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Vorstellungsgespräch: Müssen Frauen es sagen, wenn sie schwanger sind?
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Manche Arbeitgeber wollen über Bewerber alles wissen - mehr als erlaubt. Ein Klassiker der unzulässigen Neugier sind Fragen wie "Wollen Sie Kinder haben?" und "Sind Sie schwanger?" Dann gilt die Lizenz zum Lügen.

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Meconopsis 19.11.2015, 09:14
20. Arbeitgeber und auch Kollegen sehen das möglicherweise anders

Eine neue Mitarbeiterin, die mir als Arbeitgeber ihre Schwangerschaft verschweigen würde, und die dann kurz nach ihrer mehrmonatigen Einarbeitung und kurz nach Ablauf der Probezeit ausfiele... hmm, also da wäre für mich das Vertrauensverhältnis vom ersten Tag an zerstört. Mittel und Wege, jemanden zu entlassen finden sich immer wieder. Die Lebensrealität sieht manchmal anders aus, als das Gesetz. Bei Konzernen kann frau sich das leisten, bei Kleinbetrieben, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten können, kommt das gar nicht gut an... weder beim Chef, noch bei den Kollegen. Und den Frauen nutzt es auch wenig. Denn dann werden halt Männer angestellt, oder Frauen Ü40. Zugeben wirds niemand, aber das ist die tägliche Praxis.

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tbl76 19.11.2015, 09:23
21.

Zitat von oidahund
Deswegen vereinbart man sinnvollerweise eine Probezeit, in dieser kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Die kann man auch bei einem befristeten Vertrag vereinbaren. Wobei ich es aus meiner Berufszeit so kenne, dass .....
Schwangere können niemals (auch nicht in der Probezeit) ohne Angaben von Gründen gelündigt werden! Das Gegenteil ist also richtig.

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Schwabbelbacke 19.11.2015, 09:30
22. So und nicht...

...anders!
Die Interessen des Arbeitgebers stehen dem über den der Arbeitnehmern!
Klingt Populistisch, trifft es aber wenn man die Lobby -Politik der letzten 25 Jahre in Deutschland sieht.
Auf unzulässigen Fragen sollte man Lügen,...auch wenn es um Schwangerschaften geht, eine Lebensplanung sollte immer über die Interessen von Arbeitgebern stehen!
Unzulässige Fragen sind nicht erlaubt.
Sowas zeigt auf, dass der derzeitige Raubkapitalismus vieler Unternehmen dem Arbeitnehmern nur die "Ersetzbarkeit" vom Humanen Kapitals im vordergrund steht, und viele kleinkriege (ja es herrscht Krieg in der Wirtschaft) zwischen den Parteien große Rückschritte in richtung Weimarer Republik zeigt!

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Diskutierender 19.11.2015, 09:30
23. Grund für Diskriminierung

Zitat von tbl76
Warum sollte es nicht in Ordnung sein sich Schwanger zu bewerben? Die Schwangere muss u.u. noch ca 7 bis 8 Monate arbeiten und Geld verdienen. Das Elterngeld bemisst sich ja auch nach dem Einkommen der letzten 12 Monate vor Geburt bzw Mutterschutz. Was wäre denn die Alternative? Arbeitslosigkeit? Hartz4? Genau wegen solchen Sichtweisen hat sich der Gesetzgeber eindeutig positioniert und die moralische Frage beantwortet.
Juristisch gesehen haben Sie Recht. Allerdings brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, dass die Arbeitgeber dann männliche Bewerber vorziehen, um genau solche Dinge bereits im Vorfeld zu verhindern.

Hier wird ganz klar durch die Gesetzgebung bestimmt, dass die Einstellung einer Frau für den Arbeitgeber in etlichen Fällen ein hohes Risiko darstellt.

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ansv 19.11.2015, 09:32
24. @tbl 76

Ja, die Mutter muss Geld verdienen - der Arbeitgeber allerdings auch. Und leider bewerben sich die Schwangeren nicht nur bei Großkonzernen, die das seufzend als Verlust abschreiben. Sie bewerben sich auch bei Mittelständlern, für die die Rechnung unter Umständen einfach nicht mehr aufgeht.

Es ist ein Unterschied ob ein kleines Unternehmen das Gehalt von einer oder von 2 Personen erwirtschaften muss. Bzw., wenn beide dann in Elternzeit bleiben, noch eine 3. Kraft einstellen muss.

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kumi-ori 19.11.2015, 09:43
25.

Die Bundesregierung möchte gern mehr Kinder, um die Bilanz der Sozialkassen wieder ins Lot zu bringen.

Aber wie es so ist, Schwangerschaften und frühkindliche Elternzeiten halten von der Erwerbsarbeit ab und produzieren somit Kosten.

Frohen Mutes beschließt daher die Bundesregierung, man könne doch mit den Folgekosten von Schwangerschaft und Erziehungszeit den Arbeitgeber betrauen. Ja, warum eigentlich nicht? Man hätte auch die Kosten dem Bäcker auferlegen können, oder dem Briefträger, aber der Staat hat sich eben für den Arbeitgeber entschieden.

In der Folge gibt es dann ein Wettrüsten der juristischen Tricks. Die Arbeitgeber verzichten darauf, Frauen einzustellen oder preisen die Fehlzeiten ein, indem sie Frauen ein niedrigeres Gehalt zahlen. Der Staat schießt zurück mit Diskriminierungsverboten und Frauenquoten.

Letzten Endes wäre es das Gescheiteste, der Staat würde die Kosten für die Fortpflanzung selbst übernehmen, dann würde auch die Diskriminierung enden.

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tbl76 19.11.2015, 09:45
26.

Zitat von ansv
Ja, die Mutter muss Geld verdienen - der Arbeitgeber allerdings auch. Und leider bewerben sich die Schwangeren nicht nur bei Großkonzernen, die das seufzend als Verlust abschreiben. Sie bewerben sich auch bei Mittelständlern, für die die Rechnung unter Umständen einfach nicht mehr aufgeht. Es ist ein Unterschied ob ein kleines Unternehmen das Gehalt von einer oder von 2 Personen erwirtschaften muss. Bzw., wenn beide dann in Elternzeit bleiben, noch eine 3. Kraft einstellen muss.
Wäre mir neu dass der Arbeitgeber Elterngeld bezahlt. Das bezahlt der Staat direkt. Selbst den Beitrag zum kurzen Mutterschutz kann sich der Arbeitgeber wieder rückerstatten lassen. Ihre Aussage ist also nicht richtig. Der Arbeitgeber hat keinen direkten finanziellen Nachteil. Außer vielleicht Kosten der Einarbeitung oder wenn er eine Stelle neu ausschreiben muss. Das dürften aber Peanuts sein im Verhältnis zu dem was sonst so alles an Geld in Betrieben sinnlos verbrannt wird.

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klausbaerbel 19.11.2015, 09:45
27. die meisten Unternehmen...

...sind Kleinunternehmen. Sich mit Unwahrheiten, die direkt das Einkommen des Chefs schmaelern oder vernichten, einen Arbeitsplatz zu erschleichen, ist Betrug. Die Beamten haben hier keine Ahnung vom echten Leben. Ist es zumutbar, dass in solch einem Falle der Kleinunternehmer seine eigene Miete/Zwangsrente/Krankenversicherung auch fuer seine Kinder nicht mehr zahlen kann? Wirklich? Diese Welt dreht grad hohl.

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McErich 19.11.2015, 09:47
28. Keine Kinder mehr?

Wenn ich mir anschaue, welche Gedanken hier geäußert werden, bin ich schlichtweg fassungslos.

@Straußenblatt: bei solch einer Argumentation und dem Bekenntnis, Frauen wegen der Gefahr des Schwangerwerdens nicht einzustellen, fehlen mir die Worte. Welch eine Freude wäre es mir, wenn solche Äußerungen bei einer Absage zu einer rechtlichen Auseinandersetzung führen. Da frage ich mich, ob Ihr Bild von Top-Arbeitnehmern aus der Grupper der Männer und Frauen jenseits der Menopause besteht?

Also sind Frauen schlechte Arbeitnehmer, weil sie schwanger werden können? Wenn Frauen nicht die Wahrheit bei einem Einstellungsgespräch sagen, ist dies nochmals mehr verwerflich?

Sind also Unternehmer kinderunfreundlich oder nur so lange kinderfreundlich, wie es nicht ind er eigenen Firma (oder dem eigenen Grundstück) passiert? Es ist also doch allgemein legitim, die Frage nach einem Kinderwunsch zu stellen?

Versuchen Sie sich spaßeshalber in die Lage einer jungen Frau zu versetzen, die arbeiten will. Obwohl nicht gestattet, fällt doch immer wieder die Frage nach einem Kinderwunsch, oder - falls man jenseits der 30 ist, kann man sich anhören, dass man sicher ja Kinder will. Das ist vielleicht nicht einmal Ihr Plan, aber weil Ihr potentieller Arbeitgeber dies vermutet, bekommen Sie den Job nicht. Vielleicht ist ein Kinderwunsch bis dato unfreiwillig unerfüllt? Zack - kommt die Absage mit doppelter Breitseite. In welchem Dilemma befinden sich also die jungen Frauen?

Und dann noch doie Diskussion über den nächsten Unfug des Jahrhunderts: "Social Freezing".

Wenn ich mir anschaue, welches Bild hier gezeichnet wird, und dass Schwangere unverzüglich aus dem Betrieb zu entfernen seien, als seien sie Verbrecherinnen, könnte ich schlichtweg kotzen.

Kinder, des Wurzels Übel...
Ich fasse es nicht, was für kurzsichtige Experten sich hier tummeln und einen Quatsch ablassen.

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KlausP22 19.11.2015, 09:51
29. Fazit? Keine Frau als Vertretung einstellen?

Als Fazit steht also da, dass man als Arbeitgeber es vermeiden sollte eine Frau als zeitbegrenzte Vertretung einzustellen, da man sonst ggf. auch für die Vertretung wieder eine Vertretung suchen muss und für die dann ggf. auch wieder usw.
Oder man sollte halt sehr unauffällig auf das Alter der Bewerberin schauen und halt nur über 50 jährige einstellen in der Hoffnung, dass es da nicht mehr zu Schwangerschaften kommt.

Oder wie?
Auf den Alterswunsch darf man bei der Stellenanzeige natürlich nicht hinweisen und diese "Voraussetzung" darf man auch niemals im Bewerbungsgespräch erwähnen, denn das wäre sonst ja eine Diskriminierung.

Als Arbeitgeber muss man ja eh schon aufpassen, dass man bei der Anzeige, dem Bewerbungsgespräch oder später bei einer Ablehnung der Bewerbung bloß nichts sagt oder schreibt das in irgendeiner Art und Weise als eine Diskriminierung ausgelegt werden könnte.

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