Forum: Kultur
Ärger um "Vattenfall Lesetage": Beschwerdemails vom Energieriesen
DPA

Ein Stromkonzern gibt einem Hamburger Literaturfestival seinen Namen - zwei Initiativen machen dagegen mobil. Nun hat die Kuratorin der "Vattenfall Lesetage" Mails an Autoren verschickt, in denen sie die Gegenveranstaltungen als "linksradikal" diskreditiert. Vattenfall findet das "sehr unglücklich".

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angularm 20.04.2013, 15:21
20. Atomstrom = böse?

Lesen ohne Atomstrom - da kommt mir echt die Galle hoch. Atomkraftbetreiber werden nun schon wie menschenrechtsverachtende Regime an den Pranger gestellt. Mit der Realität hat das nichts mehr zu tun.

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keine_ahnung?_f...halten 20.04.2013, 15:23
21. Thema für jeden...

Ich finde es wirklich traurig, dass beim Thema Energie jeder glaubt mitreden zu können. Die Schuldigen sind in der Regel auch schnell gefunden, natürlich die großen Energiekonzerne. Das wir als Endverbraucher ca. 50% der Stromkosten an den Staat, Kommunen und Investmentfonds (Ökostromumlagen) zahlen, geht zu oft unter. Ökoterroristen wie Greenpeace, BUND und co. machen gegen hocheffiziente Kraftwerke wie Moorburg mobil obwohl mit der Inbetriebnahme dieses Kraftwerkes jede Menge CO2 aus alten Anlagen verdrängt würde. Das Wind, Solar und co. häufig nicht verfügbar sind wird ohnehin permanent ausgeblendet. Eine Anmerkung noch zum Thema Rückkauf und Volksentscheid in Hamburg. Hier wird auch gerne gelogen, dass sich die Balken biegen. Es geht hier nur um Stromnetze, nichts weiter. Dieser Bereich ist zu 100% reguliert, das letzte was man damit anfangen kann ist die Energiewende zu fördern. Es kann weder über die Art der anzuschließenden Erzeugung noch über die Erzeugungsart, des in das Hamburger Netz eingespeisten Stroms entschieden werden. Denn diese Bestandteile sind im Rahmes des Unbundling klar außerhalb der Verantwortung des Netzbetreibers geregelt. Mir wäre es daher weitaus lieber, wenn der Senat die mehreren hundert Millionen Euro in die Bildung und Betreuung investiert.

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Pega123 20.04.2013, 16:31
22. Peinlich...

Dann spendet ein Unternehmen Geld, um etwas für Kultur zu tun und es hagelt Proteste.

Als Hamburger finde ich das Verhalten meiner Mitbürger mehr als peinlich. Muss man denn aus jeder kleinen Veranstaltung ein Politikum machen?

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Europa! 20.04.2013, 16:35
23. Lesetage boykottieren ist doof

Zitat von sysop
Ein Stromkonzern gibt einem Hamburger Literaturfestival seinen Namen - zwei Initiativen machen dagegen mobil. Nun hat die Kuratorin der "Vattenfall Lesetage" Mails an Autoren verschickt, in denen sie die Gegenveranstaltungen als "linksradikal" diskreditiert. Vattenfall findet das "sehr unglücklich".
Da wird die Kultur mal von einem großen Konzern unterstützt, und dann wird bloß gemeckert. Vattenfall hat es bestimmt nicht nötig, mit einem Lesefestival sein Image aufzupolieren. Die Autoren sollten sich freuen, dass jemand so etwas für sie veranstaltet. Vattenfall kann genausogut Bandenwerbung bei Sportereignissen machen - das sehen mehr Leute.

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Pega123 20.04.2013, 16:37
24.

Zitat von Tamarind
Das ist richtig! Das ist ja das Kuriose: In ihrem Privatisierungswahn wurden die Hamburger Elektrizitätswerke von den Sozialdemokraten privatisiert, ausgerechnet an einen anderen Staat! Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen. Die Mehrheit der Hamburger ist für den kompletten Rückkauf von Vattenfall. Voraussichtlich wird darüber bei der Bundestagswahl am 22.9.13 per Volksentscheid entschieden.
Passt nicht so ganz, was sie da schreiben. Es geht daraum, das Stromnetz zurückzukaufen.
Darüber wird via Volksentscheid entschieden.

Ich finde es faszinierend, dass überhaupt darüber nachgedacht wird, so eine Investition zu stemmen. Die Stadt Hamburg hat 25 Mrd. EUR Schulden. Da fragt man sich schon, in wie weit ein solche Investition realistisch ist.

Ich würde bevorzugen, dass die "Befürworter" des Rückkaufs einfach eine gemeinsame Gesellschaft gründen und dann die Stromnetze kaufen. Das ich als Steuerzahler in Hamburg dies mitbezahlen soll, finde ich unanständig.

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lordas 20.04.2013, 17:07
25.

Zitat von angularm
Lesen ohne Atomstrom - da kommt mir echt die Galle hoch. Atomkraftbetreiber werden nun schon wie menschenrechtsverachtende Regime an den Pranger gestellt. Mit der Realität hat das nichts mehr zu tun.
Unschuldig sind die lieben Energieriesen an diesem Dilemma aber nicht. Genauso wenig wie die Kuratorin unschuldig an dem Ärger ist. Das ihr Mann nur recherchieren wollte, mag zwar eine rechtlich feste Begründung sein, nur ob ihm das geglaubt wird...

Das Atomstrom nur deswegen so günstig ist, weil der Steuerzahler ihn ENORM subventioniert, ist unbestreitbar.
Genauso unbestreitbar, wie der Umstand, dass besagte Energieriesen seit Jahren von einem Monopolvorwurf zum anderen schlittern.

Aber die EEG, die ist das schönste Geschenk der Politik.

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GoBenn 20.04.2013, 17:49
26.

Zitat von Pega123
Dann spendet ein Unternehmen Geld, um etwas für Kultur zu tun und es hagelt Proteste. Als Hamburger finde ich das Verhalten meiner Mitbürger mehr als peinlich. Muss man denn aus jeder kleinen Veranstaltung ein Politikum machen?
Sie haben offenbar nicht viel Ahnung von dieser, wie Sie sagen, "kleinen Veranstaltung". VF tut "etwas" für die Kultur, das stimmt. Dieses Sponsoring soll bewirken, was Sie gerade demonstrieren: "die sind doch gar nicht so". Genau gegen dieses Greenwashing wenden sich die verschiedenen Gegenfestivals. Bitte lesen Sie auch Artikel in anderen Medien und informieren Sie sich über die hintergründe. Ich als Hamburger finde das Engagement meiner Mitbürger sehr vorbildlich.

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berliner_83 20.04.2013, 18:08
27. teurer Strom?

Jaja...immer sind die EVU´s dran schuld...bitte nicht immer die BILD lesen!
Mehr als 50% der Brutto-Stromkosten sind Steuern, Abgaben und Umlagen!!!
Strom aus Regenerativer Energie ist eine gute Idee...nur an der Umsetzung hapert es:
Schon mal jemand überlegt, wie viel Energie erst mal notwendig ist, um ein Windkraftrad herzustellen? Allein die Produktion der Rotorblätter verschlingt mehr Energie, als eine Windkraftanlage in langer Zeit an Energie gewinnt!
Transport, Aufbau, Wartung usw. finden natürlich ohne CO2 Emmision statt...
Und wie kommt denn der regenerative Strom in die Steckdose? Will ja keiner die Leitungen vor der Haustür haben...
Und was mit Billigstromanbietern passiert, sieht man ja mal wieder am Beispiel FlexStrom...ach ne, da ist ja der zahlungsunwillige Kunde dran Schuld...

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Tulek 21.04.2013, 22:54
28. selbstverständlich........

muss es "linksradikal" sein.
mit rechtsradikal lockt man in diesem Land ja keine Maus hinterm Ofen vor.

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