Forum: Kultur
"Anne Will" zu Altersarmut: Reality-Check für Politiker
NDR/Wolfgang Borrs

Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über schlechte Renten und hohe Mieten. Während SPD, CDU und Grüne ihre Konzepte diskutierten, bestach Reinigungskraft Petra Vogel mit ihrer "Street Credibility".

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dasfred 04.03.2019, 05:40
1. Familienunternehmer

Ein Euphemismus für eine Berliner Lobby Organisation, in der nur wenige, dafür aber extrem Reiche organisiert sind. Das sollte der Zuschauer schon vorher wissen. Diese Familien gehören zu den fünf Prozent reichsten in Deutschland, die über die Hälfte des Vermögens verfügen. Mit denen über Mindestlohn und Altersarmut zu diskutieren ist so effektiv, als hätte man Anno 1750 mit Großgrundbesitzern über die Anschaffung der Leibeigenschaft diskutiert. Ausgehend von diesem Bild kann man sich überlegen, wo man die anwesenden Politiker einordnen will. Diese standen auch seit jeher dem Glanz des Goldes und der Macht des Geldes näher, als den Hungerleidern. Volker Pispers hat mal so schön formuliert, wie man auf die Höhe des Hartz4 Satzes kam. Fünf Euro weniger hätte einen Aufstand gegeben, fünf Euro mehr wäre rausgeschmissenes Geld. So ist es heute mit den Renten. Solange es keinen Aufstand gibt, reicht es.

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fördeanwohner 04.03.2019, 05:46
2. -

Nichts für ungut. Aber mehr Glaubwürdigkeit (Street Credibility - schüttel!) hätte man erhalten, wenn man jemanden ohne Parteibuch der Linken eingeladen hätte. SO hat das doch wieder einen faden Beigeschmack.

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Reissack 04.03.2019, 05:54
3. da diskutierte der Einkommensadel

über das Einkommen seines Fußvolkes. Warum essen die nicht einfach Kuchen, wenn sie kein Brot haben? In 5 Jahren werden auch die jetzt noch gut verdienenden Melkkühe angesichts der Zerstörung des Industriestandortes Deutschland bei der Agentur für Arbeit in der Schlange stehen. Die ersten großen Branchen (z.B. Auto) arbeiten ja schon kurz. Das wird noch kürzer, bis zu kurz. Aber unsere politische Elite macht sich wenigstens Gedanken, wie sie die knurrenden Mägen besänftigen sollen. Eigener Verzicht, gehört offensichtlich noch nicht dazu.

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gwidor 04.03.2019, 05:56
4.

Das Problem ist nicht die Höhe des Mindestlohn, sondern das auf niedrige Löhne Lohnsteuer gezahlt werden muss.

Es ist nicht so, dass Leferdienste und Gastronomie keine höheren Löhne zahlen wollen Sie können es nicht.

Des weiteren werden mit dem Fortschritt des Internet viele Jobs nicht mehr existieren. Dies geschieht durch autonomes Fahren, Supermärkte ohne Kassen.

Der Grund dafür ist, dass die Arbeitskraft vom Staat mit einer Steuer belegt wird, die zudem für Bruttoeinkommen unter 2.000€ mit 20% viel zu hoch ist.

Langfristig müssen Steuern auf Arbeit abgeschafft werden und nur der Konsum durch die Mehrwertsteuer versteuert werden.

Wenn keine Lohnsteuer mehr gezahlt werden muss, kann auch eine Mehrwertsteuer von 25% gezahlt werden.

Eine Versteuerung des Konsums hat auch den Vorteil, dass derjenige der wenig konsumiert belohnt wird und derjenige der viel konsumiert mehr zahlen muss. Zum Wohle der Umwelt.

Leider ist der Einfluss der Industrie so groß , dass die Politik nicht die Weichen stellt Raus aus dem Wachstumswahn

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ddcoe 04.03.2019, 06:02
5. Ich hatte den Eindruck

das weder miserable Löhne, noch Altersarmut von der Politik als Problem angesehen wird, um das man sich kümmern müsste. Gestern Abend haben wir die üblichen Sprechblasen gehört, Allgemeinplätze und von der CDU die tiefe Besorgnis, das einer von Millionen Rentnern am Ende am Ende 5 ? zu viel bekommt. Welch ein Skandal vor dem Hintergrund, dass über Nacht unbegrenzte Mittel für Zockerbanken zur Verfügung standen und Kosten für Berater auch keine Rolle spielen. Aber ein armer Rentner, der in den Genuss von 5? zuviel kommt - klar, der bringt unsere Gesellschaft schon ins Wanken. Eigentlich ist das Gefällt der Politik nicht mehr zu ertragen.

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zehbulon 04.03.2019, 06:28
6. Maßloses Anspruchsdenken

Wie kommt man eigentlich darauf, dass man nach 40 Jahren in anspruchlosester Tätigkeit eine auskömmliche Rente erwartet? Wie kommt man eigentlich darauf, in einer Marktwirtschaft zu erwarten, dass die Politik die Höhe der Gehälter festlegen soll? Und gleich auch noch die Höhe der Mieten auf dem Wohnungsmarkt?
Denn auch das ist ein Markt, auf dem die Preise durch Angebot und Nachfrage festgelegt werden. Wenn man das aber nicht so will, dann muss man die DDR zurückfordern oder aber sich mal mit den Vorteilen westlich geprägter Wirtschaftssysteme vertraut machen, wenn man ahnt, dass die Zentrale Planwirtschaft wesentlich gravierender Schwächen hat

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trantow15 04.03.2019, 06:33
7. Es war so wie immer !

Plattitüden von abgehobenen Politikern - Lobhudelei für die Agenga-Gesetze von Unternehmerseite - und dazwischen eine Dame,die im Alter wirklich Hilfe braucht und keine Almosen.Es kann nur die Mindestrente von netto 1.050 EUR/mon. geben laut Vorschlag der LINKEN ! Aber weil der Vorschlag von dort kommt,wird dieser schon abgelehnt ! Die AfD wird's auch freuen !

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kascha_2013 04.03.2019, 07:02
8. Die Einstiegsfrage war eine wirklich einfache Frage

Die Einstiegsfrage war eine wirklich einfache Frage nach einer möglicherweise persönlich erlebten zeitweiligen Armut. Diese Frage hätte man wirklich kurz, knapp und präzise beantworten können. Alle, wirklich alle Befragten haben diese Frage nicht direkt beantwortet, sondern quälend lange Monologe geboten. Den Vogel hat aber Malu Dryer von der SPD, der S chlechtesten P artei D eutschlands abgeschossen. Gleich in den ersten Minuten der Sendung bot sie das Schauspiel des vernebelnden und von Phrasen, elend langen Sätzen und Allgemeinplätzen so wimmelnden Framings. Mit anderen Worten: Viele Worte, aber keine, absolut keine ernsthafte Antwort. Ich habe dann abgeschaltet, so etwas muss ich mir nicht antun. Leider aber von meinen Zwangsabgaben für solche Sender mitbezahlen.

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danielc. 04.03.2019, 07:04
9.

Altersarmut entsteht nicht aus dem Nichts, sie ist eine direkte Folge von armem Leben. Da ist die Bildung gefragt. Besonders Kinder, die nicht von einem starken Elternhaus gefördert werden, müssen zu Lernen und Bildung motiviert werden. Ich höre in der Praxis zu oft Worte wie "dazu bin ich zu dumm" oder "das kann ich nicht". Wohlgemerkt, es handelt sich um normale intelligente Jugendliche, nicht um Menschen mit Handicap. Bei den Anforderungen ist es ähnlich, ich erwarte keine Leistungen, die eine notwendige Bildung voraussetzen. An dieser Stelle muss angesetzt werden, dann ist Altersarmut in Zukunft kein Thema mehr. Wir müssen als Gesellschaft nicht billige Arbeitskräfte vorhalten. Wenn Tätigkeiten einen ordentlichen Lohn nicht erbringen, lassen sie sich wahrscheinlich auch technisch lösen. Können wir es uns als Gesellschaft leisten, die latent vorhandenen Fähigkeiten brach liegen zu lassen? Ich glaube nicht!

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