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Work-Life-Balance in Australien: Von wegen Paradies
Corbis

Wellenreiten in der Mittagspause, Barbecue nach Feierabend: In Australien lassen sich Arbeit und Privatleben bestens verbinden, sollte man meinen. Doch Deutsche kriegen das mit der Work-Life-Balance noch viel besser hin, zeigt ein internationaler Vergleich.

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chickenkiller 02.10.2013, 09:16
1. Nicht zu vergessen ...

Zitat von sysop
Und dann ist auf dem fünften Kontinent noch eine Sammlung der giftigsten Tiere der Welt anzutreffen: tödliche Würfelquallen, blaugeringelte Kraken, Rotrückenspinnen, Giftnattern - und, nicht zu vergessen, Krokodile und weiße Haie.
Plus Unmengen von Fliegen, die man im Gesicht hat!
Ein Haufen toter Kuscheltiere, die als Roadkill am Highway liegen!
Aborigines mit blutunterlaufenen Alk-Augen am Straßenrand!
Inzestgeschädigte Landbewohner ....
ach, ich will jetzt Australien nicht schlecht machen! ;-)
Die Krönung war ein Tankwart ohne Zähne auf dem Stuart-Highway, der vor lauter Fliegen ein fast schwarzes Gesicht hatte und meinte "Flys are very friendly today!". Dann nahm er eine Dose Paral aus dem Gürtel und sprühte sich einmal kräftig in die zahnlose Visage!
DAS nenne ich "Work-Life-Balance" !!!

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mapesa 02.10.2013, 09:28
2. wer's glaubt

So nun möchte ich mal wissen wer alles bei "den Deutschen" mit aufgeführt ist die täglich 15,3 Stunden Lebenszeit auf Hobbies und schlafen verteilen. Kinder ? Arbeitslose? Rentner ? Hausfrauen ? Hat man in Australien weniger (Früh-)Rentner, weniger Arbeitslose, mehr Hausfrauen, mehr Kinder, mehr Teilzeitbeschäftigte ?

Die Statistik ist doch ohne all diese Informationen überhaupt nicht auswertbar.

Richtig wäre eine Statistik nur mit Volzeibeschäftigten. Dann aber bitteschön auch samstage und Sonntage, Feiertage und Urlaub herausrechnen (Hier liegt doch auch bereits ein gehörigre Unterschied) und dann eine Statistik der reinen Arbeitstage.... Allein mit Essen /Duschen /Arbeitsweg und bei unterstellten 8 Stunden Schlaf, Kinderbetreuungszeiten kommt man niemals auf 15,3 Stunden freie Zeit an einem nomalen Arbeitstag.

Es gilt wie immer: traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.

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thanks-top-info 02.10.2013, 09:44
3. schlimm, diese giftigen Tiere hier...

Das vermissen der Familie, aus meiner Erfahrung mit meinem Freundeskreis Ausgewanderter, ist durch aus als Grund fürs Heimweh vernehmbar. Das könnte aber eher bedeuten, das als Alternative Freundschaften mit Australiern etwas schwieriger zu unterhalten sind. Australier verbringen viel Zeit mit ihren zum Teil doch großen Familien. Darüber hinaus unterhalten sie Kontakte zu alten Schulfreunden und anderen. Der Bedarf ist wohl eher gedekt, als in Deutschland. Ein mangelhaftes Kulturamgebot ist mir hier noch nicht aufgefallen, aber auch dieses Gefühl mag vom Alltag in einem anderen Kulturraum herrühren. Da vermisst so mancher deutsche Kultur. Wer nun meint anstatt bei Australiern vermehrt unter Ausländern Freunde zu finden, der mag herausfinden, das sehr viele Freunde des eigenen Herkunftlandes bevorzugen. Obendtein habe ich die Deutschen hier nicht unbedingt als jene kennengelernt, die im Ausland besonders zusammen halten. In Sydney oder Brisbane gibt es meetup.com Stammtische, die nur schwerlich Dauerteilnehmer binden, und das sind junge aktive Leute, keine Senioren. Senioren findet man in zig deutschen Clubs und Vereinen, dort gibt es keine Generation junger Leute, die übernehmen möchte. Es ist traurig zu sehen, das wir Deutsche vermutlich durch WW2 einen ordentlichen Kulturbruch erhalten haben.
Gearbeitet wird hier hart. Ich denke, viele wollen einfach einen höheren Lebensstandart, oder können mit Geld schlecht umgehen, arbeiten deshalb intensiev. Es gibt mehr und mehr Alleinerziehende, Mieten sind teuer, Jobs in der derzeitigen Kriese rar und unsicher.
Das Wetter manchen Regionen ist aber fantastisch und gerade in ländlicheren Regionen, wo Mieten und Häuser noch erschwinglich sind, gibt es guten Bedarf an Handwerkern, da die Jugend derzeit unausgebildet auf Landflucht ist. Es ist halt cooler in der Stadt. Eines der Holzhäuser auf dem Land kostet vielleicht 200000$, ein Handwerkerlohn mag um die 65000$ liegen, auf jeden Fall höher als in Deutschland

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dasbeau 02.10.2013, 09:52
4. Mehr als 50 Std. arbeiten?

Ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich habe andere Erfahrungen gemacht. Habe mal ein halbes Jahr in Sydney (Justizsektor) gearbeitet, die Arbeitseinstellung (nicht nur bei den Juristen, wohlgemerkt), war überwiegend durchaus lax. Mittagspausen von 2 Std. waren die Regel (grds. auswärts essen) und spätestens um 15h galt das Hauptaugenmerk der weiteren Tagesplanung: Strand, surfen, Pub etc.. Ich fand das in der Zeit durchaus angenehm, konnte mir aber damals schon nicht vorstellen, das länger mitzumachen. Nicht, weil ich mich totarbeiten möchte, aber dieses äußere Verhalten spiegelte sich auch im Innern wieder: Der überwiegende Teil der Australier, die mir begegnet sind, waren zwar nett und unglaublich gut drauf, aber meistens auch extrem oberflächlich, egal in welchen Bereichen. Sei es Kultur, Politik, Sozialwesen... es hat keinen wirklich interessiert. Und das war nicht auf Jüngere beschränkt, das zog sich durch alle Generationen.
Wie gesagt, bestimmt nicht repräsentativ, aber meine Erfahrung.

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microbus 02.10.2013, 10:12
5. was in den Berichten mancher Auswanderer auch nicht steht...

...ist die simple Tatsache, dass Australien nicht das Land ist, wo es Brei vom Himmel regnet. Als junger, gesunder Mensch ist das Leben dort echt lustig. Aber man wundert sich plötzlich sehr, wenn man mit einem Bandscheibenschaden zur Physiotherapie muss und dann feststellt, dass die eigene Krankenversicherung die Therapie einfach nicht zahlt. Was dort auch nicht steht ist, dass man als Mieter praktisch der letzte Dreck ist, weil man eigentlich keine Rechte hat. Man kommt z.B. abends nach der Arbeit in seine Wohnung und findet ein benutztes Glas in der Spüle, weil die Vermietungsagentur tagsüber einen Handwerker vorbei geschickt hat - natürlich ohne dem Mieter etwas davon zu sagen. Es kommt auch schon mal vor, dass man morgens aus der Dusche kommt und im Wohnzimmer steht ein wildfremder Typ, dem die Vermietungsagentur den Schlüssel in die Hand gedrückt hat. Das alles führt dazu, dass man irgendwann in seiner eigenen Wohnung seine Wertsachen versteckt, weil man nie weiß, wer da als nächstes durch latscht. Lockerheit im Leben ist ja ganz nett, aber sie funktioniert leider in zwei Richtungen - wenn man selbst das "Opfer" der Lockerheit anderer Leute ist, findet man das plötzlich nicht mehr so nett.

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jupp78 02.10.2013, 10:25
6.

Zitat von mapesa
So nun möchte ich mal wissen wer alles bei "den Deutschen" mit aufgeführt ist die täglich 15,3 Stunden Lebenszeit auf Hobbies und schlafen verteilen. Richtig wäre eine Statistik nur mit Volzeibeschäftigten. Dann aber bitteschön auch samstage und Sonntage, Feiertage und Urlaub herausrechnen (Hier liegt doch auch bereits ein gehörigre Unterschied) und dann eine Statistik der reinen Arbeitstage.... Allein mit Essen /Duschen /Arbeitsweg und bei unterstellten 8 Stunden Schlaf, Kinderbetreuungszeiten kommt man niemals auf 15,3 Stunden freie Zeit an einem nomalen Arbeitstag.
Ich denke Sie haben Probleme mit der Begriff Freizeit. Dass Duschen nicht unbedingt zu den Hobbies zählt ... ist auch bei mir so, trotzdem Dusche ich in der Freizeit. Um die geht es hier, nicht um eine "Hobbiezeit".
Ansonsten gehe ich durchaus noch mit, nur Vollzeitbeschäftigte heranzuziehen. Aber warum freie Tage herausrechnen? Als Vollzeitbeschäftigter spielt die Frage, wie viele Urlaubstage etc. ich habe, durchaus eine entscheidene Frage in Bezug auf die Lebensqualität.

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jupp78 02.10.2013, 10:29
7.

Zitat von dasbeau
Ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich habe andere Erfahrungen gemacht. Habe mal ein halbes Jahr in Sydney (Justizsektor) gearbeitet, die Arbeitseinstellung (nicht nur bei den Juristen, wohlgemerkt), war überwiegend durchaus lax. Mittagspausen von 2 Std. waren die Regel (grds. auswärts essen) und spätestens um 15h galt das Hauptaugenmerk der weiteren Tagesplanung: Strand, surfen, Pub etc.. Ich fand das in der Zeit durchaus angenehm, konnte mir aber damals schon nicht vorstellen, das länger mitzumachen. Nicht, weil ich mich totarbeiten möchte, aber dieses äußere Verhalten spiegelte sich auch im Innern wieder: Der überwiegende Teil der Australier, die mir begegnet sind, waren zwar nett und unglaublich gut drauf, aber meistens auch extrem oberflächlich, egal in welchen Bereichen. Sei es Kultur, Politik, Sozialwesen... es hat keinen wirklich interessiert. Und das war nicht auf Jüngere beschränkt, das zog sich durch alle Generationen. Wie gesagt, bestimmt nicht repräsentativ, aber meine Erfahrung.
So auch meine Erfahrung. Wobei man natürlich ergänzen sollte, dass man sich zwar um 15 Uhr Gedanken macht, was man am Abend macht, aber durchaus seinen Hintern noch eine Weile platt drückt. In so fern passt die Statistik schon, dass die Australier länger arbeiten.

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habeimmerrecht 02.10.2013, 11:09
8. Kehrseite der Medaille

Zitat von microbus
...ist die simple Tatsache, dass Australien nicht das Land ist, wo es Brei vom Himmel regnet. Als junger, gesunder Mensch ist das Leben dort echt lustig. Aber man wundert sich plötzlich sehr, wenn man mit einem Bandscheibenschaden zur Physiotherapie muss und dann feststellt, dass die eigene Krankenversicherung die Therapie einfach nicht zahlt. Was dort auch nicht steht ist, dass man als Mieter praktisch der letzte Dreck ist, weil man eigentlich keine Rechte hat. Man kommt z.B. abends nach der Arbeit in seine Wohnung und findet ein benutztes Glas in der Spüle, weil die Vermietungsagentur tagsüber einen Handwerker vorbei geschickt hat - natürlich ohne dem Mieter etwas davon zu sagen. Es kommt auch schon mal vor, dass man morgens aus der Dusche kommt und im Wohnzimmer steht ein wildfremder Typ, dem die Vermietungsagentur den Schlüssel in die Hand gedrückt hat. Das alles führt dazu, dass man irgendwann in seiner eigenen Wohnung seine Wertsachen versteckt, weil man nie weiß, wer da als nächstes durch latscht. Lockerheit im Leben ist ja ganz nett, aber sie funktioniert leider in zwei Richtungen - wenn man selbst das "Opfer" der Lockerheit anderer Leute ist, findet man das plötzlich nicht mehr so nett.
..kann ich nur unterstreichen - Australien, damit meine ich die Küstenregionen (aufs Land 100km weg von der Küste möchte kein Schwein, außer er verdient bei den Minen horrendes Geld) haben einen hohen Freizeitwert (vor allem Melbourne). Aber -bei jedem Arztbesuch darf man gleich mal (trotz Krankenversicherung) 50 Dollar abgeben. Rentenversicherung oder gar Pflegversicherung wie in Deutschland gibt es nicht. Mieten kaum bezahlbar - Eigentum (Haus, Wohnung) kaum möglich - viel zu teuer. Übrigens für einen Kitaplatz zahlt man locker 60 Dollar, pro Tag wohlgemerkt. Lebensmittel teuer! Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Ich würde das Auswandern nach down under nur empfehlen wenn man jung ist, einen sehr gut bezahlten Beruf hat (übrigens, andere Spezies können die australische Behörden auch gar nicht brauchen) und bereit ist in der Woche 50 -60 Stunden zu buckeln. Möchte Austraalien wirklich nicht mies machen, ein wirklich schönes Land, freundliche Menschen - aber halt zwei Seiten..

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xulano 02.10.2013, 11:12
9. falscher Maßstab

ist die freie Zeit. Was soll das aussagen? Es geht doch um Qualität, nicht um Menge der Zeit! Wenn der Job sinnvoll ist und Freude macht, dann sind 9 Stunden Arbeit viel schöner als 8 Stunden einer langweiligen oder sinnlosen Tätigkeit. Vielleicht arbeiten die Aussis einfach deshalb länger? Lebens-Qualität entsteht auch durch eine gute Aufgabe, für die man "brennt"

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