Forum: Kultur
Alternativkultur-Festival : Streit über Fusion-Sicherheitskonzept
Frank Brexel/ imago images

Wo einst russische Militärmaschinen über die mecklenburgische Landschaft flogen, schwirren beim Fusion Festival seit 22 Jahren Elektrobeats durch die Lüfte. Nun äußert die Polizei Bedenken.

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Horst Haber 06.05.2019, 15:47
1. Klar wollen die Veranstalter keine Polizei auf ihrem Drogen-Festival

Dass bei so einer Veranstaltung Drogen in Unmengen konsumiert werden, ist kein Geheimnis. Dass die Veranstalter keine Polizei dort haben wollen, hats nichts mit Freiheit von Kunst und Kultur zu tun, sondern mit der Angst, dass die Polizei Hunderte von Dealern und Kunden festnimmt und die Behörden in der Zukunft dieses Festival wegen des Drogenkonsums nicht mehr zulassen.

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bernteone 06.05.2019, 15:49
2. Wer schon mal da war

weiß warum die Polizei auf das Gelände will. Auf jeden Fall nicht wegen gewaltbeteteiter Gäste . Ich war 7 x bei der Fusion und habe nie Gewaltbereitschaft erlebt , im Gegenteil alles easy und Peace . Die meisten Teilnehmer sind da mal 4 Tage unter sich , ist fast wie eine große Familie man trifft jedes Jahr die gleichen Leute . Der Polizei geht es um.den Drogenkonsum soviel Ehrlichkeit sollte schon sein . Die haben in den letzten Jahren richtige Stützpunkte vor dem.Gelände errichtet und Kontrollen im großen Stil durchgeführt . Damit sollte dann aber auch genug sein oder man sagt die Fusion wirklich ab , Polizei auf dem Gelände würde nur Provozieren und ein Großteil der Gäste würde das Festival wohl.meiden , mich eingeschlossen

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McMuffin 06.05.2019, 15:51
3. Rechtsfreier Raum?

Nur mal so zum Vergleich: Natürlich gibt es bei Rock am Ring eine Polizeiwache vor Ort. Zudem waren rund 1.400 Polizisten im Einsatz, darunter auch viele in zivil. Da geht es um die Sicherung der Veranstaltung selbst - solche Großveranstaltungen sind immer ein potenzielles Ziel von Terroristen und Verrückten - aber auch um die Sicherheit vor Ort. Wo so viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kommt es immer zu Konflikten und Straftaten. Straftaten zu begehen fällt weder unter die "Freiheit der Kunst" noch unter die "freie Entfaltung der Persönlichkeit". Wenn das die Festivalmacher anders sehen, ist es vielleicht tatsächlich besser, das Festival findet nicht statt.

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Ed Roxter 06.05.2019, 15:52
4.

Fadenscheinig klingt das alles. "eine Beteiligung politischer, in Teilen hoch gewaltbereiter Personen" ist also zu erwarten - und worauf stützt sich das? Furchtbare Ausschreitungen in den letzten Jahren? Fusion, das altbekannte Linksterroristen-Trainingscamp?
Natürlich finden sich auf einem Festival dieser Couleur Personen, die radikaler anmutendes, reaktionäres Gedankengut in sich tragen - davon ist bei jeder Party in jedem Autonomen Zentrum auszugehen. Aber als ob die gerade auf einer Kulturveranstaltung aus den und innerhalb der "eigenen Reihen" irgendetwas planen würden, das ein derartiges Polizeiaufgebot rechtfertigen würde... Und auch hier gilt die Unschuldsvermutung - bitte erst dann polizeilich behandeln, wenn (falls) die Leute tatsächlich straffällig werden - was sie auf dieser Veranstaltung mit Sicherheit nicht werden, das wird sich für andere Gelegenheiten aufgespart. So sieht das alles nur nach ziemlich affigem Die-Muskeln-spielen-lassen seitens der Polizei aus...
Außerdem: Andere Festivals dieser Größenordnung schaffen es auch, in Zusammenarbeit mit den Behörden alle Sicherheitsauflagen zu erfüllen, ohne dass die Polizei sich dort mit einer Wache auf dem Gelände, verdeckten Ermittlern und anlassloser Bestreifung niederlassen müsste.

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mirrormirroronthewallonli 06.05.2019, 16:01
5. Drogenversifft und linksradikal geprägt

Ich war 2016 dort und erschrocken, wie offen überall mit Drogen umgegangen wurde. Das elektronische Musik oft mit Drogen verbunden wird, mag bekannt sein, aber bislang haben entsprechende Konsumenten diese trotzdem noch „versteckt“ konsumiert. Hier sieht man an vielen Zelten Schilder, die Drogen anboten oder Tausch unterschiedlicher Drogen anfragten.

Zudem war der eigene „Sicherheitsdienst“ penetrant unprofessionell. Auf dem Zeltplatz wollten mehrere festivalgänger das Fußballspiel Deutschland gegen Italien auf eigenen Kanälen sehen oder im Autoradio hören. Diese Lachnummern sind Patrouille gefahren und haben sich an dem Eigentum der entsprechenden Leute vergriffen indem sie die Geräte selbst abgestellt und mit dem Verweis vom Gelände gedroht hatten. Dazu kamen links-idiotische Sprüche hinsichtlich nationalen Denkens - wegen eines Fußballspiels zur EM.
Auf dem Parkplatz wurden noch von meinem
Auto das Zeichen der Marle von der Motorhaube gepult und auf selbiger sowie dem Dach herumgesprungen.
Ein wenig Polizeipräsenz würde einem ruhigeren und angenehmeren Ablauf gut tun und der Kunst und Musik, um die es ja angeblich geht, eher mehr Genuss denn Schäden bringen.

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isnunmalso 06.05.2019, 16:14
6.

Zitat von bernteone
weiß warum die Polizei auf das Gelände will. Auf jeden Fall nicht wegen gewaltbeteteiter Gäste . Ich war 7 x bei der Fusion und habe nie Gewaltbereitschaft erlebt , im Gegenteil alles easy und Peace . Die meisten Teilnehmer sind da mal 4 Tage unter sich , ist fast wie eine große Familie man trifft jedes Jahr die gleichen Leute . Der Polizei geht es um.den Drogenkonsum soviel Ehrlichkeit sollte schon sein . Die haben in den letzten Jahren richtige Stützpunkte vor dem.Gelände errichtet und Kontrollen im großen Stil durchgeführt . Damit sollte dann aber auch genug sein oder man sagt die Fusion wirklich ab , Polizei auf dem Gelände würde nur Provozieren und ein Großteil der Gäste würde das Festival wohl.meiden , mich eingeschlossen
Wenn Sie schon 7 Mal auf der Fusion unterwegs waren, dann wissen Sie Bescheid weshalb die Polizei dort mehr Präsenz zeigen will. Die Fusion ist dafür bekannt, auch unter den weniger regelmäßigen Besuchern, dass dort der Drogenkonsum schon zum guten Ton gehört.

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da_easychiller 06.05.2019, 16:20
7. Bitte mal Recherchieren!

Interessant in diesem Kontext ist, dass die selben Behörden und der selbe Polizeipräsident, welche jetzt die Muskeln spielen lassen in den letzten 22 Jahren nichts an diesem Festival und seinem Sicherheitskonzept zu bemängeln hatten. Hat da etwa jemand Ambitionen, in die Politik zu gehen?
Man muss fragen, welche Gefahr hier abgewendet werden soll. Hierzu ein Auszug aus dem letzten Newsletter der Veranstalter zum Thema Kriminalität auf der Fusion:

"In 22 Jahren gab es keinen schweren Unfall mit gesundheitlichen Folgeschäden. Es gab keine Schwerverletzten, keine Drogenopfer. Die Anzahl der Eigentumsdelikte ist verschwindend gering und konstant rückläufig.
Die laut Polizeistatistik angezeigten Gewaltdelikte in den Jahren 2011 –
2016 lagen im Schnitt bei 2,5 Delikten pro Festival! Auch wenn hier, wie immer, von einer nicht zur Anzeige gebrachten Dunkelziffer ausgegangen werden kann, sprechen diese Zahlen deutlich für sich und für die Sicherheit auf dem Festival! Abgesehen vielleicht vom Kirchentag, ist das Fusion-Festival vermutlich die entspannteste, friedlichste und konfliktfreieste Großveranstaltung der ganzen Republik."

Das sind Zahlen, die von der selben Behörde kommen, die plötzlich den Riot-Teufel an die Wand malt. Auf jeder Dorfkirmes und bei jedem Fußballspiel gibt es für die Polizei mehr zu tun, als auf diesem Festival.
Bei der linken Klientel vor Ort ist das reinste Provokation und ein Generalverdacht über sämtliche Besucher/innen Festival. Offensichtlich soll hier von Seiten der Polizei aus so lange provoziert werden, bis es knallt und man dann mit Hundertschaften und Wasserwerfern rein gehen kann. Hinterher wird man sich auf die Schultern klopfen, dass man "diese Linken" mal ordentlich in ihre Schranken gewiesen hat und behaupten, dass damit ja erwiesen wäre, dass eine massive Polizeipräsenz unabdingbar ist. Wie gesagt - in den letzten 22 Jahren gab es hier keinerlei Vorkommnisse, die einen solchen Polizeieinsatz rechtfertigen würden.

Ich hoffe, dass sich in der Spiegel Redaktion jemand findet, der das Thema aufgreift und hier einmal umfassend berichtet.

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masterploxis 06.05.2019, 16:25
8. 22 Jahre Fusion und nun ein falsches Sicherheitskonzept ?

Komisch dass nach 22 Festivals das Sicherheitskonzept überraschend abgelehnt wird.
Bei durchschnittlich 2,5 gemeldeten Straftaten in den letzten Jahren (Tendenz fallend) handelt es sich hier ja um ein recht ruhiges Festival (bei 70.000 Gästen). Interessant wäre es die wahre Motivation des Polizeipräsidiums Neubrandenburg zu erfahren, den Veranstaltern ein mangelndes Sicherheitskonzept vorzuwerfen und eine Präsenzwache (plus anlasslose Bestreifung) auf dem Gelände zu installieren. In den vergangenen Jahren hat es auch ohne dies alles funktioniert...

https://kulturkosmos.de/fragen-und-antworten.html

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psypunk 06.05.2019, 16:25
9. Schade...

Das Fusion ist eines der unkonventionellsten, freisten und kreativsten Festivals. Ein Dorn im Auge aller Spießer, Konservativer und nationalgesinnten Leute, so schön kann der Osten sein, ein rechtsextremistenfreier Raum.

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