Forum: Kultur
Anschlag auf "Charlie Hebdo": Die ungeheure Freiheit des Denkens

Aus den Bildern der ermordeten Karikaturisten von "Charlie Hebdo" spricht die Lust, sich nichts und niemandem zu unterwerfen. Das ist die Bestimmung des Menschen, für manche ein Fluch: frei zu sein. Frei auch und gerade von Religion.

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herr minister 09.01.2015, 17:33
1. Danke

Als einzige Konsequenz erscheint mir, jede Religion aus dem öffentlichen Leben auszuschliessen. Sie hat Privatsache zu sein und nicht mehr. Alle haben sich an geltende Gesetze zu halten ob das die Ruhestörung der Kirchenglocken ist oder die Schulpflicht auch im Sportunterricht für Mädchen aus muslimischem Elternhaus.
Ein Vertreter der Kirche hat den gleichen Stellenwert wie ein Vorsitzender des Kaninchenzüchtervereines.
Keine Sonderrechte mehr für nix und niemanden.
Wir müssen endlich weltlich werden und das nach aussen demonstieren. Das wird erst einmal keine Anschläge von debilen Fanatikern verhindern, es wird aber ein erster Schritt sein, ihnen den Boden unter den Füssen zu nehmen.

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discprojekt 09.01.2015, 17:36
2. Die

Würde des Menschen ist unantastbar. Ich bin nicht gläubig, trotzdem respektiere ich andere Menschen und deren Glaube. Das hat mit Anstand und Menschlichkeit zu tun, Hr. Dietz!

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lemmy 09.01.2015, 17:39
3. Das Böse

Das "Böse" in uns, das "Böse" in der Religion. Darüber lässt es sich vortrefflich philosophieren und lamentieren. Karl Marx beschrieb sie einst als "Opium für´s Volk", um die Massen zu verdummen und zu unterdrücken. Ob per se in den Strukturen von Religion etwas autoritäres steckt und damit das "Böse" anzieht, bleibt doch zweifelhaft. Vielen Menschen gibt sie Halt und Vertrauen. Ich denke, das "Böse" lebt in der Seele eines Menschen. Wissenschaftler diskutieren, woher es kommt; genetisch, erlernt, krankhaft, wie auch immer: in jedem Fall ist es eine Persönlichkeitsstörung. Von daher ist eigentlich jede auf autoritären beruhende Strukturierung geeignet das Böse zu forcieren. Menschen mit dieser Ausprägung folgen solchen Strukturen und fühlen sich dort am wohlsten. Also kann man es nicht global auf die Struktur von Religionsgemeinschaften schieben, denn es gibt auch andere "Gruppierungen", in denen mit Angst und Furcht Strukturen geschaffen werden. Was bleibt, ist die Liebe und die Hoffnung auf Veränderung, vor allem in den Köpfen. Religion hin oder her.

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mac4me 09.01.2015, 17:45
4. Religion...

....ist nicht per se schlecht. Die Christen im alten Rom haben fürchterlich für ihren Glauben gelitten, bevor das Christentum Staatsreligion wurde.

Und genau das ist der springende Punkt: Religion mit Macht kombiniert ist das übel, Religion für den Einzelnen kann durchaus hilfreich sein. Viele Menschen brauchen das, und wenn es privat bleibt, wie ich darin auch kein Problem.

Ein Problem gibt es nur, wenn Religion nicht vom Staat getrennt ist oder mit zu viel Macht einhergeht.

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syracusa 09.01.2015, 17:51
5.

Zitat von discprojekt
Würde des Menschen ist unantastbar. Ich bin nicht gläubig, trotzdem respektiere ich andere Menschen und deren Glaube. Das hat mit Anstand und Menschlichkeit zu tun, Hr. Dietz!
Nein, da liegen Sie falsch, und das lässt sich leicht belegen. Auch Stalinismus und Hitlerfaschismus sind nichts anderes als Religionen. Und ich glaube nicht, dass Sie diese Religionen oder deren Anhänger, von denen es in Deutschland ja noch immer einige gibt, respektieren.

Nein, man muss sehr wohl sagen dürfen, dass man bestimmte Meinungen verachtenswert findet. Das bedeutet in keiner Weise, dass man damit die Meinungsfreiheit der Träger solch verachtenswerter Meinungen beschneidet.

Aus diesem Grund darf Satire heute das, was noch unter Adenauer ganz sicher als strafbare Blasphemie mit Gefängnis für den Satiriker geendet hätte.

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kd#1 09.01.2015, 17:52
6. Ausgezeichneter Artikel

Beeindruckend!
Ob die Abschaffung des "Kapitalismus" nun das Problem löst, da habe ich zwar ernsthafte Zweifel, und noch mehr was mehr "MultiKulti" betrifft.

Aber im Grunde trifft der Autor den Kern.

Ein sehr guter Artikel. Einer der wenigen die dieser Tage mehr als nur Parolen und Ersatzgedanken verbreiten - leider!

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dr.david.bowman 09.01.2015, 17:52
7.

Religion ist nicht gefährlicher als der Mensch selbst.

Der Mensch baut sich ein gedankliches Haus, er kann nicht anders, das ist sein Wesen, alles, was daran auf andere phantastisch oder seltsam wirken mag zu verbieten, läuft darauf hinaus, das Denken auf Ficken und Fressen zu beschränken.

Was real ist, ist die westlich, liberale Gesellschaft und die Multikulturalität?

Aus welchen Kulturen soll denn die Multikulturalität bestehen, wenn nicht aus einzelnen? Wie soll das funktionieren: Die einzelne Kultur ist eine Illusion, aber die Multikulturalität ein Segen?

Wahr ist ein Paradox:

Ohne Religionen gibt es keine Multikulturalität, sondern nur einen eigenschaftlosen Brei.

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lachina 09.01.2015, 17:55
8. Ein Text....

zum Ausdrucken und sich gerahmt an die Wand zu hängen, so schön und wahr ist er. Antiklerikal, laizistisch , aufklärerisch - das sollten wir mit ganzem Herzen sein. Danke, SPON

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DadaSiggi 09.01.2015, 17:58
9. Sie haben recht.

Man darf und man muss vielleicht die Religion lächerlich machen dürfen. Aber was Sie schreiben ist genau das, was sie den Religionen vorwerfen: Sie setzen sich selber ins Recht über die die Glauben. Aber es ist nun mal ihr Glaube an nichts zu glauben und den dürfen Sie nicht über anderen stellen.
Ansonsten dürfte man sich über sie ja lächerlich machen - aber das geht ja nicht, weil sie ja genau wissen was richtig und vor allem wahr ist.

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