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Abgehört 2018, Teil 2: Das ist die beste Musik des Jahres

Ein vielleicht würdiger Prince-Erbe, eine Noise-Bestie, die Pop kann, ein selbstbewusstes Cowgirl, Kanye-Kummer und eine Hamburger Rap-Göre: Die wichtigsten Pop-Alben des Jahres. Heute: Teil 2.

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lutschbommler 20.12.2018, 18:03
1. das mit dem Free Jazz

Vielleicht sollte ich mich freuen, dass Free Jazz im Rockjournalismus gelegentlich gerne als (möglicherweise hipp gemeinte) Stilreferenz herangezogen wird, sobald es etwas "schräg" oder "krass" klingt. Da wird Deerhoof dann auch mal zu ner Free Jazz Band (nicht bei Borcholte, aber anderswo). Ich habe mir Yves Tumor's "Let The Lioness In You Flow Freely" komplett angehört, und... Industrial - ok. Aber es ist 100% Free Jazz-frei.

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Kurt Viles 20.12.2018, 18:22
2. Wenn das die Musik des Jahres sein soll...

...wundert es mich nicht, dass die Beatles, Queen oder Led Zeppelin ganz oben in den Charts stehen. Es wäre ja auch uncool hier Greta van Fleet, R+R=NOW oder wenigstens Julia Holter zu nennen. Ich bin ja wirklich tolerant und offen für vieles und über Geschmack lässt sich auch schwer streiten.Aber Haiyti, das ist dann doch zuviel...

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kurpi 20.12.2018, 18:32
3. Ein paar Lichtmomente

Der erste Teil war gefühlt ein schlechter Scherz, dieser Teil hat ein paar wirklich schöne Stücke

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monsieurK 20.12.2018, 20:42
4. @lutschbommler

Danke für den Yves Tumor Tip !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!

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weissallesbesser 20.12.2018, 20:45
5. Dürftige Auswahl

Selten hat mich eine Liste so gelangweilt. Außer Kids See Ghosts doch eher mittelprächtige Alben. Wo ist ZHU „Ringos Desert“, wo Jungle mit „For Ever“, Das Paradies mit „Goldene Zukunft“ war auch erwähnenswert, ebenso VSK mit „Wo die wilden Kerle flowen“. Auch la fine équipe hat mit „La boulangerie“ ein interessantes Album abgeliefert, Leyya mit „Sauna“ ebenso. Statt dessen Hayiti, deren Vorgänger „ATM“ um Strecken besser war wie „Montenegro Sero“, genauso war Blood Orange mit „Freetown Sound“ besser. Natürlich ist das Geschmacksache, aber Langeweile sollte auch als solche benannt werden.

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popeypope 20.12.2018, 21:45
6.

Blood Orange:
Hm, ich meine hier einen Trend auszumachen, der in der Musik
zu immer mehr Vereinfachung führt, nicht zu verwechseln mit
Minimalismus. Ein paar Drum-Sounds, ein paar Chords, dezente Raps..
Könnte mir denken, die Platte mögen zu können, ohne mich
veranlaßt zu fühlen, das Ding auch spielen zu müssen.
Haiyti:
Nein, bitte keine Autotunes in diesem Raw-beat-Zusammenhang,
ich meine, das nervt wie nichts Gutes. Ich hör zwar auch
viel nervige Musik, aber dann muß es ganz anders nerven,
nicht so, als sollten MainstreamHipHop-Hörer genervt werden.
Yves Tumor:
Tumor ist, wenn man trotzdem lacht. Entweder sind die Snippets
einfach zu kurz, oder die Stücke nix. Obwohl ich bei "licking an orchid"
gerne mal an Loewenhardt's "lol" erinnert werde. Das ist ja auch
eine schöne Platte.
Mitski:
ja, auch okay... letztendlich nichts von Bedeutung
Kid See Ghosts:
auch nicht übel.. andererseits.. ok. ich brauche es nicht

Fazit: falls mir jemand sagen würde, such dir eine von diesen Platten
aus, hätte ich wohl gesagt: geht auch Bargeld? (nicht Blixa)

Als wenn es sonst nichts gäbe.. Dieses Jahr sind sicherlich
hunderttausende an Alben rausgekommen mit allem möglichen,
echt kaputten, innovativen Shit.
Und falls das Vorgestellte die Essenz dessen ist, sorry, dann hab
ich mein Interesse an Musik verloren.

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haareschüttler 21.12.2018, 01:20
7. Häh? Die beste Musik 2018...

...ist doch Judas Priests "Firepower", Behemoth's "I loved you at your darkest" und Nothgards "Malady X"!
Oder kurz: die Überschrift ist Grütze. *augenroll*

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freddykruger 21.12.2018, 09:48
8. @haareschüttler

Zur Hölle aber auch. Natürlich ist Firepower von Priest die Nr.1 Nur mit Behemoth hab ich mich diesmal schwer getan. Zieh dann doch lieber die neue Chapel Of Disease vor. Ansonsten gibt es hier auf dieser Seite nur Mädchenmusik.

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Papazaca 21.12.2018, 10:20
9. Gefangen im Elfenbeinturm des eigenen Geschmacks

Also, als erstes freue ich mich, das Herr Borcholte und SPON diese kleine Serie über die beste Musik von 2018 machen.

Da fängt es da aber schon an. Welche Musik? Und für wen? Die Leser! Selbst die NYT hat in ihren Kisten Musik vieler Genres wie Blues, Weltmusik, Jazz, Soul, Rap, ja selbst neue Musik. Und wie in den Bestenlisten vom Rolling Stone kenne ich über die Hälfte der Musiker. Hier kenne ich von 20 vielleicht 5, einer davon Grönemeyer.

Die Musik hat es bei uns schwer, Facebook& Co. haben nicht nur beiden Kids das Freizeitverhalten verändert. Stichwort SPEX. Und in so einer Zeit von Helene Fischer und You FM kommt Herr Borcholte mit einer Liste, die Ihm sicher gefällt, aber den Leser vergißt. Der will, wie im Rolling Stone, eine Bestenliste, die ein Mix aus den besten, bekannten Musikern und Newcomern darstellt. Aber weder das eine noch das andere.

Lieber Herr Borcholte, Ihre Liste entspricht weder der Vielfalt von Musik, noch sind kaum bekannte Musiker wie Costello enthalten, der im Rolling Stone die Nr. 1 ist. Dafür taucht in ihrer Liste Grönemeyer auf. Noch Fragen? Glauben Sie mir eines, mit IHREN Lesern haben ihre beiden Listen wenig zu tun. Für die sollten sie doch aber sein? Oder wollen Sie nur anders als der Rolling Stone sein? Ja, Sie sind anders, leider aber nicht überzeugend!

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