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Vorstoß der SPD: Warum es nichts bringt, grundlos befristete Verträge zu verbieten
DPA

Die SPD will Arbeitsverträge abschaffen, die ohne sachlichen Grund befristet sind. Viel sinnvoller wäre es, Arbeitgeber für jeden befristeten Vertrag mehr zahlen zu lassen, meint Arbeitsmarktforscher Joachim Möller.

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GSYBE 25.01.2018, 14:14
1. auch ein Ansatz...

Das ist auch ein Ansatz, aber nur die Arbeitslosenversicherung den AGs aufbrummen ist lächerlich wenig; zusätzlich noch mindestens 10% höherer Lohn, ähnlich wie bei Leiharbeit (wie in Frankreich).

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grabenkaempfer 25.01.2018, 14:15
2.

"Oft werden die Arbeitgeber dann auf Leiharbeiter ausweichen," mag ja sein, aber gerade in der Leiharbeitsbranche gibt es diese befristeten Verträge zu Hauf. Genau da würde das Gesetz am meisten ansetzen.

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Häußlerle 25.01.2018, 14:24
3. Entlarvende Logik

"Oft werden die Arbeitgeber dann auf Leiharbeiter ausweichen, freie Mitarbeiter beauftragen oder die vorhandenen Beschäftigten Überstunden machen lassen, statt jemanden einzustellen."

Weil Arbeitgeber, wenn sie nicht mehr die eigenen (befristeten) Leute ausnehmen können andere Arbeiter ausnehmen werden sollen sie die eigenen weiterhin grundlos befristen können? Wohl eher braucht es strenge Regeln für Leiharbeit und Co, damit die Beschäftigten endlich nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden können.

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smartphone 25.01.2018, 14:29
4. Leih und befristet abschaffen

Im Grunde können darüber nur die befinden , die von sowas betroffen sind. Diese Methodiken sind in praxi der perfekte Karrierekiller . Grund : die HRs wollen nach wie vor bruchfreie Lebensläufe sehen --- und das korreliert überhaupt nicht mit solchen Methoden . Bei mir hat das gereicht letztlich komplett aus etwas wie Familie(ngründung) zu verabschieden ... Schauen sie sich heute mal an wie manch Weltfirma agiert . Einstellung nur per Befristung ( 6-12 Monate ) mit evtl Übernahme . und wenn wg Konjunktur etc keine, dürfen sie sich erst 2 Jahre später wiede bewerben. Wenn das der Hauptarbeitgeber der Region ist denkt bei z Zt "bester Arebitsmarktsituation" dennoch 1/3 der Jugend die Region zu verlassen .... Die sog Wirtschaft agiert also regional udn damit staatsschädigend ..... Ökonomie ist in dieser Form verachtenswert und Protagonisten sind um es krass zu sagen mundtot zu machen . WO bleibt die fette Lawine in Davos ?

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be_winkler 25.01.2018, 14:29
5. Es muss generell umgesteuert werden....

weitere Manipulationen am Verhältnis Arbeitgeber/Arbeitnehmer sind nicht zielführend. Schon jetzt ist überhaupt nicht mehr einsehbar, warum nur Arbeitgeber der Reparaturbetrieb einer vollkommen verfehlten Politik sein sollen, die auf Basis Bismarck'scher Erfahrung und Gesetzgebung gemacht wurde, basierend auf Annahmen, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr zutreffen. Die Digitalisierung der Wirtschaft wird weite Teile der Bevölkerung "arbeitslos" machen, die dann nicht mehr länger in der "Beschäftigungsgesellschaft Staat" als nichtstuende Beamte und öffentlich Bedienstete rumsitzen können, oder in Krankenkassen, Versicherungen oder Sendeanstalten des öffentlichen Rechts sinnfreie und unproduktive Arbeiten verrichten können.

Wir benötigen eine komplett neue Architektur des Sozialstaates, die wahrscheinlich deutlich differenzierter und komplizierter sein wird, als die Auszahlung eines neuerlich diskutierten einheitlichen Grundgehalts. Daran sollte geforscht und gearbeitet werden.....

Die kommende Massenarbeitslosigkeit is absehbar, da werden auch unbefristete Verträge keine Sicherheit für Arbeitnehmer darstellen.

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halle/saale-40 25.01.2018, 14:31
6. Die Argumentationen gegen erhöhte AG-Beiträge zur Alo-Versicherung...

...wären die Gleichen wie die zur Umgehung des Wegfalles der sachgrundlosen Befristungen. Wenn die Arbeitgeber für sachgrundlos Befristete höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen müssten, würden sie auch "auf Leiharbeiter ausweichen, freie Mitarbeiter beauftragen oder die vorhandenen Beschäftigten Überstunden machen lassen". Deswegen zieht das mal garnicht als Argument. Das Argument "vergleichsweise strengen Kündigungsschutz" zieht ebenso wenig. Natürlich sind grundsätzlich betriebsbedingte Kündigungen möglich, ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl nach der Sozialauswahl. In dieser würden dann als erstes die zuletzt eingestellten und jungen ungebundenen Beschäftigten gehen müssen. Man wird sie also auch ohne sachgrundlose Befristungen bei abflachender Auftragslage wieder los. Ich glaube, jeder sollte einmal den Umstand einer sachgrundlosen Befristung mitmachen und dann vor allem den Zeitpunkt, wo es darum geht, ob eine weitere Befristung erfolgt oder nicht. Oder dass Druck ausgeübt wird ala "mach jetzt dies und das so, Du weißt, übernächsten Monat wird über Weiterbefristungen entschieden". Diese psychische Belastung wünsche ich jedem nur einmal, der über dieses Thema so redet. Mich selbst hat es zum Glück nie getroffen. Aber ich habe hautnah mitbekommen, wie es Mitarbeitern in dieser Situation geht, da sie mir gegenüber am Schreibtisch saßen.

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mgerhard 25.01.2018, 14:33
7. Befristete Projekte und Mittel ...

Ein großes Problem an Universitäten als im öffentlichen Bereich selbst sind Projekte und deren Finanzierung. Projektmittel sind befristet und nur für die Dauer des Projekts stehen Mittel für eine Beschäftigung zur Verfügung. Daher sind die Verträge immer befristet. Leider ist die Drittmittel- und Projektvergabe in der Praxis oft so, dass Beschäftigte nach Auslaufen des Vertrages über ein Folgeprojekt oder in einem anderen Projekt eine Folgebeschäftigung finden.
Hier müßte sich die Öffentliche Hand ein anderes Konzept überlegen, z.B. einen Beschäftigtenpool, in dem ein Teil der Projektmittel einfließen und aus dem unbefristete Verträge finanziert werden könnten.

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axelnrw 25.01.2018, 14:34
8. Forschung & Lehre nicht vergessen

Das Trauerspiel in Forschung und Lehre an Unis und Forschungsinstituten und des dortigen Missbrauchs der befristeten Verträge sollte auch darunter fallen. Da sich der Staat aber ins eigene Fleisch schneiden würde, wird dies wohl genau dort zu einer Ausnahme führen.

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sapiens-1 25.01.2018, 14:45
9. Wenn es möglich wäre...

....diesen Vorschlag in eine rechtssichere Form zu gießen, wäre das zu überdenken. Aber hat das beim Verbot der Kettenverträge geklappt? Nein! Und die Lobbyarbeiter werden auch diesmal irgendwelche Gummiformulierungen reinverhandeln, die dann willfährige Sozial-,Arbeits- und Verwaltungsrichter so interpretieren, daß es weiterhin anlaßlose Befristungen gibt.
Von daher: ES führt kein Weg daran vorbei solche Befristungen grundsätzlich zu verbieten.

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