Forum: Kultur
Abgehört - neue Musik: Frau Sommer und ihre Kälte

Heilige Messe für den Fatalismus: Warum das neue Album der Hamburger Band Die Heiterkeit eine Offenbarung ist. Außerdem: Zeitgeist-Pop von Tegan and Sara, kluger Indierock von Car Seat Headrest und eine Berliner Techno-Diva.

gevatter_spinnenbein 03.06.2016, 17:26
1. zur alten/neuen besetzung der heiterkeit

werter herr borcholte,
a) bin ich ja nun ein wenig spät dran mit meinem kommentar und
b) möchte ich nun in keiner weise irgendwie besserwisserisch klingen, aber bzgl. ihres heiterkeit-reviews sei nun doch angemerkt, dass sie der alten besetzung der band ein wenig unrecht tun. zum einen spielt die keyborderin bereits auf "monterey", allerdings ist sie da halt noch nicht als offizielles bandmitglied gelistet. vor allem aber sollte doch klar gestellt werden, dass die ehemalige bassistin (verzeihung, dass ich grad zu faul bin, die namen der beteiligten zu researchen - denen gegenüber eigentlich ein wenig unfair, nun denn….) tatsächlich die tracks der aktuellen platte noch eingespielt hat und erst nach beendigung der aufnahmen "ausgetauscht" wurde (for whatever reasons). will sagen: dass sie implizieren, dass die alte backing band auf irgendeine art und weise schlechter gewesen sei, ein eindruck, den sie in ihrem text eindeutig vermitteln, entpuppt sich als nicht haltbar, since it's the same people! und gerade die ganz wunderbaren bassläufe der ehemaligen bassistin auf den ersten beiden platten (die gemahnen doch arg an galaxie 500: der bass mäandert melodisch rum, während die gitarre monochrom schrummt) machten doch grad den charme der ganzen angelegenheit aus! also bitte! und auch die beiden ehemaligen schlagzeugerinnen gaben der sache durch ihre rumpeligkeit (diese als typisch für schlagzeugerINNEN zu bezeichnen, wäre letztlich wohl a bisserl sexistisch) die "besondere note" (ich so: total um worte ringend, schäm…..). jener neue mensch, der messer-trommler, der spielt halt schlichtweg zu solide/normal….. DA fehlt dann tatsächlich sogar etwas (bei aller unbestrittenen größe der neuen platte). so. is so. regards.

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mahatma99 03.06.2016, 23:08
2.

Lieber Andreas Borcholte (liest vielleicht noch mit), lieber Jan Wigger (bestimmt nicht mehr),
wenn der Wind der Veränderung weht, soll man ja als Management-Jünger Segel setzen oder so. Ansonsten droht einen der Wind der Veränderung weg zu wehen.

Diese feine kleine Kolumne war immer stets mein Augenstern. Obskure Platten lösten herrlichste Kritiken im Vakuum zwischen Lyrik und Prosa aus. Nur noch übertroffen von den stil- und haltlosen Kommentaren unsäglicher Ingnoranten. Mein Musikinteresse hat davon stets profitiert. Seit Pop-Redakteur*innen (ist der Gender-Stern an der richtigen Stelle?) und halb-tätowierte Hipster mit-rezensieren, ist mir die Lust an dieser Kolumne verleidet. Ich werde sicher weiter reinschauen, aber diese unnötige Zerstreuung auf andere Print-Medien und Szene-Hipster tut weh.

Wenn das hoffentlich bald erscheinende Tool-Album auch von jemandem wie Annika, Lara, Lisa, Paul, Malte oder Severin rezensiert wird, schalte ich ab :-)

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