Forum: Karriere
Zeitvergleich: Frauen arbeiten 23 Prozent weniger als Männer
Corbis

Mehr Kinder, weniger Zeit für die Arbeit - klingt logisch. Für Mütter geht diese Gleichung auch auf. Väter dagegen arbeiten sogar länger und seltener in Teilzeitjobs als kinderlose Kollegen.

Seite 3 von 11
perspective 01.04.2015, 16:11
20. Aha

"Nicht nur beim Gehalt, auch bei der Arbeitszeit öffnet sich eine enorme Schere zwischen Männern und Frauen" -- ei, gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?

Wie passt "Der mit der Kinderzahl wachsende Unterschied bei den Arbeitszeiten zwischen Männern und Frauen gründet nahezu ausschließlich auf den kürzeren Arbeitszeiten der Frauen." mit "Je mehr Kinder eine Frau hat, ... - bei Männern dagegen steigt die Zahl der Arbeitsstunden sogar."?

Klingt ziemlich eindeutig danach, dass Männer ihre Zuneigung zu ihrer Familie und den Kindern vor allem dadurch zeigen wollen, dass sie viel Geld verdienen und ihrer Familie so die Existenz sichern wollen. Und so lange die meisten Frauen Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen und keiner die Männer fragt, ob sie nicht vielleicht auch was von ihren Nachkommen sehen wollen, wird das wohl so bleiben. Naja, bis Mehrarbeit aufgrund von "Gleichstellungsregelungen" nicht mehr möglich ist. Dann wird es wirklich interessant.

Beitrag melden
jstawl 01.04.2015, 16:17
21.

Zitat von vevi
Ja: Wo lassen Sie denken? Die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen ist auf den Stundenlohn bezogen.
Danke. Man vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Bei den Lohnunterschieden ging es nur um Brutto-Stundenlöhne aus der Verdienststrukturerhebung. Daher hat dort der Teilzeitfaktor null Auswirkung auf diesen Wert und daher sind etwaige Vergleiche unzulässig, um es noch freundlich auszudrücken.

Der 23%-Wert ist übrigens genauso Blödsinn, weil er z.B. die niedrigere Qualifikation und die lohnschwächeren Berufe, die Frauen eher wählen, nicht umfasst. Nimmt man gleiche Qualifikation und Beruf an, liegt der Unterschied noch bei 7 % zwischen Frauen und Männern und genau diese 7 % muss man hinterfragen. Sonst nix.

Dieser Artikel geht einfach nur um die Arbeitszeit von Frauen und Männern im Vergleich. Und da hat diese Studie wenig Neues zu bieten. Das wird schon jedes Jahr aus den bestehenden und dort zitierten Mikrozensus-Daten veröffentlicht. Und das seit unzähligen Jahren.

Beitrag melden
sinasina 01.04.2015, 16:30
22. Und manche sagen hinter vorgehaltener Hand

*
Wenn Männer nach der Geburt ihres Kindes erheblich mehr arbeiten, als vorher - dann sagen die einen, dies sei eine Form von Nestbautrieb.

Andere sagen, nur damit kann das geringere (fehlende) Gehalt der Frau ausgeglichen werden.

Und manche sagen hinter vorgehaltener Hand "Gott sei Dank dass ich Überstunden machen kann - keine schreiende Plage, endlich Erwachsengespräche und keine voll gekackten Windeln".
*

Beitrag melden
mouth2 01.04.2015, 16:34
23.

Zitat von vevi
Nein, dem ist nicht so. Denn Frauen bekommen pro Stunde 22 % weniger Lohn.
Das ist schlicht falsch! Laut den verlinkten Artikeln liegt er bei 7%.

Beitrag melden
balmy_matrix 01.04.2015, 16:35
24. Wo ist die Frauen-Armut???

Zitat von vevi
Nein, dem ist nicht so. Denn Frauen bekommen pro Stunde 22 % weniger Lohn.
Das ist ja schön wie Sie hier alle aufklären, aber der Bruttostundenlohn ist natürlich auch eine Funktion der Arbeitszeit. Eine Vorbemerkung, stellen Sie sich vor Frauen würden 25 Prozent weniger Zeit arbeiten und dabei sogar noch 25 Prozent weniger verdienen als Männer, warum liegen dann Männer und Frauen zB. in Bezug auf das relative Armutsrisiko weit unter 5 prozent Auseinander? Woher kommt das Geld der Frauen, die weniger arbeiten und noch weniger verdienen?

Mal ein Tipp, je zweite Überstunde in Deutschland ist unbezahlt (Gesamt über 1,4 Mrd. jährlich). Meinen Sie die 20 Prozent Männer und die zusätzlichen 1/3 Männer die über 35 Stunden arbeiten bekommen jede Überstunde bezahlt? Bei Frauen geht das Arbeitsvolumen zurück, immer mehr kommen dazu die eben nicht arm sind, sondern so reich, dass sie sich eine Teilzeitbeschäftigung erlauben können. Seit 20 Jahren wächst die Arbeitszeit von Männern an, überlegen Sie mal warum, vielleicht hängt ja das eine mit dem anderen zusammen.

Übrigens, wussten Sie das nicht nur unbezahlte Überstunden beim PayGap unberücksichtigt bleiben, sondern auch Leih-, Kurz- und Tageslohnarbeitsverhältnisse? Also etwa 2 Millionen Männer (vs. 400.000 Frauen in diesen Branchen) mit miesen Bezahlungen. Wussten Sie das im Paygap nur Firmen ab zehn Mitarbeitern betrachtet werden? Für 60 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland hat der PayGap keine Bedeutung. Hier sind mittlerweile so viele Blüten in der Luft, dass keiner mehr sagen kann was eigentlich stimmt. Dass aber Frauen pro Stunde 22 Prozent weniger Lohn bekommen stimmt, allerdings nicht für gleiche Arbeit, das gleiche Qualifikationsniveau, die gleiche Arbeitszeit ect.

Beitrag melden
erlachma 01.04.2015, 16:39
25.

Zitat von Jolande9
...von Destatis: "Der Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen abhängig Beschäftigten Männern und Frauen beim durchschnittlichen Bruttostundenverdienst. "
Das mag sein - nur ist die "Gender Pay Gap"-Zahl politisch gewollt, und lässt sich mit statistischen Methoden nicht aus den Zahlen ableiten. Und dann ist auch egal, ob mit untauglichen Methoden 22% pro Stunde oder 22% pro Sonnenstrahl draus wurden.

Ein Vergleich zwischen der "Gender Pay Gap" und der "Gender Time Gap" ist noch abstruser, aber es ist als Emphasis zu sehen, mit der die Blödsinnigkeit der Zahlen verdeutlicht werden soll.

Beitrag melden
geando 01.04.2015, 16:41
26. @vevi

Zitat von vevi
Ja: Wo lassen Sie denken? Die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen ist auf den Stundenlohn bezogen.
Sie haben recht, der Wert bezieht sich auf den Brutto-Stundenlohn. Da war ich schlecht informiert.

Beitrag melden
erlachma 01.04.2015, 16:42
27.

Zitat von jstawl
Danke. Man vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Bei den Lohnunterschieden ging es nur um Brutto-Stundenlöhne aus der Verdienststrukturerhebung. Daher hat dort der Teilzeitfaktor null Auswirkung auf diesen Wert und daher sind etwaige Vergleiche unzulässig, um es noch freundlich auszudrücken. Der 23%-Wert ist übrigens genauso Blödsinn, weil er z.B. die niedrigere Qualifikation und die lohnschwächeren Berufe, die Frauen eher wählen, nicht umfasst. Nimmt man gleiche Qualifikation und Beruf an, liegt der Unterschied noch bei 7 % zwischen Frauen und Männern und genau diese 7 % muss man hinterfragen. Sonst nix. Dieser Artikel geht einfach nur um die Arbeitszeit von Frauen und Männern im Vergleich. Und da hat diese Studie wenig Neues zu bieten. Das wird schon jedes Jahr aus den bestehenden und dort zitierten Mikrozensus-Daten veröffentlicht. Und das seit unzähligen Jahren.
Danke, das stellt es gut heraus: Man vergleicht Äpfeln mit Autos (Gender Pay Gap) und Boskop mit Granny Smith (Gender Time Gap). Bei letzterem ist man immerhin schon in der gleichen Kategorie, bei ersterem noch nicht einmal auf dem gleichen Planeten.

Beitrag melden
firehorse67 01.04.2015, 16:42
28. und dann

gibt es die frauen, die arbeiten vollzeit trotz zwei kindern und ohne mann. nennen sich alleinerziehend und da fragt keiner wie sie das schaffen. im gegenteil, da wird gebasht von mehereren seiten. die anderen mütter, lehrer, etc weil man nicht genug zeit für die kinder hat, die arbeitgeber, weil man nicht genügend zeit für die arbeit hat. burnout? können wir uns nicht leisten.

Beitrag melden
Martin Ogger 01.04.2015, 16:56
29. Wirklich?

Zitat von vevi
Nein, dem ist nicht so. Denn Frauen bekommen pro Stunde 22 % weniger Lohn.
Aber nur beim unbereinigten Gender Pay Gap, welcher unter anderem deshalb so hoch ausfällt, weil dort Teilzeitarbeit hineingerechnet wird. Würden Frauen Vollzeit arbeiten, also etwa 23 Prozent mehr, nähert sich der unbereinigte Wert dem eigentlichen Bruttostundenlohn für gleiche Arbeit, dem bereinigten Gender Pay Gap.

Also noch einmal verständlich: Frauen arbeiten weniger als Männer, oft in schlecht bezahlter Teilzeitarbeit, weshalb sie weniger verdienen. Würden sie genauso viel arbeiten (also 23 Prozent mehr als heute), würde der Gender Pay Gap nahezu verschwinden. Deshalb kommt beispielsweise das IW auf einen bereinigten Wert von unter 2 Prozent.

Diese 2 Prozent erklären sich durch ungleiche Löhne für gleiche Arbeit und sind verfassungswidrig.

Beitrag melden
Seite 3 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!