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"007"-Produzenten: "Bond ist als Mann konzipiert, das wollen wir nicht ändern"
ddp/ INTERTOPICS/ LMKMEDIA

Gerade haben die Dreharbeiten von "Bond 25" begonnen, die Vorbereitung war chaotisch. Die Produzenten Broccoli und Wilson über die realen Bösewichte, Rollenbilder - und Diversität im Bond-Universum.

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Clara77 26.04.2019, 00:45
10.

Bond ist eigentlich gar keine Projektion von irgendwie m/w/d, sondern war immer primär eine Projektion des Westens von sich selbst. Und den 60ern war er eben eine coole Projektion der westlichen Lebensart. Cool, raffiniert, gentleman-like und stilvoll - und heute soll es dann wohl einen nervige Gouvernanten-Sendung werden, die das Publikum mehr divers korrekt erzieht.
In gewisser Weise - passt das.

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stollenreiter 26.04.2019, 05:45
11. Oh je, wenn ich schon lese "nicht mehr im Dienst"....

Bei den Bond mit Daniel Craig ist er ständig "gefeuert" oder in Ungnade gefallen und verliert alle Privilegien usw. usf. ...sorry, aber gääähn!!! Etwas ideenlos für etwas das keine Ideen benötigt. Immerhin ist er "als Mann konzipiert", ich hätte ansonsten auch gefragt warum die Rolle der Queen, Magaret Thatcher oder vielleicht sogar die Jungfrau von Orleans nicht auch mal von einem Mann gespielt werden sollte...Diversity eben. Aber zurück, Bond wird jetzt also ein SpinOff von R.E.D.?

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usa911 26.04.2019, 06:52
12. Wenn es Erziehung wird...

Warum muss aus Unterhaltung auch eine Erziehung werden? Ob in den Filmen, die rein einer Fantasie entspringen muss das Publikum erhalten, aber nicht zwangs erziehen!
Denn Fantasie ist und bleibt Fantaise, oder wann kommen die grauen Männer von Momo oder wann darf ich endlich auf einem Drachen fliegen?

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quark2@mailinator.com 26.04.2019, 06:59
13.

Der ursprüngliche Bond ist ein lebensfroher, selbstbewuster, weltgewandter und erfolgreicher Mann, nicht der halb gebrochene, emotional und teilweise auch körperlich gezeichnete Craig. Der originale Bond hätte sich niemals dumme Anspielungen von Moneypenny oder einer weiblichen M gefallen lassen (müssen). Insofern hat man dem Zeitgeist folgend, welcher einem Mann soviel Souveränität nicht mehr zugesteht, den Charakter bereits massiv verändert, bzw. in sein Gegenteil verkehrt. Es würde dieser Entwicklung die Spitze aufsetzen, wenn man nun eine weibliche Bond brächte, die vermutlich dann i.e. den Grad an Unfehlbarkeit des ursprünglichen Bonds hätte, wenn man aus den Zeichnungen der letzten Superheldinnen Rückschlüsse ziehen darf.

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Robert Fridolin 26.04.2019, 07:59
14.

Zitat von Das Pferd
Bond-Filme sind keine Erziehungssendungen, in denen erklärt wird, wie man risikoarm Auto fährt, sich gesund ernährt und korrekt mit Frauen umgeht. Waren sie noch nie.
Das stimmt so nicht. Beispielzitat:

M: "Ich rede von den vielen Giften, die Ihren Körper und Ihren Verstand zerstören. Sie essen zu viel rohes Fleisch, zu viel Weißbrot und Sie trinken zu viele trockene Martinis."
007: "Dann werde ich das Weißbrot weglassen, Sir."

aus "Sag niemals nie" 1983

;-)

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krautrockfreak 26.04.2019, 08:30
15. Man muss unterscheiden, den "alten" Bond und den "neuen" - beide haben

nicht viel miteinander zu tun. Die alten Filme waren recht "ruhige" Filme, mit langen Einstellungen, viel (aufgesetztem) Witz, Comedy, Lokalkolorit und harmlosen Figuren. Die neuen Filme sind typische Action-Kracher á la "Mission Impossible" o. ä.
Wer Letzteres sucht, ist mit den neuen Filmen gut bedient, aber vergleichen mit den alten, das ist Nonsens...

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Testtubebaby 26.04.2019, 08:45
16. Unerreicht

Die Figur James Bond auf der Leinwand wurde von Sean Connery definiert. Leichtsinn, Risikobereitschaft und das Leben nicht zu ernst nehmen, da es morgen schon vorbei sein kann, dazu eine charismatische Erscheinung. Im Laufe der Jahrzehnte sind wir dann bei Daniel Craig als verbittertes Kampfschwein gelandet. Craig ist in der Bond-Rolle immer blass geblieben, er konnte in anderen Rollen schon weitaus mehr überzeugen. Im zeitlichen Kontext gesehen waren die technischen Ideen der frühen Bond-Filme pure Science Fiction und ließen den Zuschauer mit offenem Mund zurück. Von dieser innovativen und verspielten Technikverrücktheit ist auch nichts geblieben. Bond heute ist einfach ein weiterer beliebiger Actionfilm mit großem Budget, das Alleinstellungsmerkmal ist schon lange weg. Dazu passen dann auch Diskussionen über Diversity und weibliche Bonds. Eigentlich ist es Zeit, dieses Fossil endlich zu beerdigen, es kann nur schlechter werden.

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laurent1307 26.04.2019, 09:29
17. Game Over

Bond hat bei mir aufgehört, mit Pierce Brosnan. Technikverliebtheit, eine gewisse Portion Größenwahnsinn und eine Ironie mit einer Eleganz gepaart, dass war für mich Bond. Seit Craig sind wir nur noch bei einer Wehleidigen Selbstbespiegelung angekommen, eine Reflexion unserer verunsicherten Generation. Deswegen gehe ich nicht ins Kino.

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großwolke 26.04.2019, 10:21
18. Zum Vergleich: TripleX

Broccoli spricht da einen richtigen Punkt an: man kann Bond (oder ein beliebiges anderes Franchise) ruhig so lassen, wie es ist, und die "zeitgemäßen" Ideen anderswo verwursten. Der Zuschauer wird entscheiden, was er sehen möchte. Man schaue sich die Avengers-Reihe an: von Anfang an farbig und geschlechtlich gemischt, und es ist ein Bombenerfolg. Für den direkten Vergleich kann man auch die TripleX-Reihe hernehmen (nicht unbedingt den dritten Teil, der war unterirdisch): alles, was Bond erfolgreich gemacht hat (Girls, Bling, verrückte Stunts, freakige Technik), aber mit einem coolen US-Hauptcharakter aus der HipHop-Ecke. Die großen Studios haben einfach zuviel Angst: auf der einen Seite vor den Shitstorms der sogenannten Aktivisten, auf der anderen davor, einfach mal was neues anzuschieben, anstatt Fortsetzungen zu drehen. Angst essen Kino auf.

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UlrikeLange aus Darmstadt 26.04.2019, 10:32
19. Siter Craig

Die Welt von Bond ist untergegangen. Die Welt unserer Väter. Craigs Machismo verwechselt Brutalität mit Eleganz, was mimetisch korrekt ist und unserer biederen Welt entspricht. Eleganz ist ohne Subtilität nicht möglich. Nur eine Frau, eher subtil und gefährlich, hätte dieses Retro-Konzept nochmals befeuern können. Aber dann doch entschieden jenseits von Atomic Blonde. Was ja der Versuch war, eine Atomic Bond zu inaugurieren: Sister Craig. Das Marketing war wohl dagegen.

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