Forum: Kultur
Anschlag auf "Charlie Hebdo": Die ungeheure Freiheit des Denkens

Aus den Bildern der ermordeten Karikaturisten von "Charlie Hebdo" spricht die Lust, sich nichts und niemandem zu unterwerfen. Das ist die Bestimmung des Menschen, für manche ein Fluch: frei zu sein. Frei auch und gerade von Religion.

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spon_2964763 10.01.2015, 11:22
150. Gedicht über Gott

Gott ist die Zuflucht
Gott ist die Zuflucht
Gott ist die Zuflucht
der Egoisten

Gott ist der Feind
Gott ist der Feind
Gott ist der Feind
der Realistenn

Gott ist der Freund
der Polizei
Gott ist bei jeder
Unterdrückung dabei

Gott ist Tyrann
Gott ist ein Mann
ist sonst noch
was dran?

Rob Kenius
http://kritlit.de

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gibbon7 10.01.2015, 11:23
151.

Aus den Toten von Paris lassen sich gut Süppchen kochen.
Was dem einen seine Vorratsdatenspeicherung ist
dem anderen sein Zynismus.

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ometepe 10.01.2015, 11:26
152. O mein Gott

Zitat von synesios
Die Meinung von Herrn Diez über die Religion ist bekannt. Sie kann nur damit zusammenhängen, dass er entweder gar keine oder ganz besonders schlimme Erfahrungen mit der Kirche hat - wie auch manche der Foristen. Die Wirklichkeit sieht - zumindest in meinem Umfeld - anders aus. Dort engagieren sich Kirchengemeinden gegen Rassenhass, organisieren Runde Tische für Flüchtlingsunterkünfte und laden dazu auch Parteien und Vereine ein, setzen sich für die "Fußkranken" der Gesellschaft ein. Schlimmer ist der Geist, den Herr Diez verbreitet. Es ist genau der Geist, den er bekämpfen will und der den Salafisten eigen ist: Wir sind die Guten (hier: die Humanisten, dort: die Islamisten) und die sind die Bösen (hier: die Religion, dort: der Westen). Er will, wie seine Gegner, provozieren und überschreitet dabei (für mich!) nicht nur die Grenze des guten Geschmacks. Er befeuert den Hass, die Intoleranz - eigentlich all das, was er bekämpfen will. Er ist seinen Gegnern näher als er glaubt. Die Kirchen erlebe ich wieder anders: Hier werden interreligiöse uind interkulturelle Gespräche geführt und gefördert. Natürlich gäbe es auch an den Kirchen und an der Religion viel zu kritisieren. Es sind Menschen, die - auch wenn sie manchmal anderes behaupten - keine höhere Erkenntnis haben. Aber die Wirklichkeit ist zumindest vielfältiger als die Weltsicht von Georg Diez.
Danke für die klaren Worte. Ich bin auch erschüttert und empfinde wie Sie, dass Herr Dietz Hass und Intoleranz herbei schreibt. Im Beitrag 23 sieht man, wie die Saat aufgeht. Dort werden die Religionen als das "abgrundtief Böse in der Welt" bezeichnet. Beängstigend.

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diefreiheitdermeinung 10.01.2015, 11:27
153. Lese ich daraus

Zitat von udo46
Mein Reden seit 46, Herr Diez. ;-) ...... Und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, die Menschheit in toto in ihrer Existenz zu sichern: das gewaltlose Miteinander unter einer demokratischen Verfassung und einer sozialen Marktwirtschaft, wie es sich im Ansatz in den allgemeinen Menschenrechten manifestiert und z. B. im deutschen Grundgesetz ihren Niederschlag gefunden hat - lassen wir einmal die Präambel und einige Relikte aus der Weimarer Verfassung, die noch religionsbezogen mitgeschleppt werden, aussen vor.. Wir brauchen eine Weltregierung, einen Weltstaat mit Weltbürgern auf demokratischer Basis - alles andere führt in die Vernichtung....
dass quasi am deutschen Wesen (also dem deutschen Grundgesetz) die Welt genesen soll. Gleichmacherei um des Prinzips willen ? Multikulti tot ? Vielleicht sollten wir mal mit dem Bohren weniger dicken Bretter beginnen: die Charta der Menschenrechte in ein paar Ländern durchsetzen, z.B. in Saudi-Arabien, Kuba, Nordkorea oder von mir aus auch Kroatien. Und was den Bezug auf Gandhi und al angeht: Gandhi war nie areligiös, er gab sich eher tolerant z.B. gegenüber dem muslimischen Gesellschaftsteil Indiens, Mandela vebündete sich mit dem anglikanischen Erzbischof Tutu, von Malala werden Sie kein schlechtes Wort über den Islam als Religionsgemeinschaft hören.

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romeo_mike 10.01.2015, 11:32
154.

Zitat von fresoel
... Der Jesus, dem ich nachfolge, schenkt mir die Freiheit, mich nicht vom Urteil anderer abhängig zu machen, zu leben, ohne zu fragen, ob es anderen gefällt. Er macht mich frei, zu hinterfragen und laut zu protestieren, wo Ungerechtigkeit geschieht, auch wenn viele sich einig sind. Er schenkt mir die Freiheit zurückzustecken, selbst da, wo ich die Macht und vielleicht sogar das Recht zum Austeilen besäße. Er befreit mich von dem Zwang, immer und überall für mein Recht kämpfen zu müssen, denn er wird für Gerechtigkeit sorgen. Er schenkt mir die Freiheit, nicht überall meine Freiheit wahrzunehmen, wo ich es könnte. Er befreit mich in unserer individualisierten Gesellschaft vom Zwang zur ständigen Selbstverwirklichung, denn er weiß ja, wer ich bin. Er befreit mich von dem Drang, mich ständig mit mir selbst beschäftigen zu müssen, und macht mich immer wieder aufmerksam für andere. Er schenkt mir Ruhe, selbst wenn ich mich in diesem Leben nicht ‚alles erreicht‘ habe, denn er lässt mich hoffen, dass es nach dem Tod nicht zuende ist. Vielleicht mache ich mich damit lächerlich. Aber es ist die Botschaft von Jesus Christus, die mir in dieser Welt, in diesen Zeiten, in dieser Gesellschaft Hoffnung gibt, die Menschen heilt, zusammenführt und die Frieden verbreitet. .....
Sie sind aber doch hoffentlich einverstanden dass man - mit Ausnahme Ihres erhofften Lebens nach dem Tod - all diesen Punkten auch ohne Religion nachleben kann?

Wenn Ihnen Ihr Glaube an Jesus dazu hilft, dann ist dies ja schön und kein vernünftiger Mensch wird Ihnen diesen Glauben nehmen wollen.

Wenn dieser Glaube dann aber impliziert, dass man z.B. Waffen "weihen" soll weil Gott ja auf "unserer Seite" steht etc. (alles keine 75 Jahre her bei uns!!!) dann erlauben Sie bitte aber auch das eine oder andere Fragezeichen und Kopfschütteln.

Dito zum Umstand, dass sich die Erde ja erst gerade mal seit 22 Jahren (1992) um ihre eigene Achse drehen darf. Und dito wenn allen Ernstes über so Dinge wie "unbefleckte Empfängnis" etc. diskutiert wird.

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heidschnucke 10.01.2015, 11:35
155. Falsch informiert

Zitat von butternut
....... Aber Sie können gern Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser kirchlicher Träger schließen - sofern Ihnen der soziale Fallout scheißegal ist.
Die Kirchen finanzieren nur einen kleinen Prozentsatz der Einrichtungen. Den könnte der Steuerzahler auch noch übernehmen, und zwar locker. Geschlossen werden müsste nichts.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn die Kirchen die Gehälter ihrer Mitarbeiter selbst bezahlen würden und das nicht dem Steuerzahler überließen. Und wo wir schon dabei sind, wieso zieht der Staat die Mitgliedsbeiträge für die Kirchen ein?

Im Übrigen hat Herr Diez völlig Recht.

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isolde.duschen 10.01.2015, 11:36
156.

Kurze satirische Ergänzung zum Artikel:
https://www.youtube.com/watch?v=SR-xujLbkT4

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Das Grauen 10.01.2015, 11:38
157. @romeo_ mike Kirche ist nicht Religion!

Zitat von romeo_mike
Aber weshalb soll man über eine Religion nicht lachen dürfen, bei der sich die Erde bis vor gerade mal 22 Jahren nicht einmal um sich selbst drehen durfte? Oder wo immer noch ernsthaft an Begriffen wie "unbefleckte Empfängnis" geglaubt wird (werden muss!). Oder wo Leute wie die Piusbrüder zu denen auch Holocaustleugner gehören wieder mitmachen dürfen, südamerikanische Befreiungstheologen aber mit einem Lehrverbot belegt werden. Oder wo afrikanische Priester behaupten, dass Kondome gegenüber Aids unnütz seien, weil der Virus diese durchdringe. Sorry! Aber wenn man so was nicht lächerlich finden und auch darüber schreiben darf, dann muss man sich wirklich fragen, wo die Reise denn noch hingehen soll.
Darüber kann und darf man sich lustig machen, aber dann sollte man auch das Verantwortungsbewußtsein haben, den/die richtigen zu treffen! Wieso der arme Jesus lächerlich gemacht wird wenn das Ziel angeblich die katholische Kirche (nur ein Zweig der christlichen Religion!) sein soll erschließt sich mir nicht. Und warum man Mohammad in perverser Weise darstellt wenn das angebliche Ziel islamische Fanatiker sind (nur das Extrem des I slamismus!) sind, auch nicht. Also, wenn das gezielte Kritik sein sollte, dann hat man doch völlig versagt und gewaltigen Kollateralschaden erzeugt! Viel wahrscheinlicher ist aber, daß die Provokation aller Gläubigen die Absicht der Magazinmacher war. Und solche radikal atheistische Stimmungsmache ist eben kein Stück besser als deren religiöses Gegenstück. Aufwiegler sind generell das Problem, egal ob extrem religiös oder radikal atheistisch!

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goggo64 10.01.2015, 11:42
158.

Zitat von diefreiheitdermeinung
der Muslime hier, in Frankreich, weltweit und lassen Sie abstimmen ob diese die Respektlosigkeiten in Satiremagazinen goutieren und der Verhöhnung ihrer Religion durch Atheisten wie Herrn Diez Beifall spenden. Mein Verdacht: eine Mehrheit wird Ablehnung signalisieren. Nun müssen Sie nur noch einen Weg finden diesen Menschen Religion und deren Ausübung zu verbieten d.h. die Charta der Menschenrechte zu ändern und die freie Religionsausübung abzuschaffen. Schaffen Sie das ? Auch wenn die Konsequenz gesteigerter Terror in der westlichen Gesellschaft ist. Oder muss das die angeblich so aufgeklärte westliche Gesellschaft aushalten? Nur weil ein paar Libertäre in der westlichen Welt (nicht die Weltmehrheit!) der Meinung sind, dass Religion generell schä Oder andersrum: wie viele Christen, Taoisten, Buddhisten haben über die letzten 20 Jahre einen religiös begründeten Terrorakt in Europa vollbracht ? Ausser Nordirland fällt mir Nichts ein. Und deswegen wollen Sie nun alle Religionen quasi ausmerzen? Das ist bereits Hitler und dem Kommunismus nicht gelungen!
Nordirland war mit sicherheit kein Religionskonflikt. Es ging dabei in Wahrheit ausschließlich um Politik, nämlich um Zugehorigkeit zum UK oder aber. Selbständigkeit bzw. Anschluss an die Republik Irland.

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Whitejack 10.01.2015, 11:44
159.

Zitat von heidschnucke
Die Kirchen finanzieren nur einen kleinen Prozentsatz der Einrichtungen. Den könnte der Steuerzahler auch noch übernehmen, und zwar locker. Geschlossen werden müsste nichts. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn die Kirchen die Gehälter ihrer Mitarbeiter selbst bezahlen würden und das nicht dem Steuerzahler überließen. Und wo wir schon dabei sind, wieso zieht der Staat die Mitgliedsbeiträge für die Kirchen ein? Im Übrigen hat Herr Diez völlig Recht.
Wieso schützen staatlich bezahlte Polizisten Fußballspiele, anstatt dass die Vereine die Ordner selbst bezahlen? Wieso wird im staatlichen Fernsehen regelmäßig stundenlang über Fußball berichtet?

Seien Sie wenigstens konsequent. Dann gehören ALLE staatlichen Förderungen abgeschafft, die nicht jedem zugute kommen. Einschließlich der Förderung diverser Vereine, die sich als gemeinnützig deklarieren, vom Kaninenzüchterverein bis zum Automobilclub.

Aber das will wiederum keiner, und das entlarvt die Logik als das, was sie ist.

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