Forum: Karriere
Zeitvergleich: Frauen arbeiten 23 Prozent weniger als Männer
Corbis

Mehr Kinder, weniger Zeit für die Arbeit - klingt logisch. Für Mütter geht diese Gleichung auch auf. Väter dagegen arbeiten sogar länger und seltener in Teilzeitjobs als kinderlose Kollegen.

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DuDDle 01.04.2015, 15:20
1.

Also sogar nur im Schnitt 22% weniger Einkommen bei durchnittlich 23% weniger Arbeitszeit.

Ich habe irgendwie jetzt Probleme eine Ungerechtigkeit darin zu sehen, daß das pauschale und vor allem jobunabhängige durchschnittliche Einkommmen aller Frauen geringer ist; sie arbeiten anscheinend auch weniger.

Für den Einzelfall der identischen Arbeit, Betriebszugehörigkeit und Arbeitszeit gibt es m.W. schon jetzt die Gesetzesgrundlage zu klagen, falls die Frau weniger verdient.

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20InchMovement 01.04.2015, 15:24
2. Interessant

das steht ja dann direkt im Bezug, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Da braucht sich auch keiner wundern.

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colinchapman 01.04.2015, 15:27
3. war das nicht zu erwarten?

die viel zitierte Gender Pay Gap erklärt sich im wesentlichen - plakativ ausgedrückt - dass der Ingenieur 45h und die Kindergärtnerin 28h pro Woche arbeitet. Etliche arbeiten sogar noch weniger - und das dürfte auch erklären, wieso der Mindestlohn nur eher wenige Arbeitnehmer, die jetzt als Aufstocker zusätzlich staatliche Transferleistungen in Anspruch nehmen, davon sanieren wird. Nicht, dass ich die Idee von einem Mindestlohn schlecht halten würde, aber viele dieser Arbeitnehmer verdienen nicht nur deswegen (zu) wenig, weil sie zu schlecht bezahlt würden, sondern auch, weil ihre Wochenarbeitszeit zu kurz ist, um über das Existenzminimum zu kommen.

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Cr4y 01.04.2015, 15:28
4.

Ob das auch mit in die 20% Lohnunterschied mit rein spielt, die man am liebsten auf 0% drücken möchte?
Heißt das dann, dass Väter denn gewungen werden so wenig wie die Mütter zu arbeiten, oder muss die Mutter dann so viel arbeiten wie der Mann? Oder sollen Frauen weniger arbeiten aber genauso viel am Ende des Monats überwiesen bekommen?
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mebschmw 01.04.2015, 15:29
5. die Debatte wird immer komischer

Nun erfahren wir also, dass Frauen 23% weniger arbeiten und daher 22% weniger verdienen. Wenn das so stimmt, verdienen Frauen sogar geringfügig mehr als Männer pro Stunde. Ich glaube aber nicht, dass das stimmt. Denn viele Niedriglohn-Jobs in der Dienstleistungsbranche sind typische Frauen-Jobs. Allein das würde ein durchschnittlich geringeres Gehalt bereits erklären.

Solange es derart viele Sichtweisen auf die Statistik gibt, ist die Debatte sinnlos. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das macht Sinn. Dafür braucht man keine Statistik, sondern nur die Durchsetzung bestehender Diskriminierungsverbote und Transparenz im Gehaltsgefüge. Dazu noch mehr Chancen für Frauen, Ostdeutsche und Migranten auf Spitzenjobs (Frauen sind nämlich nicht die Einzigen, die absolut unterrepräsentiert sind) und wir wären auf dem richtigen Weg. Ach ja, und ein Bildungssystem, welches die soziale Herkunft nicht noch zementiert, sondern eine Chancengleichheit bietet.

Aber ok, ich phantasiere. In der Realität werden die Unterschiede leider weiter verschärft. Selbst der relativ gut verdienende Deutsche kann 3 Kinder und eine städtische Wohnung kaum noch finanzieren. Dass Gutverdiener arm wurden, ist eine besorgniserregende Entwicklung, denn sie zeigt, dass die Profiteure der deutschen Wirtschaftspolitik leider nicht die normalen Bürger sind. Reiches Land bedeutet leider nicht mehr "Wohlstand für alle". Das bekommt die neoliberale SPD in den Umfragen zu spüren, Merkel komischerweise nicht. Teflonmerkel, alles perlt ab.

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friespeace 01.04.2015, 15:30
6. Kurios? Notwendig!

Kurios ist es also, dass die Männer mehr arbeiten (müssen), wenn die Frauen kürzer treten (müssen)? Nein, das ist Logik! Am Ende des Tages muss nämlich der gleiche Ertrag reingebracht werden, bzw. steigt der Bedarf mit jedem Kind natürlich an.
Was für eine Erkenntnis.
Nächste Erkenntnis (im Subtext): mehr Kinder = mehr Zeit, die für diese investiert werden muss = weniger Zeit, die eine der beiden Elternteile auf Arbeit verbringen kann.

Ja, ihr lieben modernen Wissenschaftler und Analysten: das ist das Leben!
Und noch etwas: wir haben 22% Gender Pay Gap, aber sogar 23% weniger Arbeitszeit? Und das trotz nachweislich einer großen Anzahl an Jobs in eher schlecht bezahlten Branchen? Ich lese daraus: Frauen verdienen mehr als Männer, wenn man nur die Vergleichbarkeit herstellen würde.

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geando 01.04.2015, 15:30
7. Korrelation von Gender-pay-Gap zu Arbeitszeiten

Wirklich interessant ist doch die Korrelation zwischen dem Arbeitszeitunterschied (23%) und dem "Gender pay Gap" (22%). Der "Gender-Pay-Gap"-Wert entsteht ja bekanntlich aus dem Gesamtvergleich heraus, also ohne Beachtung unterschiedlicher Arbeitszeiten und Berufsgruppen. Wir stellen fest: Männer arbeiten im Schnitt 23% mehr und erhalten nur 22% mehr Lohn. Das "Gender-Pay-Gap" weist also aktuell einen Unterschied von 1% zu Ungunsten der Männer auf. Noch Fragen?

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zufriedener_single 01.04.2015, 15:35
8. DiMiDo

Auffällig besonders bei DiMiDo-Frauen. Der Mann schuftet die volle Woche. Die Frau lässt sich's gutgehen mit Esoterik und Yoga. Der dumme Mann zahlt's ja. Diese Frauen mögen bitte nicht jammern, daß sie weniger verdienen. Es wird endlich Zeit für Männerbeauftragte, um dem Diktat des Feminismus etwas gleichwertiges entgegenzusetzen!

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FocusTurnier 01.04.2015, 15:35
9. 23

Jetzt müsste man nur noch erforschen, ob die Frauen die Arbeitszeit in Absprache mit dem Kindsvater verkürzen oder ob sie dazu mit der patriarchaischen Knute gezwungen werden. Vielleicht ist ja die Wahl eines "klassischen Rollenmodells" das Angenehmere für beide Elternteile (Stichwort: Gleichstellungsparadoxon).
Für die Quoten-Fans ein Beispiel aus der Schweiz (bei einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hätte ich sowas eigentlich schon erwartet):

"Sie will die Quote für den Teilzeitmann"

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Sie-will-die-Quote-fuer-den-Teilzeitmann/story/30468906

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