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Work-Life-Balance in Australien: Von wegen Paradies
Corbis

Wellenreiten in der Mittagspause, Barbecue nach Feierabend: In Australien lassen sich Arbeit und Privatleben bestens verbinden, sollte man meinen. Doch Deutsche kriegen das mit der Work-Life-Balance noch viel besser hin, zeigt ein internationaler Vergleich.

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thanks-top-info 03.10.2013, 05:39
40.

Im Gegensatz zu Dland kann man in Australien mit seiner freien Zeit aber tatsächlich etwas anfangen, denn das Wetter spielt im Norden zumindest meist mit. Ich erinnere mich noch an die dunklen Wintertage in HH oder Berlin.
Und dann ist Australuen das Labd der Autofahrer. Nirgendwo sonst in der westlichen Welt lassen sich günstiger PS und KG bewegen, als hier. Wie in Dland einen Passat, so fahren sie hier Ute's mit 6 oder 8 Zylinder 4-4.5 liter Motoren oder schwere 4x4 mit gleichem Hubraum. Steuer wird nach Zylinderzahl und wohl auch nach Gewicht bezahlt.

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kielerin78@icqmail.com 03.10.2013, 08:21
41. in Australien wird mehr gearbeitet

http://stats.oecd.org/Index.aspx?DatasetCode=ANHRS

in DE nur noch um 1400 Stunden pro Jahr -- in DE ist weniger zu tun. Ganz unter uns: ich kenn viele, die in DE zwar Vollzeit in einem Büro herumsitzen, aber nur für wenige Stunden was zu tun haben. Das nennt man - glaub ich - Präsentismus. Man muss seine Zeit da absitzen, auch wenn nichts zu tun ist, viele bekommen dann ein Boreout.

in Australien wird mehr gearbeitet, weil dort merh zu tun ist. Das ist eine Boomregion mit noch relativ stabilen Wachstumsraten, anders als Europa. Durch die Rohstoffindustrie und alles ist bei denen einfach noch was zu tun. Kein Wunder, das man dann länger arbeitet. Bei den Frauen sind meines Wissens ähnliche Teilzeitquoten wie hier, aber es gibt in AU keine Minijobs. In DE arbeiten Frauen immer weniger, oft unter 15 Stunden in der Woche durch solche Minijobs. Daher ist auch die Jahresarbeitszeit so niedrig in DE.

in DE ist nichts zu tun, es wird viel weniger investiert als in Australien, es gibt zwar 43 Mio Erwerbstätige, aber viele arbeiten nur wenige Stündchen. Durch Hartz wuchs auch nicht das Arbeitsvolumen, sondern es wurde nur noch mehr Arbeit umverteilt auf mehr Köpfe.

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mm71 03.10.2013, 09:21
42.

Zitat von Celegorm
Liegt vielleicht daran, dass überall die gefundene oder fehlende Kultur nur das eigene kulturelle Potential reflektieren. Oder dessen Abwesenheit.
Nein, nicht nur. Was mir anlässlich eines längeren Neuseeland-Aufenthalts auffiel und was für Australien ebenso gilt: In D haben Sie in einem Radius von 2,5 Flugstunden eine Ansammlung von Weltstädten, Paris, Rom, London, Berlin, Istanbul usw. mitsamt 3000jähriger Hochkulturgeschichte. Im Pazifikraum liegen die grösseren Städte 5 Flugstunden oder mehr auseinander und die Geschichte ist eher 300 Jahre alt.

Das macht schon einen Unterschied.

Wem hingegen Natur oder auch dünn besiedeltes Land wichtiger ist, der findet dort wahrscheinlich eher sein Fleckchen.

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rentier75 03.10.2013, 13:04
43. Bulgarien

Zitat von Celegorm
Weshalb ich auch bezweifeln würde, dass Sie irgendwo glücklich würden, egal ob im hohen Norden, Downunder oder sonst irgendwo. Ausser bei Mutti, da ists vielleicht grad noch auszuhalten, nicht wahr..?
ist eines der Länder wo ich glücklich bin und mich wohlfühle. Ungarn und Rumänien, dort waren die Aufenthalte traumhaft. Deutschland, vor allem die NL paradiesische Zustände... Spanien, das Wetter fast immer super und die Menschen kultiviert und freundlich. Wandern ist in Norwegen teuer, weil man schon allein für geeignete Kleidung ein Vermögen wegwirft und jede Nacht im Zelt ist hier eine Zumutung, ich will ja wandern und keine militärische Durchschlageübung veranstalten. Am Ende des Tages keine Kneipe, hingegen in Bulgarien bekomme ich für knapp 20 EUR in 2500m Höhe ein gegrilltes Kalbsfilet und erstklassigen Rotwein, in Norwegen kann ich froh sein eine Tankstelle zu finden wo man eine pappige Waffel mit sehr schlechter Uraltmarmelade zu beißen bekommt. In Bulgarien wandert man keine 3-5km und findet irgendeine über 2000 Jahre alte Ausgrabungsstätte, in Norwegen Pustekuchen, wenn man Glück hat sieht man "Steinzeitmalerien" deren Alter eher zweifelhaft ist und nicht selten mit Graffiti von einheimischen Jugendlichen "verschönert" oder "erweitert" wurde.
Nein ich denke nicht das es an mir liegt, verbittert bin ich nicht, eher enttäuscht und da mein Aufenthalt begrenzt ist auch gleichgültig.
Bald geht's ja nach Pitesti in Rumänien und da wird alles definitiv besser (weil schon mal dort gewesen), teuer ist es dort dann auch weil die Entlohnung länderspezifisch angepasst wird, das aber nur am Rande.

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fraktalfabrik 04.10.2013, 09:48
44. Ich wohne in Australien seit 1999...

...und gibt vieles was mich hier stoert und vieles was ich hier liebe. Einige Foristen meinten die Leute hier seien oberflaechlich - dem muss ich leider Recht geben. Selbst nach 12 Jahren hier habe ich nur 2,3 enge Freunde geschlossen. Man haelt es hier immer alles schoen im happy-go-lucky shallow Bereich. Ja nicht kritisch sein. Auch ist man hier als Mieter ziemlich rechtelos, vor allem in den Ballungsgebieten wo man fast ausschliesslich ueber Agenturen mieten muss. (Ich wohne in Melbourne). Teuer und rechtelos. Allerdings ist es hier um Welten einfacher selbst Hauseigner zu werden. Auch ist die Wachstumsrate, gerade bei Immobilien, nachwievor enorm.
Generell geht es dem Australier meiner Meinung nach einfach "zu gut". Wozu sich aufregen? Sehr selten wird sich hier gegen irgendetwas mobilisiert oder gar demonstriert. Die neue politische Fuehrung kann man fast als Australische Variante der NPD bezeichnen (mit einem Wahlslogan "I will stop the boats" - bezogen auf die Fluechtlingboote die ab und an hier ankommen) und der Ausverkauf aller sozialen Gueter ist schon laengst auf Hochtouren. Wie fast jedes Land der Welt leiden wir hier unter Ueberkapitalismus: Viel mehr Geld fuer die Superreichen, mehr Geld fuer die Reichen. Wieviel? Gina Rinehart hatte letztes Jahr einen Profit von 1 Milliarde $ eingefahren - durch den Ausverkauf was letztlich Australisches Land ist. Aber irgendwie "gehoert" es ihr.
Es ist dementsprechend schoen nach D zu kommen. Dort zahle ich fuer meine moeblierte Ferienwohnung weniger als fuer das Loch in dem ich in Melbourne wohne und eine Tafel Schokie kostet nicht umgerechnet 4.5 Euro.

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lusthansa 08.10.2013, 12:28
45. .

Normalerweise bin ich SPON gegenüber relativ positiv gestimmt (mit Ausnahme einiger Artikel, in denen der Autor etwas über das Ziel hinausschießt und dabei jegliche Sachlichkeit ad acta legt).

Aber dieser Artikel schießt den Vogel ab ! Vor vier Monaten war Australien lt. SPON noch das lebenswerteste Land der Erde (http://www.spiegel.de/panorama/oecd-studie-australien-ist-das-lebenswerteste-land-der-welt-a-902375.html), und jetzt 4 Monate später soll es die "Hölle auf Erden" sein.

Jungs, ihr macht euch mehr als lächerlich. Jeder der sich auch nur ein bischen mit dem Thema beschäftigt, weiss dass es allgemein gesprochen weder das Paradies noch die Hölle ist. Das sieht man ja auch an den vielschichtigen Kommentare. Es kann für den einzelnen besser oder schlechter sein ,das liegt aber vor allem an der speziellen Situation und den persönlichen Präferenzen.

Ich werde Anfang nächsten Jahres nach DU auswandern und bin mir sehr wohl bewusst, dass ich einiges aufgebe, dafür aber anderes erhalte. Ob es dann unter dem Strich "besser" oder "schlechter" ist, kann nur der einzelne für sich entscheiden. Dass ich gehe liegt auch vorrangig daran, dass es mir in DE z.Zt. nicht gefällt, ich will also etwas anderes. Dass dabei nicht zwangsläufig alles besser sein muss ist mir durchaus bewusst. Dass bessere aber derart auszukosten, dass es das schlechtere überwiegt ist jedoch die Herausforderung, die ich mir setzen werde. Und wenn alle Stränge reißen gibt es auch noch andere Länder in denen es sich aushalten lässt.
Gruß

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lusthansa 08.10.2013, 12:31
46. .

Normalerweise bin ich SPON gegenüber relativ positiv gestimmt (mit Ausnahme einiger Artikel, in denen der Autor etwas über das Ziel hinausschießt und dabei jegliche Sachlichkeit ad acta legt).

Aber dieser Artikel schießt den Vogel ab ! Vor vier Monaten war Australien lt. SPON noch das lebenswerteste Land der Erde (http://www.spiegel.de/panorama/oecd-studie-australien-ist-das-lebenswerteste-land-der-welt-a-902375.html), und jetzt 4 Monate später soll es die "Hölle auf Erden" sein.

Jungs, ihr macht euch mehr als lächerlich. Jeder der sich auch nur ein bischen mit dem Thema beschäftigt, weiss dass es allgemein gesprochen weder das Paradies noch die Hölle ist. Das sieht man ja auch an den vielschichtigen Kommentare. Es kann für den einzelnen besser oder schlechter sein ,das liegt aber vor allem an der speziellen Situation und den persönlichen Präferenzen.

Ich werde Anfang nächsten Jahres nach DU auswandern und bin mir sehr wohl bewusst, dass ich einiges aufgebe, dafür aber anderes erhalte. Ob es dann unter dem Strich "besser" oder "schlechter" ist, kann nur der einzelne für sich entscheiden. Dass ich gehe liegt auch vorrangig daran, dass es mir in DE z.Zt. nicht gefällt, ich will also etwas anderes. Dass dabei nicht zwangsläufig alles besser sein muss ist mir durchaus bewusst. Dass bessere aber derart auszukosten, dass es das schlechtere überwiegt ist jedoch die Herausforderung, die ich mir setzen werde. Und wenn alle Stränge reißen gibt es auch noch andere Länder in denen es sich aushalten lässt.

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microbus 09.10.2013, 12:52
47.

Zitat von lusthansa
Ich werde Anfang nächsten Jahres nach DU auswandern und bin mir sehr wohl bewusst, dass ich einiges aufgebe, dafür aber anderes erhalte. Ob es dann unter dem Strich "besser" oder "schlechter" ist, kann nur der einzelne für sich entscheiden. Dass ich gehe liegt auch vorrangig daran, dass es mir in DE z.Zt. nicht gefällt, ich will also etwas anderes. Dass dabei nicht zwangsläufig alles besser sein muss ist mir durchaus bewusst. Dass bessere aber derart auszukosten, dass es das schlechtere überwiegt ist jedoch die Herausforderung, die ich mir setzen werde. Und wenn alle Stränge reißen gibt es auch noch andere Länder in denen es sich aushalten lässt.
Ob es dir dort wirklich besser gefällt, wirst Du erst herausfinden wenn Du mal eine Zeit lang dort gelebt hast.
Meiner Erfahrung nach (ja, ich habe eine Zeit lang in Australien gelebt) ist es dort grundsätzlich weder besser noch schlechter als in Deutschland, es ist nur anders.
Und für mich persönlich lebt es sich in Deutschland sorgenfreier und angenehmer, weil hier nämlich am Ende des Monats noch etwas von meinem Gehalt übrig ist, wenn ich mal meine Miete bezahlt habe.
Das gehört für mich eben auch zur Work-Life-Balance.

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Celegorm 09.10.2013, 13:49
48.

Zitat von rentier75
Nein ich denke nicht das es an mir liegt, verbittert bin ich nicht, eher enttäuscht und da mein Aufenthalt begrenzt ist auch gleichgültig. Bald geht's ja nach Pitesti in Rumänien und da wird alles definitiv besser (weil schon mal dort gewesen), teuer ist es dort dann auch weil die Entlohnung länderspezifisch angepasst wird, das aber nur am Rande.
Na dann, Entschuldigung für die Fehleinschätzung, in dem Fall dürfte das Problem also eher daran liegen, dass "Geiz ist geil" in Kombination mit Konsummaximierung meist zweifelhafte Resultate erzeugt.

Bloss übersehen Sie eines und zwar lustigerweise gerade das Thema des Artikels hier: Es geht nicht um das beste Land für fröhliche Billigferien, es geht um die Lebensqualität am Arbeitsort. Womit Sie mit Ihren eigenen Aussagen eher das Ranking untermauern: Ausgestattet mit dem Einkommen und der Freizeit in Norwegen lässt sichs natürlich gut leben und reisen. Die Preise sind ärmeren Ländern sind aus der Perspektive oft genug nur ein Witz.

Leider übersehen Sie dabei aber, dass es eine ganz andere Sache ist, in jenen Ländern selber zu leben und arbeiten. Mit einem bulgarischen Durchschnittseinkommen würden Sie es sich jedenfalls zweimal überlegen, mal schnell 20 Euro in ein Essen zu investieren. Vorausgesetzt Sie könnten sich den Luxus überhaupt erlauben, auf fröhliche Wanderferien zu gehen, erst noch im Ausland. Das liegt nämlich für die meisten Menschen aus zahlreichen Ländern überhaupt nicht drin, was halt auch erklärt, wieso diese in einem solchen Ranking hinten landen. Auch wenn sie noch so guten Rotwein produzieren oder noch so alte Ruinen besitzen.

Insofern kann man die ganze Klage nach wie vor nicht wirklich ernst nehmen. Versuchen Sie sich doch mal auf dem bulgarischen oder rumänischen Arbeitsmarkt, dann können wir ja nochmal darüber reden..

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