Forum: Kultur
"Anne Will" über den Dürre-Sommer: "Es gibt eben die menschliche Trägheit"
NDR/ Wolfgang Borrs

Anne Will ist zurück aus der Sommerpause - und will von ihren Gästen wissen, was Bund und Länder im Kampf gegen den Klimawandel tun können. Eine ebenso erfreuliche, wie bedrohliche Frage.

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franke08 20.08.2018, 15:16
80. Seriöse Klimawissenschaft?

Zitat von Tolotos
Und es gibt vermutlich auch eine Parallelwelt, in der die Pole nicht schmelzen, und das Eis in den schweizerischen Alpen fleißig weiter wächst. Es ist richtig, dass man aus den einzelnen Wetterdaten keinen Klimawandel ableiten kann. Aber aus dem Verhalten der großen Eisflächen schon. Und wenn Mittelwerte .....
Wenn Sie seriöse Wissenschaft bemühen, dann müssen sie auch sagen, dass die Pole 80% der Erdgeschichte eisfrei waren und dass wir eine CO2 Konzentration hatten, die 15 mal so hoch lag wie heute, ohne dass es wärmer war. Übrigens wird der Treibhauseffekt hauptsächlich durch Wasserdampf verursacht, nicht durch CO2, also bitte nichts mehr kochen!

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der.tommy 20.08.2018, 15:37
81. @franke08

Der Welt ging es ohne eisige Pole damals auch nicht schlechter, da haben sie recht. Dass bei der damaligen konzentration von co2 die Durchschnittstemperatur allerdings „nicht höher war als heute“ ist schlicht falsch. Sonst hätten wohl nicht kaltblüter den Planeten dominiert. Und mal so ganz allgemein: natürlich wird die erweis ganzes den Klimawandel überstehen. Wir sind nicht in der Lage das Leben auf dieser Kugel zu zerstören. Aber wir selber sind von einer ganz bestimmten Konstellation klimatischer Bedingungen abhängig. Sie sind für uns überlebenswichtig. Wir sind gerade aber gut dabei, diese zu vernichten. Was meinen sie wohl wie viele Menschen verhungern, wenn durch weiteren co2 Eintrag in den Meeren der ph-wert so weit sinkt, dass sich kein Plankton mehr bilden kann?

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der.tommy 20.08.2018, 15:39
82. @franke08

Und noch etwas, das sie offenbar nicht verstehen: den Wasserdampf-Haushalt beeinflussen wir Menschen nur indirekt. Den co2-Haushalt des Planeten aber ganz direkt mit 35 Milliarden Tonnen (sie können sich nicht ansatzweise vorstellen wie viel das ist) jährlich. Es bezweifelt doch auch kein Mensch, dass nicht noch andere Faktoren die Temperatur beeinflussen. Aber co2 ist die Schraube an der die Menschheit nun mal kräftig dreht (zusätzlich zu Methan).

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Heike Friedrich 20.08.2018, 16:09
83. Sachlichkeit ist gefragt

Zitat von der.tommy
Und noch etwas, das sie offenbar nicht verstehen: den Wasserdampf-Haushalt beeinflussen wir Menschen nur indirekt. Den co2-Haushalt des Planeten aber ganz direkt mit 35 Milliarden Tonnen (sie können sich nicht ansatzweise vorstellen wie viel das ist) jährlich. Es bezweifelt doch auch kein Mensch, dass nicht noch andere Faktoren die Temperatur beeinflussen. Aber co2 ist die Schraube an der die Menschheit nun mal kräftig dreht (zusätzlich zu Methan).
Und was halten sie vom Abholzen der Regenwälder und damit die Verhinderung der Bildung von O2 durch Abbau von CO2?
Der Komplex CO2 ist doch viel vielfältiger als die Diskussionsrunde gestern das Thema beleuchtete. Das war niedrigstes Niveau. Nicht einmal eine Gegenstellung war vorhanden. Ziel Menschen zu verunsichern!

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hansw 20.08.2018, 16:10
84. Artensterben

Zitat von Andraax
Dass dem Meteroriten-Einschlag vor 65Mio Jahren etwa 70-75% der Arten ausgestorben seind? https://de.wikipedia.org/wiki/Chicxulub-Krater
Der Impakt vor 65 Mio. Jahren hat lediglich bei den Sauriern zu einem grossen Artensterben geführt und zwar innerhalb von einigen Mio. Jahren. Für uns viel wichtiger sind die Säuger, die fast unbeschadet den Impakt überstehen konnten. Seit einigen Jahren mehren sich die Forschungsberichte, die die Säuger zum Zeitpunkt des Einschlags in einem neuen Licht sehen.

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Freier.Buerger 20.08.2018, 16:17
85. Na und?

Zitat von Andraax
Dass dem Meteroriten-Einschlag vor 65Mio Jahren etwa 70-75% der Arten ausgestorben seind? https://de.wikipedia.org/wiki/Chicxulub-Krater Oder haben Sie Belege für schnellen Klimawandel, der nicht zu großem Artensterben geführt hat? Beim augenblicklichen Klimawandel rechnen Experten mit dem Aussterben von eta 20-30% der Arten. https://www.helmholtz.de/erde_und_umwelt/artensterben-durch-klimawandel/
Selbst wenn es so wäre? Minus 20..30%; uns würde es wahrscheinlich gar nicht geben, wenn vor 65 Mio Jahren nicht die Saurier ausgestorben wären.
Jede Veränderung bietet auch die Chance zu den Gewinnern der Veränderung zu gehören. Ich finde das ziemlich egoistisch so an dem Bestehenden festzuhalten und dem Neuen keine Chance zu geben.

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litholas 20.08.2018, 16:24
86.

Zitat von franke08
Wenn Sie seriöse Wissenschaft bemühen, dann müssen sie auch sagen, dass die Pole 80% der Erdgeschichte eisfrei waren und dass wir eine CO2 Konzentration hatten, die 15 mal so hoch lag wie heute, ohne dass es wärmer war. Übrigens wird der Treibhauseffekt hauptsächlich durch Wasserdampf verursacht, nicht durch CO2, also bitte nichts mehr kochen!
Der Wasserdampfgehalt der Luft ist aber weitgehend konstant, weil genausoviel abregnet wie verdunstet. Lediglich wenn die Lufttemperatur erhöht wird kann die Atmosphäre auch signifikant mehr Wasserdampf halten.

Als die CO2-Konzentration 15mal höher war, war die Sonne auch noch 3% schwächer. Und wenn die Pole erstmal eisfrei sind, dann liegt der Meeresspiegel um über 70 Meter höher, womit Milliarden Hektar fruchtbarstes Ackerland verlorengehen - ein Verlust von tausenden Milliarden Euro und jährliche Mehrkosten von Dutzenden Milliarden Euro für die Nahrungsmittelproduktion.

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Freier.Buerger 20.08.2018, 16:28
87. Schaden sieht anders aus...

Zitat von der.tommy
Der Welt ging es ohne eisige Pole damals auch nicht schlechter, da haben sie recht. Dass bei der damaligen konzentration von co2 die Durchschnittstemperatur allerdings „nicht höher war als heute“ ist schlicht falsch. Sonst hätten wohl nicht kaltblüter den Planeten .......
Es sieht derzeit gar nicht danach aus, als ob dem Menschen eine 3..5° wärmere Erde schaden könnte. Der Mensch lebt und wirtschaftet vom Polarkreis bis in Tropen.. Es gibt Leben in Moskau und in Miami und die Population des Menschen hat in den letzten Jahrzehnten nur dort zugenommen wo es deutlich wärmer ist als im Rest der Welt. Die meisten der neuen Megacities sind in den Tropen oder Subtropen entstanden. Und die Menschen, die immer noch in den gemäßigten Klimazonen leben, verbringen meist ihren Urlaub freiwillig in Gegenden, in den es wärmer ist. Dem Menschen scheint das warme Klima überhaupt nicht zu schaden.

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ancoats 20.08.2018, 16:40
88.

Zitat von fatherted98
.....der Gastwirt von der Insel blieb leider die Erklärung schuldig was er machen wird, wenn keiner mehr auf seine Insel kommt um in seinem Lokal zu essen....weil die Leute schlichtweg kein Geld mehr haben und arbeitslos sind, wenn denn seine "Klima"-Ziele durchgesetzt würden....das hatte natürlich keiner dieser weltfremden Diskutanten auf dem Schirm....naja...vielleicht träumt der gute Mann ja von einer Klientel wie im 19 Jahrhundert....eben nur die Bessergestellten kommen ins Lokal...der Rest siecht dahin.
Vogel Strauss spricht. Wenn die Klimaexperten auch nur annähernd Recht haben mit ihren Warnungen / Prognosen, dann hat der Inselgastwirt garantiert andere Sorgen als das Ausbleiben von Gästen. Und Sie und ich auch.

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tinnytim 20.08.2018, 17:05
89.

Zitat von Freier.Buerger
Es sieht derzeit gar nicht danach aus, als ob dem Menschen eine 3..5° wärmere Erde schaden könnte. Der Mensch lebt und wirtschaftet vom Polarkreis bis in Tropen.. Es gibt Leben in Moskau und in Miami und die Population des Menschen hat in den letzten Jahrzehnten nur dort zugenommen wo es deutlich wärmer ist als im Rest der Welt. Die meisten der neuen Megacities sind in den Tropen oder Subtropen entstanden. Und die Menschen, die immer noch in den gemäßigten Klimazonen leben, verbringen meist ihren Urlaub freiwillig in Gegenden, in den es wärmer ist. Dem Menschen scheint das warme Klima überhaupt nicht zu schaden.
Sie verstehen signifikante Zusammenhänge des Klimas auf unserem Planeten nicht. Wenn die Miiteltemperatur um 2-3 Grad wärmer wird, fallen auch die Extreme krasser aus. Höhere Temperaturen führen zu mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und so zu potentiell heftigeren Wetterereignissen. Also heftigere Tiefdruxkgebiete bis hin zum Hurrikan, heftigere Regen- und Schneefälle. Des weiteren gibt es sogenannte Sekundäreffekte, die, einmal angestoßen, nur schwer gestoppt werden können.
Beispiele sind hier:
-Erhöhung des erwähnten Wasserdampfes in der Atmosphäre, der auch ein CO2-Äquivalent von 0,1 hat.
-Verringerung des Albedo durch kleinere Eisflächen
-Methanhydratausgasungen aus der Tiefsee.
-Methanausgasung aus schmelzenden Permafrostböden, CO2 Äquivalent von 20.
Also erwärmt sich die Erde ab einem bestimmten Kipppunkt von ganz alleine, auch ohne den Menschen weiter. Wo dieser Kipppunkt allerdings ist oder ob wir vielleicht längst über ihn hinweg sind kann kein Wissenschaftler genau bestimmen.

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