Forum: Karriere
Zeitvertreib auf dem Arbeitsweg: "Ich möchte das Pendeln nicht missen"
Getty Images

Den Rhein bewundern, Funklöcher zählen oder endlich mal ungestört arbeiten: Hier berichten SPIEGEL-ONLINE-Leser, wie sie aus ihrem langen Arbeitsweg das Beste machen.

Seite 1 von 6
Stoew 26.04.2017, 07:34
1. Und wo ist die Neuigkeit?

Aus dem Fenster eines Fernzuges konnte man schon ab 15. Dezember 1846 auf der Bahnstrecke Hamburg-Berlin gucken und sinnieren: "faszinierend". Fahrdauer 9 Stunden, also so wie manchmal heute. :-)

Der "Rheingold" von 1927 hatte ein Sekretärin an Bord, der der Gschaftlhuber seine Briefe direkt in die Schreibmaschine diktieren konnte. Oder in den Stenoblock.

Die Kassetten-Diktiergeräte und die Taschenrechner kamen in den 70-er Jahre auf und machten die Sekretärin an Bord überflüssig, da man im Zug diktierte und dann von der Sekretärin im Büro schreiben lies.

In den 90 Jahren des vorigen Jahrhunderts kam der Laptop, der es ermöglichte, an Bord eines Zuges seine Berichte und Memos selbst zu schreiben. Ausserdem löste der das Reiseschachbrett ab. Kurz darauf nahmen die Mobiltelefonierer die Grossraumwagen in Beschlag und dann kamen die Quassler am Smartphone und die Terroreltern. Die heute das Reisen in Deutschland zur Qual werden lassen, weil ständig gefühlte 20 Ausländer in der Grossraumtelefon-Zelle wie die Verrückten ins Telefon brüllen und dabei vergessen, dass Zimmerlautstärke ausreicht, um mit Nigeria zu telefonieren. In die Kakophonie mischen sich dann die kleinen Kaka mit ihren dissonanten Stimmen ein und deren kreischende Mütter.

Wer sich dann ins letzte Refugium des kultivierten Reisenden zurückziehen will -den Speisewagen- findet den nicht mehr, sondern nur noch ein Bistro, in dem die Stadt- und Profilneurotiker und Alks alle durcheinander schreien. Und ab und zu kotzt einer in die Ecke.

Dabei war der Speisewagen die angenehmste Art des Reiseerlebens. Der vom Orientexpress (ab 1883) hatte einen sagenhaften Ruf. Das war noch bevor Michelin Sterne vergab. Und bot sehr angenehme Flirtmöglichkeiten mit Eheaspirant/innen.

Heute erlebt man Nichts auf Reisen,
sondern muss die Zeit vertreiben.

P.S.
Den meditativen und kreativem Faktor des entspannten Reisens sollte man nicht unterschätzen. Die "Rhapsody in Blue" und der "Chattanooga choo choo" wurden in einem Zug geschrieben. Richard Wagner konzipierte gerne im Zugwagen und in den Abteilen entstand eine Menge Literatur. Beim Sinnieren und Konzipieren, nicht bei Schreiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jhea 26.04.2017, 07:57
2. Klicken sie hier auf eine Auswahl von Antworten...

Ist nichts zu klicken.
Da hat jemand den
klicken Sie hier für eine Auswahl von Antworten
Textbaustein in der HTML oder was weiß ich was ihr benutzt Seite vergessen ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hegoat 26.04.2017, 08:16
3.

Des Pendelns wegen um drei Uhr aufstehen, auf dem Flughafen schlafen oder Arbeit für die Firma im Zug (also in der Freizeit) erledigen. Lebensqualität sieht anders aus. Aber die Leute scheinen sich so dran gewöhnt zu haben, dass sie sich diesen Verlust als Gewinn schönreden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gus78 26.04.2017, 08:20
4. Schöngerede

Jeder der pendelt, redet sich die Sache doch schön. Natürlich kann man versuchen, die Zeit irgendwie zu nutzen, aber unbezahlte Arbeit für den Arbeitgeber ist dabei sicherlich die schlechteste Wahl. Aber das man gerne pendelt, kann ich nicht glauben. Ich selbst pendle z.Z. jeden Tag 100 km - 80 mit der DB, 18 mit dem PKW und 2 mit dem Fahrrad. Gäbe es die Möglichkeit, würde ich dies sofort ändern. Spätestens wenn der Zug mal wieder Verspätung hat, man im Stau steht oder sonst etwas den Ablauf behindert, fühlt man sich genervt. Vom Schlafmangel durch das frühe aufstehen, der schlechten Erneährung und der Vernachlässigung der sozialen Kontakte noch garnicht gesprochen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mantrid 26.04.2017, 08:32
5. Stilloses Reisen

Wer das Pendeln so genießen kann, der ist zu bewundern. Für mich ist der ÖPNV eine Kakophinie diverser Lärmquellen, Ausdünstungen, Viren und Bakterien. Und da ich vertrauliche Dinge zu bearbeiten habe, kann ich Arbeiten im Zug völlig vergessen. Selbst wenn das nicht wäre, ist das Benehmen vieler Zeitgenossen schlichtweg eine einzige Zumutung. Unter stilvollen Reisen stelle ich mir etwas völlig anderes vor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zauberhexe 26.04.2017, 08:33
6. Falsches Bild

Das Bild ist Schönfärberei. Ein 4er-Platz ganz alleine für sich? Beim Pendeln? In 30 Jahren noch nie erlebt. Dafür übervolle Züge, "ausgefallene" Wagons usw. Ich sehe das Pendeln als notwendiges Übel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
laracrofti 26.04.2017, 08:51
7. Falls wirklich Leute das Pendeln

gut finden, dann haben sie einfach keinen Bock Zeit mit seinen Nächsten zu verbringen, keine Freunde und keine Hobbies um sich auch mal allein zu beschäftigen. Soviel Zeitverschwendung durch die Fahrerei, soviel Umweltbelastung und und und.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lineapa 26.04.2017, 09:14
8. Pendeln ist Zeit zum Abschalten ...

.. Zeit, den Stress der Arbeit hinter sich zu lassen und auszuruhen, bevor das Zuhause mit allen Pflichten, Haushalt, Kindern etc. wieder auf einen einstürzt. Meine Strecke: jeden 120 km Bahn und 20 km Fahrrad. 1,5-2h pro Strecke. Ja, manchmal ätzend, wenn Horden von Einkäufern, Urlaubern und Fussballfans die Waggons bevölkern. Aber in der Regel sehr schön ruhig und regelmäßig, Sport inklusive. Habe vor Jahren angefangen, in der Bahn zu schreiben, mehrere Bücher veröffentlicht und möchte es nicht mehr missen! Alles eine Sache der Einstellung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rizzorat 26.04.2017, 09:18
9. Geht garnicht

Pendeln ist verschwendete private Zeit. Das immer mehr leute immer weiter Pendeln müssen ein Hohn für unsere Umweltbemühungen und unsere Verkehrsinfrakstruktur ist schon lange über "Oberkante-Unterlippe" hinaus.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6