Forum: Karriere
Von Rechts wegen: Das Gewissen als taktische Waffe

Arbeit verweigern, weil die Religion es so will? Das geht nur auf eigene Gefahr. Denn ein Arbeitgeber darf seinem Mitarbeiter in solch einem Fall durchaus kündigen, schreibt Arbeitsrechtler Christof Kleinmann. Was er dabei zu beachten hat, zeigt das "Bierkastenurteil" des Bundesarbeitsgerichts.

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vantast64 02.06.2011, 10:18
1. Seine Aussage war auch logisch unzulässig

Woher sollte der Telefonist wissen, daß Jesus ihn lieb hat, selbst vorausgesetzt, daß Jesus existiert. Deswegen würde ich mich als Kunde über seine Anmaßung ärgern und dort nie mehr anrufen, wodurch ein Geschäftsnachteil gegeben wäre, den der Chef nicht tragen sollte.

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bismarck_utopia 02.06.2011, 10:31
2. Liebe und andere Dinge

"Das freut mich sehr, dass sie den Vertrag abschließen wollen. Wie? Sie wollen gar nicht? Jesus HASST SIE!!! Schönen Tag noch!!"

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Erz_Atheist 02.06.2011, 11:11
3. ...

Zitat von vantast64
Woher sollte der Telefonist wissen, daß Jesus ihn lieb hat, selbst vorausgesetzt, daß Jesus existiert. Deswegen würde ich mich als Kunde über seine Anmaßung ärgern und dort nie mehr anrufen, wodurch ein Geschäftsnachteil gegeben wäre, den der Chef nicht tragen sollte.
Wenn er seine Telefonate ausschliesslich mit Feinden Jesu führte, traf seine Grußformel durchaus zu. Denn die hatte der gute Jesus angeblich besonders lieb.
Naja... wie lieb kann man hier hören:
http://www.youtube.com/watch?v=OqMoGfNtVy4

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LeisureSuitLenny 02.06.2011, 12:38
4. Geschäftsschädigendes Verhalten

Wenn mich einer im geschäftlichen Gebrauch mit seiner Religion belästigen würde, hätte das Nachteile für den Betrieb.

Der Arbeitgeber muss so ein unprofessionelles Verhalten nicht dulden. Finde daher die Kündigung richtig.

Der Muslime in der Getränkeabteilung: ach herrje, jetzt werden sie schon arbeitsunfähig aus religiösen Gründen. Den Unfug sollte man auch aburteilen.

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fahrgast07 02.06.2011, 12:49
5. So lässt sich alles begründen

Die Frage ist halt: Was ist überhaupt Religion? Letztlich kann ich so alles begründen: Ich bin halt tiefgläubiger Diskordianer, und die verbieten Büroarbeitskräften nun mal das Arbeiten am Computer. Aber ein Trost für den Chef: Gut, dass ich kein Handwerker bin, da dürfte ich nämlich aus religiösen Gründen kein Werkzeug in die Hand nehmen...

Nein, solche Einschränkungen sollten nur wirksam sein, wenn der Arbeitnehmer sie schon beim Bewerbungsgespräch darlegt. Dann wäre klar, was wirklich religiöse Überzeugung ist - und was nur saudumme Ausrede.

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zabadac 02.06.2011, 14:01
6. laut gelacht

Zitat von sysop
Arbeit verweigern, weil die Religion es so will? Das geht nur auf eigene Gefahr. Denn ein Arbeitgeber darf seinem Mitarbeiter in solch einem Fall durchaus kündigen, schreibt Arbeitsrechtler Christof Kleinmann. Was er dabei zu beachten hat, zeigt das "Bierkastenurteil" des Bundesarbeitsgerichts.
gerade als ich den artikel im februar im flieger in der zeitung las beugte sich ein netter stewart mit einer schampusflasche zu mir um nachschlag anzubieten, mußte da dann doch lachen, denn der knabe war ein türkischer muselmane an bord der turkish airline.

auch auf dem airport istanbul gab es alkohol lang und breit, da wird der arme kläger also auch nicht arbeiten können......

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danubius 02.06.2011, 15:08
7. Bierkasten und Muselmane

Bei dem genannten Mitarbeiter moslemischen Glaubens fiel mir spontan die Rezitation von Heinz Erhard ein: "...es war einmal ein Muselmann..."
Verglichen mit der selbst erlebten Wahrheit mit Moslems in vielen Ländern ist dieser Sketch schon wieder als alkoholfrei zu sehen.

Nichts für ungut, der Hinweis auf seinen Glauben erscheint mir jedoch drastisch übertrieben zu sein - gerade auch unter dem Vorzeichen, dass er gemäß Berichterstattung vorher schon mal drei Jahre in derselben Getränkeabteilung gearbeitet hatte.

Aber was tut man nicht alles um in den gegenleistungsfreien Genuß von ALG zu kommen...

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max-mustermann 02.06.2011, 16:36
8. Vorschlag

wie wäre es wenn sich diese abergläubischen Menschen von vorne herein einen Arbeitsplatz suchen würden bei dem erst gar nicht die Gefahr besteht das es zu Konflikten kommt. Der muslimische Getränkemann könnte zB. eine Teestube aufmachen und unsere christliche Telefonistin könnte sich ja mal bei einer kirchlichen Einrichtung um eine Stelle bemühen. Aber das ist mal wieder typisch, jetzt soll der Arbeitgeber auch noch auf die Weltanschauungen von jedem einzelnen Mitarbeiter Rücksicht nehmen als ob er nicht schon genug mit den tausenden Vorschriften in Deutschland zu tun hätte. Vielleicht würde aber eine Klausel im Arbeitsvertrag helfen: Religion ist Privatsache und hat auf der Arbeit nichts verloren.

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ALG III 02.06.2011, 17:23
9. Damaskus

Die letzten beiden Beiträge (von danubius und max-mustermann) gehen am Problem vorbei. Es kann nämlich sein, dass ein Arbeitnehmer erst während des Arbeitsverhältnisses religiös wird bzw. zu seiner Religion zurückkehrt. Auf solche Bekehrungsereignisse muss der Arbeitgeber Rücksicht nehmen.

Jedwede Diskriminierung am Arbeitsplatz aus religiösen Gründen verstösst gegen Art. 3 Abs. 3 GG (Niemand darf wegen seines Glaubens bevorzugt oder benachteiligt werden).

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