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Abgehört - neue Musik: Abenteuer am Gummiband

Ein verschollenes Album von Miles Davis muss doch toll sein! Oder auch nicht. Außerdem: identitätspolitische R&B-Epik von Sampa The Great, freidrehender Jazz von Iggy Pop und federnder Techno aus Berlin.

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hard_frost 10.09.2019, 18:14
1. Präzise Delay-Effekte?

Dieses "Herausstanzen" sind keine Delay-Effekte, das erreicht man zB mit einem Gate oder Kompressor, der über die Side-Chain gesteuert wird. Das steuernde Signal kann zB ein Drumtrack sein, welcher aber wiederum im Mix selbst nicht zu hören ist. Und was genau daran präzise ist... das hört sich immer irgendwie gut an, weil neu und rhythmisch interessant. Der Effekt wird in dieser Form relativ selten gebraucht, weil er so destruktiv wirkt. Raketenwissenschaft ist das nicht.
Kommen wir zum Begriff "Future Funk": ich rate ab, diesen als Genre- oder Style-Bezeichnung innerhalb der Techno-Welt zu benutzen, weil er bereits für ein Sub-Genre von Vaporwave in Beschlag genommen wurde - obwohl er mit "Future" nun nicht allzuviel zu tun hat. Aber da gibt es jede Menge Sidechain-Pumping _auf_ den Vierteln, also eigentlich das Gegenteil, was hier beschrieben wird.
Für mich fällt das weitgehend unter "Intelligent Techno", wenn man so will. Für das Attribut "Funk" scheint mir das Ganze viel zu kopflastig zu sein.
Aber mit Sicherheit die interessanteste Platte aus der 4er-Gruppe.

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ambulans 10.09.2019, 19:29
2. der

einzige, ders diesmal reißt, ist der godfather of punk (james bond als hymne für die 1. weibliche darstellerin - das hätte schon was). obwohl - was macht dann idris elba? irgendwie ist alles so ungerecht ... dr. ambulans (alle kassen)

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butzibart13 10.09.2019, 20:48
3. vor 50 Jahren

Iggy Pop klingt in der Tat sehr gereift, sonor, jazzig, also ungewöhnlich, aber nicht schlecht, wenn man das mal mit dem Klassiker "1969" von den Stooges vergleicht.

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freddykruger 10.09.2019, 22:02
4. @ambulans

Hallo Doc. Auferstanden aus Ruinen, oder was? Da sind wir wohl nach langer Zeit mal wieder einer Meinung. Die neue Iggy Pop ist sehr gut und vor allem abwechslungsreich. Über die Laufzeit von etwas über 30 Minuten kann man streiten. Mir ist so ein kurzes Album auf jedenfall lieber, als ein Album mit 70 Minuten und davon 30 Minuten Füllmaterial. James Bond ist der Song auf dem Album. Über Miles Davis schweig ich besser. Freitag morgens gekauft, Mittags gehört und voreillig für sehr gut befunden. Hab sie schließlich verschenkt. Miles Davis würde sich wohl im Grabe umdrehen wenn er hört wie die Nachbearbeitung seine Musik kaputt gemacht hat. mfg freddykruger elm st Privatpatient

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Papazaca 11.09.2019, 08:56
5. Endlich: Interessanter Mix aus "alter und neuer Musik"

Wobei diese Zuordnung schon problematisch ist. Die neue Miles ist für mich zu mindestens ein guter Grund, mir seine alten Alben aus dieser Zeit anzuhören. Damals fand ich auch nicht alles aus seiner "Endzeit" gut. Auf dem vorgestellten "Give it up" jedenfalls spielt die Rhymusgruppe "Funky-Stereotypen" und Miles bläst quasi ein langes Solo. Nicht gerade interessant. Von den "Eingriffen" ganz abgesehen.

Sampa the Great ist eher schwer zu beurteilen, ich muß mehr von ihr hören. Was in ihrer Musik noch an Sambia erinnert? Schwer zu sagen. Musikalische Immigranten verlieren oft schnell den musikalischen Touch zu ihrer Heimat. Und heraus kommt öfters eine nicht immer überzeugende "Fusion-Music".

Iggy Pop's Scheibe macht Spass: Der minimalistische Anfang von "James Bond" führt dann zu voller "Hofkapelle". Ein guter Grund, mehr zu hören und die Scheibe vielleicht zu kaufen.

Auch Barker's Utility gefiel mir. Nichts einmaliges, aber gut anzuhören.

Diesmal macht mir "Abgehört" wirklich Spass: Altes, quasi Reissues und der überlebende Iggy, aber auch "World Musik" - wobei niemandem der Begriff gefallen kann - und Techno aus dem Berghain. Diesmal habe ich wirklich Lust, mich in jede der Scheiben reinzuhängen, bin wirklich neugierig, sie vollständiger zu hören. Und der Mix ist auch gut. So müßte es immer sein.

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basstomouth 11.09.2019, 09:08
6. Iggy

ist klasse.
Der Technoscheibe werde ich auch noch einige Zeit widmen.
Miles enttäuscht.
Nummer vier ist nicht so meins.
Und nun wandert Fritz Graßhoffs "Seeräuberreport" in den Player, mit den Stimmen von Heinz Reincke, Ingrid van Bergen, Günter Pfitzmann, Hannes Messemer u.a.

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Papazaca 12.09.2019, 09:34
7. Zum Tod des Kultmusikers Daniel Johnston

Kurz eine Anmerkung zum Bericht über den Tod des Musikers Daniel Johnston: Wenn SPON dieser Musiker - obwohl in Deutschland kaum bekannt - so wichtig ist, fände ich es schön, nicht nur über seinen Tod, sondern sein Leben zu berichten.

Was ist sein Werk, was seine besten Alben, seine besten Stücke, Konzerte etc. Mit wem hat er zusammengearbeitet etc. Ich denke mal, das SPON über das Vermelden von Todesmeldungen hinaus geht.

Wäre schön, noch was zu Daniel Johnston zu hören. Das statistische Vermelden von Todesnachrichten ist doch zuwenig, oder?

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ambulans 12.09.2019, 18:38
8. hi voodoo man,

Zitat von Papazaca
Kurz eine Anmerkung zum Bericht über den Tod des Musikers Daniel Johnston: Wenn SPON dieser Musiker - obwohl in Deutschland kaum bekannt - so wichtig ist, fände ich es schön, nicht nur über seinen Tod, sondern sein Leben zu berichten. Was ist sein Werk, was seine besten Alben, seine besten Stücke, Konzerte etc. Mit wem hat er zusammengearbeitet etc. Ich denke mal, das SPON über das Vermelden von Todesmeldungen hinaus geht. Wäre schön, noch was zu Daniel Johnston zu hören. Das statistische Vermelden von Todesnachrichten ist doch zuwenig, oder?
wie du siehst, haben sie dich ja inzwischen erhört. kennst du noch die reihe "rock session" von rowohlt mit ihrem "lexikon der außenseiter"? mich hats damals richtig auf den geschmack gebracht ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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Papazaca 13.09.2019, 08:48
9.

Zitat von ambulans
wie du siehst, haben sie dich ja inzwischen erhört. kennst du noch die reihe "rock session" von rowohlt mit ihrem "lexikon der außenseiter"? mich hats damals richtig auf den geschmack gebracht ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)
Moin Doc, ja, die Reihe kenne ich, habe auch ein paar Bände gekauft. Mal sehen, ob ich den auch gekauft habe? ist in einer Kiste verpackt.

Aber stimmt: Für mich war Musik erstmal das erkennen, wer sind die ganz Großen (Beatles, Rolling Stones, Dylan, Cash, Miles Duke Ellington, Coltrane, Armstrong, Coleman, Billie Holiday, Bob Marley). Dann die Großen wie Neil Young, Bowie u.v.a. Und dann kommen, leider erst am Ende die eher Unentdeckten und Vergessenen. Die offiziell Vergessenen wie Elliot Smith und Nick Drake oder die man selbst findet (Herbie Nichols, Elmo Hope, Alberta Hunter, Cassiber oder Suicide). Ach, Milli Vanilli habe ich ganz vergessen ....lach ....

Und richtig, Du bringst es auf den Punkt: Von da an wird es auch Deine Musik, weil Du nicht das Abbild des Mainstream bist, sondern Deinen eigenen Geschmack entwickelst. Es wird Deine ganz persönliche Musik. Dazu gehören auch halbbekannte Namen wie Tom Waits, Randy Newmann oder Jah Wobble, Tiny Tim oder Peter Allen.
Dabei habe ich das, was man als Weltmusik bezeichnet, ganz außen vor gelassen. Wer kennt schon Hamza el Din oder Toumani Diabate.
Und genau das ist für mich Musik, wie ich sie liebe.

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