Forum: Kultur
"Anne Will" zu Diesel-Fahrverboten: Grenzwertig
NDR/Wolfgang Borrs

Anne Will führte im TV-Studio den Streit um Diesel-Fahrverbote weiter. Eingeladen war auch Lungenarzt Dieter Köhler, der die Abgasgrenzwerte anzweifelt. Er bekam mächtig Gegenwind.

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schorri 28.01.2019, 09:53
150. Scheuer: Null Ahnung. Wie immer

Der Knaller des Abends:
Scheuer fordert, die Grenzwerte neu zu überprüfen.
Wichmann zu Bilger:
Sagen Sie ihrem Minister, dass die WHO das seit gut zwei Jahren schon tut und dass die Ergebnisse heuer oder (wenn Politiker wie Scheuer nicht wieder querschießend "eingreifen") nächstes Jahr vorliegen.
Klatsch - hat's da gemacht.
Für Scheuer, Bilger und die sog. "umweltpolitische Sprecherin" der FDP (wenn solche Politiker für die Umwelt zuständig werden, dann kannste den Planeten gleich beerdigen).

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Viking1957 28.01.2019, 09:53
151. Prof. Wichman war der Exot

Professor Wichmann hat sich mit seiner Behauptung, man könne mittels mathematischer Interpolation auf der Basis der existierenden NO2 Messwerte die NO2 Konzentration an jedem beliebigen Ort berechnen, selbst demontiert. Das mag in den Köpfen von exotischen Theoretikern möglich sein, praktisch durchführbar ist es nicht. Es ist ausgeschlossen, dass ein berechneter NO2 Wert für einen beliebigen Ort durch eine Messung reproduziert werden könnte.
Seine umfangreichen Erklärungen zur Zuverlässigkeit der WHO Studien enthalten einen entscheidenden Fehler. In der Sendung wurde gezeigt, dass an der gleichen Örtlichkeit, durch Wechsel der Straßenseite mit einer richtlinienkonformen Messstelle, das Messergebnis halbiert werden konnte. Die Ergebnisse der zahlreichen WHO-Studien sind ganz entscheidend davon abhängig, wie repräsentativ und reproduzierbar die NO2 Konzentrationen erfasst werden. Man kann Studienergebnisse in positiver und negativer Richtung durch die Wahl der Messstelle beeinflussen, solange es keine einheitliche, verbindliche und interpretationsfreie Norm für die Messwerterfassung gibt. Die WHO Studienergebnisse können nicht miteinander verglichen werden und sie können nicht in Bezug zu den am Neckartor gemessenen Peak-Werten gebracht werden.
Frau Baerbock rechtfertigte die Neckartorwerte mit dem Vorsorgeprinzip für Babys im Unterschied zum Rauchen, das ja freiwillig geschieht. Diese Sichtweise war mir als Passivraucher neu und ist genauso wenig freiwillig, wie passivrauchende Babys rauchender Eltern. Hier fordern die Grünen keinen Vorsorgewert, obwohl nach den Kriterien der deutschen Gefahrstoffverordnung und der Technischen Regel für Gefahrstoffe 905 (TRGS 905) eine Einstufung von Passivrauchen als entwicklungsschädigend nach Kategorie 1 definiert ist!
Professor Köhler hat darauf hingewiesen, dass in den Dieselabgasen die Feinstaubmenge geringer ist als in der Ansaugluft. Diese Darstellung, die im Übrigen auch auf moderne Kohlekraftwerke zutrifft, hat Professor Wichmann so richtig in Fahrt gebracht, in dem er weiterhin über die Gefährlichkeit von Feinstäuben philosophierte. In seiner Verblendung erkennt er nicht, dass das Feinstaubthema nichts mit dem Diesel zu tun hat.
Zu Anne Wills Frage der Unabhängigkeit ist festzustellen, niemand ist in diesem Zusammenhang unabhängig. Wir sind alle mehr oder weniger von Fahrverboten und politischer Willkür betroffen. Es stellt sich nur die Frage, welche politische Gruppierung aus dieser Betroffenheit Kapital schlagen kann.

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moritz27 28.01.2019, 09:54
152. Wenn Frau Baerbock

behauptet, die EU hätte europaweit alle Messstationen überprüft und für in Ordnung befunden, so lügt sie entweder bewusst, oder sie läßt einfach mal eine eigene Vermutung vom Stapel, wo sie besser geschwiegen hätte. Da nützt auch ihr permanentes verächtlich-überhebliches Dauergrinsen nichts.

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common.sense 28.01.2019, 09:54
153. Unwissenschaftlich

Zitat von chrissie
Die Kinder der 50er und 60er Jahre sterben heute in der Hausarztpraxis meiner Frau in dramatischer Zahl an Krebs.....
Dieses "Argument" ist keines da:
a. es keine Kausalität beweist,
b. Menschen heute viel älter als früher werden und Krebs die Todesursache Nr. 1 alternder Organismen ist und
c. Todesursachen jahrelang nicht korrekt in Deutschland erfasst wurden. Beim Tod meiner Mutter bei uns zu Hause (Todesursache Brustkrebs) habe ich mich länger mit dem Bestatter (der bei uns in Hessen den Totenschein ausfüllt) gesprochen. Er hat mich gefragt welche Todesursache ich eintragen lassen möchte. Als ich "Krebs natürlich" antwortete hat er gesagt "Das hat früher fast niemand gemacht hat da Krebs gesellschaftlich stigmatisiert war". Seine Antwort auf meine Frage an den (in 2010 ca. 60 jährigen) Bestatter ob die Todesursachen in Deutschland daher seit Jahrzehnten falsch erfasst wurden lautete "Was Krebs anbelangt auf jeden Fall - es wurde früher fast nie als Todesursache von den Hinterbliebenen angegeben."
Dieses Beispiel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - es wäre aber wert (bevor alle von Krebs als erst in den letzten Jahren entstandene Volksseuche zu sprechen) einmal in Ruhe untersucht zu werden.

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carlitom 28.01.2019, 09:54
154.

Zitat von bayerns_bester
Zwei Dinge dazu: 1. Herr Köhler ist kein Wissenschaftler. 2. Gebrüllt hat Frau Baerbock nicht.
Ein Ding dazu:

Köhler ist Wissenschaftler, Hochschullehrer, Arzt und Ingenieur.
Er habilitierte, war Professor in Freiburg und Sachverständiger des Bundesgesundheitsamtes.

Wenn das in Ihren Augen keine Qualifikation ist, dann sind Sie blind.

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carlitom 28.01.2019, 09:55
155.

Zitat von ra-live
Ein Grenzwert, der 10 Jahre alt ist, wird jetzt plötzlich auf Sinnhaftigkeit untersucht? Unglaubwürdig.
Das "Alter" eines Grenzwertes hat nichts mit seine Sinnhaftigkeit zu tun.

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Christoph 28.01.2019, 09:55
156.

Zitat von CancunMM
Aber so ist es ja gerade nicht. Natürlich muss die Autoindustrie für die Nachrüstungen zahlen, natürlich sollte die Reduzierund der Schadstoffe so weit wie nötig gehen. Aber über die Frage des nötig sollte eben diskutiert werden.
Nein, das steht noch lange nicht fest, dass die Autoindustrie für Nachrüstungen bezahlen muss. Dazu müsste nämlich erst einmal festgestellt werden, dass die Autos nicht den EU-Normen entsprechen, laut denen sie zugelassen wurden, was aber wahrscheinlich gar nicht der Fall ist.

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CancunMM 28.01.2019, 09:57
157.

Zitat von etlamu
Richtig, 0 wäre das Beste und die 40 sind der Industrie geschuldet. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass die 40 MACHBAR sind und darum verstehe ich die Diskussion nicht. Es geht nach meiner Meinung - wie bei der Katalysator Frage - um den Profit der Autoindustrie. Der Katalysator hat sich dann auch durchgesetzt und die Gesundheit der Bevölkerung ist gestiegen. Den Katalysator hat die Industrie auch überstanden. Eine Erhöhung der Grenzwerte wäre ein Einknicken gegenüber der Industrie, die schon seit 10 Jahren vom Grenzwert weiß und vielleicht schon einen Plan B hat, wenn sie mit der Grenzwerterhöhung nicht durch kommt. Eine Grenzwerterhöhung ist natürlich die billigste Lösung.
0 ist so lange nicht möglich so lange es Verbrennung von biologischem Material gibt. Können Sie natürlich alles verbieten.
Natürlich ist alles immer ein Kompromiss zwischen technische machbarem und wirtschaftlich vertretbar. Und natürlich gehören die Automanager für den Betrug vor Gericht. Aber es ist eben nicht sinnvoll alles zu verbieten aus ideologischen Gründen. Denn dann ist der Willkür Tür und Tor geöffnet.

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karlo1952 28.01.2019, 09:58
158. @ 134. Muss oder will man denn älter werden?

Ist die heutige Lebenserwartung von ca. 80 Jahren so erstrebenswert bei den Problemen ,mit denen wir uns rumplagen? Und die bringen wir sowieso nicht weg. Also leben wir doch so lange es geht so bequem wie möglich.

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rainer-rau 28.01.2019, 09:59
159. Die Ablenkung

von wirklich wichtigen Themen klappt durch die Angst der Deutschen vor Gasfußamputation hervorragend. Der Fachkräftemangel macht sich bei der CSU am stärksten bemerkbar - die AFD verdränge ich mal, so gut es geht.

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