Forum: Kultur
50 Jahre Hippie-Festival: Wie ein modernes Woodstock aussehen müsste
Kevin Mazur/ Coachella/ Getty Images

Woodstock war ein von Chaos, Zufällen und Zeitgeist bedingter Glücksfall der Geschichte - und ist als solcher unwiederholbar. Ein vergleichbares Festival für unsere Zeit wäre radikal anders als vor 50 Jahren.

Seite 2 von 7
powersusan 15.08.2019, 23:43
10.

komme gerade vom Sziget Festival in Budapest - und ich muss sagen, das kommt in meinen Augen dem Geist von WOODSTOCK schon recht nah.
Top Acts wie Ed Sheeran neben lokalen Klezmer Bands. Zirkusakrobatik und eine Rede von Jane Goodall. Döner und Vegan Food in friedlichem Miteinander - und Ja-natürlich auch Yoga.
Das Motto von WOODSTOCK lautete:“3 days of music and peace“
Das Motto vom Sziget: „Island of freedom“ -und es funktioniert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christianu 15.08.2019, 23:48
11. Es gibt Dinge, die man nicht wiederholen kann

Die erste Mondlandung war einzigartig, und auch der Fall der Berliner Mauer. Eine Neuauflage solcher Ereignisse kann es nicht geben. Woodstock fällt auch in diese Kategorie, und wenn ich das im Artikel gezeigte Bild aus der Neuzeit sehe, überkommt mich das nackte Grauen. Das ist etwa so, als wolle man die aktuellen Ereignisse in Hongkong als Revival der Wiedervereinigung feiern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Little_Nemo 16.08.2019, 00:50
12. Der zwanghafte Drang nach Fortsetzungen

Ich habe ja den Verdacht, dass Woodstock gar nicht für alle das gleiche ist, die gleiche Bedeutung hat und mit den gleichen Gefühlen und Implikationen verbunden ist. Für manche war Woodstock sicher vor allem wegen der Musik interessant, für andere war die eher nebensächlich, für manche war es ein tagelanger Drogentrip, für andere eine Orgie, wieder für andere ein umfassendes multikulturelles Erlebnis oder eine Bühne für ihre Selbstinszenierung und für manche sicher einfach nur Spaß. Ich denke, dass ein neues Woodstock deshalb schon an den Erwartungshaltungen scheitern muss, die vielfältig und hoch sein würden und unmöglich alle erfüllt werden könnten. Davon abgesehen halte ich das originale Woodstock für sehr stark mythifiziert und verklärt. Ich habe schon zuviele durch und durch arrogante und selbstverliebte Hippies kennengelernt um glauben zu können, dass Woodstock wirklich dieses Paradies von Love, Peace and Happiness war. Und ich brauche mir nur die Bilder von den vermüllten Wiesen nach dem Festival anzusehen um ernste Zweifel an der ökologischen Haltung der Festival-Besucher zu bekommen. Zudem frage ich mich manchmal wieviele Existenzen und Menschenleben die Drogenverherrlichung und der Gruppenzwang zum Drogenkonsum der Hippie-Kultur wohl gekostet haben mögen. Insofern: Woodstock war sicher ein cooles Erlebnis für jene, die dabei waren. Aber man sollte auf dem Teppich bleiben und es nicht zu hoch hängen oder gar so etwas wie eine Religion daraus machen. Denn dann kann sich sowas auch leicht seine Wirkung verlieren oder sich gar ins Gegenteil verkehren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Steinmetzger 16.08.2019, 01:12
13. Pohoda

Schonmal was vom Pohoda-Festival gehört? Wahrscheinlich nicht, ist ja nur Slowakei (...wo ist das noch gleich?). Aber dort werden die im Artikel aufgezählten Werte wirklich gelebt, inklusive Diversität, Interreligiosität und politischem Diskurs (von LOLA MARSH über SOLANGE und B-COMPLEX bis ZOHRA). Und das tatsächlich seit 23 Jahren. Wer einmal dort hingeht, kommt immer wieder - und riskiert bestenfalls, seine liebgewonnenen Vorurteile gegenüber unseren „östlichen Nachbarn“ zu verlieren. Was wahrscheinlich auch der Hauptgrund ist, warum SPON in all den Jahren keine einzige Zeile über dieses Festival verfasst hat ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freddykruger 16.08.2019, 01:41
14. @Papazaca

Zitat - Unser Forumsheld sollte sich lieber mit den Bekloppten hier im Forum rumschlagen. - zitatende. Du meinst bestimmt wieder mich. Woodstock wird nie wieder kommen. Das Chaos, der Match, daß unvorherbare und Crosby Stills & Nash haben für den Mythos Woodstock gesorgt. Wieso wird eigentlich kein Altamont 50 organisiert? Das hätte doch auch seinen Charme. Helter Skelter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hatschon 16.08.2019, 02:25
15. Wer soll denn da Auftreten?

Da würden vergleichbare Karten 3000€ kosten für 3Tage damals waren es 18 US Dollar auch nicht wenig aber für Soviele Musiker schon preiswert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 16.08.2019, 03:07
16.

»Amerika führte Krieg in Vietnam« - echt jetzt, Herr Borcholte? Brasilianische, kubanische, venezolanische, jamaikanische Soldaten im Dschungel? Und nicht nur Soldaten aus den USA? Können es manche Journalisten irgendwann mal lernen, dass Amerika ein Kontinent und kein Land ist? Wo man doch sonst so gerne über Tölpel lacht, die Belgien für eine Stadt halten oder behaupten, es gebe keinen Staat namens Australien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
deepfield 16.08.2019, 05:05
17. Keine Kunst

Adorno, schon damals, zum affirmativen Charakter der Hippiemusik: "Ich glaube allerdings, dass Versuche, politischen Protest mit der popular music, also mit der Unterhaltungsmusik zusammenzubringen, deshalb zum Scheitern verurteilt sind, weil die ganze Sphäre der Unterhaltungsmusik, auch wo sie irgendwie modernistisch sich aufputzt, so mit dem Warencharakter, mit dem Amüsement, mit dem Schielen nach dem Konsum verbunden ist, dass also Versuche, dem eine veränderte Funktion zu geben, ganz äußerlich bleiben, und ich muss sagen, wenn also dann irgendjemand sich hinstellt und auf eine im Grunde doch schnulzenhafte Musik dann irgendwelche Dinge darüber singt, dass Vietnam nicht zu ertragen sei, dann finde ich, dass gerade dieser Song nicht zu ertragen ist, weil er, indem er das Entsetzliche noch irgendwie konsumierbar macht, schließlich auch daraus noch etwas wie Konsumqualitäten herauspresst."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murksdoc 16.08.2019, 07:07
18. Reaktionär?

Richie Havens und Jimmy Hendrix waren weiß, Sha-Na-Na heteronormativ? Woodstock könnte heute nicht stattfinden, weil die Jugend von heute weder tolerant ist noch Diversität leben will. In Woodstock haben Rednecks brav zugehört, wie ein zugekiffter Jimmy Hendrix seine Gitarre und die Nationalhymne zu Tode gequält hat, haben militante Kriegsgegner der Luftwaffe applaudiert, die Erkrankte, Verletzte und Schwangere zur Entbindung mit Hubschraubern ausgeflogen hat, hat sich niemand gestört, daß Ten Years After einen 2-Minuten Song auf 15 Minuten auseinanderziehen mussten, damit im Hintergrund das ausgefallene PA wieder aufgebaut werden konnte. Heute wären Schimpfworte, "rechtslastige Bands", MAGA-Mützen, versehentliche Berührungen, "Anstarren", Würstchenbuden, Groupies und "Unwokeness" strengstens verboten. "Empörung" wäre die hauptsächlich empfundene Emotion. Eine ganze Bühne wäre nötig für "Virtual Signalling", der demonstrative Correctness-Kotau nach öffentlichem Shit-Bombardement aus geringstfügigem Anlass. Niemand würde freiwillig da hingehen. Da glotze ich lieber in mein Smartphone. Die heutige Zeit ist viel reaktionärer als damals. Die Teenies von heute können einem echt leid tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spirou42 16.08.2019, 07:13
19. Burg Herzberg Festival

Für mich das wirklich einzige Festival, das noch den Geist von Woodstock in die heutige Zeit transportiert hat. 4 Tage lang und für alle wie eine Kurzreise in eine andere Welt. Paar bekannte Bands, alte z. T. Woodstock Veteranen, dieses Jahr Graham Nash und eine Vielzahl an Überraschungen. Friedliches Miteinander, faire Preise und lauter Teilnehmer, die auch behutsam mit der Umwelt umgehen. Müllvermeidung etc. Und alles friedlich. Ein Lob an Günther Lorz der das Festival immer wieder phantastisch organisiert hat. Und mit ca. 12000 Teilnehmer immer noch übersichtlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7