Forum: Kultur
"Anne Will" zur CO2-Steuer: "Die Zeit ist nicht auf unserer Seite"
NDR/Wolfgang Borrs

"Wer zahlt für den Klimaschutz?" Das fragte Anne Will ihre Gäste. Weil darunter Kevin Kühnert war, ging es auch um die Kollektivierungsthesen des Juso-Chefs - es kam zum Schlagabtausch mit Sachsens Ministerpräsident.

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MichaelundNilma 06.05.2019, 12:45
60. Nicht hilfreiche Diskussionen

Offenbar ist noch niemand von den Regierenden auf die Idee gekommen, daß viele Bürger für sich selbst schon entschieden haben, alles dafür zu tun, mit derzeit verfügbare Technik und der dafür nötigen inneren Einstellung, persönliche Klimapolitik zu betreiben. Hier böte sich ein wunderbarer Ansatz für die Regierenden diese Initiativen nicht nur mit Sonntagsreden zu befördern. Das viele engagierte Bürger Klimaschutz mit selbsterzeugten Strom auf eigenes Risiko, noch vor der Einspeiseprämie, betrieben und ganze Dörfer mit grünem Strom versorgen zeigt, daß es auch ohne Regierung geht. Schneller ginge es natürlich, wenn die Regierenden diese privaten Klimainitiativen befördern und nicht behindern würden. Z.B. die Speicherung überschüssiger Windenergie durch Druckluftspeicher, der Umsetzung einer Idee und privaten Finanzierung eines deutschen Physikers, ist nicht an der Technik gescheitert, sondern an einer nicht nachvollziehbaren Besteuerung und einem undurchdringlichen Genehmigungsdschungel. Deutschland war einmal das Land der Dichter und Denker. Die Dichter sitzen heutzutage in Berlin und hindern die Denker daran ihre Gedanken in die Tat umzusetzen. Wir brauchen in Berlin weniger Juristen und Beamten im Bundestag und mehr Bundestagsabgeordnete und Minister mit eigenem technischen Sachverstand und nicht ferngesteuert von Interessensverbänden. Hier wäre es hilfreich, wenn Anne Will solche Menschen zum Meinungsaustausch einladen, würde, denn diese brauchen mehr öffentliche Unterstützung Z.B. durch Herrn Kühnert. Statt Sozialromantik zu betreiben, steht er doch einer Generation vor, welche von den Problemen und Kosten des Klimawandels direkt betroffen sein wird. Gegen zu wenig Wohnraum kann man etwas tun, gegen den Klimawandel muß man viel tun.

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charlybird 06.05.2019, 12:52
61. Der Kretschmer

gab ja wieder mal den klassischen Ost-CDUler, man erinnere sich noch an seine Stammeleien zur sächsischen Rechtsentwicklung, und nun hier den typischen CDU Hardliner beim Fischen nach Publikumsbestätigung mit der bekannten und simplen CDU Linie des ewigen Nichtstuns, die da heisst: Abwarten, nichts vorschlagen was den Wähler verprellt, das übliche Kuba und Sozialismus Gequatsche und das verbale Hochhalten der aktuellen Situation, die aber nun gerade zum äußerst diskussionsnötigen Istzustand geführt hat.
Der Kühnert konnte ihn wenigstens ab und dann mal in seiner Dauerschwafelei unterbrechen und seine inhaltlose CDU-Politschulung auseinandernehmen, obwohl Kretschmer sich in seiner Unhöflichkeit des permanenten Dazwischenredens kaum zurückhielt.
Furchtbar der Mann, ein klassischer Nachdenkverweigerer des ultrakonservativen Spektrums.

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doitwithsed 06.05.2019, 13:00
62.

Ein schönes Beispiel für die eigene Sicht der Dinge bei den Berufspolitikern hat Frau Beer beim Thema "Subventionen" gezeigt. Für Frau Beer wird der Diesel "subventioniert", der vertretene Normalbürger hat es mit seinem übergangenen Einwand richtig zu stellen versucht, aber dafür nur einen irritierten Blick empfangen.

Offensichtlich hat man wohl politikerseits das Bild vor Augen, der Bürger habe im Grunde ein Gutteil seines Einkommens sowieso dem Staat zu übereignen, der ihm gnadenhalber aber für die eine Sache dann unter Umständen etwas weniger abnimmt als für eine andere - und diese Zurückhaltung dummdreist als "Subvention" bezeichnet.

Das ist das gleiche verlogene Neusprech, wie es auch das Wort "Steuergeschenk" beinhaltet. Auch hier: Nein, es wird auch hier nichts geschenkt, es wird nur gnadenhalber davon abgesehen noch mehr als jetzt schon den Leuten in die Tasche zu greifen.

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N-Zyan 06.05.2019, 13:12
63. Erschreckend

Ich finde es erschreckend, dass ein gewählte Volksvertreter wie Michael Kretschmer das Konzepte der CO2-Besteuerung nicht einmal versteht! Nach einer wirklich plausiblen und ausführlichen Erklärung der Expertin Maja Göpel behaupte ich mal, dass es 95% der Zuschauer das System zumindest verstanden haben.
Herr Kretschmer aber leider nicht. Oder er wollte es nicht verstehen und unterschätzt die Intelligenz der Wähler. Sein affektiertes Auftreten und seine verkrampfte Haltung unterstützen eher die zweite These.

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derhey 06.05.2019, 13:33
64. Nicht alles mitverfolgt

aber als Kretschmer meinte, wir hätten die soziale Marktwirtschaft dann lebt er nicht in D. Das Soziale wurde schon längst an den Staat delegiert, die Marktwirtschaft ist zur kapitalistischen mutiert. Deshalb ist die Diskussion mehr als überfällig und nicht durch Worthülsen abgetan.

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anonymustopf 06.05.2019, 14:01
65. Die Erkenntnis...

dieser Debatte ist, dass wir alle total am Arsch sind und sehenden Auges gegen die Wand fahren.

Der Beschwichtiger Kretschmer will die gesamte Zeit auf die Bremse drücken und erkennt nicht, dass sich auch die letzten Jahre nichts wirkliches getan hat.

Nebenbei wird eine CO2 Steuer (nach Edenhofer) besprochen und durchgerechnet, die irgendwie die arme Familie entlasten soll und die reichen Single Haushalte bestrafen soll.
Dabei ist doch hinlänglich bekannt, dass unser Hauptproblem die Menschheit an sich ist. Ein Mensch erzeugt in Deutschland 9t CO2 pro Jahr. Würde es diesen einen Menschen nicht geben, würde er im Laufe seines Lebens kein CO2 erzeugen (9t CO2 pro Jahr). Und er hätte auch keine Kinder, die CO2 (ebenfalls 9t CO2 pro Jahr) erzeugen.
In der Rechnung wird dann munter weiter gerechnet, welche Ersparnis eine Familie mit 3, gar 4 Kindern hat.

Das ist doch alles total lächerlich.

Aber die Erkenntnis ist leider auch. Eine weltweite 1-Kind Politik wäre langfristig die einzige Lösung für unsere Klimaproblematik und sie wäre nachhaltig. Die Probleme, die damit eingehen wären natürlich auch immens. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Sichtweise nicht populär ist und in einer Demokratie niemals umgesetzt werden würde. Außer die Kacke ist echt am Dampfen.

Und so komme ich eben zu der o.g. Aussage, dass wir alle komplett am Arsch sind und es zu einer Klimakatastrophe nach der anderen kommen wird.
Die vielen kleinen Tröpfchen reichen halt nicht, um einen Waldbrand zu löschen.

Und lt. Herr Kretschmer und der CDU ist auch alles nicht so wild. Ruhig Blut!

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misterknowitall2 06.05.2019, 14:37
66. Hören Sie doch auf...

Zitat von lostandfound
Wieder mal eine völlig sinnfreie Diskussion auf der Basis einer unsinnigen Theorie von der Bedeutung Deutschlands: Als ob irgendeine Maßnahme in Deutschland das Klima beeinflussen könnte. Der Beitrag Deutschland zum Klima ist denkbar gering, eine Reduzierung des CO2 auf dem Hintergrund der weltweiten massiven Ausweitung von Energiegewinnung aus Kohle völlig unsinnig.
räumen Sie ihren Müll zu Hause auch nicht weg? Ich frag nur weil ein Eimer Müll pro Tag ja nicht nach viel aussieht, es aber trotzdem reicht um ziemlich zügig eine Wohnung zu vermüllen. Und da wir in Europa schon ziemlich lange CO2 in die Luft blasen, sind wir sogar ganz weit vorne. Nichts da, unbedeutend.

Was soll dieser Aussage? Wollen Sie sich ein reines Gewissen machen, damit sie ungehemmt weiterleben können? Sie haben, wie jeder andere in Deutschland, auch einen ziemlichen hohen Pro-Kopf-Verbrauch und mit Konsum ist der sogar noch höher, weil ihre Produkte in der ganzen Welt gefertigt werden. Diese CO2 Zahlen fallen ja bei ihnen an, sondern z.B. China.

Die "massive" Ausweitung der Kohle findet auch nur in ihrem Kopf statt. Überall auf der Welt werden Planung gestoppt und in Richtung EE umgesteuert. Nur hier in Deutschland meinen einige dass gehe sie alles nichts an.

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misterknowitall2 06.05.2019, 14:46
67. Nicht unsere Aufgabe...

Zitat von kpkuenkele
Deutsche Klimapolitiker sollten all ihre Energie darauf verwenden, die vier größten CO2 Produzenten China, Indien, die USA und Brasilien von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihren CO2 Aussstoß zumindest im selben Maße wie Deutschland zu reduzieren (27,3 Prozent gegenüber 1990). Wenn dies nicht gelingt, müssen wir uns in Deutschland auf den dann unvermeidlichen Klimawandel einstellen, Deiche erhöhen, Gebäude mit Klimaanlagen ausrüsten, Wasserrückhaltebecken bauen und ähnliches, anstatt all unsere Ressourcen für den vergeblichen Kampf zu verschwenden, den CO2 Anstieg durch Deutsche Alleingänge aufhalten zu wollen.
glauben Sie mir, wir müssen in diesen Ländern keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Die wissen auch so Bescheid. Vielleicht goggeln Sie mal, was Amiland und China so alles investieren. Da sehen wir Deutschen aber mal richtig alt aus.

Ach, was oft vergessen wird, ist, dass wir unseren CO2 Ausstoß nur exportieren. Ein Großteil unserer Konsumgüter wird im Ausland hergestellt.

PS: Deutsche Alleingänge? Ist ihnen schon aufgefallen, dass wir seit einiger Zeit die Energiewende eingestellt haben? Dass wir nach wie vor CO2 raushauen, als ginge uns das nichts an? Im Moment laufen uns bei dem Thema viele Nationen davon. Fragen Sie mal einen Gabriel oder Altmeier, was die von einer Energiewende halten. Die beiden haben das Projekt faktisch erledigt. Dabei ist es für uns so wichtig gerade bei dieser Entwicklung vorne dabei zu sein. Innovative Technik würde sich gut verkaufen, aber hier weinen Menschen, weil wir die Braunkohleverstromung in ferner Zukunft einstellen.

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misterknowitall2 06.05.2019, 14:52
68. Ehmm....

Zitat von romeov
...wer wird wohl die Co2 Steuer bezahlen? - Die Aushilfskassenfrau im Supermarkt, die jeden Tag für ein paar Kröten 35 km auf der Autobahn unterwegs ist. So etwas geht doch dem Aufsichtsrat von VW gerade mal am Hintern vorbei.
ich hoffe das war nur ein unbedachtes Beispiel. Wer 35 km fährt um einen Aushilfsjob zu machen, hat sie nicht alle. Der Regelfall dürfte anders aussehen.

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haarer.15 06.05.2019, 14:57
69.

Zitat von gurkenhaendler
Wir haben soziale Marktwirtschaft, keinen Kapitalismus, alleine mit diesem Satz hat er sich schon disqualifiziert! Und solche Aeusserung von einem Ministerpräsidenten, auch als ehemaliger DDR-Bürger sollte er es besser wissen, er durfte ja noch Marxismus-Leninismus in der Schule kennenlernen. Natürlich leben wir im Kapitalismus! Und seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Ostens wird die soziale Marktwirtschaft ( nur ein Spielart des Kapitalismus) immer weiter abgebaut mit allen bekannten Auswirkungen.
Glatt disqualifiziert - ja. Der sächsische Ministerpräsident kam mir in dieser Runde nicht nur äußerst argumentationsschwach - sondern völlig deplatziert vor. Schwach. Aber das ist derzeitige C-Politik - die in Sachen Verkehrswende und Klimaschutz-Politik nix auf dem Kasten hat.

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