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Wegen Überstunden: Lehrer klagen gegen Niedersachsen
dpa

Sie sollen 40 Stunden pro Woche arbeiten - in der Realität sind es aber bis zu 70: Grundschullehrer und -Leiter aus Niedersachsen ziehen deshalb nun vor Gericht. Ihre Kollegen von Gymnasien könnten folgen.

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valgus.hallux 22.09.2017, 08:42
20. Sie können

Zitat von ArRah
Und das kommt dabei heraus wenn man Lehrern keinen Respekt für ihre Arbeit zollt. Solche vollkommen ungeeigneten Individuen üben dann diesen wichtigen Beruf aus. Beste Grüße aus Bayern, Herr Höcke.
anscheinend nur beleidigen. Der Himmel schütze uns vor solchen unsachlichen Individuen.
Was sagen Sie eine Schüler- wirklich passiert-, der auf die bitte einer Lehrerin, die den Arm voller Bücher hat, ihr doch mal die Tür zu öffnen sagt: haben Sie was gegen Ausländer?

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Bechamel 22.09.2017, 08:42
21. 20 Stunden??

Als Schulleiter einer weiterführenden Schule ist mir _sicher_ noch kein einziges Gutachten untergekommen, an dem ein Grundschullehrer (m/w) 20 Stunden gearbeitet hat - auch nicht im Bereich Inklusion.
An alle Nicht-Lehrer: Unterricht muss für jede Lerngruppe neu vorbereitet werden und die Vorbereitung besteht nicht nur im Erstellen eines Arbeitsblattes. Mit den Stunden von vor 30 Jahren würde heute die Hälfte der Kinder stumpf scheitern. In der Realität heute spricht ein Drittel der Kinder kein Deutsch oder zumindest nicht adäquat, 4 Kinder sind lernbehindert und werden inklusiv beschult, 2 sind derart verhaltensauffällig, dass der Unterricht mit diesen Kindern nicht geordnet durchgeführt werden kann. Man freut sich über jedes angepasste Kind, Neugier, Lerneifer usw. sind da schon zweitrangig.
Erziehung heute beginnt leider zum Teil erst in der Grundschule.

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bernhard.geisser 22.09.2017, 08:42
22. Ab in die Schweiz

Seit in der Schweiz die Lehrerinnen und Lehrer in Hochdeutscher Sprache unterrichten, sind Deutsche Leherinnen und Lehrer sehr willkommen. Dank der Personenfreizügigkeit kann Deutschland problemlos Lehrer mit Deutschkenntnissen aus Polen, Tschechien etc abwerben. Wer diese dann ersetzt kann ich nicht sagen, aber diese Staaten sollen jetzt zuerst mal Flüchtlinge aufnehmen und dann passt das schon.

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leserin8383 22.09.2017, 08:46
23. Lehrer arbeiten viel

Ich bin selbst Lehrerin von zwei korrekturintensiven Fächern und ich habe zu Beginn meiner Lehrerlaufbahn auch 70 Stunden gearbeitet. Jetzt ist es besser geworden, aber es bleibt viel Arbeit. Vor allem, wenn Korrekturen anfallen, sind die Wochenenden in der Regel weg. Lehrer sein ist nicht so einfach, wie die Leute glauben. Dazu kommt, dass der Umgang mit Schülern absolut bereichernd sein kann, wenn alles gut läuft, aber auch an die Substanz gehen kann, wenn es nicht läuft. Wo es Menschen gibt, da menschelt es. Dass Schüler nicht mehr zwingend Geige spielen und still sitzen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Der Umgang auch mit problematischen, frechen und/ oder verhaltensgestörten Kids ist sehr fordernd. Da muss man mit Inklusion noch gar nicht beginnen. Der Lehrerjob ist eben nicht vergleichbar mit einem Bürojob und sechs "Auftritte" vor 30 pubertierenden Teenagern pro Tag sind eben keine vor dem Computer mit Kaffee und Kollegentratsch verbrachten Arbeitsstunden. Die Ferien sind tatsächlich großartig, sind aber, wenn man es aufrechnet nur die Überstundenkompensation für die gearbeiteten Sonntage. Wer dennoch findet, die Lehrer hätten leichte Arbeit und zu viel frei, kann gerne selbst Lehrer werden. Die meisten Bundesländer suchen händeringend und es gibt Programme zum Seiteneinstieg von Menschen mit relevanter beruflicher Erfahrung. Dann sprechen wir weiter - auf der Basis Ihrer Erfahrung.

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uban1 22.09.2017, 08:48
24. Diffenrenzierung

Als Vater von schulpflichtigen Kindern kann ich bzgl Unterichtsausfall (da Lehrer auf Fortbildung und ähnlichen Veranstaltungen sind die sie während der vielen 'unterrichtsfreien' Zeit natürlich nicht machen können) und veralteten Übungsblättern sehr gut mit reden.
In Fächern wie Mathe, Physik usw ist die Unterrichtsvorbereitung als auch das Koorigen der Klausuren wirklich nicht zeitaufwendig zu den 'Laberfächer' wie Deutsch, Geschichte usw wo sehr viel Prosa zu lesen ist (was natürlich sehr zeitaufwendig ist und wo die gerechte Notengebung nicht so einfach ist wie in den klaren logischen Fächern).

Es ist aber ein politisches Problem wenn die Ministerien nicht genügend Lehrer einstellen oder angestellte Lehrer nicht gleich bezahlen (hier hört man zufällig? sehr sehr wenig von den Gleichberechtigungsbeauftragten, der SPD die ja so plakativ gleichen Lohn (wohl nur fpr Frauen) fordern und den Gewerkschaften) . Da sind alle Parteien gleich. Vor der Wahl viel versprechen, aber nach der Wahl sehr wenig einhalten.

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m.ecker 22.09.2017, 08:48
25. m.ecker

20 Std. für ein Gutachten? Ein Lehrer, der seine Schüler kennt, sollte das jederzeit präsent haben. Wie will er auf seine Schüler individuell eingehen, wenn er erst 20 Std überlegen muss aud welchem Stand das jeweilige Kind ist.
Man sollte sich vorher überlegen welches Zeugnis man sich mit seinen Klagen selber ausstellt

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Leser161 22.09.2017, 08:54
26. Erklärungsbedürftig

Die Zahlen sind in der Tat nicht ganz schlüssig. Wenn der Beispiellehrer um 07:30 anfängt und um 17:00 Uhr aufhört, dann sind das inkl. Mittagspause 9 Stunden, was eine 45 Stundenwoche ergäbe. Wie und in welchem Umfang die zusätzlich erwähnte Unterrichtsvorbereitung notwendig ist kann ich nicht einschätzen. Auch sollte man die Ferien der Lehrer mit einrechnen, so sie denn wirklich arbeitsfrei und bezahlt sind.

Trotzdem sehe ich das Problem. Wenn heutzutage zusätzliche Arbeiten notwendig, wie Gutachten (wobei ich nicht einschätzen kann warum da 20 Stunden notwendig sind), dann erhöht das die Arbeitsbelastung.

Eine einfache Lösung wäre es, wenn Lehrer wie viele andere auch feste Arbeitszeiten hätten in denen sie alles erledigen müssen. So würde eine übertriebene Arbeitsbelastung transparent gemacht werden.

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rbn123 22.09.2017, 08:55
27. @uban1

Das Problem liegt daran, dass die Schulen nichtmal 100% Unterrichtsversorung haben. Krankheit und Zeiten für Fortbildungen sind nicht einkalkuliert. Das Fortbildungen nur in den Ferien stattfinden sollen, ist ein Märchen. Dieses Argument kommt meist nur von Stammtischleuten die gar keine Ahnung haben. Fortbildungseinrichtungen müssen ganzjährig ausgelastet sein, denn dort arbeiten auch ganz normale Menschen. Fortbildungen finden sehr wohl in den Ferien statt, aber man kann rein faktisch nicht alle Lehrer in den Ferien zur Fortbildung schicken. Ihre Ausdrucksweise is im Übrigen herabwürdigend.

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nabels 22.09.2017, 08:57
28.

Zitat von uweee85
Ein 61jähriger lehrer muss noch unterricht vorbereiten...? .kommt mal in der realität an!
Sicherlich kann ein erfahrener Lehrer Unterricht ohne Vorbereitung abhalten. Nur ist das dann eben schlechter Unterricht und dann heißt es wieder "die faulen Lehrer".

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Paddel2 22.09.2017, 09:00
29. Lehrer aufgepasst

Lehrer können es sich bequem machen: sie sind faktisch unkündbar und das Gehalt ist nicht an Leistungen gekoppelt. Ich würde unter solchen Bedingungen keine Zeit mehr in die Unterrichtsvorbereitung stecken. Um das durchzuziehen braucht man natürlich Mumm und fachliches Selbstbewusstsein, woran es vielen Lehrern leider mangelt. Die vielen Kommentare hier gegen Lehrer halte ich für arrogant und von Unwissenheit getrieben. Die Arbeitsbelastung ist schließlich wissenschaftlich belegt, wie im Artikel beschrieben.

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