Forum: Karriere
Von Rechts wegen: Rauswurf nach Uhrenvergleich

Gehört die Parkplatzsuche zur Arbeitszeit? Eindeutig nein, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Es billigte die Kündigung einer Angestellten, die fast eine halbe Stunde mehr aufgeschrieben hatte: Im Ernst kann niemand glauben, dass er seinem Chef per Stechuhr Geld abluchsen darf.

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caheid 20.09.2011, 03:21
40. ..

Zitat von Newspeak
Der Fall zeigt doch nur, wie kleinlich und beschränkt Arbeitgeber sind. Wenn es nämlich andersherum geht, .....
Ja, ich find auch Vertraege sind dazu da, nicht eingehalten zu werden, denn erst sowas garantiert ja, dass ein Arbeitgeber alleine die Risiken traegt, welches eine unkuendbare Abmachung so mit sich bringt. Wegen 28 Minuten Parkplatzsuche, oder einem Rachpaeuschen im Auto auf Firmenkosten soll sich doch keiner aergern. Schon gar nicht ein Kunde, denn die sind ja schliesslich selten und von denen haengt ja auch nichts ab. Gerade die sollen sich mal nicht so haben, wenn sie ein bisschen warten muessen und Spezies wie Newspeak stehen ja schliesslich zuallererst gerne geduldig z.B. in den Geschaeften rum, wenn ein Angestellter ein halbes Stuendchen laenger als vorgesehen einen Parklplatz suchen muss. Das kann ja mal jeden Tag ein bisschen passieren. Oder endlose Warteschleifen bei Telefonhotlines, das aergert ja auch keinen, schliesslich gehts ja nur um die intoleranten Arbeitgeber.

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DJ Doena 20.09.2011, 07:35
41. .

Zitat von WHO23
Wer in so einem Betrieb arbeitet, der muss auch mit so einer Pillepalle klar kommen, das ist doch Murks hoch 3. Da kann der Chef echt nicht alle Tassen im Schrank haben.
Also ich persönlich finde das eine eher tolerante Lösung.

Als Student hab ich mal in einer Firma mit Stechuhr gearbeitet, wenn man da um 7:04 ankam, dann war man erst 7:30 gekommen.


Wenn man aber 8h Arbeitszeit + Pause hat, der Kollege aber (abzüglich Pause) immer nur 7h da zu sein scheint, dann ist das irgendwann frustrierend.

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Tizzle 20.09.2011, 07:54
42. Titelschwindel

Zitat von sysop
Gehört die Parkplatzsuche zur Arbeitszeit? Eindeutig nein, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Es billigte die Kündigung einer Angestellten, die fast eine halbe Stunde mehr aufgeschrieben hatte: Im Ernst kann niemand glauben, dass er seinem Chef per Stechuhr Geld abluchsen darf.
Die Sache ist etwas lächerlich. Die Frau tut mir leid.
Speziell bei Sachbearbeiterinnen dürfte es doch ziemlich einfach sein das Ergebnis der Arbeit zu messen - und das ist das was zählt. Die Anwesenheitskultur, die vielerorts gepflegt wird ist überholt und kann nur zu Frust und Korinthenkackerei, wie schon so schön gesagt wurde, führen.
Selbst habe ich auch in einem Betrieb gejobbt, wo minutengenau abgerechnet wurde. Da freut man sich über jede Darmverstimmung, die legitimert mal ein paar Minuten auf dem Topf sitzen zu bleiben. Das Erledigen der Arbeit wird zurückgedrängt hinter die Kunst des Daseins..

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Jeff_Lebowski 20.09.2011, 09:28
43. Stechuhr hat nichts mit Unseriösitätzu tun

Zitat von Hamberliner
Bei einem seriösen Arbeitgeber gibt es keine Stechuhren. Ein Arbeitgeber, der Stechuhren oder ähnliches nötig hat, kann gar nicht seriös sein.
Ein solch pauschalisierte Aussage ist freilich Unfug:
Ich arbeite in einer (staatlichen) Universität - ein ziemlich seriöses Unternehmen wie ich doch meine. Und es gibt eine Stechuhr, was jeden (!) Mitarbeiter erfreut. Denn Stechuhren können auch durchaus zum Vorteil des Arbeitnehmers eingesetzt werden, z.B. indem wie bei uns damit ein sehr flexibles Arbeitszeitfenstermodell eingeführt wurde: Ich habe eine tägliche Sollzeit von 8.15 Std, kann aber auch Minimum 4 und Maximum 10 Std. arbeiten. Beginnen darf ich um 6.00 Uhr, kann aber auch mal erst um 11 oder gar 12 Uhr eintrödeln und nach 4 Std schon wieder gehen oder auch erst um 20 Uhr. Lästige Dokumentation meiner geleisteten Arbeitszeit oder Zweifel der Vorgesetzten entfallen, denn dafür gibt es ja die Stechuhr. Auch jede angesammelte Überstunde wird somit penibel erfasst und kann angesammelt und minutengenau später wieder abgebaut werden. Was ist an einem solchen Arbeitszeitmodell bitteschön unseriös?

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fuzzi-vom-dienst 20.09.2011, 09:38
44. Sonsts geht Ihnen aber noch gut?!

Zitat von lemidi
Sie haben es so gewollt, wenn Sie unbedingt die Äpfel und Birnen vergleichen möchten: Selbst wenn die Schwangere von ihrer Schwangerschaft weiß und diese somit in arglistiger Täuschungsabsicht verneint, ist ihre Lüge in Ordnung, weil die Einstellungsfrage schlicht unzulässig ist. Per Allgem. ......
Nicht alles, was "Recht" ist, ist auch "richtig" (Kennedy). Es ist sinnlos, mit Leuten wie Ihnen LOGISCH diskitieren zu wollen, aber vielleicht machen Sie sich auch mal Gedanken drüber, warum es in Deutschland immer weniger Leute gibt, die Lust darauf haben, Arbeitgeber zu sein.
Ihre Auffassung deckt sich zwar mit unsren ach so tollen Gesetzen, widerspricht aber jedem gesunden Menschenverstand - wie so viele Gesetze, die irgendwelche Lobbyisten gegen entsprechende Entscheidungserleichterungsbeihilfen (in der Schweiz kurz und bündig "Korruption" genannt) durchgedrückt haben. Aber der gesunde Menschenverstand bleibt in diesem Land ja sowieso seit Jahren auf der Strecke, was der BFH gerade mal wieder mit einem saaaagenhaften Mwst-Urteil bewiesen hat (siehe SPIEGEL-Bericht!).

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kfp 20.09.2011, 10:18
45. ...

Zitat von Jeff_Lebowski
Auch jede angesammelte Überstunde wird somit penibel erfasst und kann angesammelt und minutengenau später wieder abgebaut werden. Was ist an einem solchen Arbeitszeitmodell bitteschön unseriös?
Das Problem ist das "penibel" und "minutengenau". Arbeitszeit ist eben einfach nicht minutengenau, sondern es sollte inhaltlich ein gewisses Pensum erfüllt werden. Um dabei etwas Vergleichbarkeit einzuführen, kann man dabei natürlich sinnvoll Vorgaben wie ca. 8 Stunden pro Tag machen, aber die genauer als "Pi x Daumen" einhalten zu wollen (z.B. "heute habe ich ein Viertelstündchen länger Mittagspause gemacht, abends hat es eine halbe Stunde länger gedauert, die Unterlagen für die Besprechung morgen schnell noch fertig zu machen - also ok, geh ich eben morgen ein bisschen früher"), ist doch einfach nur kleinkarierte Zahlenschieberei.

Der eine braucht länger beim Pinkeln, der zweite hält gerne Schwätzchen mit dem Büronachbar, der dritte tagträumt stundenlang aus dem Fenster und der vierte postet schnell mal was im SPON-Forum. Der fünfte parkt auf der anderen Seite des Firmengeländes und macht jeden Morgen und Abend einen viertelstündigen Spaziergang quer durch die ganze Firma, weil er entdeckt hat, dass am Hintereingang zum Labor noch eine weitere Stechuhr hängt, die 10 Schritte näher vom dortigen Parkplatz hängt als die seiner eigenen Abteilung. Der böse sechste geht alle paar Stunden fix zwei Minuten raus, um eine zu rauchen - der soll aber bitte schön ausstempeln, so eine Frechheit, die Zigarettenpause auf Firmenkosten abzurechnen (ich bin selbst übrigens Nichtraucher, nur so nebenbei)!

Diese Erbsenzählerei ist doch einfach nur noch lächerlich, wird aber gerade durch solche "tollen" Zeiterfassungssysteme "inspiriert"... - Wo kommt da der Produktivitätsgewinn vor, wenn der Raucher nach seiner kurzen Pause wieder mit vollem Elan an die Sache geht, wenn der vom Büronachbarn beschwatzte Kollege gerade durch die Ablenkung von den "Bäumen" plötzlich "den Wald" sieht und in 5 Minuten eine Lösung für das Problem runterschreibt, an dem er seit Stunden tüftelt? Und ich frage mich auch, wieviel Arbeitszeit dabei drauf geht, dass die Angestellten ihre Zeittafeln kontrollieren, minutenweise analysieren und zu Tode optimieren... Und mit ihren Kollegen wiederholt ausführlichst durchdiskutieren, wo man noch hier oder da eine weitere Minute abknapsen kann...

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Vinetus 20.09.2011, 10:19
46. Stechuhren -Arbeitszeiterfassung

[Stechuhren können auch durchaus zum Vorteil des Arbeitnehmers eingesetzt werden, z.B. indem wie bei uns damit ein sehr flexibles Arbeitszeitfenstermodell eingeführt wurde]

Vgl. meinen Beitrag Nr. 6 zu diesem Thema: Ich habe über Jahre zuvor für die Einführung der Zeiterfassung auch für die leitenden Beamten / Angestellten des höheren Dienstes gekämpft, um aus der Grauzone der Verdächtigungen herauszukommen. Das, was uns dann aber als Regelungsmodus vorgesetzt wurde, war noch schlimmer, weil sich die von uns erbrachte Leistung daraufhin erst recht angeblich "objektiv in Nichts" auflöste !

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kfp 20.09.2011, 10:41
47. Gegen SPON-Zensur!

Zitat von Jeff_Lebowski
Auch jede angesammelte Überstunde wird somit penibel erfasst und kann angesammelt und minutengenau später wieder abgebaut werden. Was ist an einem solchen Arbeitszeitmodell bitteschön unseriös?
Das Problem ist das "penibel" und "minutengenau". Arbeitszeit ist eben einfach nicht minutengenau, sondern es sollte inhaltlich ein gewisses Pensum erfüllt werden. Um dabei etwas Vergleichbarkeit einzuführen, kann man dabei natürlich sinnvoll Vorgaben wie ca. 8 Stunden pro Tag machen, aber die genauer als "Pi x Daumen" einhalten zu wollen (z.B. "heute habe ich ein Viertelstündchen länger Mittagspause gemacht, abends hat es eine halbe Stunde länger gedauert, die Unterlagen für die Besprechung morgen schnell noch fertig zu machen - also ok, geh ich eben morgen ein bisschen früher"), ist doch einfach nur kleinkarierte Zahlenschieberei.

Der eine braucht länger beim Pinkeln, der zweite hält gerne Schwätzchen mit dem Büronachbar, der dritte tagträumt stundenlang aus dem Fenster und der vierte postet schnell mal was im SPON-Forum. Der fünfte parkt auf der anderen Seite des Firmengeländes und macht jeden Morgen und Abend einen viertelstündigen Spaziergang quer durch die ganze Firma, weil er entdeckt hat, dass am Hintereingang zum Labor noch eine weitere Stechuhr hängt, die 10 Schritte näher vom dortigen Parkplatz hängt als die seiner eigenen Abteilung. Der böse sechste geht alle paar Stunden fix zwei Minuten raus, um eine zu rauchen - der soll aber bitte schön ausstempeln, so eine Frechheit, die Zigarettenpause auf Firmenkosten abzurechnen (ich bin selbst übrigens Nichtraucher, nur so nebenbei)!

Diese Erbsenzählerei ist doch einfach nur noch lächerlich, wird aber gerade durch solche "tollen" Zeiterfassungssysteme "inspiriert"... - Wo kommt da der Produktivitätsgewinn vor, wenn der Raucher nach seiner kurzen Pause wieder mit vollem Elan an die Sache geht, wenn der vom Büronachbarn beschwatzte Kollege gerade durch die Ablenkung von den "Bäumen" plötzlich "den Wald" sieht und in 5 Minuten eine Lösung für das Problem runterschreibt, an dem er seit Stunden tüftelt? Und ich frage mich auch, wieviel Arbeitszeit dabei drauf geht, dass die Angestellten ihre Zeittafeln kontrollieren, minutenweise analysieren und zu Tode optimieren... Und mit ihren Kollegen wiederholt ausführlichst durchdiskutieren, wo man noch hier oder da eine weitere Minute abknapsen kann...

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lemidi 20.09.2011, 10:49
48. Danke der Nachfrage

Zitat von fuzzi-vom-dienst
Nicht alles, was "Recht" ist, ist auch "richtig" (Kennedy). Es ist sinnlos, mit Leuten wie Ihnen LOGISCH diskitieren zu wollen, aber vielleicht machen Sie sich auch mal Gedanken drüber, warum es in Deutschland immer weniger Leute gibt, die Lust darauf haben, Arbeitgeber zu sein. [...] .
Ja, es geht mir bestens. Schön, dass Sie meine Diskussionsfähigkeit so treffend beschreiben. Ich bedanke mich vorab dafür.

Wenn ich Ihrer "Argumentation" folgen darf, müssten also sämtliche AGG-Gesetze, Mutterschutz, Kündigungsschutz etc. gestrichen werden. Schließlich seien diese ja unlogisch, da irgendwelche Bevölkerungsgruppen geschützt würden und andere nicht. Wer jedoch werdende Mütter mit jungen Männern und Rollstuhlfahrer mit Ottonormalverbraucher gleichsetzt, hat den Sinn des Ganzen wohl noch nicht so ganz verstanden. Auf der einen Seite beschweren sich die Arbeitnehmer über überzogene Anforderungen und Ausbeutung - auf der anderen Seite Arbeitgeber, aber warum eigentlich genau? Rechtssprechung kann es nicht immer allen recht machen.

Inwiefern die Gerichtsurteile völlig anderer Gerichte (was hat der BFH mit Arbeitsrecht zu tun?) berechtigt sind, steht hier eigentlich nicht zur Diskussion. Mir scheint eher, dass Sie eine paranoiser Weise denken, dass generell alle Gerichtsurteile gegen den Arbeitgeber ausfallen. Wenn Sie solch eine selektive Wahrnehmung haben, können wir Ihnen aber in diesem Forum wenig helfen. Ich glaube häufiger wird geschrieben, dass der einfache Mensch leidet, nicht der Arbeitgeber.

Ich kenne übrigens genug Menschen mit eigenem Unternehmen, die mit den Gesetzen gut zurecht kommen und sich damit arrangieren, dass der Staat alle Menschen schützen möchte - sowie Hilfsbedürftige noch ein bisschen mehr.

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inci 20.09.2011, 11:32
49. oooo

Zitat von Politikum
Als angeblich spießiger, langweiliger und dummer Kollege, der sich von solchen Helden dauernd anhören muss, wie man als gewitzter Arbeitnehmer trickreich und "100% sicher" Arbeitszeitbetrug begehe, kann ich das Urteil nur mit äußerster Befriedigung aufnehmen.
als angeblich langweiliger und dummer kollege sind wo wohl sauer darüber, daß sie nicht mit den "helden" in der gleichen liga spielen dürfen.

soll heißen, wenn mal eine pause gemacht und gelacht und gescherzt wird, sind sie sicherlich nicht mit dabei.

mal abgesehen davon. kein mensch kann seine 7 oder 8 stunden, bis auf die 30 minuten pause "durcharbeiten". noch sind wir menschen und keine maschinen.

da lob' ich mir meinen chef. da zählt nicht nur das kaffeekochen zur arbeitszeit, sondern auch das gemeinsame kaffeetrinken..........

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