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Wetterbeobachter am Flughafen: Einsam an der Landebahn

Alle 30 Minuten schauen Anke Eckert und Bodo Feyh am Frankfurter Flughafen in den Himmel.*Sie sind zwei von 250 Wetterbeobachtern in Deutschland. Warum es sie noch braucht?*"Die Maschinen machen noch zu viele Fehler."

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jujo 10.01.2012, 12:05
1. ....

Zitat von sysop
Alle 30 Minuten schauen Anke Eckert und Bodo Feyh am Frankfurter Flughafen in den Himmel.*Sie sind zwei von 250 Wetterbeobachtern in Deutschland. Warum es sie noch braucht?*"Die Maschinen machen noch zu viele Fehler."
Bei der Seefahrt werden bis heute auf See manuelle Wetterbeobachtungen erstellt und an die hydrgraphischen Institute weltweit per mail verschickt, die Beobachtungsbücher zum Schluss der Reise dem zuständigen Institut übergeben.
Jeder erinnert sich an die Norddeutsche Schneekatastophe zu Sylvester 78/79. Ein (!) einziger Kapitän hat damals eine entsprechende Wettermeldung aus der Ostsee abgeben, die auf den Schwenk der Front hinwies. Man hätte dem Bericht glauben schenken sollen.
Der hochgelobte Professeor Kaminski der Sternwarte Bochum verstieg sich in seiner professoralen Arroganz zu der Aussage, das man sich lieber auf seine Apparate verlassen sollte als auf die unprofessionellen Berichte von betrunkenen Kapitänen. Es hat dann viel Mühe gekostet die Seeleute, mich auch, wieder zum erstellen der Berichte zu bewegen, sie seien, so ist es bis heute, unverzichtbar!

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albrecht21 10.01.2012, 12:34
2. Die Maschinen sind nicht schlecht

Zitat von sysop
Alle 30 Minuten schauen Anke Eckert und Bodo Feyh am Frankfurter Flughafen in den Himmel.*Sie sind zwei von 250 Wetterbeobachtern in Deutschland. Warum es sie noch braucht?*"Die Maschinen machen noch zu viele Fehler."
Richtig ist, dass diese Beobachtungsmaschinen Fehler machen, die der Mensch vermeidet. Und welche Wolkentypen am Himmel sind, können die heutigen Maschinen meines Wissens nicht erkennen.

Aber: Die Maschinen beobachten kontinuierlich, und bei entsprechender Installation kann man diese kontinuierliche Messung so sehen. Das sind dann Informationen, die manchmal sehr hilfreich sind und die ein Pilot vom DWD niemals erhält. Beispiel die Wetterstation Wilhelmshaven:
JadeWeserAirport WebCam
So etwas gibt es für den Flughafen Hamburg beispielsweise nicht. Leider!!

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saxae 10.01.2012, 13:11
3. Fehlinvestition

Wenn Menschen kontinuierlich beschäftigt werden müssen, da entsprechende Maschinen nicht fehlerfrei arbeiten (können), dürfen solche Gerätschaften nicht weiter gekauft bzw. gehören verkauft.
Das Geld dafür kann man sinnvoller einsetzen.
Oder installiert der DWD demnächst ne EDV, die den menschen kontrolliert, der die Gerätschaften kontrolliert, die den Menschen ersetzen sollte....
Da hat ne öffentliche Einrichtung zuviel Geld....

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lobbie 10.01.2012, 13:23
4. Diese

Zitat von albrecht21
Richtig ist, dass diese Beobachtungsmaschinen Fehler machen, die der Mensch vermeidet. Und welche Wolkentypen am Himmel sind, können die heutigen Maschinen meines Wissens nicht erkennen. Aber: Die Maschinen beobachten kontinuierlich, und bei entsprechender Installation kann man diese kontinuierliche Messung so sehen. Das sind dann Informationen, die manchmal sehr hilfreich sind und die ein Pilot vom DWD niemals erhält. Beispiel die Wetterstation Wilhelmshaven: So etwas gibt es für den Flughafen Hamburg beispielsweise nicht. Leider!!
sog. automatischen Wetterstationen sind für normale Wetterstationen und für die Lieferung von normalen Daten (Wind, Temperatur, Feuchte, Sicht) ausreichend.
Jedoch sind sie immer noch viel zu viel anfällig für Fehler: Regen bei wolkenlosem Himmel, vier geschlossene Wolkenschichten übereinander
(es kann nur eine geschlossene (8/8) geben) und so weiter und so fort.
Für die geforderte, sehr genaue Beobachtung an Flughäfen sind sie allenfalls ein Hilfsmittel für die schnelle Erstellung von Klimastatistiken,
aber nicht um das Maximum an Flugsicherheit zu garantieren.
Wetterbeobachter sind und bleiben unerläßlich, zumindest an Flugplätzen.
Die Automatisierung in einigen Ländern (USA,GB) wird teilweise wieder zurück genommen. Es sind einfach zu viele Fehler aufgetreten, vor allem die Fehler, die sicherheitsrelevant waren und sind.
Ach übrigens - es gibt mehr als die aufgezählten Wetterbeobachter in D. Die Bundeswehr hat noch einige (teilweise noch Beamte, aber auch Soldaten), und auch die Nato in Geilenkirchen hat noch ein paar.

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haraldw66 10.01.2012, 13:24
5. Nicht ganz korrekt ihre Aussage

"Aber: Die Maschinen beobachten kontinuierlich, und bei entsprechender Installation kann man diese kontinuierliche Messung so sehen. Das sind dann Informationen, die manchmal sehr hilfreich sind und die ein Pilot vom DWD niemals erhält"

Ich denke, da liegen Sie nicht ganz richtig. Man möge meinen, wenn man ihren Beitrag liesst, ein Wetterbeobachter vom DWD würde mal schnell raus gehen um seine Beobachtung zu machen und dann wieder die Augen verschliessen. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn der Wetterbeobachter arbeitet kontinuierlich und nicht die Maschine. Die Beobachtung erfolgt ununterbrochen und wird nur zu Terminen gemeldet. Entstehen Gefahren oder sind gefährliche Wettersituationen erkennbar so kann der erfahrende Wetterbeobachter Schlüsse ziehen, die nicht von einer Maschine erstellt werden können und somit wesentlich schneller und präziser reagieren.

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Vox libertatis 10.01.2012, 13:27
6. Überflüssige Beamte

Kann mir jemand verraten, warum wir aus Steuermitteln finanzierte Wetterbeobachter brauchen? Wenn Flughäfen Wetterbeobachter brauchen, sollen sie diese bitteschön aus den Flughafengebühren finanzieren. Auch der gesellschaftliche Nutzen eines staatlich bezahlten Wetterbeobachters im Harz erschliesst sich mir nicht ganz. Hier gibt’s wohl ein grosses Privatisierungspotenzial.

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lobbie 10.01.2012, 13:37
7. Sorry, aber

Zitat von haraldw66
"Aber: Die Maschinen beobachten kontinuierlich, und bei entsprechender Installation kann man diese kontinuierliche Messung so sehen. Das sind dann Informationen, die manchmal sehr hilfreich sind und die ein Pilot vom DWD niemals erhält" Ich denke, da liegen Sie nicht ganz richtig. Man möge meinen, wenn man ihren Beitrag liesst, ein Wetterbeobachter vom DWD würde mal schnell raus gehen um seine Beobachtung zu machen und dann wieder die Augen verschliessen. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn der Wetterbeobachter arbeitet kontinuierlich und nicht die Maschine. Die Beobachtung erfolgt ununterbrochen und wird nur zu Terminen gemeldet. Entstehen Gefahren oder sind gefährliche Wettersituationen erkennbar so kann der erfahrende Wetterbeobachter Schlüsse ziehen, die nicht von einer Maschine erstellt werden können und somit wesentlich schneller und präziser reagieren.
auch Automaten arbeiten kontinuierlich und machen bei gewissen, vorher einstellbaren Schwellenwerten, Sonderbeobachtungen.
Allerdings mit den beschriebenen Fehlern.
Die Technisierung der Flugzeuge ist so weit fortgeschritten ( CAT III etc.) daß die Wetterbeobachtung etwas in den Hintergrund gestellt wurde. Aber so lange ein Flugzeug auf einem (großen) Flughafen sich bewegt, ist und bleibt die Beobachtung durch langjährig erfahrene Wetterbeobachter unerläßlich.
Auf so manchem kleineren Flugplatz (sorry edln, edsb etc.) wird die Wetterbeobachtung durch Fluglotsen durchgeführt. Als Nebentätigkeit, sozusagen.
Besser übrigens, als jede noch so neue und angeblich fehlerfreie automatische Station.

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lobbie 10.01.2012, 13:49
8. Wollen wir

Zitat von Vox libertatis
Kann mir jemand verraten, warum wir aus Steuermitteln finanzierte Wetterbeobachter brauchen? Wenn Flughäfen Wetterbeobachter brauchen, sollen sie diese bitteschön aus den Flughafengebühren finanzieren. Auch der gesellschaftliche Nutzen eines staatlich bezahlten Wetterbeobachters im Harz erschliesst sich mir nicht ganz. Hier gibt’s wohl ein grosses Privatisierungspotenzial.
damit anfangen, wo das größere Potential liegt? Bei den Lehrern? Bei Steuerbeamten? Bei....
Das Feld des Wetterdienstes ist aus dem riesigen Topf der sog. hoheitlichen Aufgaben mit gewachsen. Ob es noch zeitgemäß ist, darüber kann man diskutieren.
Die Flugsicherung sollte auch mal privatisiert werden - ist sie es?
Nein.
Es gibt immer noch Bereiche, in denen Streiks durch streikberechtigtes Personal vermieden werden sollte.
Beamte sind nicht streikberechtigt (obwohl manche Lehrer das von sich glauben, aber das ist eine gaaanz andere Geschichte) und daher ist der reibungslose Betrieb z.B. auf einem Flugplatz in diesem Bereich
fast vollständig gesichert.
Übrigens zahlen die Fluggesellschaften nicht geringe Gebühren an den Flugplätzen - darunter auch den vom Dispatcher zusammengestellten Anteil an Wetterinformationen. Auch an den DWD, den deutschen Wetterdienst.

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nervmann 10.01.2012, 13:52
9. Geistiger und wirtschaftlicher Dünnschiss

Zitat von Vox libertatis
Kann mir jemand verraten, warum wir aus Steuermitteln finanzierte Wetterbeobachter brauchen? Wenn Flughäfen Wetterbeobachter brauchen, sollen sie diese bitteschön aus den Flughafengebühren finanzieren. Auch der gesellschaftliche Nutzen eines staatlich bezahlten Wetterbeobachters im Harz erschliesst sich mir nicht ganz. Hier gibt’s wohl ein grosses Privatisierungspotenzial.
Ich möchte mal das Gequake hören, wenn jeder das, was an Dienstleistungen durch Beamte erbracht wird, z. B. bei Flugreisen, bei der Flugbuchung spitz abgerechnet werden müsste. Man stelle sich vor, den einen interessiert ein sicherer Flug, der dann mehr bezahlt als derjenige, dem das wurscht ist.

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