Forum: Kultur
Analyse von Musikstreaming: Sie sind Schwabe? Dann hören Sie bestimmt Hip-Hop
Florian Ebener/ Getty Images

Deutschrap dominiert die Charts. Aber was wird in Ihrer Heimat tatsächlich gehört? Unsere Datenanalyse zeigt Deutschlands Genre-Hauptstädte. Besonders tief im Mainstream: Remscheid, Ulm und Villingen-Schwenningen.

Seite 1 von 2
dolfi 28.07.2019, 18:18
1. München

... sticht eindeutig heraus. Das liegt an der sehr lebendigen Musikszene, aber auch an den Musiksendern Zündfunk und FM4, die sehr viel alternative Musik spielen. Hauptsache kein Deutsch-Räpp!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Iggy Rock 28.07.2019, 19:43
2. Was hört Deutschland mit Spotify

..wäre wohl die passendere Überschrift gewesen.
Ich weiß ja nicht wie es andere handhaben, aber als Liebhaber gitarrenlastiger Musik greife ich noch immer zu EPs, LPs und manchmal sogar zur CD. Wenn ich im Internet Rockmusik hören will, benutze ich primär Youtube und kein Spotify, greife dabei auch gerne auf Konzertaufnahmen zurück. Allgemeingültig sind meine Hörgewohnheiten gewiss nicht, aber zu suggerieren, als würde die Spotifynutzung den Hörgeschmack der Leute in Deutschland wiederspiegeln, greift dann doch zu kurz.
Wie sehen die typischen Spotifynutzer überhaupt aus, welches Alter und welches Einkommen haben sie?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
danmage 28.07.2019, 19:44
3.

Zitat von dolfi
... sticht eindeutig heraus. Das liegt an der sehr lebendigen Musikszene, aber auch an den Musiksendern Zündfunk und FM4, die sehr viel alternative Musik spielen. Hauptsache kein Deutsch-Räpp!
Da stimme ich Ihnen zu. Ich kann mich mit Deutsch-Rap oder wie hier beschrieben Ghetto-Rap ("Neunmilli, keine Schreckschuss, Crack-Luft. Die Gegend gesetzlos, Ghettos.") nicht identifizieren.

Es gibt so viele gute Musik jenseits den Charts und dem Radiogedudel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Misanthrop 28.07.2019, 19:56
4. Streaming...

Spottifei bzw. Streaming ist nicht bei allen Musikgenres bzw. deren Hörern gleich beliebt. Metal bspw. kommt häufig von Vinyl oder Red Book Compact Disc Digital Audio, letzteres dann auch als MP3 VBR0 oder FLAC vom eigenen NAS.
Diese Statistik über den Geschmack einzelner Orte ist daher nicht reprensentativ.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peho65 28.07.2019, 20:42
5. Ein Grund mehr für mich, ...

... mich mit diesem gestreame nicht abzugeben. HipRapPop ist nichts für mich und gequälte Gitarren gibt's da ja nicht.
Zudem halte ich immer noch gerne was physisches so richtig echt in der Hand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
medfield,ma 28.07.2019, 20:55
6. @2 und 4

Doch, ich befürchte das ist sehr wohl repräsentativ. Ich selbst komme von der Indie/Rock-Musik und habe fast 30 Jahre in dem Bereich als DJ aufgelegt. Und Gitarrenmusik mag vielleicht auf großen Festivals noch relevant sein - aber dann nur als Event, nicht als Musik. Ansonsten ist das was für alte Menschen. Hat man das erstmal akzeptiert, ist es dann ja auch egal...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 28.07.2019, 21:07
7. Deutschland hört das ...

... was die Musikindustrie vermarkten will. Das kann nervtötendes Stammeln bildungsferner Proleten oder zuckersüßes Geschmalze aufgedonnerter Hupfdohlen sein. Hauptsache, die Kasse klingelt. Ehrliche Musik, unter "Blut, Schweiß und Tränen" von Musikern erzeugt, damit kann die Vermarktungsindustrie nichts anfangen. SängerInnen müssen heute aussehen wie aus dem Katalog für Allerwelts-Modells, müssen sich je nach Anforderungsprofil bewegen können wie eine Schlange oder wie aus Versehen an eine Hochspannungsleitung gekommen und fertig. Wenn sie dann noch durch das Casting im Trash-TV kommen sind sie schon Stars. Dann folgen 1. CD, 2. CD, Best-Off-CD und wenn die Umsatzzahlen immer noch im Keller sind, kommt der nächste KandidatIn an die Reihe. Kann sich jemand vorstellen, dass heute ein Farrokh Bulsara zum Star werden könnte? Der? Mit diesem Überbiss? Man würde sich schief lachen! Oder das heute ein Musikstück länger als 17 Minuten sein kann? Ein einziges Stück! Keine komplette CD! Unmöglich. Nach 4 Minuten haben die heutigen Stars gar keine Luft mehr. Was würde wohl passieren, wenn ein Star grundsätzlich gegen den Mainstream schwimmt? Wenn er sogar die unmöglichsten Instrumente in eine Musikrichtung einbringen würde? Richtig! Er wäre noch vor der ersten Aufnahme draußen. Von Deep Purple, Genesis, Santana und wie die Bands, Sänger und Sängerinnen alles hießen oder Jimmy Page's, Jeff Beck's, Eric Clapton's "Stairway to Heaven" gar nicht zu reden. Nein, richtige Musik passt nicht in die heutige Vermarktungsstrategie. Es wird etwas raus gehauen, seicht, nebensächlich, egal, die Kasse klingelt.

So, und für alle, die noch rätseln, weil sie von dem alles noch nie was gehört haben, die Auflösung:

Farrokh Bulsara, bekannt geworden als Freddy Mercury, Mitbegründer, Komponist und Leadsänger der Band Queen. Ruhig mal in Hits wie "Bohemian Rhapsody", "Another One Bites the Dust" oder "We Are the Champions" rein hören. Die sind von ihm.

17 min, 3 Sekunden. So lange läuft das Stück "In-A-Gadda-Da-Vida" der Band Iron Butterfly. Ein paar jüngere Zuschauer der Serie "Die Simpsons" werden sich erinnern, dort jubelt Bart Simpson im Gottesdienst die Partitur des Stücks der greisen Orgelspielerin unter dem Titel "In the Garden of Eden" unter.

Ian Anderson, britischer Sänger, Komponist, Texter, Flötist und Gitarrist, Frontman der Band "Jethro Tull". Führte die Querflöte in die Rockmusik ein und lief grundsätzlich nicht dem Mainstream hinterher. Seine besten Songs m.M.n.: "Locomotive Breath" und "Aqualung". Einfach mal nach googeln und bei voll aufgedrehter Anlage (wichtig!) abspielen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
.patou 28.07.2019, 22:00
8.

Zitat von burlei
Kann sich jemand vorstellen, dass heute ein Farrokh Bulsara zum Star werden könnte? Der? Mit diesem Überbiss? Man würde sich schief lachen!
Na ja, der momentan erfolgreichste Musiker ist Ed Sheeran, dem man auch bei größtem Wohlwollen keine Attraktivität unterstellen kann. Ich würde sogar behaupten, dass sein Aussehen sein größter Vorteil ist, weil es - berechtigt oder nicht - eine Authentizität suggeriert, die optisch gefälligeren Musiker abgeht.
Er evoziert das tröstliche Gefühl, dass es manchmal auch ohne gutes Aussehen geht.

Natürlich sind Lieder wie "Best part of me" schamlos berechnend, aber wenn man erfolgreich darüber singen kann, dass man bald kahl ist und an den Nägeln kaut, hat man es wohl geschafft.

Ein weiteres Beispiel: Lewis Capaldi - ebenfalls nicht unbedingt easy on the eyes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wiispieler 29.07.2019, 08:45
9. Ein Armutszeugnis für Deutschland

Früher das Land der Dichter, Denker und großen Klassikkomponisten.
Heute ein Hort von Unterschichtenmusikern. Traurig, einfach nur traurig.
Ein Rockfan

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2