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"Anne Will"-Talk: Irans Ultimatum und der Wert von Diplomatie
NDR/Dietmar Gust

Maximalen Druck machen wie Trump? Oder nach Teheran reisen und vermitteln? Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über den Atomstreit mit Iran - und über die Frage, wie gefährlich er für Europa ist.

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lordgrosskotz 13.05.2019, 04:05
1. Deal ist schon lange tot

Leider hat man in der Sendung erschreckend wenig über die iranische Seite erfahren. Ausführlich hingegen wurde die Sichtweise der Netanjahu-Regierung vertreten. Frau Sucharewicz hat die Chance, mit ihrem Eingangsstatement den Ton der Diskussion zu setzen geschickt genutzt.
Was leider. keiner in der Runde deutlich gesagt hat: aus iranischer Sicht ist der Deal tot und das nicht erst seit Anfang Mai, sondern seit mind. einem Jahr (streng genommen sogar seit Trumps Amtsantritt). Irans Profit an dem Deal ist seit einem Jahr praktisch gleich null (er war schon immer wesentlich geringer als man es sich dort erhofft hatte). Iran wartet seit über einem Jahr, das Europa daran etwas ändert. Das ist nicht geschehen. Man kann Iran nicht vorwerfen, sich aus einem Abkommen ‘zurückzuziehen‘, das de facto schon lang nicht mehr existent ist. Die E3 haben schlicht ein Jahr lang gepennt. Der Instex war nie mehr als eine nette Geste. Die iranische Reaktion auf die neuerliche Eskalation seitens der USA ist der logische Schritt und war seit langem abzusehen. Dass die iranische Regierung weiterhin mit den E3 (+ Russland und China) zusammen arbeiten will (und muss) hat sie hinlänglich kommuniziert.
Letztlich ist es Europa, das die Krise auslöffeln wird, nicht deren Verursacher die USA, wenigsten darüber scheinen sich Röttgen & Co. im Klaren zu sein.

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ford_mustang 13.05.2019, 06:45
2. kein Interesse der USA ...

an einer militärischen Auseinandersetzung? Mag sein, aber Trump schon. Er steht an allen Fronten unter Druck, vor allem innenpolitisch. Da käme ihm der uralte Kniff eines "äußeren Feindes" gerade Recht.

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fabi.c 13.05.2019, 06:57
3. Ohne Iran....

Ohne Iran Russland und China wird es im Nahen Osten nie ein Frieden geben.
Sanktionen treffen das Volk im Iran und das Volk ist Sanktionen geübt und hat über Jahre Verzicht gelehrt. Die Sanktionen werden kurz oder lang verpuffen.
Was Mittel und langfristig hilft ist ein Abrüstungspolitik der Länder Iran und Saudi-Arabien und Einstellungen aller Stellvertreter Kriege in der Region.
Die USA haben in der Region nur in Saudi-Arabien und Israel Zuhörer und das reicht nur um Krieg gegen den Iran zuführen.
In dieser Explosive Lage muss ein Vermittler her um die Parteien an einem Tisch zu bekommen und das könnte der UNO Generalsekretär sein.
Wofür ist die UNO ? Wenn nicht dafür ?

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HWRH 13.05.2019, 07:53
4. Erschreckend wie die Möglichkeit

eines Krieges in der Runde besprochen wurde, ohne Wissen auszutauschen. Der Iran verkauft sein Öl mittlerweile gegen Euro. Jedes Land, das aus dem Petrodollar gestiegen ist, wurde von den USA angegriffen. So lange, wir uns diese Liste nicht anschauen und analysieren, huldigen wir den Gott des Krieges.

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bebreun 13.05.2019, 07:55
5. @1 Irans Profit aus dem Abkommen

"Irans Profit an dem Deal ist seit einem Jahr praktisch gleich null (er war schon immer wesentlich geringer als man es sich dort erhofft hatte)." Wenn der Iran über die Jahre, als das Abkommen lief, Agressionspolitik im nahen Osten betreibt und seine Raketenbasis ausbaut, dann hat er die Früchte der Vereinbarung mißbraucht. Wären die Mittel in den Fortschritt des Landes geflossen, wäre die Situation heute eine bessere für das Land. Die seit Jahrzehnten erkennbare Hegemoniepolitik des Irans ist berechtigterweise für viele in der Region ein Dorn im Auge, auch wenn man sich ein Gegengewicht zu Saudi-Arabien wünscht.

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brotfresser 13.05.2019, 08:09
6. Leider wurde nicht deutlich erwähnt,

wer das Abkommen aufgekündigt hat und wer im Moment der Kriegsteriber ist: die USA. Ansonsten:
Norbert Röttgen, der sich hinter Floskeln versteckt, der aber nicht wagt, die volle Wahrheit zu sagen.

Alexander Graf Lambsdorff, der mehr reden will, aber auch nicht wagt die USA offen zu kritisieren. Immer schön um den heißen Brei reden.

die "junge" promovierende (warum musste das erwähnt werden?) Melody Sucharewicz, die Trump hörig zu sein scheint und Iran lieber heute als morgen vernichten will (P.S.: sie sollte sich mal über Dresscodes in Talkshows informieren - guter Stil sieht anders aus)

Ansonsten: keine neuen Einsichten. Iran immer nur als das Böse zu benennen und den USA alles durchgehen zu lassen ist nicht gerade objektiv.

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pandora14 13.05.2019, 08:12
7. Dass die Mullahs

eine Schurkentruppe sind, ist bekannt.
Aber wir sind nicht die Richter der Welt, zu denen sich die Amis aufspielen.
Und so zu tun, als sei Europa von ihnen bedroht, wie es die israelische Interessenvertreterin uns weismachen wollte, ist Quatsch.
Auch Israel ist nicht bedroht, dazu sind die Mullahs zu schlau.
Krieg wollen nur zwei, die Amis und vor allem Israel.
Und wir lassen uns stets zu Bütteln ihrer Politik machen, weil ein Wort genügt: Holocaust.
Typisch, dass sei noch mit dem Leiden ihrer Vorfahren Geschäfte machen wollen.

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mgrevenstein 13.05.2019, 08:12
8. Und wieder.....

eine Diskussion die zu nichts führt weil die Europäische Union es nicht geschafft hat ihre Position in der Weltpolitik deutlich zu vereinen. Gründe sind auch die genannten unterschiedlichen Sichtweisen zu den Vereinigten Staaten. Ausstieg eines der wichtigsten Bündnispartner aufgrund von desolater Kommunikation, haben zur Folge das die Position der EU weiter Schaden nimmt und die Ernsthaftigkeit dieser Verbindung von Außen vermehrt in Frage gestellt wird. Jede Aktion in Richtung Europa wird billigend ohne Intervention hingenommen. Bisschen Genörgel und das Verbreiten von Unverständlichkeit reicht meines Erachtens nicht, um eine Definition von Werten klar zu machen. GB, Frankreich und Deutschland hätten die Chance gehabt aber die Unstimmigkeiten seit der Gründung sind unübersehbar und somit wird auch bei einer weiteren Eskalation im Kriesengebiet keine Stimme gehört werden weil die Geschlossenheit fehlt.

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Hexavalentes Chrom 13.05.2019, 09:16
9.

Trump Girl Melody bezauberte immerhin mit einem offensichtlich abwesenden Rock. Auch eine Art von Kriegsführung um die Deutungshoheit. Da wäre noch mehr gegangen.

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