind. Wir gestatten sogar unseren Mitarbeitern dies und jenes.

So toll sind die Geschäftsideen auch nicht. Im Endeffekt wird irgendetwas ge- und verkauft, natürlich mit einer ordentlichen Gewinnmarge.

Man sollte diese Berater-Trolle einfach nicht ernst nehmen. Man hätte sie nie ernst nehmen dürfen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die zeigt, wie schlecht es im Management von Firmen aussieht.

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findetnemo 08.10.2012, 13:51
11.

Zitat von murphy83
Wichtigste Erkenntnis war wohl: Jetzt sind die Ausgaben nicht mehr egal - aha auf einmal .... aber vorher waren sie es - Hauptsache dicke Kohle abkassiert - wenn die ach so tollen Ideen dann eh nicht umgesetzt werden, dann kann man da ja auch reinschreiben was man will - nur dumm wenn manche Firmen dass dann eiskalt umsetzen - die Effekte sehen wir doch derzeit überall in der Wirtschaft. Wie wäre es einfach mal wieder mit gesundem Menschenverstand anstelle einen hochtrabenden Business-Plan? Hilft erstaunlich viel.
Man kann - wenn man nur richtig will - natürlich alles falsch verstehen. Als Angestellter einer Unternehmensberatung können Ihnen Ihre Ausgaben natürlich egal sein. Flug oder Bahn? Die Assistenz sucht die beste Variante aus, Hotel ist auch gebucht. Ob das ins Auftrags-Budget passt? Nicht Ihr Problem - darum kümmern sich aber durchaus andere. Abends mal privat ausgehen? Bei einem festen Gehalt gar kein Problem - "egal".

Das ist nicht beraterspezifisch. Ich kenne nur wenige Angestellte, die von sich mal über die Kosten nachdenken oder woher die Kohle kommt. Flug? Business Class, natürlich - auch wenn's nur knapp zwei Stunden sind.

Und richtig lesen sollten Sie: "Tatsächlich sehne er sich jetzt, ein Jahr später, manchmal zurück in die Zeit, als ihm seine Ausgaben noch egal sein konnten." IHM konnten sie egal sein - andere haben sich drum gekümmert. Etwas, das Selbstständige am Anfang fast nie kennen. Und Angestellte fast alle für selbstverständlich halten. Die jammern lieber über die bösen Berater, die plötzlich die Business-Class zwischen Hamburg und Frankfurt hinterfragen - da konnte man doch so schön Meilen sammeln :-)

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quo_vadis_spon 08.10.2012, 13:54
12. Selbstständig - ständig Selbst

Jeder, der in die Selbstständigkeit geht, sollte sich diesen Schritt gut überlegen. Deutschland ist kein gutes „Gründerland“. Das Risiko trägt der Gründer alleine, ist Sklave der Bank und wenn es dann was zu verteilen gibt, halten die stillen Teilhaber wie der Fiskus und andere Institutionen fleißig die Hand auf. Spätestens bei der ersten Steuerprüfung wird man sich dann über Anerkennung von Belegen im Wert von 20,00 € zanken dürfen. Man ist als Gründer in einem sehr starren Korsett der Bürokratie und Gesetze gefangen.
Das ganze dann bei einer 70 Stunden Woche ohne Urlaub. Da verdient so mancher Angestellter unterm Strich mehr…

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jim_nihilist 08.10.2012, 14:00
13. Wäre es nicht umgekehrt besser?

Erstmal Selbstständig machen und DANN Unternehmensberater werden? Vielleicht landet dann auch nicht so viel im Papierkorb, was die Theoretiker so erarbeiten.
Wissen vor die Füsse knallen und dann abrauschen kann jeder, aber das so anbieten, dass der Kunde dann auch wirklich damit arbeitet das ist doch der eigentliche Job. Sollte es zumindest sein.

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jim_nihilist 08.10.2012, 14:05
14. langfristig

Zitat von TS_Alien
Aber immer auf der vorsichtigen Seite bleiben. Wieso gleich ein Investor einsteigen muss, wieso man sich als Berater noch beraten lassen muss, wieso man beim gerade anlaufenden Geschäft im Ausland herumlungern muss (den MBA machen), wieso man gleich expandieren möchte. Klar, alles nur rhetorische Fragen. Die ganze Geschichte riecht nach einer.....
Die Frage ist ja auch: wieviele gibt es nach 5 Jahren noch. Wenn die vorher einklappen, dann sind auch die Berater-Unternehmen nicht besser als jedes beliebige andere Unternehmen.

Die Ideen sind ja ganz nett, aber an der Langlebigkeit habe ich so meine Zweifel.
Zumal mir diese Artikel, genau wie diese Jung von Matt-Arien vor einiger Zeit ziemlich unkoscher vorkommen - ist aber nur mein Eindruck.

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TS_Alien 08.10.2012, 14:09
15. .

Zitat von findetnemo
Man kann - wenn man nur richtig will - natürlich alles falsch verstehen. Als Angestellter einer Unternehmensberatung können Ihnen Ihre Ausgaben natürlich egal sein. Flug oder Bahn? Die Assistenz sucht die beste Variante aus, Hotel ist auch gebucht. Ob das ins Auftrags-Budget passt? Nicht Ihr Problem - darum kümmern sich aber durchaus andere. Abends mal privat ausgehen? Bei einem festen Gehalt gar kein Problem - "egal". Das ist nicht beraterspezifisch. Ich kenne nur wenige Angestellte, die von sich mal über die Kosten nachdenken oder woher die Kohle kommt. Flug? Business Class, natürlich - auch wenn's nur knapp zwei Stunden sind. Und richtig lesen sollten Sie: "Tatsächlich sehne er sich jetzt, ein Jahr später, manchmal zurück in die Zeit, als ihm seine Ausgaben noch egal sein konnten." IHM konnten sie egal sein - andere haben sich drum gekümmert. Etwas, das Selbstständige am Anfang fast nie kennen. Und Angestellte fast alle für selbstverständlich halten. Die jammern lieber über die bösen Berater, die plötzlich die Business-Class zwischen Hamburg und Frankfurt hinterfragen - da konnte man doch so schön Meilen sammeln :-)
Wäre doch eine lustige MBA-Aufgabe: Eine Reise zu planen, möglichst kostengünstig und dabei so bequem wie möglich, eventuell auch Alternativen einplanen. Am grossen Rad kann jeder drehen, gerade dann, wenn die Kosten keine Rolle spielen. Die kleinen Rädchen muss man drehen können.
Es gibt durchaus Beratungsfirmen, die für ihre Mitarbeiter einen vierstelligen Tagessatz in Rechnung stellen, bei denen die Mitarbeiter ihre Reise selbst planen und buchen. Ist doch eine gute Übung.

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alter 08.10.2012, 14:10
16. Teil der Kultur

Schoener Beitrag... Bei A.T. Kearney ist dieser "Umsetzungstrieb" und kollegiales Verhalten seit der Gruendung in 1926 ein grosser Bestandteil der internen Kultur. Kearney Alumni machen vielleicht nicht so viel 'Wind u. Wirbel' wie andere Consultants, aber in der Umsetzung ins Wirkliche... unschlagbar.

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JAK 08.10.2012, 14:51
17.

Zitat von murphy83
Wichtigste Erkenntnis war wohl: Jetzt sind die Ausgaben nicht mehr egal - aha auf einmal .... aber vorher waren sie es - Hauptsache dicke Kohle abkassiert - wenn die ach so tollen Ideen dann eh nicht umgesetzt werden, dann kann man da ja auch reinschreiben was man will - nur dumm wenn manche Firmen dass dann eiskalt umsetzen - die Effekte sehen wir doch derzeit überall in der Wirtschaft. Wie wäre es einfach mal wieder mit gesundem Menschenverstand anstelle einen hochtrabenden Business-Plan? Hilft erstaunlich viel.
Lieber Murphy83,
Berater kosten nicht nur Geld, sie bringen auch Struktur, neue Denkansätze und fortschrittliche Methoden mit zu ihren Kunden. Und das hat man meines Wissens bisher noch keinem Kunden aufgezwungen, sondern wurde ausdrücklich von diesem so "bestellt".
Bitte nicht vergessen, dass der Berater an sich nicht die dicke Kohle abkassiert und mit nach Hause nimmt, sondern das Unternehmen, das dahinter steckt. Über solche Aussagen könnte ich mich echt ärgern. Und welchem Berater seine Ausgaben egal sind, kann ich nur gratulieren, das sind dann übrigens die, die die Wirtschaft ankurbeln!
Anyway - ich bewundere hochachtungsvoll die Mutigen unter uns, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben und ich gebe meinen Vorrednern recht, das ist auch sehr ermutigend! Fragen sich doch viele Berater oft, was für Talente und Interessen in einem schlummern, die man in den doch sehr straffen Karrierejahren vernachlässigt hat, um sich in einem Bereich zu spezialisieren, der oft weit weg ist von kreativen und innovativen Geschäftsfeldern - mit Kindermode beschäftigen wir uns ja nun nicht so häufig, schade eigentlich ;-)

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JAK 08.10.2012, 14:58
18.

Zitat von TS_Alien
Wäre doch eine lustige MBA-Aufgabe: Eine Reise zu planen, möglichst kostengünstig und dabei so bequem wie möglich, eventuell auch Alternativen einplanen. Am grossen Rad kann jeder drehen, gerade dann, wenn die Kosten keine Rolle spielen. Die kleinen Rädchen muss man drehen können. Es gibt durchaus Beratungsfirmen, die für ihre Mitarbeiter einen vierstelligen Tagessatz in Rechnung stellen, bei denen die Mitarbeiter ihre Reise selbst planen und buchen. Ist doch eine gute Übung.
...ich kenne sogar Beratungsfirmen, die jedem ihrer Mitarbeiter ihre Kosten transparent zuordnen. Die Mitarbeiter werden dann über KPIs gemessen wie Ausnutzung Einsparpotenzial bei der Reisebuchung, CO2 Footprint etc etc.

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BettyB. 08.10.2012, 15:09
19. Wozu?

Nun gewiß, um dafür bezahlt zu werden. Ob sie dann durchsetzen, was von ihnen indirekt verlangt wurde oder sie gar neu eingebracht haben, ist mehr oder weniger egal. Interessant aber schon, einen Folgeauftrag zu erhalten. Deshalb sollte man vorsichtshalber nicht zu sehr den Auftraggeber düpieren. Zahlt sich nmlich zumeist nicht wirklich aus....

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