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Abgehört - neue Musik: Von Panzerkreuzern und Putzlichtern

Hört man an der frickel-faschistoiden Männertümelei vorbei, kann man das neue Album der Meta-Metaller Tool sogar genießen. Außerdem: Neues von Niels Frevert und Bat for Lashes.

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kuechenchef 07.09.2019, 21:54
30.

Zitat von toninotorino
Und meiner Meinung nach ist das auch dringend nötig, was Rockmusik angeht.
Dem ganzen post will ich zustimmen. Ich würde aber an der Stelle einhaken wollen, daß ein ein neues Tool-Album ja tatsächlich ein Ding für alte weisse Männer ist, und wenn sie nur 13 Jahre älter sind als beim letzten release. Da ist man dann halt nicht selten in einem Alter, in dem man auf das "reunion wirklich allerletzte Tour"-Konzert geht, nur um der alten Zeiten willen. Relevant ist das nicht mehr, das sich einzugestehen bedeutete, selbst nicht mehr relevant zu sein. Also wehrt man sich mit "das heute ist nur noch autotune-Gedrisse". Mit ähnlichen Strategien kann man sich rückwärts durch die Popgeschichte, zu der halt auch noch der exaltierteste Rock gehört, arbeiten, um auf die immer gleichen Argumente zu stoßen, sobald eine Alterskohorte die Endlichkeit des Lebens verspürt und mit Neid auf die jeweils aktuelle Jugend schaut.
Popmusiker, die sich gleich über Dekaden entwickeln, ohne sich deshalb dem jeweiligen Zeitgeist anzubiedern, sind rar gesäht, deutlich öfter werden wir mit ihnen alt, und verstehen irgendwann nicht mehr, daß sie nicht mehr wichtig sein sollen.

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toninotorino 08.09.2019, 08:53
31.

Zitat von kuechenchef
Dem ganzen post will ich zustimmen. Ich würde aber an der Stelle einhaken wollen, daß ein ein neues Tool-Album ja tatsächlich ein Ding für alte weisse Männer ist, und wenn sie nur 13 Jahre älter sind als beim letzten release. Da ist man dann halt nicht selten in einem Alter, in dem man auf das "reunion wirklich allerletzte Tour"-Konzert geht, nur um der alten Zeiten willen. Relevant ist das nicht mehr, das sich einzugestehen bedeutete, selbst nicht mehr relevant zu sein. Also wehrt man sich mit "das heute ist nur noch autotune-Gedrisse". Mit ähnlichen Strategien kann man sich rückwärts durch die Popgeschichte, zu der halt auch noch der exaltierteste Rock gehört, arbeiten, um auf die immer gleichen Argumente zu stoßen, sobald eine Alterskohorte die Endlichkeit des Lebens verspürt und mit Neid auf die jeweils aktuelle Jugend schaut. Popmusiker, die sich gleich über Dekaden entwickeln, ohne sich deshalb dem jeweiligen Zeitgeist anzubiedern, sind rar gesäht, deutlich öfter werden wir mit ihnen alt, und verstehen irgendwann nicht mehr, daß sie nicht mehr wichtig sein sollen.
Habe gestern in der "Süddeutschen Zeitung" einen Artikel zum Miles Davis Album "Rubberband" gelesen. Ich fand es interessant, was der Redakteur zu den veränderten Produktionsbedingungen in den Studios schrieb, mit der sich Miles kontrontiert sah. Ich glaube die Liebe zur Rockmusik hat wenig mit dem Alter zu tun. Ich finde immer noch interessant, was sich da tut. Ich möchte auch niemandem Tool schlecht reden, kann aber die Rezension von Arno Frank verstehen. Mir persönlich klingt das Album von Tool zu klinisch. Ich erinnere mich, dass vor Jahren in gefühlt jeder zweiten Schallplattenbesprechung das Wort "Eklektisch" genutzt wurde. Ich hatte den Eindruck: Halt mal, da läuft was schief, was Rockmusik angeht. Aber um noch mal zurück zu kommen auf die "Rubberband"-Besprechung, da steht schon etwas drinnen, wo ich Prallelen zu einem Album, wie dem von Tool sehe.

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