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Abschreiben bei Wikipedia: Zwei Historiker geraten in Plagiatssturm

Im renommierten Verlag C.H. Beck ist ein 400-Seiten-Historienschinken über große Seeschlachten erschienen. Die Autoren, zwei Historiker, haben dafür Wikipedia kräftig geplündert - und teilweise wortwörtlich abgeschrieben.

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paulsen2012 23.04.2014, 21:31
20. habe ich mir schon lange gedacht,

es gibt im In- u. Ausland viel zu viele (selbsternannte)
"Historiker ".

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realewelt 23.04.2014, 21:32
21. Wikipedia ist keine Quelle für einen seriösen Historiker

Wie bitte: "Früher hat man dafür den Brockhaus benutzt, heute eben Wikipedia"? Wo haben diese beiden Herren ihr Geschichtsstudium absolviert? In meinem Geschichtststudium war uns Wikipedia als Quelle schlichtweg verboten!

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günter1934 23.04.2014, 21:37
22.

Zitat von Hamberliner
Bei der Wikipedia läuft das so: Wenn man auf seiner Benutzerseite klargestellt hat, wo man Fachmann ist (z.B. promovierter Ingenieurwissenschaftler) und versucht, irgendwo fußnagelaufrollenden Unsinn [...]
Ich schaue oft bei Wiki rein, gerade bei naturwissenschaftlichen und technischen Themen, - aber meine Fussnägel haben sich eigentlich noch nie gerollt!

Vielleicht haben Sie das Problem wie der Geisterfahrer auf der Autobahn?
Nicht einer, nein, hundert, hundert....

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murun 23.04.2014, 21:44
23. Sehr verbittert...

Zitat von Hamberliner
Bei der Wikipedia läuft das so: Wenn man auf seiner Benutzerseite klargestellt hat, wo man Fachmann ist (z.B. promovierter Ingenieurwissenschaftler) und versucht, irgendwo fußnagelaufrollenden Unsinn zu korrigieren erntet man den vollen Hass und die volle Verachtung pickeliger Jugendlicher, denen nichts mehr stinkt als jemanden zu respektieren, der mehr Ahnung oder Lebenserfahrung hat. Sie reverten dann die Korrektur und beschimpfen sie als "Vandalismus". Gleiches gilt nicht nur für Fachwissen, sondern Lebenserfahrung, z.B. Auslandserfahrung. Wenn es bei Wikipedia überhaupt vereinzelt und lückenhaft brauchbares Fachwissen gibt lieg das daran, dass Wikipedia süchtig macht und man als Fachmann, wenn man erkannt hat was für ein asozialer Zeitdiebstahl zum Schaden der Fachleute Wikipedia ist, sich nur schwer davon losreißen kann. Bei Meyer und Brockhaus findet man solche Probleme wohl kaum.
Was für ein Schmarren und welch boshafter Beitrag. Ich habe mich als angemeldeter Wikipedianer und bestimmt nicht mehr pickliger Teenager zuerst dezent um Verbesserungen gekümmert und später selbst Artikel erstellt. Mittlerweile habe ich Rechte, um Artikel zu sichten und als "gut" zu befinden.
Dabei habe ich meine Qualifikation nie in den Vordergrund gestellt: Ich wurde angeschrieben und darf seitdem mitentscheiden, was relevant ud korrekt ist.
Konkrete Behauptungen überprüfe ich immer auf originale Primär-, oder zumindest auf zeitgenössische oder aktuelle Sekundärquellen. Was nicht nachweisbar ist, fliegt raus...

Vielleicht nehmen Sie sich als Fachmann und Ihre Meinungen auch einfach als zu wichtig.
Brockhaus und Meyer - zumindest die gedruckten - sind ja wohl kaum noch als Referenz anzuführen... Das sind die Meinungen eines Ewiggestrigen, meiner Meinung nach.

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günter1934 23.04.2014, 21:49
24.

Zitat von realewelt
Wie bitte: "Früher hat man dafür den Brockhaus benutzt, heute eben Wikipedia"? Wo haben diese beiden Herren ihr Geschichtsstudium absolviert? In meinem Geschichtststudium war uns Wikipedia als Quelle schlichtweg verboten!
Quelle in einem Geschichtsstudium?
Darunter verstehe ich Urkunden, Verträge, Tagebücher, Gerichtsakten,- vielleicht noch bei modernerer Geschichte Zeitungsartikel.
Aber ganz bestimmt nicht, was ein werter Kollege vor hundert Jahren oder heute Ihnen vorgekaut hat.
Da unterscheiden sich Ihre Quellen, Brockhaus und Wiki in Null und Nichts.

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Richard Wharfinger 23.04.2014, 21:59
25. Kompliment für Wikipedia

Mal ganz unabhängig von der Legitimität des Abschreiben ohne credits: aus der Sicht von Wikipedia kann die ganze Geschichte durchaus als Beleg für die mittlerweile erlangte Qualität vieler der dortigen Beiträge gelten. Wäre ich Wikipedia -- ich würde mich nicht nur klammheimlich freuen, dass DFG-geförderte Professoren und der renommierte Beck-Verlag meine Text klauen.

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seiplanlos 23.04.2014, 22:03
26. ganz einfach

Sie werden ihre Preisliste haben, was sie verlangen wenn jemand bei ihnen kopiert. Das Geld geht dann jetzt an die wikipedia und gut ist.

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Iggy Rock 23.04.2014, 22:05
27.

Zitat von günter1934
Quelle in einem Geschichtsstudium? Darunter verstehe ich Urkunden, Verträge, Tagebücher, Gerichtsakten,- vielleicht noch bei modernerer Geschichte Zeitungsartikel. Aber ganz bestimmt nicht, was ein werter Kollege vor hundert Jahren oder heute Ihnen vorgekaut hat.
Wer wissenschaftlich arbeitet, egal in welchem Fachbereich, kann selbstverständlich auch auf Literatur anderer zurückgreifen und diese als Quellen nutzen. Er muss es allerdings auch immer angeben, was er woher entnommen hat. Ein Geschichtsstudium heisst immer auch die Bibliothek exzessiv zu nutzen, Archivarbeit alleine ersetzt nicht die bereits getätigte Arbeit anderer Autoren.

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THINK 23.04.2014, 22:06
28.

Zitat von Hamberliner
Bei der Wikipedia läuft das so: Wenn man auf seiner Benutzerseite klargestellt hat, wo man Fachmann ist (z.B. promovierter Ingenieurwissenschaftler) und versucht, irgendwo fußnagelaufrollenden Unsinn zu korrigieren erntet man den vollen Hass und die volle Verachtung pickeliger Jugendlicher, denen nichts mehr stinkt als jemanden zu respektieren, der mehr Ahnung oder Lebenserfahrung hat. Sie reverten dann die Korrektur und beschimpfen sie als "Vandalismus". Gleiches gilt nicht nur für Fachwissen, sondern Lebenserfahrung, z.B. Auslandserfahrung. Wenn es bei Wikipedia überhaupt vereinzelt und lückenhaft brauchbares Fachwissen gibt lieg das daran, dass Wikipedia süchtig macht und man als Fachmann, wenn man erkannt hat was für ein asozialer Zeitdiebstahl zum Schaden der Fachleute Wikipedia ist, sich nur schwer davon losreißen kann. Bei Meyer und Brockhaus findet man solche Probleme wohl kaum.
1. Es soll Menschen mit einer etwas eigenwilligem Selbst-ein-/über-schätzung geben.

2. Deshalb wächst und gedeiht Wikipedia und Meyer und Brockhaus vegetieren ihrem Ende entgegen.

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grafkoks2002 23.04.2014, 22:06
29. Himmel...

Mein Gott, Wikipedia-Artikel sind frei. Die Autoren (ich habe auch viele Artikel geschrieben, bis ich keinen Bock mehr auf den Offenen-Hose-Ton einiger Administratoren hatte) stellen ihre Artikel frei. Und es ist das Prinzip, dass man sich bei diesen Artikeln bedienen darf.

Wenn sich die Autoren also zur Beschreibung technischer Vorgänge bei Wikipedia bedient haben, sollten die Wiki-Autoren glücklich sein - es beweist, dass sie Qualität geliefert haben.

Wer jetzt heult wie ein kleines Mädchen, dem der Schulhofschläger die Barbie geklaut hat, muss dann eben ein Copyright einführen oder selbst Bücher schreiben, die dann automatisch geschützt sind.

Wenn ich für eine Plattform schreibe, die bewusst Texte freistellt - darf ich nicht flennen, wenn sie auch genutzt werden.

Ob das ethisch/moralisch in Ordnung ist, ist in diesem Zusammenhang vollkommen Schnuppe, weil es nicht um Fragen der Moral, sondern allein um Fragen des Rechts geht.

Lustig wäre es natürlich, wenn ausgerechnet ein Verfechter des freien Contents klagen täte, vor Gericht Recht bekäme und freier Content plötzlich nicht mehr so ohne weiteres frei wäre.

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