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Anja Rützels Liebe zu Take That : Magic, möglicherweise
privat

Mit Mitte vierzig noch ironiefrei eine Boyband lieben? Unsere Autorin Anja Rützel hat über ihre unerschütterliche Liebe zu Take That ein Buch geschrieben - hier erklärt sie, warum ihr die ungehemmte Weltverkitschung guttut.

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grumpy53 11.10.2019, 11:16
1. Wow

Das Buch wird gekauft. Und das Gefühl, an einem verregneten Freitagmorgen, frau ist jetzt Mitte 60, einen Beitrag von Frau Rützel zu lesen, ach was, wieder zu genießen, mit dem tiefen, freudigen Gefühl: Ja! Da versteht mich jemand. Da kann jemand formulieren, was in mir vorgeht, wenn ich mir die Scheibe auflege und wie blöd durch die Wohnung hopse. Mein Mann (Brite durch und durch), kann das nicht verstehen. Egal. Die Musik werde ich (wie die Beatles, Travis, Jack Johnson, Pink, Mark Forsten und Sido) mit ins Altersheim nehmen. Damit ich da nicht mit Florian Silbereisen, Helene Fischer (geile Stimme, aber sonst...) nicht ruhig gestellt werden muss.

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r.pfeilsticker 11.10.2019, 11:17
2. Damals 1995...

Als im Radio die Durchsage kam, dass sich Take That aufgelöst hat, haben wir in unserer WG erst mal ne Flasche Sekt aufgemacht. Dann kam die kleine Schwester von Alex weinend zur Tür rein und fragte, wie und was wir an solch einem Tag feiern könnten. Und rannte mit den Worten "Ihr seid alle doof" aus wieder der Tür, nachdem wir freudig strahlend sagten, dass wir auf das Ende von Take That anstoßen...

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taglöhner 11.10.2019, 11:29
3.

Wann kommt der Roman der wortgewaltigen Dame?

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dasfred 11.10.2019, 11:37
4. Unnachahmlich schön geschrieben

Allein schon die Beschreibung der Moves ist ein kleines Kunstwerk. Auch die Begeisterung ist so einfühlsam beschrieben. Ich habe noch spontan erinnert, wie ich vor kurzem, als YouTube Kaumnutzer, nach Musik und bestimmten Filmszenen gesucht habe und plötzlich von Erinnerungen überwältigt war. So erlösend weinen konnte ich schon lange nicht mehr. Rützel lesen bringt Sonne in den grauen Tag. Dafür Danke.

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Humanfaktor 11.10.2019, 12:14
5. Mann kann die Leidenschaft bewundern, ...

... mit der die Autorin, mit spitzer Zunge und gleichermaßen eloquent, in die Pfühle der geschmacklichen Abgründe und sinnleeren Trash-TV-Philosophie eintaucht, sie fachgerecht abschmeckt und als Häppchen von Leckerli, gewissermaßen als kulturelles Must-have für Feinschmecker, zu verkaufen versteht, oder zumindest versucht, es zu tun. Da scheint eine wahre Berufung zugrunde zu liegen, anders ist der volle Einsatz kaum zu erklären. Und er zahlt sich anscheinend auch aus. Bravo! In der In der Präfinanzkollapsära nannte man es noch Alchemie, wenn aus Scheixxe Gold gemacht wurde. Heute ist es eine recht alltägliche und gängige Methode, wenn es nur genügend Abnehmer dafür gibt... ;-)
Es ist wirklich zuweilen amüsant und unterhaltsam, über das zu lesen, was ich üblicherweise weitläufig umgehe. Etwas bestürzt bin ich allerdings auch. Und zwar darüber, dass es so viele Menschen gibt, die damit ihren Lebenunterhalt bestreiten können, indem sie einfach nur ihre Flat-Earth-Existenz vor der Kamera auszuleben, weil es so viele andere gibt, die sich daran ergötzen können, als wäre es ein tiefgründiges Schauspiel. Und das ein ums andere Mal - alle Jahre wieder.
Und nicht zuletzt noch die Zunft derjenigen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, denjenigen, die lieber aus Sekundärquellen über die Primärursachen informiert zu werden... diese Sehnsucht zu erfüllen.
Und den verschämten Nichtschauern, die aber gerne würden, aber nicht können oder dürfen und dann doch noch lesen, was es zu lesen gibt, über das, was sie nicht schauen 'wollen' - oder es nur vorgeben...;-)

Dass man diesen höheren Unsinn zur eigenständigen Lebensgrundlage machen kann, weil es dafür einen Bedarf gibt, der befriedigt sein will, das ist das eigentliche Phänomen. Und irgendwie grenzt die Vorstellung, dass das alles Wesensteil der Krone der Schöpfung sein soll, doch sehr an das, was man im Präprivattvzän unter Vorstufe zum grassierenden Wahnsinn verstanden haben dürfte... ;-)

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daniel.juergens 11.10.2019, 12:48
6. Göttlich

Unglaublich gut geschrieben. Wie eine gute Tafel Schokolade, die man Stückchen für Stückchen geniesst.Brainfood vom Allerfeinsten.. Mit der beste Text, den ich seit der Schultz-Story (Kaviar!)bei Euch gelesen habe. Kurzstrecke kann Frau Rützel. Bin gespannt, ob die Langstrecke ihr auch liegt. Daumen Hoch!.

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mirage122 11.10.2019, 13:42
7. Wer hätte das gedacht?

Anja Rützel outet sich als Take That-Fan! Irgendjemanden muss man ja seine uneingeschränkte Liebe schenken. Da gibt es ja die absonderlichsten Varianten. Ich kann mich da leider nicht in diese Verehrungs-Clique um Robbie Williams einordnen - das liegt an meinem fortgeschrittenen Alter. Trotz ihrer Verirrungen und Verwirrungen in ihrer Sturm-und-Drang-Zeit ist ihr die unnachahmliche Art ihres wirklich famosen Schreibstils nicht abhanden gekommen. Glückwunsch!

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Kay N. Ahnung 11.10.2019, 14:24
8. Meine Tochter war 13, als sich Take That auflöste...

...da kann sich jeder vorstellen, was da zuhause los war. Dann kam auch noch die trällernde Flohfallen-Familie in die Stadt..
Aber es ist noch einmal alles gut gegangen. Wer sich nicht für irgendetwas schwärmerisch begeistern kann, der macht einiges verkehrt.
"Relight My Fire" krame ich immer wieder raus, wenn ich gute Laune habe oder brauche, allerdings lieber im Original von Dan Hartmann.

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ambulans 11.10.2019, 15:06
9. großes

kompliment an frau rützel für diesen text - nicht nur fan-girl (darf man doch, oder?), sondern auch klug in sämtliche zeiten (die eigenen wie die - der anderen) eingeordnet, eloquent wie wenige, u.v.m. dass mir take that nichts besonderes bedeutet, ist hier ohne belang (ich bin halt - ein wenig älter); was zählt, ist - frau rützel gehört zu den wenigen autoren, die wie z.b. nik cohn (awopbopaloobopaloopbamboom) oder in der BRD etwa franz dobler mit seinen zeit- wie unzeitgemäßen betrachtungen die pop-musik und ihre bedeutung für die angesprochene generation treffend/kongenial auf den punkt bringen. weiter so! mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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