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Abgehört - neue Musik: All das Klimbim der Konsumkultur

Der Bietigheimer Rapper Rin entwirft auf seinem zweiten Album das Porträt einer Pop-Welt vor dem Untergang. The Who trotzen dem Alters-Abgrund, Burial öffnet das Archiv und Fehler Kuti die Schland-Büchse.

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toninotorino 03.12.2019, 19:27
1. The Who

Klasse Platte.

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medfield,ma 03.12.2019, 20:59
2. Interessante Mischung

Burial definitiv nicht meine Baustelle, finde es aber durchaus berührend. Fehler Kuti wird wohl auch nicht den Weg in meine Plattensammlung finden - aber auch da finde ich den Ansatz spannend. Von The WHO hätte ich solche Stücke schließlich nicht mehr erwartet. Für mich definitiv ein Pflichtkauf. Zu Rin fällt mir überhaupt nix positives ein. Ich sag nur Autotune... und zum Vergleich mit Faserland: das war in den 90igern DAS Buch der Barbour-Jacken-Träger. Da schließt sich der Kreis....

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tafka_neowave 03.12.2019, 21:40
4. Was mir immer schon...

Was mir immer schon hier auf den Keks ging und geht, ist die Länge der Anspieltips... 90 sek. wären deutlichst angemessener, um einen Eindruck zu bekommen - und vier statt drei. Mindestens sollte die Musi so lange spielen, wie ein durchschnittlich begabter leser so für den Text braucht. Und... so nebenbei, bei Musi wie von Burial brauchts erst gar keine 30sec-Hörproben. Im übrigen der einzige heute, den ich so als Beifang bei passender Gelegenheit vorsehen könnte.

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ambulans 04.12.2019, 00:21
5. @freddy -

echt jetzt? anämisches von zu alten leuten (ich hab eben gerade beschlossen, mir super-duper-extended versions - natürlich mit bonus! - von "tommy" und "quadrophenia" zuzulegen, das werk (oben) find ich eher ein wenig blass; rin, burial und fehler kuti haben auf jeden fall ideen (das nicht alles klappt, kann man diesen jungspunden ja auch mal verzeihen). insgesamt diesmal eine wirklich witzige combo (kaufen werd ich mir davon allerdings nix). tipp: edgar broughton "rococo cooler" (oora, ca. 1973), allein - diese stimme ... dr. ambulans (alle kassen)

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Papazaca 04.12.2019, 07:30
6. Das SPON-Konzept. Anders sein.

Ich habe lange gebraucht, um das Konzept von "Abgehört" zu verstehen. Die vier Scheiben veranschaulichen das Konzept ganz gut. Etwas Tradition mit The Who. etwas Jugend mit RIN, Progressives mit Fehler Kuti. Und Avantgarde mit Burial. Ob sich die Hörer/Leser da wiederfinden?

Zu The Who: Wenn eine Band der Sechziger und Siebziger nach fast 50 Jahren ein neues Album rausbringt, muß sie sich an den früheren Scheiben messen lassen: The Who sings my Generation, Tommy, Live at Leeds, Who's next, Meat, Beaty, Big and Bouncy und The kids are alright. Die neue Scheibe ist zwar ganz nett, aber weit entfernt von den Klassikern. Fazit: Muß wirklich nicht sein, lieber die sehr guten Klassiker kaufen.

RIN kommt sicher nicht an Kracht"s Roman Faserland ran, macht aber klar, was man nicht braucht.

Burial ist als Avantgarde sicher interessant und gut, aber eher eklektisch und nicht jedermanns Sache.

Und dann ein Missverständnis. Notwist hat mit Golden Neon ein außergewöhnliches Album gemacht, eine sehr eigenständige Frickelarbeit. Fehler Kuti erinnert daran. Warum man aber einen der größten Musiker Afrikas,
Fela Kuti, den Erfinder des Afrobeat, als Namensgeber benutzt, ist mir unerfindlich. Sicher Mangel an Respekt
und fehlendes Verständnis für afrikanische Musik. Die Ironie des Namens (Fehler) ist sehr kurz, but "you should not do it. Das Album scheint aber ganz interessant zu sein, siehe Notwist.

Fazit: Interessante Vorstellungen. Aber für wen? "Läßt mich an den Spruch der Konkurrenz denken: "Und immer an den Leser denken." Andreas Borcholte und seine Mitstreiter denken eher an sich und einige wenige Spezialisten, quasi ein progressiver Gegenentwurf zum Rolling Stone. Ob diese Rechnung aufgeht???

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kronk 04.12.2019, 07:56
7.

Vlt. mal die Anspielexzerpts probehören, warum mir bei Burial jeweils 10-15 Sekunden pre-musikalisches Geknister präsentiert werden, kann ich nicht recht nachvollziehen.

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decathlone 04.12.2019, 09:50
8. Die Misere der aktuellen populären Musik...

.. wird durch diese Plattenbesprechung überdeutlich. Es braucht diese alten Männer, um die allgemeine Langeweile des modernen Pop-Business für ein paar Minuten zu durchbrechen. In dieser Kolumne finde ich sonst nicht viel, das mich über ein kurzes Anspielen hinaus beschäftigen würde. Hilflose Zitate, mit Geigen garnierte Marketingkonzepte, langweilige Songs, wenig handwerklich gute Musik, am schlimmsten: kein Vibe, kein Groove. Die CD von der Rentnercombo ist schon gekauft. Townsends Riffs sind immer noch der Hammer, ein echtes Trademark. Man weiss sofort, wer am Werke ist. Es sollte aber nicht verschwiegen werden, dass Roger Daltrey den Versprechen der Brexiteers auf den Leim gegangen ist und lautstark für diese trommelt - fooled at least once. Aber was soll's. Wollen wir hoffen, dass diese Rentnercombo noch eine zeitlang Anschauungsunterricht gibt, was Rockmusik auch sein kann.

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sekundo 04.12.2019, 10:39
9. Sie sind seit ganz langer

Zitat von decathlone
.. wird durch diese Plattenbesprechung überdeutlich. Es braucht diese alten Männer, um die allgemeine Langeweile des modernen Pop-Business für ein paar Minuten zu durchbrechen. In dieser Kolumne finde ich sonst nicht viel, das mich über ein kurzes Anspielen hinaus beschäftigen würde. Hilflose Zitate, mit Geigen garnierte Marketingkonzepte, langweilige Songs, wenig handwerklich gute Musik, am schlimmsten: kein Vibe, kein Groove. Die CD von der Rentnercombo ist schon gekauft. Townsends Riffs sind immer noch der Hammer, ein echtes Trademark. Man weiss sofort, wer am Werke ist. Es sollte aber nicht verschwiegen werden, dass Roger Daltrey den Versprechen der Brexiteers auf den Leim gegangen ist und lautstark für diese trommelt - fooled at least once. Aber was soll's. Wollen wir hoffen, dass diese Rentnercombo noch eine zeitlang Anschauungsunterricht gibt, was Rockmusik auch sein kann.
Zeit, der durchblickt, Erklärungen liefert, Begründungen
bietet und nicht auf banales Pop-Zeug hereinfällt. Am
schlimmsten war die Phase, als Herr Borcholte und Co.
uns Depri-Kapellen aus Berliner Hinterhöfen als Retter
der deutschen Pop-Musik andrehen wollte.

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