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Working Holiday: Ausgebeutet in Australien
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Reisen und arbeiten: Mit diesem Konzept lockt Australien jährlich über 24.000 junge Deutsche an. Ab 2017 könnten es noch mehr Working-Holiday-Visa geben. Doch manche Arbeitgeber nutzen die Backpacker aus.

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anna cotty 20.11.2016, 19:06
1.

Mein Sohn hatte vor einigen Jahren ein Jahr Arbeitsurlaub in Australien verbracht und hatte nur Gutes zu berichten.
Natuerlich wurde ihm nichts geschenkt und er musste ordentlich arbeiten. Allerdings ist er Ire, hatte keine Sprachprobleme und konnte richtig arbeiten. Vielleicht haben das viele junge Leute in Deutschland mittlerweile verlernt. Ich kenne da einen jungen Mann, der nachdem er seine Lehre gemacht hatte, sich erst einmal ein halbes Jahr frei nehmen musste, um sich zu erholen und anschliessend hoechstens 80 Stunden im Monat arbeiten moechte . Das solch jemand scheitert, wenn er mit Knochenarbeit konfrontiert wird und dazu noch weit weg von den Eltern ist, die ihm normalerweise wohl immer ausgehalten haben, ist logisch.
Hier in Irland gehoert es fast zum Erwachsenwerden, dass Jugendliche fuer ein Jahr nach Australien ( oder in die USA) gehen, um dort zu arbeiten.

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ttvtt 20.11.2016, 20:07
2. Einzelzimmer muss es schon sein...

in 21 Tagen 1500 Euro als Backpacker auf den Kopf hauen, kann ich nicht nachvollziehen... das sind im Schnitt 70 Euro pro Tag... klingt eher wie Luxusurlaub... der gute Wolf scheint für Work and Travel total ungeeignet gewesen zu sein... Ändert natürlich nichts daran, dass die Jobs, die man im Inland bekommt, schon sehr fragwürdig bezahlt werden.

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thorsten.munder 20.11.2016, 20:20
3. auf dem Teppich bleiben

Ich war im Jahr 2005 auch ein ganzes Jahr in Neuseeland mit Working Visa und kann nur sagen das ich dasselbe verdient habe wie Arbeiter aus Neuseeland selbst ( und die gibt es auch als Erntehelfer ) oder auch eine Frau aus Canada mit der ich mich übers Finanzielle unterhalten habe , im krassen Gegensatz zu Deutschland wo gerade in der Fleischindustrie Osteuropäer bis auf`s letzte ausgebeutet werden oder wie vor ein paar Jahren wo bekannt wurde das Bulgaren die im Gleisbau bei der Deutschen Bahn arbeiteten mit sage und schreibe 1 Euro und fünfzig abgefertigt wurden , überhaupt in der Baubranche ist Betrug an der Tagesordnung ( auch auf dem Berliner " neuen " Flughafen ) oder der elenden Sexindustrie wo Frauen aufs übelste ausgebeutet werden und niemanden interessiert`s !

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hzj 20.11.2016, 20:31
4. Für sich selbst verantwortlich sein ist schon schwer!

Das Problem vieler Jugendlicher oder junger Erwachsener: Sie haben nie gelernt, für sich selbst und für ihr Leben die Verantwortung zu übernehmen. Dafür ist ein Working Holiday aber ein ganz toller Einstieg. Die jungen Leute sind häufig in Backpacker Hostels und dort gibt es Informationen über Arbeitsgelegenheiten in der Umgebung und über die Arbeitsbedingungen. Außerdem gibt es doch das Internet, um sich zu informieren, bevor man hunderte Kilometer zu einem neuen Arbeitgeber anreist. Ja, viele werden ausgebeutet, aber sie lassen sich auch ausbeuten. Australische Arbeitgeber sind grundsätzlich nicht weniger kapitalistisch, als deutsche, britische oder amerikanische. Es gibt aber auch viele faire und nette Arbeitgeber. Es gibt übrigens auch noch WWOOF, die "worldwide opportunities on organic farms", hier ein Link: http://www.farmarbeit.de/wwoof-australien.html

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Überfünfzig 20.11.2016, 20:34
5. Jetzt ohne gehässig zu sein!

Aber ich glaube einigen Wohlstandskinder aus dem satten Deutschland, wo Minianstrengungen schon als Erfolg abgefeiert werden, tut es ganz gut das ihnen im harten australischen Outback buchstäblich der Schweiß von der Stirne tropft und in einer harten Schule lernen, was es heißt, tatsächlich nur von dem zu leben, was man sich selbst erarbeitet. Vielleicht erinnern sich dann doch später einiger dieser Leute in einer möglichen Regierungsverantwortung daran, das Steuergelder nicht vom Himmel fallen und jeder der nur mit seiner Hände Arbeit seinen Lohn erwirtschaftet, den gleichen Respekt gezollt werden sollte, wie unter Seinesgleichen in der "Elitenclique"

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FrankDr 20.11.2016, 20:43
6.

@Anna: Es geht hier aber nicht um harte Arbeit und Knochenarbeit, um ihre Ausdrücke zu verwenden. Es geht darum das Land kennenzulernen und dabei (!) das Land kennenzulernen.
Wenn man um 5 Uhr anfangen möchte 11 Stunden in sengender Hitze unter Mindestlohn zu arbeiten, warum spart man sich dann nicht ne Menge Geld und sticht Spargel in der schönen Pfalz und geht abends auf ein Weinfest, anstatt auf ner verschimmelten Matratze auf den nächsten Tag zu warten und dafür Miete in Höhe des Lohns zu zahlen.
Sie missverstehen das gesamte Konzept, welches im Artikel steht.

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Celegorm 20.11.2016, 21:14
7.

Zitat von ttvtt
in 21 Tagen 1500 Euro als Backpacker auf den Kopf hauen, kann ich nicht nachvollziehen... das sind im Schnitt 70 Euro pro Tag... klingt eher wie Luxusurlaub...
Gemäss Artikel hat er sich ein Einzelzimmer "gegönnt". In Sydney sind da selbst im schäbigsten Hostel die 70 Euro schon fast weg. Das ist natürlich ein ziemlich blöder Anfängerfehler, aber wohl nicht ungewöhnlich. Generell dürften wohl viele Europäer unterschätzen, wie teuer Australien ist und auch darum in Schwierigkeiten geraten.

Um in Australien mit schmalem Budget bzw. lokalem Job durchzukommen, muss man im Normalfall sehr kleine Brötchen backen. Wer sich dessen nicht bewusst ist, kommt bald mal auf die Welt. Insofern sollte man sich das mit dem Working-"Holiday"-Visum auch gut überlegen. Persönlich erscheint mir das Ganze als recht ineffizienter Deal. Im Normalfall hätte man deutlich mehr davon, wenn man ein paar Monate in Deutschland arbeitet um sich das Geld anzusparen und dann vor Ort die Zeit nutzt, um halbwegs komfortabel das Land zu sehen, statt sich in Massenlagern vollschnarchen zu lassen und auf Tomatenfeldern ausgebeutet zu werden.

Zumindest ist es sicher sinnvoll, mit einem ordentlichen Polster anzureisen und sparsam damit umzugehen, damit man zur Not auch ohne Arbeit durchkommt. Wer wirklich arbeiten "muss", der erlebt auf die harte Tour, wie es sich ganz unten auf dem Arbeitsmarkt so lebt. Und lustig ist das, gerade in vermeintlichen Ferien, definitiv nicht..

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Rico456 20.11.2016, 21:19
8.

@FrankDr: Ihr Vorschlag ist ja ganz nett, doch den Job in Australien sucht man sich wenn man da ist. Vorher geht das nicht wirklich. Insofern hat man manchmal keine andere Wahl.

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cave68 20.11.2016, 21:45
9. Seltsam...

....dass man hier zum Erntehelfen kaum Einheimische antrifft...die jungen Menschen aber dann anscheinend massenweise nach Australien wollen.
Schön Ecken gibt es auch in Europa zu sehen...und Australien läuft nicht weg.
Ich bezweifele nämlich,dass man in einem halben Jahr in dem man (ich sag mal so) mindestens 8 Stunden am Tag arbeitet mehr sieht als wenn man mal mit Mitte 30 für 3-4 Wochen seinen Urlaub (ohne Arbeit)dort verbringt.

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