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50 Jahre "White Album": Als die Beatles explodierten
AP

1968 war nicht nur der Hippie-Traum am Ende - auch die Beatles hatten sich voneinander entfremdet. Mit dem "Weißen Album" hinterließ die zerrissene Band einen Pop-Urknall, der bis heute ausstrahlt.

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Referendumm 10.11.2018, 16:17
30.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
.... Gleichzeitig kamen die Gitarren Helden von Jeff Beck bis Leslie West und einer spieltechnischen Klasse, von der George, John, Paul und Ringo nur träumen konnten.
Nun ja, Eric Clapton, Jimmy Page, Keith Richards als Top-Gitarristen nicht vergessen.

Und in diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass George Harrison (The Beatles) der elftbeste Gitarrist ever ist lt. Ranking:
Die 100 besten Gitarristen aller Zeiten (The 100 Greatest Guitarists of All Time) von der US-amerikanischen Pop-Zeitschrift Rolling Stone

Und selbst Ringo Starr (The Beatles) gilt als der viertzehnt beste Schlagzeuger aller Zeiten.

Sorry, aber wer den Beatles ihre hohe instrumentale und gesangliche Leistungsfähigkeit absprechen will, hat leider wenig Ahnung, was "The Beatles" angeht.

Wie gesagt, man muss sie nicht mögen und auch ich pers. finde sie jetzt nicht so prickelnd (abgesehen von "The Sgt.Pepper's Lonely Hearts Club Band") - aber sie in Grund und Boden zu rammen, nur weil sie mal "Love Me Do" gesungen hatten, ist sehr verzerrend.

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kajoter 10.11.2018, 16:18
31. @ #7

Die Beatles waren die allererste, erfolgreiche und Trend-settende Band der Popmusik.Aber nicht nur das:
Sie vertonten als erste das Lebensgefühl einer Nachkriegsjugend, die in Deutschland und wohl auch in den meisten Ländern der Welt unter dem Mief ihrer autoritären Elterngenerationen litten. Man durfte damals kein Jugendlicher sein, sondern ein junger Erwachsener. Es herrschte Obrigkeitshörigkeit und der hatte man sich gefälligst unterzuordnen. Viele Lehrer waren Nazis gewesen, bzw. sie waren es wohl immer noch, und genau so gestaltete sich ihr Unterricht. Usw. - usw.
Und dann kamen die Beatles. Mit den Songs ihrer ersten Periode rissen sie die Jugend weltweit mit. Sie waren wie eine Ausgangstür aus ihrem bisherigen Leben, auch wenn die Songs recht schlicht waren - oder gerade weil sie schlicht waren, denn dadurch konnten sie von allen verstanden werden.
Aber ein Umstand sollte völlig klar sein: Ohne die Beatles in dieser Anfangszeit würde es die Popmusik in ihrer heutigen Form nicht geben. Dann kam ihre zweite Phase, in der sie sich enorm weiterentwickelten. Es kamen Soul-Einflüsse mit Bläsersätzen (Got to get you into my life), Balladen (Here, there and everywhere), psychedelische Stilistiken (Strawberry Fields), klassische Einflüsse (Penny Lane) und sogar der alte Vaudeville-Stil hinzu - neben vielen anderen Einflüssen.
Harmonisch und melodisch erreichten sie in dieser Zeit ein Niveau, das von den Stones und anderen Bands bei weitem nicht erreicht werden konnte. Die Stones versuchten halt, es mit Image auszugleichen. Aber schon heute ist klar, welche Band mit welcher Musik zum Quasi-Klassiker wurde und welche eben nicht.
Nach dieser zweiten Phase kam die dritte, in der sie vielleicht noch mehr in die Breite gingen, aber sich nicht mehr so stark weiterentwickelten. Anspruchsvollere harmonische Strukturen wie bei "Fool on the Hill" gab es nicht mehr, ungewöhnliche Arrangements wie auf "Sgt. Pepper" auch nicht. Stattdessen war alles sehr Song-orientiert.
Ein Punkt aber kommt noch hinzu: Lennon war der Erfolg entweder zu Kopf gestiegen oder er empfand ihn zunehmend als langweilig. Jedenfalls nahm sein kreativer Input ab, was McCartney und zum Schluss auch Harrison noch abfedern konnten. Und wenn der Autor Lennons "Revolution #9" hervorhebt, hat er zwei Punkte nicht erkannt:
Erstens kann er diese Nummer nicht ernsthaft mit Stockhausen vergleichen. Das verrät höchstens, dass er sich mit ihm noch nie auseinandergesetzt hat - oder ihn nicht verstanden hat.
Zweitens war die Nummer eine reine zeitschindende Notlösung. Man hatte zwar viele Songs geschrieben, aber es reichte nicht für zwei Langspielplatten. Und so machte Lennon eine Ton- und Geräuschkollage "für Arme".
Die Beatles verabschiedeten sich mMn damit von der Spitze der progressiven Bands und reichten den Stab weiter an Bands wie Cream, Deep Purple, The Nice und einige mehr. Der Bluesrock, Hardrock und Progrock entwickelten sich und die Beatles zogen sich auf ihren originären Bereich, den Pop, zurück. Das wird durch das WA versinnbildlicht.
Die ganzen Nach- und Überinterpretationen mit dem "Summer of 68" etc. halte ich für eine typische Musikjournalisten-Schreibe.

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Watschn 10.11.2018, 16:19
32. Nun mal nicht übertreiben....

Zitat von jot-we
Nun muss man ja seine musikalische Ignoranz nicht ganz so brachial unter Beweis stellen wie die verehrten Mitforisten #7 und #8, andererseits ist ein euphemistischer Artikel wie der von Arno Frank alles andere als angebracht. Von wegen Urknall von was auch immer: nach drei wirklich kreativen Alben (Rubber Soul, Revolver, Sgt. Pepper) findet sich auf dem White Album im Grunde nur eine Ansammlung von schönen Songs, sozusagen der akustische Nachbrenner der Fab4Ära. Kann man immer noch gut anhören, kann man mögen, ist aber doch eher der Vorläufer zur Katastrophe AbbeyRoad. Aber das 7CD-Set muss so kurz vorm Fest halt ausgiebig beworben werden, sicherlich nur ein Akt der reinen Nächstenliebe ...
Abbey Road ist eine äusserst gelungene, kompakte Abrundung der Beatles-Ära, vor allem für diejenigen, welche mit Psychedelik u. Progressiv-Music ein wenig fremdeln.

Sehr zu empfehlen, insb. die schönsten Beatles-Balladen mit ...Something.., ...Oh, Darling!... u. ...Here comes the sun...
drauf sind...

Nein, eine sog. 'Katastrophe' höchstens aus Sicht der Beatles-Musiker selber; wäre vielleicht 'Let it be', (teils mit Unlust dahingeschmissene Songs, schlecht selbst produziert u. abgemischt). Jedoch nicht aus Sicht der Fans (Nebst dem grossartigen Titelsong; mit den weiteren goldigen Klassikern 'Get Back' u. 'Don't let me down' u. 'For you blue'..)

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Papazaca 10.11.2018, 16:29
33. Wer versteht heute Homer's Odyssee + Shakespeare?

Literatur ist für viele erst im Kontext verständlich. Das gilt auch für Musik. Wer von den "alten Säcken" versteht Kanye West, Drake oder andere Rapper? Viele, die nicht verstehen, wieso jemand die Beatles nicht gut findet, haben selbst ihre Probleme mit der heutigen Popmusik. Ist einfach so. Ich kenne wenig Menschen, die wirklich für alles offen sind. Wer von unseren Beatles Fans kennt zum Beispiel
King Krule, St. Vincent oder Kendrick Lamar? Das waren die Besten in der Pop-Musik 2017.

Musik hat was mit Zeitgeschmack zu tun und ist generationenabhängig. Und so, wie viele Jüngere nicht die Musik von Gestern und Vorgestern absteigen, interessieren sich viele Ältere nicht für die Musik von Heute oder Morgen. Muß man einfach akzeptieren!

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kajoter 10.11.2018, 16:29
34. @ #26

Zitat von spon_6249882
leseoma, danke fürs Kompliment, aber mich gab‘s bereits damals. Jedoch lagen mir weit mehr Gruppen wie, Animals, Rolling Stones, Them, Moody Blues etc. Mit dem Gesülze der Beatles konnte ich nichts anfangen. Obladi-oblada: peinlicher geht‘s nimmer.
"Obladi oblada" war und ist ein Kinderlied - genau so war es gemeint.
Und damit sprechen Sie genau das an, was viele nicht verstehen, dass sich nämlich McCartney als Songwriter im klassischen Stil verstand. Vergleichbar z.B. mit Cole Porter.
Sein Metier war zwar die Popmusik, aber die begriff er halt als Vehikel für seine Stücke. Honey Pie, When I´m 64 oder Your Mother Should Know sind typische Vaudeville- oder Revuenummern, die auch keine Popmusik darstellen, aber sie gaben den Alben der Band eine liebenswerte Abwechslung. In diesem Sinn war auch "Obladi Oblada" gemeint. Dass es übrigens auch von McCartney nicht ganz ernst gemeint ist, kann man seinem Gesang und seinem Lachen am Schluss anmerken.

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Freidenker10 10.11.2018, 16:41
35. living in the material World

Fluch der späten Geburt. Habe die Beatles leider nie Live erlebt, bin aber dennoch total fasziniert von dieser Band, den einzelnen Charakteren und deren individuellen Entwicklungen! DIe Band wurde nicht gecastet wie heute üblich sondern entstand langsam und in jungen Jahren wobei die Kreativität schon von Anfang an spürbar ist. Die Fülle von Top-Songs ist wirklich erstaunlich und für mich von keiner anderen Band auch nur annähernd erreicht. Es sind Songs die mich erreichen und das tun heutige Songs nur noch selten. Speziell Lennon und Harrison sind für mich faszinierende Charektere die sich persönlich enorm entwickelt haben und das merkt man ihren Songs auch an. Selbst nach dem Ende der Beatles haben die beiden noch Songs geschrieben die einen echt umhauen! Der Tod beider ist deswegen auch extrem schade! Habe neulich eine Dokumentation über George Harrison gesehen, "living in the material world" die wirklich sehr berührt und ein absolutes MUSS ist! Für mich sind die Beatles unerreicht und werden es wohl auch bleiben!

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Papazaca 10.11.2018, 17:01
36. Hier treffen Musik-Welten aufeinander!

Zitat von kajoter
"Obladi oblada" war und ist ein Kinderlied - genau so war es gemeint. Und damit sprechen Sie genau das an, was viele nicht verstehen, dass sich nämlich McCartney als Songwriter im klassischen Stil verstand. Vergleichbar z.B. mit Cole Porter. Sein Metier war zwar die Popmusik, aber die begriff er halt als Vehikel für seine Stücke. Honey Pie, When I´m 64 oder Your Mother Should Know sind typische Vaudeville- oder Revuenummern, die auch keine Popmusik darstellen, aber sie gaben den Alben der Band eine liebenswerte Abwechslung. In diesem Sinn war auch "Obladi Oblada" gemeint. Dass es übrigens auch von McCartney nicht ganz ernst gemeint ist, kann man seinem Gesang und seinem Lachen am Schluss anmerken.
Sie wissen wirklich, wovon Sie reden. Und vor allem haben Sie die richtigen Vibes. Ist ja auch ein Problem, wenn man die Musik von 1968 (White Album) heute, also 50 Jahre später, rational, aber auch emotional einordnen will. Und was gab es alles dazwischen?

Wenn wir von Pop-Musik reden, sind die Beatles-Fans zwischen 60 und 70. Und Kids von heute sind zwischen 15 bis 25. Die unterhalten sich dann über ihren Musikgeschmack. Kann das gut gehen.? Und Leute mit eher intellektuellem Außenseitergeschmack können sich kaum mit jemandem unterhalten. Wer kennt schon Elliot Smith, The Street, Randy Newman, Arto Lindsay oder Lambchop? Wenn man Musik liebt, dringt man in ganz andere Regionen vor, die Beatles waren für mich die Eintrittskarte.

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Aberlour A ' Bunadh 10.11.2018, 17:43
37. ihre hohe instrumentale und gesangliche Leistungsfähigkeit?

Zitat von Referendumm
Nun ja, Eric Clapton, Jimmy Page, Keith Richards als Top-Gitarristen nicht vergessen. Und in diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass George Harrison (The Beatles) der elftbeste Gitarrist ever ist lt. Ranking: Die 100 besten Gitarristen aller Zeiten (The 100 Greatest Guitarists of All Time) von der US-amerikanischen Pop-Zeitschrift Rolling Stone Und selbst Ringo Starr (The Beatles) gilt als der viertzehnt beste Schlagzeuger aller Zeiten. Sorry, aber wer den Beatles ihre hohe instrumentale und gesangliche Leistungsfähigkeit absprechen will, hat leider wenig Ahnung, was "The Beatles" angeht. Wie gesagt, man muss sie nicht mögen und auch ich pers. finde sie jetzt nicht so prickelnd (abgesehen von "The Sgt.Pepper's Lonely Hearts Club Band") - aber sie in Grund und Boden zu rammen, nur weil sie mal "Love Me Do" gesungen hatten, ist sehr verzerrend.
Jimmy Page und Keith Richards würde ich eher als gute Rhytmiker einstufen den als wirklich gute Lead-Spieler. Dafür hängt z.B. bei Page die Gitarre auch viel zu tief. Ringo Starr, schön und gut, aber er meilenweit von John Bonham oder Neil Peart entfernt. Oder Ginger Baker, wenn wir auf die 60er rekurrieren. Wirklich gute Gitarristen in Rock/Pop/Country: Albert Lee, John McLaughlin, Johnny Winter, Rory Gallagher, Clarence White, Duane Allman, Jeff Beck, Frank Zappa, Lindsey Buckingham. Die Instrumentalen Fähigkeiten unserer Beatles muten dagegen bescheiden an. Das gehört eben zur ganzen Wahrheit, auch wenn man Fan ist.

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pjotrmorgen 10.11.2018, 18:31
38. Das ist völlig irrelevant

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Jimmy Page und Keith Richards würde ich eher als gute Rhytmiker einstufen den als wirklich gute Lead-Spieler. Dafür hängt z.B. bei Page die Gitarre auch viel zu tief. Ringo Starr, schön und gut, aber er meilenweit von John Bonham oder Neil Peart entfernt. Oder Ginger Baker, wenn wir auf die 60er rekurrieren. Wirklich gute Gitarristen in Rock/Pop/Country: Albert Lee, John McLaughlin, Johnny Winter, Rory Gallagher, Clarence White, Duane Allman, Jeff Beck, Frank Zappa, Lindsey Buckingham. Die Instrumentalen Fähigkeiten unserer Beatles muten dagegen bescheiden an. Das gehört eben zur ganzen Wahrheit, auch wenn man Fan ist.
Kaum ein Rockmusker ereicht die Fähigkeiten vieler kaum bekannter Jazzmusiker, sei es am Bass, Schlagzeug oder Gitarre.

Die Beatles waren in erster Linie geniale Songschreiber und zudem gute Sänger. Alles andere wie Qualität der Live-Auftritte etc. steht hinter der künstlerischen Kreativität und Vielfalt ihrer Musik, die sonst niemand erreicht hat. Kein anderer Pop oder Jazz-Musiker hat so viele neue Melodien und Songs in unterschiedlichen Stilen entwickelt und aufgenommen wie die Beatles.

Die oft sehr einfachen Beatles-Songs wirken gegenüber dem heutzutage massehaft produzierten Charts-Schrott immer noch frisch und schön. Das weiße Album ist die Summe und der Höhepunkt des Beatles-Schaffens und Defätisten wie "three-horses" sollten sich nur schämen für die geistlosen Kommentare. Ich frage mich was dieser Forist für "gute Musik" hält. Ich vermute etwas absolut banales im Vergleich zu den Beatles.

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whoispaul 10.11.2018, 18:31
39. die instrumentalen Fähigkeiten

sind allerdings nur eine Seite, da komme eben noch zB. Gesang, KOMPOSITION!!! und Entertainment hinzu. Die Beatles sind als Gesamtkonzept ungeschlagen.
Ringo war der erste Schlagzeuger, der überhaupt einen Namen hatte.

Wie gut Ringo klopfen kann, ist auf der Anthologie bei Good Morning Good Morning zu hören oder bei Strawberry Fields for Ever, ebenda.

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