Forum: Kultur
Angst vor Trump: Jetzt beruhigt Euch mal bloß nicht
AFP

Wird schon nicht so schlimm werden unter Donald Trump? Kann sein, dass der nächste US-Präsident künftig zahmer auftritt als im Wahlkampf. Doch der Hass seiner Anhänger, der ihn ins Amt gebracht hat, wird bleiben.

Seite 2 von 25
scoopx 15.11.2016, 13:53
10. Die

Der Haß war immer da. Man erinnere sich an das Jahr 1970, als New Yorker Bauarbeiter Vietnamkriegsgegner verprügelten (eine Abordnung von jenen wurde von Nixon im Weißen Haus empfangen) und die Nationalgarde auf dem Campus der Kent State University vier demonstrierende Studenten erschoß. Nixon hat die Leute, die jetzt Trump gewählt haben, als "silent majority" bezeichnet.

Die silent majority lauerte stets im Hintergrund, und in der Geschichte der USA hat es immer wieder Eruptionen von Haß und Wut dieser Schicht gegeben. Sie blieben ohne Folgen. Und so wird es auch diesmal sein. Die silent majority war und ist ohnmächtig, und sie wird auch diesmal wieder in ihre Ohnmacht zurückfallen. Um das zu ändern müßte sie eine Massenbewegung hervorbringen. Jedoch, dem steht der Individualismus der Amerikaner entgegen. Eine Parole wie "Führer befiel wir folgen" ist in den USA völlig undenkbar. Hinzu kommt, daß die in den USA allgegenwärtige Korruption politisch mäßigend wirkt und deshalb einen "harten" Faschismus unmöglich macht.

Beitrag melden
mostly_harmless 15.11.2016, 13:54
11. Warum nicht mal anders?

Schön ruhig aufs Sofa setzen, und jedesmal, wenn etwas passiert, das man erwarten konnte, in aller Zufriedenheit sagen "Siehste, hab ich ja gesagt". Oder "Wusst ichs doch". Oder "Konnte man sich denken". Oder einfach nur hämisch Grinsen.

Beitrag melden
ArRah 15.11.2016, 13:59
12.

Zitat von omop
Da kann man nur sagen..schlechte Verliererin. Sie sollte sich vielmehr mit dem Scheitern "Ihrer" Kandidatin Clinton auseinandersetzen..
Es wird auf echte, heftige Konsequenzen für große Menschengruppen hingewiesen und Sie fragen: "wen interessiert das?". Genau darum geht es in dem Artikel: zu wenige Menschen zeigen dieses Minimum an Empathie.
Jemanden "schlechter Verlierer" zu nennen, der politische Entwicklungen kritisiert, zeigt eine Debattenkultur direkt aus dem Sandkasten. Ab wann genau ist man denn kein schlechter Verlierer mehr, wenn man sich über den Ausgang einer Wahl sorgen macht. Oder polemischer ausgedrückt: waren die demokratischen Kräfte 1933 auch schlechte Verlierer?

Beitrag melden
hasselblad 15.11.2016, 13:59
13.

Auf den Punkt. Trump mag nun bemüht "präsidial" auftreten, aber die Büchse der Pandora, die er mit seinen Tiraden gegen Einwanderer, Muslime, abstrakte "Eliten" und generell jeden, der kein zorniger bewaffneter Weißer ohne Job ist, steht sperrangelweit offen. Für Trump mag das Wahlkampfgetöse sein, um die Stimmen der selbsternannten Opfer abzusichern, aber seine radikalen Angänger können das nicht abstrahieren. Für die ist das ein Freifahrtschein, gegen jeden vorzugehen, der nicht in ihr White Trash Weltbild passt. Und damit meine ich explizit nicht die Verwirrten, für die Trump zu wählen bedeutet hat, Clinton zu vermeiden, die werden in den nächsten vier Jahren zur Besinnung kommen. Aber die Dummen und Gefährlichen, die Rednecks, die fühlen sich nun legitimiert zu "handeln". Die Haltung erleben wir in Deutschland teilweise auch schon, wenn Petry & Co. ostdeutsche Hassmobs als "Bürgerprotest" verharmlosen und rechtskritische Medien als "Lügenpresse" diffamieren.

Beitrag melden
maxus40 15.11.2016, 14:02
14. Da fehlt noch was.

Frau Stokowski,
es wäre doch zu hoffen gewesen, dass Sie darauf eingehen würden, dass über 50% der "weißen" Wählerinnen Trump gewählt haben. Und insgesamt 42% der Gesamtheit der Wählerinnen, also über alle Ethnien hinweg.
Wer sich also beklagt, entweder als US- Bürger oder als Europäer, dass nunmehr die Würde der Frauen bedroht sei, der hat zumindest eine ganz andere Gruppe von Wählern denen er dafür die (Mit)Schuld geben müsste, als er - oder sie - selber im Vorhinein wohl vermutet oder für möglich gehalten hätte.
Wenigstens im Nachhinein sollte man bereit sein dazu Stellung zu beziehen statt es einfach zu übergehen. Ein "wird schon keiner was merken" war ja wohl nicht der Ihre Überlegung, dafür ist es zu spät nachdem die Daten über das Wahlverhalten der weiblichen Wähler die Runde gemacht haben...

Beitrag melden
bikejockel 15.11.2016, 14:07
15. Botschaft vereinfachen

ich denke, diejenigen, die über schlechte Verliererin und ähnlichen Schwachsinn lamentieren, haben die Botschaft nicht verstanden. Ich habe verstanden, dass sich die Hasser legitimiert fühlen ihren Hass unverschämt auszuleben. Nicht weniger und nicht mehr. Vorher nur versteckt und jetzt offen. Der Meister wird dann generös zur Mäßigung aufrufen, so hätte er ja nicht gemeint. Beispiel Türkei: Dort wollen die Regierenden die Todesstrafe einführen und verkünden das Volk will es. Alles das ist Faschiusmus und hat nichts mit schlecht verlieren zu tun.

Ich erinnere mich an die Generation meiner Eltern:
1. Da wussten wir nichts von
2. Das haben wir nicht kommen sehen
3. So war das ja gar nicht gemeint
4. Es wurden Autobahnen gebaut

Beitrag melden
schwaebischehausfrau 15.11.2016, 14:08
16. Besorgte Bürger...

Schlimm, schlimm...das linke Milieu, das Frau Stokowski kennt, ist also "besorgt". Find ich klasse, denn wie am besten mit "besorgten Bürgern" umzugehen ist und was man von ihnen halten sollte, hat uns Frau Stokowski ja in den letzten 12 Monaten oft wissen lassen. Aber wahrscheinlich gibt's "gute besorgte Bürger" und "böse besorgte Bürger". Was die Angst vor Gewalt nach den Wahlen in den USA angeht: Die geht seit der Wahlnacht bisher von einem Mob aus, der offenbar ein Problem damit hat, das Ergebnis von demokratischen Wahlen zu akzeptieren.

Beitrag melden
thomasmorus 15.11.2016, 14:08
17. Aufregen - Laut sein - Aufpassen

Völlig Richtig,
Es ist jetzt wichtiger den je aufzupassen was in dem Land passiert, laut gegen Ungerechtigkeiten zu schreien (sowohl in Europa als auch in der USA) und sich über die vielen kleinen und großen Gemeinheiten denen nicht passende Meschen in der USA und auch in Europa ausgesetzt sind aufzuregen!
Es sind die Abwiegler, Wegschauer und "ist ja nicht so schlimm", "kann ja nur besser werden", "ist ja nicht mehr passiert", die mitverantwortlich sind für die Katastrophen des 20 Jahrhunderts, von den Völkermorden von Armien bis zu den Hutus & Tuzie, von den humanitären Katastrophen in Asien und Afrika, von den Vernichtumgskriegen bis zum Holocaoust!

Weil die Meschen weggeschaut haben anstatt sich aufzuregen, weil viele abgewieglt haben antatt Stellung zu beziehen, weil sie all zu feig und angepasst waren anstatt sich vor den nachbaren, bekannten und Mitbürgeren zu stellen als diese abgeholt, vertriebn oder ermordet wurden egal ob in Deutschland, Russland oder Tschechien, der Türkei, Österreich oder der USA!!
Gerade die USA bewegen sich seit Jahren hart an der Grenze was als moderen demokratischer sozialer Rechtsstaat zu sehen ist. Menschen krepiern weil ihnen ein paar hundert Doller für eine Arznei fehlt, bei Wahlen wird versucht möglichst viele von den Wähler abzuhalten (vor allem Minderheiten), die Zahl der Gefängnissinsassen ist jenseits von Gut und Böse, die Infrastrukture zerfällt Hassprdiger die den Isalmisten um nichts nachstehen treiben ihr Unwesen

Beitrag melden
scharfekante 15.11.2016, 14:11
18. Danke

- mit Ihrem erhellenden Artikel kann ich mich wieder voll identifizieren. Woher der Hass der Trump-Unterstützer kommt, darüber gibt es in den englischsprachigen Medien eine Vielzahl sehr guter und differenzierter Beiträge. Wichtig wäre es, sich auch in Deutschland noch stärker auseinanderzusetzen mit den Hintergründen, insbesondere mit dem "Berater" Steve Bannon und seiner "Breitbart"-Website: Deren Hass und Wut nähren sich weniger aus einem ökonomischen "Abgehängtsein", sondern aus einem Gefühl des Absinkens des Ansehens und des - zu Recht erfolgten - Verlustes sozialer Privilegien. Damit verbunden ist für weiße Männer auch eine - zu Recht erfolgte - Relativierung ihrer sexuellen Attraktivität, die heute weniger mit Herkunft und Abstammung als mit Bildung und individueller Leistung einhergeht. Da ist die intellektuelle Hillary natürlich ein "rotes Tuch", der ungebildete und pöbelnde Erbe Trump mit seinen Puppen-Frauen ein natürlicher Verbündeter.

Beitrag melden
wasistlosnix 15.11.2016, 14:12
19. Weltuntergangsvorhersagen

gab es in letzter Zeit reichlich sei es aus religiöser Sicht oder weil die Briten die EU verlassen.
Ich denke man kann davon ausgehen das demokratische Staaten erstmal sicher sind vor Despoten und man darf auch nicht vergessen all den unzufriedenen die jetzt Artikel schreiben, steht eine Menge abgehängter entgegen die keine Artikel schreiben. Es ist aber davon auszugehen das sich demnächst manch Intellektueller der mit dem Establishment unzufrieden ist anfangen wird Artikel zu schreiben.
Aber nur dem es gelingt, das Prekariat zu beseitigen, der wird am Ende der Gewinner sein. Wie auch immer er namentlich heißt oder wo auch immer er politisch steht.
Das ist aber das Gute an der Demokratie alle Macht geht vom Volke aus und jetzt gilt es Mehrheiten zu suchen, zu finden und zu behalten.
Das Behalten funktioniert nur wenn sich die Mehrheit nicht abgehängt fühlt.

Beitrag melden
Seite 2 von 25
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!