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Werberin über zwölf Jahre Sexismus im Job: "Knöpf mal ein bisschen die Bluse auf"

Die Grafikerin Ashley Winkler hat in ihrem Leben oft Sexismus erlebt. In einem langen Twitter-Thread verschaffte die Österreicherin sich Luft. Dafür bekam sie viel Zuspruch - und Penisbilder.

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der_weisse_wal 06.12.2017, 21:44
30.

Zitat von krypton8310
Klar, anfassen geht gar nicht, einverstanden. Aber dumme Sprüche? Was wäre der guten Frau denn lieber? Würde sie gerne ignoriert werden? Als hässliches Entlein behandelt werden? Etwas davon passiert fast jedem und ich bezweifle, dass ihr das lieber wäre. Mutter Natur hat ihr offenbar ein hübsches Äußeres geschenkt, sie sollte glücklich darüber sein. Jeder lebt halt in seiner eigenen Bubble und hat immer was auszusetzen. Wenn ich als Mann wählen könnte von Frauen total ignoriert zu werden oder in der von Frau Winkler beschriebenen Weise angemacht zu werden (ohne Anfassen, wie gesagt), dann würde ich die Anmache wählen. Jeder hat halt sein Päckchen zu tragen, manche halten ihres für besonders schwer...
Genau, soll sie sich gefälligst geehrt fühlen, dass sie belästigt wird. Jeder notgeile Blick ist ein Kompliment. Und jeder Klaps auf den Po ein Ritterschlag.
Für solche Exemplare wie Sie müssen wir anderen Männer uns jeden Tag zu Tode schämen.

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krypton8310 06.12.2017, 21:58
31.

Zitat von der_weisse_wal
Genau, soll sie sich gefälligst geehrt fühlen, dass sie belästigt wird. Jeder notgeile Blick ist ein Kompliment. Und jeder Klaps auf den Po ein Ritterschlag. Für solche Exemplare wie Sie müssen wir anderen Männer uns jeden Tag zu Tode schämen.
Ja, aufgrund Attraktivität verbal angemacht zu werden ist m.E. ein Luxusproblem von Leuten, die sich sonst keine richtigen Probleme vorstellen könen. Wenn Sie sich aufgrund dieser Ansicht gerne schämen, nur zu!

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jokl 06.12.2017, 21:59
32. Irritiert

Also ich arbeite täglich mit vielen Frauen zusammen, Großraumbüro halt, ich will mich daher nicht ausnehmen und nicht behaupten ein Chorknabe zu sein.
Hab den Damen mit denen ich regelmäßigen Kontakt habe gesagt sie möchten mich bitte sofort disziplinieren, da ich kein Vorgesetzter bin hoffe ich auch, das sie die tuen würden.
Ja, am besten gar nicht erst soweit kommen lassen und da ist mein Punkt, wo ich aktuell leider etwas irritiert bin.
Zwischen ""Glauben Sie, dass Ihre Emotionen Ihnen im Kundenkontakt im Weg stehen werden?" IT-Unternehmen."
und sowas heftigem wie "Ja, wir zahlen Frauen weniger. Das liegt halt daran, dass ihr eine Woche pro Monat quasi nicht arbeitsfähig seid." - bekannte Werbeagentur, Berlin.
sehe ich schon einen Unterscheid.
Wobei die Frage nach Emotionen für mich jetzt weniger ein Drama sind, auch wenn mir der Kontext klar ist, aber der zweit Spruch geht mal sowas von gar nicht!
Also wie und wo setzt Man(n) jetzt an, ohne zum Vollar... zu werden, denn ich will mich weiter mit Frauen unterhalten und zwar auch locker und ohne Hemmungen?

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giggs1999 06.12.2017, 22:10
33. Naja, die Bandbreite...

der Sprüche ist schon enorm, zwischen niveaulosen Sprüchen und Komplimenten sollte Frau schon unterscheiden können. Frauen, mit denen ich zu tun habe, freuen sich über Komplimente, auf die Form kommt es an.

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peterpullin 06.12.2017, 22:13
34. Ich glaubs immer weniger...

... ich hatte selbst lange jahre eine werbeagentur. na ja nicht ganz, eine konzeptagentur. wir haben meist geld für brainpower bekommen - die arbeit haben andere gemacht.
Ich habe praktika in anderen agenturen gemacht, alle möglichen branchen betreut. mit und gegen frauen gearbeitet. ind auch erlebt wie sexy ich auf frauen gewirkt habe: chef, erfolgreich, gutaussehend. ich hätte gaaaaanz viele der (achtung sexismus) mädels haben können. auf agenturseite und auf kundenseite.

nein, das war tabu. aus den verschiedensten gründen.

ich habe es nur ein einizges mal erlebt dass frau zum objekt degradiert wurde. mein erstes praktikum, eine märchenhaft schöne blondine. ganz lieber mensch - die sass da nur als deko und als druckableiter für den chef. mit wissen seiner frau, die gönnte ihm das.

ansonsten ist mir geschildertes nie aufgefallen. habe ich nue etwas derartiges in unserem umfeld erlebt. Aklar wird sich mal über die augenringe der assistnetin (nach dem langen wochennede). über die besonders gute laune der frisch verliebten grafikerin ausglassen. aber mehr war nicht.

alle creativen sind ein schräges völkchen. manche sehr schwierig (depri, charakterlich deformiert, etc.) oder eben ganz locker (ohne verantwortung fü ihr tun, experimentierfreudig, ständig in anderen betten) - oft mit lockerem ton. auch viele charakterschweine. aber das alles ist voraussetzung für die erwarteten leistungen.
böse jedoch, sexistisch oder übergriffig habe ich kaum jemand erlebt. und wenn doch: tonne!

ist eine faszinierende branche, eigene regeln, freiheiten, zwänge. aber sorry, das geschilderte kann ich nicht unterschreiben. das ist eine parallelwelt.

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el-loco 06.12.2017, 22:16
35. les2005

Les2005,

Sie kennen diese Frau also und können all deren Erfahrungen bestätigen? Gut, dann glaube ich das. Jedoch tun sich nun erneut Fragen auf: Wie können Sie meine Worte/ Erfahrungen anzweifeln und mir selbiges im gleichen Atemzug (auf die nette Dame bezogen) absprechen? Warum sollten mich meine Erinnerungen trügen, die der Dame hingegen tadellos funktionieren? Und noch viele Fragen mehr.
Mein Gott ist das Leben kompliziert.
In einem Punkt irren Sie jedoch : Ich habe niemals, auch nicht als pubertierender Jungspund, auch nur annähernd dämliche Dinge getan oder gesagt, wie im Artikel beschrieben. Aber wahrscheinlich, wie Sie schon netter Weise mutmaßen, täusche ich mich.
So kompliziert ist das Leben ja dann doch nicht. Alles so schön schwarz und weiß.
Was genau hat mich eigentlich "entlarvt" und vor allem als "was" wurde ich "entlarvt"? Als Mensch, der eigene Erfahrungen hat, Gesagtes damit abgleicht und ggf. Dinge hinterfragt? Wie schrecklich!

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michlauslöneberga 06.12.2017, 22:24
36. Die meisten

der geposteten Sprüche sind unter aller Kanone und hätten in meinem Verantwortungsbereich ernsthafte arbeitsrechtliche Konsequenzen. Allerdings gibt es auch den umgekehrten Sexismus, die Anschluss suchenden Kolleginnen, das eindeutige Getuschel über den attraktiven Trainee, den neuen Kollegen usw. usf. Hier muss klar sein, Sexismus geht auch in die andere Richtung, und nicht quod licet Jovi, non licet bovi. Nachdem ich derartiges kürzlich in einer Sitzung klargestellt habe, meinte eine Mitarbeiterin, Frauen dürften das, es sei ja nur Spaß. Die Reaktion der männlichen Teilnehmer kann man sich vorstellen...

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el-loco 06.12.2017, 22:28
37. Heliumatmer

Zitat von Heliumatmer
Ich bin entsetzt über @el-loco. Wie kann man nur sich und seine Erfahrungen zur Leitlinie machen?
So? tue ich das? Interessante Auffassung. Und das schließen Sie woraus? Daraus, dass ich nicht einfach jedem vorgeworfenen Brocken dankbar hinterher hechele? Wenn Sie mir erzählen, einem leibhaftigen T-Rex begegnet zu sein und ich habe daran Zweifel, weil ich selber eben noch keinem begegnet bin und auch niemanden kenne, der je ein lebendes Exemplar glaubhaft zu Gesicht bekommen hat, dann mache ich was? Meine Erfahrung zur Leitlinie?
Um Herzinfarkten vorzubeugen: Selbstverständlich gibt es vermutlich all die im Artikel erwähnten Dinge. Das habe ich auch nie angezweifelt. Lediglich diese Konzentration auf eine Person in 12 Jahren.

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cave68 06.12.2017, 22:28
38. Habe ich es überlesen...

...oder steht in dem Artikel drin wie die Autorin auf diese dummen Sprüche reagiert oder sich gewehrt hat?
Alles dokumentieren gut und schön....bringt aber nichts wenn man als angeblich selbstbewusstes Wesen diesen Spinnern nicht die Grenzen aufzeigt.
Also nicht immer schreiben was "WIR" machen müssen...zuerst mal muss man sich selbst zur Wehr setzen und sich nicht einfach nur Jahre später irgendwelchen Hashtags anschliessen.

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123456789abc 06.12.2017, 22:34
39. So toll lustig

Zitat von Actionscript
Seit wann ist es sexistisches Denken, wenn man gefragt wird, eine Glühbirne auszutauschen oder eine Schraube anzuziehen. Vielleicht sprechen sie ja auch von zu Hause ;) Es geht hier doch darum, dass Frauen bei der Arbeit als Sexobjekte zur Befriedigung einiger Männer ausgenutzt werden. Dabei nutzt ein Vorgesetzter seine Position als Chef aus oder ein dümmlicher Arbeitskollege seine Macho Art. Und Toiletten sauber machen ist nun wirklich nicht vergleichbar mit Auswechseln einer Glühbirne.
ist Ihr letzter Satz nun auch nicht, also sparen Sie sich doch auch lieber den ";)"

Denn das Hauptproblem Ihres Beitrages ist, dass Sie die Aussage, die
Sie kommentieren, vorher absichtlich verdrehen. Der Beitrag, auf den Sie Bezug nehmen, wies darauf hin dass, Frauen sich zwar sexistisch behandelt fühlen, wenn man ihren technischen Aussagen
nicht traut (aber denen der Männer schon) - aber gleichzeitig Glühlampenwechseln und Scraubeanziehen als typische Männeraufgabe ansehen. Wer sich für solche technischen
Grundhandgriffe zu fein ist, darf sich nicht wundern, wenn wirkliche technische Konsequenz angezweifelt wird.

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