Forum: Kultur
"Anne Will" zur kriselnden Koalition: Wenn die GroKo den November übersteht, hält sie
NDR/Wolfgang Borrs

Diese jungen Leute! Die nächste Generation sezierte bei Anne Will die Führungsfragen der Parteien, stellte prompt die Systemfrage - und diskutierte teils wie mit der Axt in der Hand.

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eunegin 04.11.2019, 06:15
1. Durchwurschteln ist nicht regieren!

Von einer Bundesregierung erwarte ich mehr, als dass sie sich von Monat zu Monat hangelt, sich mit sich selbst beschäftigt, sich ins nicht definierte Ziel rettet und dabei möglichst farblos bleibt. Als ordnendes und gestalterisches Element nehme ich sie leider nicht wahr - und genau das bräuchten wir jetzt in den stürmischen Zeiten; auch international. Selbst die meisten Minister sind farblose Gestalten des Mittelmaßes und der ein oder andere Egomane. Eben so, dass es der Koalitionspartner noch mitmacht. Lachender Dritter: der politische Rand, der das auch anprangert, zwar keine Antworten hat und zerstörerisch wirkt, aber eben die Unzufriedenen anzieht. Daher wäre eine Wahl jetzt gut und schlecht. Wenn man Weichen stellt, sollte man wissen wo man mit wem hin will und nicht nur eine radikale Änderung wollen. Hier müssen die Altparteien Antworten und Personal finden!

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Allgemeinbetrachter 04.11.2019, 06:46
2. häää...

wieso sollte die Regierungskoalition nicht halten. SPD hätte sich vor Regierungsantritt im klaren sein müssen. Gibt ja auch noch andere Möglichkeiten wie Minderheitsregierung oder Neuwahlen. Nein sie haben den Schritt damals gemacht und nun haben sie die Konsequenz. Wenn sie nun rausgehen aus der Koalition, kannst die Partei auch gleich auflösen.

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Geopolitik 04.11.2019, 07:55
3. Kevin halb halb

Kevin schlug sich gut gestern auch als ihn die Journalistin aus dem Rheinland auf dem Kieker hatte. Man konnte fast vergessen, dass er da noch was mit seiner eigenen beruflichen Ausbildung machen sollte. Aber zu sagen, dass ein Koalitionsvertrag nicht für sooo lange vier Jahre gemacht werden könne als er gefragt wurde, warum sich seine Partei nicht an das was zur Grundrente im Koalitionsvertrag klar vereinbart wurde halten wolle war schon schwach. Der früher Piratin und heute Grünen Weisband kann man nur Gutes wünschen. Ihre Analyse zum Stand der Politik stimmte. Jetzt brauchts nur noch Lösungsvorschläge ihrer derzeitigen Partei!

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langowicz 04.11.2019, 07:55
4. Soziale Marktwirtschaft

Die einen wollen angeblich den Sozialismus, die anderen reden immer von der sozialen Marktwirtschaft. Letztere tun aber vieles dafür, dass der Kapitalismus das soziale ,Stück für Stück, auffrisst. Dann lasst uns doch einen Kompromiss machen der gleichsam als Vision taugt. Soziale Marktwirtschaft sichern und ausbauen. Wesentliche Elemente der öffentlichen Daseinsfürsorge sollen wieder vermehrt durch den Staat geregelt und verwaltet werden, ohne das sie Gewinn abwerfen müssen. Zwei zentrale Elemente könnten die Pflege und das Wohnen sein. Wozu muss sich Pflege finanziell Lohnen? Wozu muss sich die Erziehung in Kitas finanziell lohnen? Das ist die Absurdität des Kapitalismus. Auch das Wohnen muss mit einem größeren Marktanteil vom Staat verwaltet werden um die Mietpreise im gesamten Wohnungsmarkt kontrollieren zu können. Nun ist der Staat ein schlechter Unternehmer. Es sind also effiziente Verwaltungen incl. Kontrollgremien zu installieren um sicherzustellen, dass man in der Jahresabrechnung bei +- 0 raus kommt. Dazu sind Steueroasen zu schließen und die Kapitalertragssteuer muss höher sein als die Lohnsteuer.
Mit einem Merz wird das nicht zu machen sein. Der will die Rentenversicherung abschaffen. Jeder solle für sich am Kapitalmarkt vorsorgen. Sagt der Mann der keinen Interessenkonflikt zw. einer evtl. Kanzlerschaft und seinem Aufsichtsratsposten bei BlackRock sieht. Bei AKK hab ich Hoffnung, dass sie zu lagerübergreifenden Kompromissen fähig ist. Die größeren Probleme sehe ich in den Parteien. Alle sind in ihren Vorurteilen und Lobbyabhängigkeiten gefangen. Es ist also dringend nötig, dass eine neue Generation das Ruder übernimmt. Köpfe die sich eine starke Wirtschaft und einen starken Sozialstaat vorstellen können. Beides kann sich ganz wunderbar ergänzen und beides ist aufeinander angewiesen.

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mariakar 04.11.2019, 08:05
5. War die Zeit nicht wert, die ich für diese

Sendung vor dem TV verbrachte. Im Grunde alles wie gehabt. Neues? Davon war icht viel zu sehen. Kühnert wie man ihn kannte, Simiak, ebenso und Weisbrand neben ihrer ständigen Hand in den Haaren hört sich, wenn sie dran war, gern und ausschweifend reden.
Die Frage weshalb und warum den Parteien die Wähler abhanden kamen und kommen wurde nicht einleuchtend beantwortet. Wie auch, wenn sie nicht einmal gestellt wurde. Aber da sind einfach alle, angefangen bei Frau Will über die Politiker sowie die beiden anwesenden Journalisten einfachzu weit weg vom Leben eines normalen Bürgers. Schade für die vertane Zeit.

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scratchpatch 04.11.2019, 08:37
6. Mehr Weisband, bitte

Marina Weisband war die einzige, die nicht mit Riesen-Ego und Abwertung des Gegners auftrat, sondern eher nachdenklich wirkte. Leider verhalf ihr das nicht gerade zu Aufmerksamkeit, auch nicht bei Anne Will, die den Zweikampf zwischen Kühnert und Ziemiak auszukosten schien (Günther als CDU-Vertreter wäre wohl ein schwierigerer Gegner für Kühnert gewesen). Da sollte man doch mal Herrn Söder fragen, der gerade die Wichtigkeit der Grünen festgestellt hat. Man hätte sich die langgezogene Debatte über die Grundrente wirklich sparen können und die vielleicht allzu sanfte Weisband mehr zu Wort kommen lassen sollen. Sozialismus als Zukunft (Kühnert) oder Konzentration auf Tagesfragen (Ziemiak) lieferte kaum Antworten. Vielleicht nächstes Mal ohne Machos, ein Streitgespräch Dunz - Weisband? Dazu der unkonventionelle Günther und Malu Dreyer oder Franziska Giffey? Dann kracht es wohl nicht so öffentlichkeitswirksam, aber vielleicht hören sich alle zu und bereichern sich gegenseitig mit Ideen. Träumen darf man ja.

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biesi61 04.11.2019, 08:38
7. Eine erfrischende Diskussion, die mir Hoffnung macht.

Der Politikernachwuchs zeigte sich durchaus talentiert und originell. Kühnert ist souveräner geworden und argumentiert immer überzeugender. Er wächst in seinem Amt als Juso-Chef. Von Frau Weisband werden wir bei den Grünen hoffentlich noch viel hören. Sie hatte die präziseste politische Analyse. Traurig hingegen Herr Ziemiak. Langweiliges Politikersprech, banale Floskeln, uninspiriert, niemand, dem man länger zuhören möchte. Er wirkt in seiner ganzen Argumentation viel älter, als er biologisch tatsächlich ist.

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dirkcoe 04.11.2019, 08:42
8. Eine erfrischende Debatte

Ich fand es gut von der nächsten Generation von Politikern deren Sicht der Dinge zu erfahren. Dabei wurde für mich deutlich - weder Klein Annegret, noch Merz haben eine Chance in dieser Generation zu überzeugen. Der Großteil der Politik geht an der Lebenswirklichkeit und an der Denke dieser Menschen vorbei. Spannend wird es, wenn die Generation Merz schlicht weggestorben ist.

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tadano 04.11.2019, 08:43
9.

Alle die sich für eine Bedürftigkeitsprüfung bei der Grundrente aussprechen sollten sich fragen ob sie diese Prüfung auch bei allen übrigen Renten gut fänden. Dann betrifft es plötzlich auch die eigene Rente. Wenn man hier von einer Gleichbehandlung aller Renten ausgeht werden sich sicher alle sehr schnell einig.

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