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1955 verstorbener Schauspieler: James Dean soll Rolle in neuem Vietnam-Film übernehme
Bert Reisfeld/ DPA

James Dean ist seit 64 Jahren tot. Eine Produktionsfirma will die Hollywoodikone nun dank Computertechnik auf der Leinwand wiederauferstehen lassen - mit dem Segen der Familie. Doch es gibt auch harsche Kritik.

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brain_user 07.11.2019, 05:31
1. Digitale Welt

Völlig OK! Film als Medium ist ja an sich schon nicht real. Wesentlich ist doch immer die Qualität der Erzählung. Dass man jetzt hier die Ikone James Dean aus dem digitalen Grab holt kann nur kommerzielle Gründe haben. Diese Motivation allerdings könnte der Erzählung schaden. Bin neugierig wie das ausgeht. Das sich hier ausgerechnet einer der Hauptakteure und Vertreter des Marvel Comics-Schwachsinn-Universums wie „Captain America“ darüber aufregt ist der pure Hohn.

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rekcufrehtom 07.11.2019, 06:55
2. PR Stunt

Denn es ist nur das CGI Gesicht von Dean zu sehen, die Mimik, Gesten und Stimme steuert ein Anderer bei - und weil es keine Beziehung zwischen Dean und dem Film gibt, wäre er beliebig austauschbar.

Das Ganze ist so überflüssig wie absurd.

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sarapo29 07.11.2019, 07:30
3. Zombiefilme 2.0

Nun also sind tote Schauspieler die - per Computeranimation- als seelenlose Marionetten der Regisseure über die Leinwand tanzen der letzte Schrei in Hollywood? Künstlich statt Künstler- Das halte ich bei allem Reiz des neuen weder für besonders kreativ noch für besonders zielführend. Der Auftritt des Toten Peter Cushing ist das beste Beispiel für mich das dass menschliche Auge -bis auf weiteres zumindest - Animation von echtem Leben unterscheidet, ob Mensch will oder nicht. Mein Tipp für Hollywood: Mehr Mut, Kreativität und Geschichten die Menschen ins Kino bringen- Dann kann James Dean (und alle anderen) in Frieden ruhen.

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danielc. 07.11.2019, 07:33
4.

Die technischen Möglichkeiten sind zwar faszinierend, aber ich halte das für makaber und pietätlos. Außerdem hätte ich für eine Rolle, die im Vietnam-Krieg spielt, jemanden gewählt, der damals im passenden Alter war. Vornehmlich jemand lebenden, der dann per Computer und passende Alter zurückverwandelt werden könnte.

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Christoph Seifert 07.11.2019, 07:54
5. Starkult missverstanden

Die Produzenten werden damit krachend scheitern. Das Gesicht allein reicht noch nicht - es muss ja noch authentische Schauspielerei rein - und viel wichtiger - der Star muss noch leben. Menschen wollen ihren Star anhimmeln können und wenigstens die Fantasie haben können, auf den Star zu treffen. Das ist vermutlich auch der einzige Grund, weshalb es alle paar Jahre eine Highschool-Komödie gibt, weil die jungen Fans glauben wollen, dass der Star in ihrem Alter und irgendwie erreichbar ist.

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rationis 07.11.2019, 08:22
6. Ausgerechnet Evans

Chris Evans wurde dank CGI in seinen Captain America Filmen rauf und runter transformiert und ist hierdurch reich geworden.
Anderen will er es aber nicht gönnen.

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Peletua 07.11.2019, 08:46
7. Spannend, aber...

Auf jeden Fall ein technisch spannendes Projekt. Bei allen Kicks, die eine solche Produktion bietet, darf man allerdings nicht vergessen, dass da nicht Dean agiert, sondern der Schauspieler, dessen Rollengestaltung der Animation als Grundlage dient. Dean selber hätte die Rolle vielleicht völlig anders angelegt. Insofern ist es durchaus ein Übergriff auf die künstlerische Integrität eines verstorbenen Stars.

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Little_Nemo 07.11.2019, 09:05
8. Wysiwyg - not more

Wenn man das Gesicht und den Körper eines Schauspielers rekonstruiert und auf die Leinwand bringt, also ein Abbild, so bringt man damit noch lange nicht den Schauspieler auf die Leinwand. Denn der besteht nicht nur aus seiner physischen Erscheinung, sondern eben auch aus seinem originären Schauspiel, seinem persönlichen Habitus und seiner Art Rollen zu interpretieren. Das mag bei einem Arnold Schwarzenegger oder einem Sylvester Stallone nicht so schwierig sein, um einen wirklich begnadeten Schauspieler wie De Niro, Brando oder eben Dean zu rekonstruieren bräuchte es schon extrem begnadete Computer-Artisten oder eine besonders pfiffige KI. Und das Ergebnis wäre dann eher eine Art von Kollage.

Vielleicht wird es keine große Herausforderung darstellen Arnold Schwarzenegger auch für die 400ste Folge von "Terminator" digital zu exhumieren, Charakterrollen erfordern aber mehr als nur das Gesicht in die Kamera zu halten.

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tallinn1960 07.11.2019, 09:14
9. In Star Wars Rogue One

fühlte man sich zwar an Peter Cushing erinnert - aber wirklich wiederzuerkennen war er nicht, das Gesicht wirkte verwaschen und unwirklich. Mit einem echten Schauspieler, der ihm bloss ähnlich sieht, wäre man besser gefahren.

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