Forum: Kultur
"Anne Will"-Talksendung: Zeitreise mit Friedrich Merz
NDR/Wolfgang Borrs

Anne Will wollte über Spaltung und Zusammenhalt im Land diskutieren, im Zentrum stand ihr Gast Friedrich Merz. Ein passenderer Titel für die Sendung wäre gewesen: "Alter, weißer Mann wird von zwei Frauen zusammengefaltet."

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licht_und_schatten 19.11.2018, 19:57
150.

Zitat von demokrat2
...Vorhaltungen an Frau Schwesig, warum sie nicht das tue, was sie von ihm erwartete, wenn er gewählt werden sollte. Antwort: Er säße nicht in der Regierung. Als ob er in der CDU keinen Einfluss auf politische Entscheidungen hätte. ...
Bevor Sie hier solche steile Thesen in die Welt setzen, sollten Sie sich erstmal mit der tatsächlichen Situation vertraut machen.
Merz ist zu diesem Zeitpunkt ein einfaches CDU-Mitglied. Er ist wahrscheinlich gut vernetzt, hat aber im Moment keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Partei und noch viel weniger auf das Handeln der Regierung.

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Analyst11 19.11.2018, 20:21
151.

Zitat von licht_und_schatten
Mittlerweile ist es offensichtlich, dass die Talkshows nicht einfach nur zur Diskussion aktueller Themen geplant werden. In sehr vielen Fällen, ist das Hauptziel ein ganz anderes. Gestern Abend war es die versuchte Demontage Friedrich Merz‘, in der letzten Illner-Sendung war Gauland das „Opfer“, etc. Auf jeden Fall werden die Grünen und die grün-affinen Politiker anderer Parteien medial sehr stark gehypt. Das einzige worauf ich mich noch nicht festlegen kann, ist ob der politisch passende Teil der „Akteure“ vor den Sendungen gebrieft werden oder ob es nur gewisser Impulse seitens der Moderatoren bedarf, um die mediale Steinigung in Fahrt zu bringen. Absolut bemerkenswert finde ich die inquisitorische Haltung Manuela Schwesigs. Obwohl ihre Partei bereits seit geraumer Zeit in der Position ist, Probleme zu lösen, wettert Sie öffentlich herum, ohne sich im Klaren zu sein, dass sie zu den Tätern gehört. Eigentlich hätte die Moderatorin sie darauf hinweisen müssen. Das passte wahrscheinlich nicht zu den gesetzten Zielen. Viel spannender finde ich aber einen anderen Trend. Unsere Medien trichtern uns immer intensiver ein, dass wirtschaftlich erfolgreiche Menschen böse sind. Das sind verrückte Zeiten.
naja, von steinigen kann hier aber nicht die Rede sein. Das zeigt die Streitkultur der BRD, es war harmlos, nichts gegen früher. Merz hatte meiner Meinung nach alles im Griff und mußte nicht wirklich alles geben. Wie der Spiegel es beurteilt ist klar, aber unwichtig.

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RGK20 19.11.2018, 21:27
152. Dieser Talk war unterirdisch

und niveaulos. Zum einen völlig am Thema vorbei, zum anderen begleitet von einer sonderbar agierenden Anne Will. Da versuchen zwei Frauen ( Schwesig, Baerbock) in einem nicht enden wollenden Redeschwall den Friedrich Merz zuzutexten und ihn für alle Fehler der GroKo aus den letzten Jahren verantwortlich zu machen . . . und dieser hört ganz ruhig und interessiert zu.
Und Anne Will fällt nichts anderes ein als ganz nervös zu fragen: Herr Merz, Sie sagen ja nichts dazu, interessieren Sie diese Themen nicht? Seine Antwort: Ich höre zu (und lasse ausreden).
Soweit sind wir also auch schon im ÖR gekommen: wenn jemand (Friedrich Merz) endlich mal wieder eine ruhige und vernünftige Diskussionskultur zeigt, wird er animiert dazwischen zu reden und mit zu poltern. Trash TV bei Anne Will - einfach nur unterirdisch niveaulos.

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Analyst11 19.11.2018, 21:43
153. sehr gut kommentiert ...

Zitat von smsderfflinger
Natürlich haben Sie recht, wenn Sie schreiben: „Arno Frank hat wohl eine vorgefertigte Meinung gegenüber Herrn Merz und will ihn schlecht aussehen lassen.“, wobei Sie das vorsichtige „wohl“ getrost streichen können. Herr Frank schreibt hier seinen Frust heraus, dass Merz eben nicht schlecht ausgesehen hat und dass er auch die Zuschauer im Studio zu guter Letzt auf seine Seite ziehen konnte. Hier einige weitere Beispiele für die Einseitigkeit des Autors: Vom Titel einer Sendung darf man sich nicht täuschen lassen. Bei "Anne Will" ging es nur ganz am Rande mal um das "gespaltene Land" und die Frage "Wer sorgt für Zusammenhalt?" Im Zentrum der dennoch sehenswerten Debatte hockte mit staatsmännischer "Ich bin dann mal hier"-Miene Friedrich Merz. Ein passenderer Titel wäre vielleicht gewesen: "Alter, weißer Mann wird von zwei Frauen zusammengefaltet - Wie sinnvoll sind Zeitreisen?“ In der ganzen Sendung habe ich und sicher alle anderen Zuschauer auch, Merz nicht „hocken“ sehen. (Duden:(umgangssprachlich) in zusammengekauerter Haltung, zusammengeduckt sitzen; auf einer niedrigen Sitzgelegenheit, mit angezogenen Beinen sitzen). Aber es vermittelt doch so schön, was Frank gerne gehabt hätte: "Alter, weißer Mann wird von zwei Frauen zusammengefaltet“ Und es ging nur „am Rande“ mal um das „gespaltene Land“? Das holt der Autor dann selbst nach, in dem er satte 25% ( 19 von 74 Zeilen) seines Artikels dieser Frage widmet. „Die Spaltung zumindest seiner Partei in Leute, die sich da noch "zu Hause" fühlen und Leute, die zur AfD oder - horribile dictu! - sogar zu den Grünen abgewandert sind, würde Merz ("Ich spreche jetzt nur für die CDU!") gerne mit einem schmerzhaften Spagat beenden.“ Das ist nur logisch, wenn man konstatieren muss, dass man erhebliche Wählerstimmen an die beiden Parteien verloren hat. Oder glaubt der Autor, dass man nur Wähler, die zur AfD - also den Bösen - gewandert sind, zurückzugewinnen hat, jedoch Wähler, die zu den Grünen - als den Guten - abgewandert sind lediglich ein freundliches „Gute Reise“ wünschen sollte? Er nennt es lieber ein Wiederattraktivmachen der CDU für "Wertkonservative", indem die Christdemokratie "ohne jeden Zweifel für den Rechtsstaat steht und dafür sorgt, dass das Recht eingehalten wird" Und genau damit hat er vollständig Recht und dürfte die Meinung einer grossen Mehrheit in D vertreten: Den Rechtsstaat wieder in den Vordergrund zu rücken und auch durchsetzen und zwar gegen alle Anfeindungen von Rechts- und Linksradikalen, Kriminellen und religiösen Fanatikern. Der Kernsatz von Franks Artikel aber bleibt dieser Ausdruck seiner selektiven Wahrnehmung: "Alter, weißer Mann wird von zwei Frauen zusammengefaltet“. Damit dürfte er ausserhalb seiner ideologischen Cloud m.E. ziemlich allein dastehen. D
nur - ich denke der Autor hat nicht viel gedacht, es ging eher darum was Bestimmtes rüberzubringen, ein plumper Versuch - nicht mehr.

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steffen.mueller 20.11.2018, 09:14
154.

Zitat von eichhörnchensheriff
Warum sitzt Merz eigentlich da in der Runde? Warum wird er von der Moderatorin nicht richtig gegrillt? Noch hat er kein Amt, sondern ist nur Kandidat. Warum darf ausgerechnet er also fast eine Dreiviertelstunde monologisieren, während die anderen Gäste nur blasse Staffage sind? Damit man sich an ihn gewöhnt? Eine gezielte Manipulation.
Sie stellen die Intention der Sendung auf den Kopf. Merz kann für die Zusammensetzung nichts. Er kann auch nichts dafür, wenn er von dem Moderator häufig angesprochen wird.

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Alexis_Saint-Craque 20.11.2018, 09:58
155. Das Mindeste

Herr Merz sieht nicht gut aus. Dieses Problem teilt er mit Herrn Spahn und der anderen Frau. Inkompetenz muss heute sexy sein. Das ist das Mindeste.

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DukeofSoutherland 20.11.2018, 11:47
156. Filterbrille

Wenn ich mir den SPON-Beitrag und eine Reihe von Kommentaren hier so ansehe, komme ich unweigerlich zu dem Schluß, dass sowohl der Autor, wie auch seine Unterstützer eine Sendung des Pippi-Langstrumpf-Senders gesehen haben müssen (ich mach' mir die Welt .....).
Vorneweg: ich teile nicht die mir bisher bekannten wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Friedrich Merz. (Es sei denn er wäre tatsächlich geläutert und - wie in der Sendung gesagt - ein Vertreter einer ORDOliberalen Wirtschaftsordnung an Stelle des entarteten gegenwärtigen Neoliberalismus. Denn das würde bedeuten, dass Merz für die Wiedereinführung der sozialen Marktwirtschaft stehen würde.
Ansonsten kann ich denjenigen im Forum nur beipflichten, die einen recht souveränen und überzeugenden Merz gesehen haben. Jeder der Merz von früher kennt, weiß dass er sich rhetorisch zurückgehalten hat; ich bin davon überzeugt, dass er die beiden Mädels von rot-grün mit Leichtigkeit auf der von ihnen gewählten Ebene mit denselben Waffen hätte schlagen können. Ist ja auch nicht schwer, wenn eine sich in Unwahrheiten über die rechtliche Bewertung der merkelschen "Grenzöffnung" verrennt, und die andere Probleme beklagt, die sie als stv. Parteivorsitzende einer Regierungspartei selber hätte angehen können.
Wie gesagt, teile ich Merzens politische Ansätze in wesentlichen Punkten (bisher)nicht, aber es ist wohltuend, in einer zur Beliebigkeit (und das hat nichts mit Toleranz zu tun) verkommenen Grundeinstellung in Politik und Gesellschaft jemanden zu hören, der es nicht nötig hat, seinen Mantel in den Wind des Zeitgeists zu hängen.

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Mr. Tom 20.11.2018, 13:25
157. Unseriöser Journalismus

Leider nicht zum ersten Mal verzerrt SPON die Realität, weil sie offenbar nicht in das Weltbild des Autors passt. Man muss Friedrich Merz nicht mögen um festzustellen, dass er einen respektablen und souveränen Auftritt bei Anne Will hatte. Ihn mit polemischen und unsachlichen Attributen wie "alter, weißer Mann" oder einer "Ich-bin-dann-mal-hier-Miene" zu diskreditieren, offenbart schlicht nur die mangelnde journalistische Befähigung des Autors. Eine journalistische Plattform wie SPON, die ansonsten penibel genau auf die politische Korrektheit Anderer achtet, darf sie selbst nicht verletzen, um die persönliche Meinung der Redaktion oder einzelner Autoren zu transportieren. Und mit einer Vielzahl polemisierender Attribuierungen und Anspielungen auf Merz' Alter ist genau das passiert. Wir brauchen seriöse Berichterstattung, fundierte und sachorientierte Kommentare und keine polemische und tendenziöse Indoktrinierung. SPON bietet leider immer weniger Journalismus und immer mehr Hetze. Unwürdig...

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Analyst11 11.01.2019, 21:39
158.

Zitat von Mr. Tom
Leider nicht zum ersten Mal verzerrt SPON die Realität, weil sie offenbar nicht in das Weltbild des Autors passt. Man muss Friedrich Merz nicht mögen um festzustellen, dass er einen respektablen und souveränen Auftritt bei Anne Will hatte. Ihn mit polemischen und unsachlichen Attributen wie "alter, weißer Mann" oder einer "Ich-bin-dann-mal-hier-Miene" zu diskreditieren, offenbart schlicht nur die mangelnde journalistische Befähigung des Autors. Eine journalistische Plattform wie SPON, die ansonsten penibel genau auf die politische Korrektheit Anderer achtet, darf sie selbst nicht verletzen, um die persönliche Meinung der Redaktion oder einzelner Autoren zu transportieren. Und mit einer Vielzahl polemisierender Attribuierungen und Anspielungen auf Merz' Alter ist genau das passiert. Wir brauchen seriöse Berichterstattung, fundierte und sachorientierte Kommentare und keine polemische und tendenziöse Indoktrinierung. SPON bietet leider immer weniger Journalismus und immer mehr Hetze. Unwürdig...
seriöser Journalismus v. S., na ja - wers glaubt. 2 Welten oder was

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