Forum: Karriere
Werberin über zwölf Jahre Sexismus im Job: "Knöpf mal ein bisschen die Bluse auf"

Die Grafikerin Ashley Winkler hat in ihrem Leben oft Sexismus erlebt. In einem langen Twitter-Thread verschaffte die Österreicherin sich Luft. Dafür bekam sie viel Zuspruch - und Penisbilder.

Seite 3 von 9
Marlo 06.12.2017, 20:38
20. Komplizierte Debatte

Die geschilderten Aktionen sind in keiner Weise zu entschuldigen. Man muss nur aufpassen,dass man die Frauen nicht komplett freispricht. Noch immer bevorzugen viele Frauen einen Mann,der mehr Geld verdient als sie selbst. Zeitgleich wollen sie selbst Karriere machen und viel verdienen. Mit 30-35 sollte das Kind her und der Mann entweder als Verdiener herhalten oder komplett zu Hause bleiben. Das finden die meisten dann aber nicht so sexy und wollen den Macher zurück. Die Rollen verschwimmen hier. Was wollen die Frauen? Und warum überlassen die Frauen sämtliche Annäherungen den Männern? Warum nicht selbst auf einen Mann zugehen,den man toll findet? Bestimmte Modelle manifestieren sich in den Köpfen und man wird sie schwer los. Im Berufsleben gibt es genug Frauen,die ihren Körper gezielt nutzen,um aufzusteigen. Ich verstehe zudem nicht,warum die Frauen sich über Komplimente aufregen? Wo sind die Grenzen? Was ist ein Kompliment und was ist zu viel und vor allem warum? Man muss sich mal die Fotos auf Tinder anschauen. Angeblich wird eine Beziehung gesucht, aber die Bilder sind meistens relativ freizügig. Viele Frauen tragen selbst dazu bei,dass sich gewisse Rollenbilder manifestieren. Jeder Gentleman sollte natürlich wissen,wie weit er gehen kann ,aber das darf man nicht von jedem Mann erwarten. Es muss ein beidseitiges Entgegenkommen stattfinden. Man wird Sexismus aber niemals abstellen können

Beitrag melden
rolfjae 06.12.2017, 20:46
21. Heiliger Bimbam!

Man mag sich nicht vorstellen, was da berichtet wird. In 45 Arbeitsjahren bin ich einer Menge Dummschwätzern begegnet, aber solche Sprüche wie hier geschildert, und solche Handlungen, sind mir nur seltenst bei einem Kollegen begegnet und auch von Kolleginnen ansonsten nicht berichtet worden.
Als Erklärung in Frage kommen großes Pech , große Umfeldprobleme, branchenspezifische Unsitten oder trügerisches Gedächtnis. Jedenfalls eine interessante und bedenkenswerte Geschichte. Wenn's wahr ist, dann haben der Arbeitgeber, Kolleginnen und Kollegen versagt, und die Berichterstatterin hat durch langes Schweigen andere Frauen wömöglich - leider - vergleichbaren Situationen ausgesetzt. Verständlich, aber doch nicht gut.
Bewiesen ist allerdings nichts, und dass Sexismus ein Problem darstellt (das gesellschaftlich angegangen werden muss), ist bereits bekannt. Die interessante Frage, was denn das Ziel der Debatte sein soll, ist einstweilen nicht formuliert, geschweige denn beantwortet.
Weiter geht's, ´jedenfalls!

Beitrag melden
Actionscript 06.12.2017, 20:53
22. Interessante Kommentare

Viele Kommentare sind typisch für diese Diskussion. Entweder wird der Wahrheitsgehalt angezweifelt, die Situation heruntergespielt oder das sexistische Verhalten wird entschuldigt, weil es Männern ja auch passieren kann.

Ich selber habe eine Situation erlebt, wo ich zusammen mit einer gleichgestellten Arbeitskollegin einem Kollegen aus einer anderen Abteilung vorgestellt wurde. Der Kollege hat mich mit Handschlag begrüsst und hat meine Kollegin übergangen. Es kann so krass sein.

Beitrag melden
les2005 06.12.2017, 21:04
23. Vielleicht weil man ein Mann ist

Zitat von el-loco
Jeder hier ist entsetzt und verwundert, was der guten Frau so alles zugestoßen ist. Und warum? Weil man es kaum glauben mag, was man da liest. Und warum? Weil man so etwas - wenn überhaupt - niemals in dieser Dichte und Heftigkeit selbst erlebt oder getan hat. Wenn dem aber so ist, warum hinterfragt hier nicht ein Einziger den Wahrheitsgehalt der „Schilderungen“? Hat die Dame einfach nur riesiges Pech gehabt, immer und immer wieder an solche Vollpfosten zu geraten, wie sie unsereins in einem ganzen Leben nicht ein einziges Mal über den Weg gelaufen sind oder wollte sie einfach nur mal … na ja, egal, ich frag ja nur.
Ich vermute mal, Sie sind ein Mann (ich auch), da widerfährt einem das erstens nicht selbst, und zweitens muß man jetzt nicht so sehr lange überlegen, um sich an Situationen zu erinnern wo man selbst oder andere Männer sexistische Bemerkungen gemacht hat, die man seinerzeit allerdings wahnsinnig witzig fand (oder nicht beachtete/als solche wahrnahm).
Was auch dem größten Hinterwäldler in den letzten paar Jahren aufgefallen sein sollte, ist die absolut gewaltige Resonanz, die Aktionen wie #Aufschrei oder eben jetzt #metoo fanden. So viele Frauen meldeten sich, denen ähnliches widerfahren ist. Sehr viel mehr hatten sicher nicht den Mut oder die Lust, sich zu offenbaren. Auch wenn man Interviews mit Frauen zum Thema liest, ist der Tenor fast durchgängig daß Situationen wie die geschilderten durch und durch alltäglich sind.

Um auf Ihre Frage/Andeutung zurückzukommen: Nein, diese Frau hatte nicht dieses wahnsinnige Pech - sie hatte einfach im Gegensatz zu Anderen den Mut, über etwas zu sprechen was leider ganz 'normal' ist. Obwohl ihr sicherlich bewußt war, daß es eine Flut von Kommentaren wie Ihren geben würde, die entlarvend sind und nur unter die Gürtellinie gehen.

Beitrag melden
zzipfel 06.12.2017, 21:11
24. Wenn die Putzfrau aufgefordert wird, die Toiletten sauber zu machen ..

Zitat von Actionscript
Seit wann ist es sexistisches Denken, wenn man gefragt wird, eine Glühbirne auszutauschen oder eine Schraube anzuziehen. Vielleicht sprechen sie ja auch von zu Hause ;) Es geht hier doch darum, dass Frauen bei der Arbeit als Sexobjekte zur Befriedigung einiger Männer ausgenutzt werden. Dabei nutzt ein Vorgesetzter seine Position als Chef aus oder ein dümmlicher Arbeitskollege seine Macho Art. Und Toiletten sauber machen ist nun wirklich nicht vergleichbar mit Auswechseln einer Glühbirne.
ist das scohn schlimm: eigentlich müßte die das selber erkennen. Ebenso wie der Hausmeister das mit den Leuchtkörpern. Und ebenso wenns ein Putzmann wäre: Hängt von ab welchen Beruf man ergreift und das ist immer noch weitgehend von der eigenen Entscheidung und Anstrengung abhängig.

Beitrag melden
Sensør 06.12.2017, 21:16
25. Werbeagenturen ...

In Werbeagenturen wird eigentlich jeder plattgemacht, der nicht selber andere Menschen ständig beleidigt. Ich bin männlich, Grafiker, und habe mir nach der Ausbildung die Szene drei Jahre angetan, um mich hinterher in einer anderen Branche wieder davon zu erholen.
Respekt vor Frau Winkler und ihrem dicken Fell, wenn sie aber glaubt, es wäre überall so, tut sie mir doppelt Leid.

Beitrag melden
whocaresbutyou 06.12.2017, 21:25
26. gelebte Gleichberechtigung... PayBack

Wer sich als Opfer empfindet, wird als Opfer behandelt.
Was Menschen (im Job) zu Opfern macht, ist (vor allem) deren Opferbereitschaft.

Nein, das ist nicht schön... das ist auch nicht mal ansatzweise akzeptabel... aber es ist so. Und daran werden auch Millionen #ich-auch--opfer-posts nicht das geringste ändern.

Ja, aber... warum tun die denn sowas??
Weil sie es können.
Und weil sie damit durchkommen.

Männer mögen in der Regel körperlich überlegen sein, geistig sind sie es in der Regel nicht. Und körperliche Überlegenheit ist im Büro völlig wertlos, wenn der Gegenüber geistig anwesend. Aber Frauen setzen nun mal nicht auf Imponiergehabe und Brustgetrommel, sondern ziehen sich eher zurück. Die Evolution hat mit Büros leider einfach nicht gerechnet...

Dabei gehört in der Regel nicht wirklich viel dazu, geistige Tiefflieger vor den Kollegen mit einem lächelnd servierten Konter abzustrafen, denn auch die meisten Männer freuen sich über eine freche, weibliche Schnauze deutlich mehr, als über einen großmäuligen Kollegen, der seine Späße auf Kosten anderer macht.
Spätestens, wenn sich ein paar Frauen zusammen tun und den Spieß umdrehen, ist da schnell hängen im Schacht... aber dazu müsste man natürlich aus der Defensive in die offensive gehen...

Mitleid bekommt man geschenkt, alles andere muss man sich verdienen.

Beitrag melden
MtSchiara 06.12.2017, 21:36
27. Gleichberechtigung ist in Deutschland zu 105% umgesetzt

Zitat von Ashley Winkler
Wir brauchen Gleichberechtigung. Wir müssen sie so lange fordern, bis es sie wirklich gibt. Es muss sich viel stärker ein Verständnis dafür bilden, was in Ordnung ist und was nicht.
Frau Winkler verwendet hier falsche Begrifflichkeiten. Bei dem Begriff GleichbeRECHTigung geht es, wie der Begriff schon sagt, um Gesetze und ihre Auslegung. Gleichberechtigung liegt dann vor, wenn die Gesetze keinen Unterschied machen zwischen Mann und Frau, und die Gerichte in Ihrer Auslegung beide gleich behandeln. Tatsächlich gelten fast alle Gesetze für Männer und Frauen gleich, und bei den wenigen Ausnahmen sind Frauen bevorteilt. Und auch bei Gerichten gibt es keine systematische Benachteiligung von Frauen in der Rechtsauslegung, sondern auch hier werden die Geschlechter relativ gleich behandelt - wenn nicht sogar Frauen leicht bevorzugt. Damit ist das Thema Gleichberechtigung in Deutschland abgeschlossen. Wir leben in einer gleichberechtigten Gesellschaft.

Die Unterschiede in Lebens- und Entfaltungsmöglichkeiten, die sich Menschen trotzdem bieten, sind nicht in Rechtsunterschieden begründet, sondern haben andere Ursachen. Es mag Gründe geben, die Gesellschaft auch an anderer Stelle zu verändern - nur es geht da nicht um Gleichberechtigung.

Einer der Gründe, warum Frauen immer wieder fälschlich auf das Wort "Gleichberechtigung" zurückgreifen, hängt nach meiner Meinung damit zusammen, das das Thema Gleichberechtigung relativ objektiv ist: bei Gesetzen kann man relativ OBJEKTIV feststellen, ob sie für alle gleich sind oder nicht. Die anderen Bereiche, in denen es um das Geschlechterverhältnis geht, sind viel subjektiver und es geht viel stärker um persönliche Meinungen und Interessen. Manche Frauen verwenden hier das Wort Gleichberechtigung nicht ganz grundlos, sondern um die eher subjektiven Sachverhalte objektiver erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind.

Beitrag melden
der_weisse_wal 06.12.2017, 21:39
28.

Zitat von d45gts
Klar, es sind widerliche Beispiele dabei, aber "Bei manchen Meetings zählt die Stimme einer Frau weniger. Wenn sie technische Dinge erklärt, traut man ihr nicht. Wenn ein Mann anschließend das gleiche sagt, glaubt man ihm sofort. " Auch ein Mann muss sich Anerkennung erarbeiten. Auch hier werden Blender oft erkannt und nicht ernst genommen. Und ich kenne auch viele Frauen die Kompetent sind und sehr ernst genommen werden.
Wie viele? Zwei? Ich bin sicher, es gibt mehr Frauen, die kompetent sind und nicht ernst genommen werden, als Blender die entlarvt werden. Sonst wären mir nicht so viele Blender über den Weg gelaufen. Wir Männer haben es meistens sehr einfach uns Anerkennung zu erarbeiten. Meist reicht es, einfach ein Mann zu sein. Das kenne ich aus meiner eigenen Berufserfahrung. Man ist automatisch "in charge", obwohl da Frauen sind, die den Job seit über 10 Jahren machen und den Laden am laufen halten. Und lieber wird ein Hilfsarbeiter nach 2 Monaten zum Abteilungsleiter gemacht, statt eine Frau zu befördern. So sieht die wirkliche Welt aus.
In Österreich ist es noch schlimmer. Auch das kann ich aus Erfahrung sagen.

Beitrag melden
Heliumatmer 06.12.2017, 21:42
29. Auch entsetzt

Ich bin entsetzt über @el-loco. Wie kann man nur sich und seine Erfahrungen zur Leitlinie machen? Ich bin noch nie ermordet worden und doch gibt es Morde. Ich bin noch nie auf der Autobahn geblitzt worden und doch gibt es dort jede Menge Raser. Der Herr mit der geistig-moralischen Wende (für die Jüngeren: Es war Helmut Kohl) hat den größten Skandal in der Geschichte der CDU verursacht; keiner hats geahnt. Selbst in der Vorzeigeschule Odenwaldschule gabs Missbrauchsfälle und bei Priestern sowieso, und keiner hats gewusst oder geahnt. Was machen Kinder, wenn sie nicht gesehen werden wollen? Die eigenen Augen zu!

Beitrag melden
Seite 3 von 9
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!