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"007"-Produzenten: "Bond ist als Mann konzipiert, das wollen wir nicht ändern"
ddp/ INTERTOPICS/ LMKMEDIA

Gerade haben die Dreharbeiten von "Bond 25" begonnen, die Vorbereitung war chaotisch. Die Produzenten Broccoli und Wilson über die realen Bösewichte, Rollenbilder - und Diversität im Bond-Universum.

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quantumkosh 26.04.2019, 10:41
20. Pardon...

… "Wie wollen Sie sicherstellen, dass sich auch jüngere Zuschauer den Film ansehen werden? Unter ihnen sind schließlich Themen wie Diversität und weibliche Selbstermächtigung sehr wichtig." Erste-Welt-Probleme betreffen selbst in der "Ersten Welt" nur einen seeehr kleinen Bruchteil der Bevölkerung, meist gelangweilte Ober- bzw. obere Mittelschicht, die sind zwar sehr laut, haben auch eine Lobby, dürften aber nicht wirklich die Zielgruppe ausgerechnet für einen Bond-Film sein, wer den gegendert (mit dritter Toilette!) und politisch korrekt weichgespült haben will kann sich eigentlich ja gleich die Sesamstraße anschauen.

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panzerknacker 51 26.04.2019, 11:33
21. Oja

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Bond ist zwar als männliche Figur konzipiert, aber was wären Bond-Filme ohne "Bond-Girls"? Dabei sind die "bösen Bond-Girls" immer ein wenig interessanter gewesen, als die guten. Dennoch wäre es mal Zeit abzugraden. Eine Million Schüsse (von denen eh keiner trifft), eine Million Explosionen, eine Million Verfolgungsjagden - und das in ersten 5 Minuten des Films sind einfach too much. "The Spy Who Loved Me" war der letzte wirklich gute Bond-Film. Meiner Meinung nach.
Wie recht Sie haben. Als James Bond durch Daniel Craig ersetzt wurde, habe ich aufgehört, diese Filme anzuschaun.

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tadel 26.04.2019, 11:34
22. Das war ein Witz oder?

Zitat: " Wie wollen Sie sicherstellen, dass sich auch jüngere Zuschauer den Film ansehen werden? Unter ihnen sind schließlich Themen wie Diversität und weibliche Selbstermächtigung sehr wichtig."

Ich bezweifle das die Handvoll, denen das wichtig ist zur Zielgruppe dieses Produktes gehören. Man darf vom Gegenteil ausgehen. Die gehen nämlich in irgendwelchen prämierten Autorenfilme die regelmäßig an der Kinokasse floppen!

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jeby 26.04.2019, 11:36
23.

Zitat von großwolke
Broccoli spricht da einen richtigen Punkt an: man kann Bond (oder ein beliebiges anderes Franchise) ruhig so lassen, wie es ist, und die "zeitgemäßen" Ideen anderswo verwursten. Der Zuschauer wird entscheiden, was er sehen möchte. Man schaue sich die Avengers-Reihe an: von Anfang an farbig und geschlechtlich gemischt, und es ist ein Bombenerfolg. Für den direkten Vergleich kann man auch die TripleX-Reihe hernehmen (nicht unbedingt den dritten Teil, der war unterirdisch): alles, was Bond erfolgreich gemacht hat (Girls, Bling, verrückte Stunts, freakige Technik), aber mit einem coolen US-Hauptcharakter aus der HipHop-Ecke. Die großen Studios haben einfach zuviel Angst: auf der einen Seite vor den Shitstorms der sogenannten Aktivisten, auf der anderen davor, einfach mal was neues anzuschieben, anstatt Fortsetzungen zu drehen. Angst essen Kino auf.
Die Avengers Reihe war von Anfang an mit Sicherheit nicht vernünftig geschlechtlich gemischt! Das wird jetzt erst in letzter Zeit etwas besser.

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Ein Stein! 26.04.2019, 12:01
24. Für Ihre These gibt es sogar einen Beleg

Zitat von quantumkosh
… "Wie wollen Sie sicherstellen, dass sich auch jüngere Zuschauer den Film ansehen werden? Unter ihnen sind schließlich Themen wie Diversität und weibliche Selbstermächtigung sehr wichtig." Erste-Welt-Probleme betreffen selbst in der "Ersten Welt" nur einen seeehr kleinen Bruchteil der Bevölkerung, meist gelangweilte Ober- bzw. obere Mittelschicht, die sind zwar sehr laut, haben auch eine Lobby, dürften aber nicht wirklich die Zielgruppe ausgerechnet für einen Bond-Film sein, wer den gegendert (mit dritter Toilette!) und politisch korrekt weichgespült haben will kann sich eigentlich ja gleich die Sesamstraße anschauen.
Es gab nämlich schon einen Film, den man als "007 weiblich" bezeichnen könnte:
"Tödliche Weihnachten" mit einem weiblichen Killer im Auftrag der Regierung als Hauptperson.*

Ich finde diesen Film so gut, dass ich ihn bereits 3 mal gesehen habe und jetzt, nach längerer Zeit, auch noch ein 4. mal sehen würde!

Problem war dabei jedoch, dass den Produktionskosten von ca. 65 Mio Dollar ein Einspielergebnis in den USA von ca. 33 Mio Dollar gegenüberstand.*

Was er letztendlich insgesamt eingespielt hat, konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln, es dürfte aber zu bezweifeln sein, dass die Produktionskosten eingespielt wurden.

Möglicherweise war dieser Film seiner Zeit voraus, ein paar Jahre zu früh in den Kinos. Ich befürchte aber, dass das Ergebnis heute nicht wesentlich besser wäre.
Und ohne wirtschaftlichen Erfolg keine Produktion.

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Ein Stein! 26.04.2019, 12:08
25. Nachtrag, ich habe die Fußnote vergessen

Zitat von Ein Stein!
Es gab nämlich schon einen Film, den man als "007 weiblich" bezeichnen könnte: "Tödliche Weihnachten" mit einem weiblichen Killer im Auftrag der Regierung als Hauptperson.* Ich finde diesen Film so gut, dass ich ihn bereits 3 mal gesehen habe und jetzt, nach längerer Zeit, auch noch ein 4. mal sehen würde! Problem war dabei jedoch, dass den Produktionskosten von ca. 65 Mio Dollar ein Einspielergebnis in den USA von ca. 33 Mio Dollar gegenüberstand.* Was er letztendlich insgesamt eingespielt hat, konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln, es dürfte aber zu bezweifeln sein, dass die Produktionskosten eingespielt wurden. Möglicherweise war dieser Film seiner Zeit voraus, ein paar Jahre zu früh in den Kinos. Ich befürchte aber, dass das Ergebnis heute nicht wesentlich besser wäre. Und ohne wirtschaftlichen Erfolg keine Produktion.
*: Kurze Handlungszusammenfassung und Quelle der Daten unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Tödliche_Weihnachten

PS: Ich empfehle diesen Film wärmstens

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wiispieler 26.04.2019, 12:48
26. Diversität

Also ich zähle mich mit 27 Jahren mal zu den Jüngeren Fans und würde wetten, dass die meißten Menschen in meinem Alter bei Filmen generell, aber vor allem Bondfilmen, keinen großen Wert auf Diversität legen. Wir leben nicht alle in der Regenbogen-Spiegelwelt

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derjoey 26.04.2019, 14:20
27.

Zitat von tadel
Ich bezweifle das die Handvoll, denen das wichtig ist zur Zielgruppe dieses Produktes gehören.
Denke ich auch. Insgesamt werden Anzahl und Hebel der wirklich Hardcore-"Diversitären" ohnehin grotesk überschätzt, auch von einigen Foristen im Spiegel-Forum, wie man immer wieder lesen kann (da wird dann von "Gender-Wahn" als Meinstream usw. phantasiert).

James Bond hat sich aber auch ohne künstliche Beeinflussung von Außen deutlich geändert, einfach weil man mit der Zeit gehen muss. Plumpe Anmachsprüche des 60er-Jahre-Bonds würden heutzutage auch abseits jeglicher Political Correctness nur noch für Gähnen sorgen. Was nicht bedeutet, dass ich ein Fan von Daniel Craigs Version bin, mMn war Pierce Brosnan der letzte Bond, der noch auf authentische Weise Sci-Fi-Action mit Stil verbinden konnte, was für mich immer integraler Bestandteil der Filmreihe war.

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Hans_Suppengrün 29.04.2019, 13:42
28.

Zitat von laurent1307
Bond hat bei mir aufgehört, mit Pierce Brosnan. Technikverliebtheit, eine gewisse Portion Größenwahnsinn und eine Ironie mit einer Eleganz gepaart, dass war für mich Bond. Seit Craig sind wir nur noch bei einer Wehleidigen Selbstbespiegelung angekommen, eine Reflexion unserer verunsicherten Generation. Deswegen gehe ich nicht ins Kino.
So unterscheiden sich die Geschmäcker. Brosnan war mir unerträglich. Seine Ironie, sein "Witz" und sein "Charme" haben bei mir nie gezündet. Die Action war hanebüchen (In einem Teil hat er ein Boot durch die Straßen Londons gelenkt - wie bitte???). Abteilung Q ist auch immer nur noch lächerlicher geworden, bis Bond zum Schluss in einem unsichtbaren Auto durch die Gegend gefahren ist... nee, das war alles nichts für mich.

Craig dagegen ist geerdet. Haut man ihn, kriegt er ein blaues Auge. Schießt man ihn an, dann blutet er. Abteilung Q kümmert sich um PCs und ums Internet anstatt Laser-Armbanduhren zu basteln und Kugelschreiber mit Lenkraketen zu bestücken. Und Craigs Auto kann man sogar sehen!

Das ist mir viel lieber so!

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olli_b 29.04.2019, 19:04
29.

Zitat von krautrockfreak
Die alten Filme waren recht "ruhige" Filme, mit langen Einstellungen, viel (aufgesetztem) Witz, Comedy, Lokalkolorit und harmlosen Figuren. Die neuen Filme sind typische Action-Kracher á la "Mission Impossible" o. ä. Wer Letzteres sucht, ist mit den neuen Filmen gut bedient, aber vergleichen mit den alten, das ist Nonsens...
Welcher alte Film erscheint aus heutiger Sicht nicht langsam?

Die Filme entstanden über mehrere Jahrzehnte hinweg. Damit veränderten sich auch die Zutaten , z.B. die Rivalität in der Raumfahrt zwischen USA und Sowjetunion bei "Man lebt nur zweimal", nochmal Weltraum bei "Moonraker", relativ viel Klamauk und flotte Sprüche (vielleicht nur durch die deutschsprachige Synchronisierung?) bei Roger Moore, anschließend mehr Härte bei Timothy Dalton und später bei Pierce Brosnan war M eine Frau und die Welt um ihn herum hat sich verändert.

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