Forum: Karriere
Vom Kollegen zum Chef: Wie man nach einer Beförderung im Team beliebt bleibt
obs/ ifm electronic gmbh

Ralf B. wird zum Teamleiter befördert und ist nun Vorgesetzter seiner ehemaligen Kollegen. Einige fangen an, über ihren neuen Chef zu lästern. Karrierecoach Matthias Martens rät zu schneller Konfliktlösung.

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cindy2009 02.09.2016, 15:29
1. witzig

In unserer Abteilung wurde ein neuer Abteilungsleiter extern gesucht. Es fand sich auch nach fast einem Jahr nur Müll. Dann haben wir Mitarbeiter der GL und HD vorgeschlagen, dass unser kürzlich eingestellter Hiwi dich den Job übernehmen soll. Wir sind in der Abteilung zum Teil schon Jahrzehnte, er gerade mal etwas über ein Jahr. Er hat schlussendlich angenommen und wir anderen sind mehr als froh. Er kennt uns und braucht uns, da er nicht sehr viel Erfahrung hat. Das einzige Problem ist : Er ist unser Chef und verdient weniger, als wir "alten". Da tut man sich schwer bei Gehalts Forderungen...

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JBond 02.09.2016, 15:56
2. Berater und ihre Workshops

Jeder Management-Berater schwärmt immer von Teamworkshops (vermutlich weil fast alle auch selbst welche anbieten) - ich kenne aber bisher kaum einen Teilnehmer eines solchen Workshops, der viel Positives darüber zu berichten hat.

Meistens wird es doch (im besten Fall nur) als Zeitverschwendung betrachtet - und von den "Maßnahmen" bleibt nach 2 Wochen auch nicht viel übrig.

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HansPa 02.09.2016, 16:02
3. Alles Unfug

Wie kann man nur auf die Idee kommen und Angestellter zu werden? Und sich dann auch noch in den Wahnsinn der Kariere Leiter pressen lässt. Wer hat denn Bock auf diesen Team Tratsch? Mach euch selbständig und werdet größer. Falls nicht: Job suchen, Hirn ausschalten, Kohle mitnehmen und das wars.

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cindy2009 02.09.2016, 16:25
4. @hanspa

"---Wie kann man nur auf die Idee kommen und Angestellter zu werden? Und sich dann auch noch in den Wahnsinn der Kariere Leiter pressen lässt. Wer hat denn Bock auf diesen Team Tratsch? Mach euch selbständig und werdet größer. Falls nicht: Job suchen, Hirn ausschalten, Kohle mitnehmen und das wars.----"
Wenn Sie das ernst meinen, haben Sie heute den Preis des dümmsten Kommentars gebracht. Wenn Ihr Unternehmen, das Sie ja offensichtlich führen, nur aus Werk Verträgen oder Zeitarbeitern besteht, dürfte sowohl Ihre Marge, wie auch das Entgelt der "Mitarbeiter " unterirdisch sein.

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wincel 02.09.2016, 16:38
5.

Guter Artikel, der Wechsel von Augenhöhe zu Hierarchie ist auch in meiner Erfahrung komplizierter als von vorn herein in Position A oder B zu sein.
Ich habe über viele Jahre direkte Reports gehabt und im gleichberechtigten Team gearbeitet und das war immer völlig problemlos. Kürzlich eine neue Stelle angenommen in einer sich entwickelnden Gruppe in der ich zwar hauptverantwortlich zuständig war für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters für "mein" Team - aber offiziell gibt es trotz Hierarchieunterschied keine Reportstruktur zu mir. Wurde mir auch eingeschärft und habe ich kein Problem mit und stelle sie auch stets als gleichberechtigtes neues Mitglied mit eigenen Verantwortungsbereich vor.
Sie sieht mich aber als Boss, wie sie mir mitteilte (allerdings positiv gemeint). Tatsächlich gibt es langfristige Pläne, mich bei weiteren Wachstum zum Gruppenleiter zu machen aufgrund der Erfahrung, die ich habe - nur bin ich eben jetzt wie jeder auf der selben Reportstufe. Interessante Dynamik und nicht ganz einfach, dass stetig zu balancieren. Wenn es denn soweit kommt, wird entweder der Übergang eigenartig (und ich würde derweil unseren gemeinsamen Chef entsprechend deutlich mehr belasten müssen) oder bis zu einer solchen Phase befinde ich mich irgendwo in der zwischenmenschlichen Grauphase und treffe weiterhin den Großteil der Entscheidungen.

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gumbofroehn 02.09.2016, 16:39
6. Im Grunde ...

... ist die Frage völlig falsch gestellt. Für Leute, für die Beliebtheit im Team die wichtigste Rolle spielt, ist die Führungskarriere eher nicht geeignet. Diese Art von Peer-Group-Beliebtheit beißt sich in aller Regel mit dem Respekt, den eine Führungskraft zum erfolgreichen Arbeiten braucht, Darüber hinaus ist es ohnehin im Rahmen der Personalentwicklung der bessere Weg, der neuen Führungskraft erst einmal ein anderes Team als das Herkunftsteam anzuvertrauen. Dann entstehen die hier beschriebenen Probleme in aller Regel überhaupt erst gar nicht.

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libertarian2012 02.09.2016, 17:35
7. Hier meine Erfahrung

Ich habe sowas immer ein wenig anders gehandhabt:

Wichtig ist, dass man selbst erst mal 100% professionell ist. Dazu gerhoert auch, dass man sich aus solchen persoenlichen Tratschgeschichten raushaelt - idealerweise schon lange vor der Befoerderung. Gute Beziehungen und sachliche Transparenz ja, "Freundschaft" nein. Und wenn es die aus irgendeinem Grund schon gibt, muss man das 150% trennen.

Ansonsten: die eigene Rolle ernstnehmen und Professionalitaet und Ergebnisorientiertheit vorleben. Irgendwer hat immer ein Problem und man kann es nicht jedem recht machen - und das sollte man auch gar nicht erst versuchen.

Manchmal hilft auch Machiavelli weiter: wenn es Schwachpunkte im Team gibt, stoert das nicht nur den neuen Chef und das Ergebnis - sondern meist auch die anderen Teammitglieder. Wenn man es schafft, als eine der ersten Massnahmen solche Leute vor die Tuer zu setzten, verschafft das schnell Respekt - nicht nur aus Angst evtl. der naechste zu sein, sondern vielleicth sogar aus heimlicher Dankbarkeit, nicht mehr fuer andere mitarbeiten zu muessen.

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grommeck 02.09.2016, 18:19
8. Ganz einfach!

Charakter und Können. Dann geht's.

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Paul Panda 02.09.2016, 18:30
9. Eigene Erfahrung

Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung und rate zur Vorsicht: Als ich noch jünger war und weniger Lebenserfahrung besaß, wurde ein ehemaliger, vermeintlich netter und lustiger Team-Kumpel plötzlich mein Abteilungsleiter und hat sich von einem Tag zum anderen kommentarlos und ohne jegliche Erklärung von mir und anderen Kollegen fast schon erschreckend deutlich distanziert. Heute käme ich besser mit solch einer Situation zurecht, aber damals bin ich damit nicht klar gekommen - ich fühlte mich durch die Verhaltensänderung irgendwie brüskiert und habe versucht, den frisch gebackenen Chef durch Beibehaltung des gewohnten Umgangstons (und damit, was mir nicht so recht bewusst war, durch Missachtung seiner Autorität) aus der Reserve zu locken, was natürlich nicht sehr klug war und das Verhältnis zu meinem Vorgesetzten auf Jahre hin trübte, da sich dieser als, wie mir schien, sehr nachtragend entpuppte.

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