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Anschlag auf "Charlie Hebdo": Die ungeheure Freiheit des Denkens

Aus den Bildern der ermordeten Karikaturisten von "Charlie Hebdo" spricht die Lust, sich nichts und niemandem zu unterwerfen. Das ist die Bestimmung des Menschen, für manche ein Fluch: frei zu sein. Frei auch und gerade von Religion.

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udo46 10.01.2015, 16:13
240.

Zitat von ernstrobert
Ihren ersten Satz kann ich unterschreiben. Die Naturwissenschaften sind ein Motor der Aufklärung (gewesen). Aber was heißt es für Menschen, "die Natur gesund und lebenswert zu erhalten"? Mit der 'Gesundheit' ist es so eine Sache... Die haben sich manche 'moderne' Ideologien auf die Fahnen geschrieben und sich selbst an die Stelle Gottes gestellt, angefangen mit Tendenzen Rousseuas, die Robbespierre 'entwickelt' hat (Guillotine), dann Nazis, Stalin, rote Khmer,- sie alle haben darauf verzichtet, den Kranken und Schwachen zu helfen, um das im Sinne der Natur 'Gesunde' anzubeten, oft nur aus ganz egoistischen Gründen des Machterhalts bzw. der Unterdrückung.
Ihre Bemerkung "haben sich selbst an die Stelle Gottes gesetzt", impliziert schon ein eingeschränktes, vorurteilsbehaftetes Weltbild und macht die Diskussion nicht einfach.

Die Beispiele, die Sie aufführen, sind gerade das Gegenteil von Bewahren von und Rücksichtnahme auf die Natur, die ja nicht grausam im moralischen Sinne ist, das wäre Vulgärdarwinismus, sondern unsere Lebensgrundlage darstellt.

Gerade der Staatssozialismus hat sich einen Dreck um die Natur geschert, wie man an den Industrieruinen, den Verseuchungen, dem Raubbau und dem Festhalten an der Nukleartechnik sehen kann.

Wer ökologisches Denken als Quasi-Religion oder Ideologie verunglimpft, ist verantwortungslos und der eigentliche Egoist ("mein Auto fährt auch ohne Wald").

Sie verquicken hier in unzulässiger Weise Rassismus mit Ökologie. Ein altes Spiel.

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huddi03 10.01.2015, 16:15
241. Ihre Verallgemeinerungen

Zitat von grenoble
..wenn ein paar durchgeknallte Christen, Juden, Muslime meinen Atheismus lächerlich machen, stört es mich nicht im geringsten. Warum? Es geht nichtich bin Mensch genug das zu akzeptieren, denn mich als Mensch kann kein Mensch lächerlich machen. Ein Mensch ist nie lächerlich. Aber man darf und sollte über sich und jeden Menschen gnadenloslachen dürfen. Den Religionen mit ihrem faschistoiden Allmachts- und Hegemoniefantasien passt das natürlich nicht in den Kram und ebensowenig den Menschen die den jeweiligen konfessionen angehören.
beruhen auf Vorurteil oder Unkenntnis. Mich als konservativen Christen stört es keinesfalls wenn sich irgendjemand über meinen Glauben lustig macht-nicht mal seine Veraechtlichmachung stellt ein Problem dar. Und ich kenne viele Mitchristen, die dies genauso sehen.

Manchmal regt scheinbar boshafte Satire sogar zum Nachdenken an. Ich erinnere mich da an den Titanic-Titel auf dem ein Kruzifix als Klorollenhalter dargestellt wurde...

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huddi03 10.01.2015, 16:20
242. Wo ist Ihr Problem

Zitat von grenoble
..das ist doch die Grundlage des christlichen, Jüdischen und muslimischen Glaubens, "Lerne Leiden ohne zu klagen, bete und arbeite. Usw. die Liste ist so lang wie der Bart des Propheten.
wenn ich in "Bete und Arbeite!" die gültige Handlungsmaxime meines Lebens sehe? Ich tue dies freiwillig und sehe nicht inwieweit ich damit irgendwem schaden würde.

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huddi03 10.01.2015, 16:30
243. Auch wenn

Zitat von grenoble
..menschlich handeln anstatt eine Wahnidee als Grundlage ihres Handelns zu nehmen.
ich einer Wahnidee folge bemühe ich mich menschlich zu handeln. Den Gegensatz den Sie sich bemühen zu konstruieren kann ich nicht sehen. Selbstverständlich handeln viele "wahnfreie" Menschen ebenso menschlich. Und natürlich gibt es nicht wenige religiöse Menschen, die dies nicht tun,religionslose wohl aber auch.

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herr minister 10.01.2015, 16:51
244. Immer die Übertreibungen

Zitat von diefreiheitdermeinung
denn Sie werden doch wohl nicht vorhaben einen Muslim dazu zu zwingen Taten zu begehen oder zu unterstützen die völlig konträr zu seiner Religionsauffassung stehen z.B. die Schülerin MUSS auch Schweinefleisch essen, die täglichen Gebetspausen und Ramadan werden untersagt, Kopftuchverbot - klar etc etc. Und das mit der Partei: Sie meinen also, dass man auf Minderheiten keine Rücksicht mehr nehmen muss, weil die Mehrheit eine andere Meinung artikuliert ? So wie die Yesiden ? Oder die Rohinga in Burma, oder die Uiguren in China, oder die Minderheit der Muslime und Buddhisten in Deutschland. oder die deutschen Grünen ?
Was soll das denn? Niemand wird zu irgendetwas gezwungen ausser sich an geltende Gesetze zu halten. In bestimmten Fällen kommt es dann eben zu Konflikten, klar. Wir leben in einer Demokratie, da bekommt eben nicht jede Sekte Extrawürste. Wo soll das enden? Der eine arbeitet am Samstag nicht, der andere verweigert die Schulpflicht und der dritte verprügelt seine Frau und Kinder. Alles o.k., ist ja Religion?
Minderheiten werden natürlich berücksichtigt aber auch sie müssen sich an die Gesetze halte.
Und an alle die hier von Religionsfreiheit schwadronieren: Kein Mensch will diese einschränken, Religion wird ja nicht verboten, sie wird einfach nur zur Privatsache.

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udo46 10.01.2015, 16:55
245.

Zitat von huddi03
wenn ich in "Bete und Arbeite!" die gültige Handlungsmaxime meines Lebens sehe? Ich tue dies freiwillig und sehe nicht inwieweit ich damit irgendwem schaden würde.
Ja, aber nur, wenn sich Ihr Beten auf Sie ganz allein beschränken würde und Sie niemandem Ihre religiöse Vorstellungswelt aufzwingen würden.

So tickt Religion aber nicht.

Religion sagt nämlich nicht: "Bete zu dem und dem, aber ich weiss nicht, ob es den oder den wirklich gibt.
Ich glaube es nur. Ich könnte auch falsch liegen."

Haben Sie das schon jemals von einem berufenen Kleriker vernommen?

Der Religiöse weiss - er glaubt nicht.
Er verkauft seine Überzeugung als Glaube, handelt aber wie ein Wissender.
Viele durchauen diesen Hirtentrick noch nicht.
Aber das ändert sich rapide.

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ernstrobert 10.01.2015, 16:58
246. die zweite Natur

Zitat von udo46
Ihre Bemerkung "haben sich selbst an die Stelle Gottes gesetzt", impliziert schon ein eingeschränktes, vorurteilsbehaftetes Weltbild und macht die Diskussion nicht einfach. Die Beispiele, die Sie aufführen, sind gerade das Gegenteil von Bewahren von und Rücksichtnahme auf die Natur, die ja nicht grausam im moralischen Sinne ist, das wäre Vulgärdarwinismus, sondern unsere Lebensgrundlage darstellt. Gerade der Staatssozialismus hat sich einen Dreck um die Natur geschert, wie man an den Industrieruinen, den Verseuchungen, dem Raubbau und dem Festhalten an der Nukleartechnik sehen kann. Wer ökologisches Denken als Quasi-Religion oder Ideologie verunglimpft, ist verantwortungslos und der eigentliche Egoist ("mein Auto fährt auch ohne Wald"). Sie verquicken hier in unzulässiger Weise Rassismus mit Ökologie. Ein altes Spiel.
Hoppla, nicht so aufbrausen, ich habe nichts gegen ökologische Denken und Handeln gesagt! Im Gegenteil! Und Rassismus kam auch nicht vor. Bitte genau lesen. Um hier zu diskutieren, muss man ja aufpassen, dass man richtig verstanden wird. Was meinen Sie mit 'Vulgärdarwinismus'?
Ich bezog mich darauf, wie der Begriff 'Natur' ideologisch missbraucht wurde und wird. Naturalismus und Naturrecht nehmen den Menschen in gewisser Weise das Denken ab. Neuerliche Dystopien mit Künstlicher Intelligenz oder smarten Technologien gehen in die gleiche Richtung: Wir machen uns zum Sklaven der Technologie, als Variante, wie wir uns zum Sklaven der Natur machen. Eigenes Denken (Kants Vernunft) findet nicht statt. Die modernen Mensch leben in einer zweiten Natur, die sie sich selbst geschaffen haben und nicht mehr missen wollen.
Darin gibt es humane Städte, Pluralismus, Nächstenliebe, institutionalisierte Barmherzigkeit, Menschenrechte, die Inklusion von Kranken und Behinderten, solidarisches Handeln, Empathie und Zivilcourage.
Vielleicht lesen Sie einfach noch mal auch meine vorigen Beiträge, bevor Sie gleich wieder lospoltern.

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Nikkitarian 10.01.2015, 17:02
247. Vollendung in Gemeinschaft

Ein mutiger Artikel, der Aspekt „Einzelwesen“ in der dargelegten Form gefällt jedoch nicht.
Von Aristoteles stammt :' Die Vollendung des Menschen geschieht durch Produktion in der Gemeinschaft.' (a.d. Gedächtnis).
Das Kapital macht sich diesen Umstand für seine Zwecke zunutze. Es hält sich die Menschen als Einzelwesen, um sie dann, in der Produktion, wieder zu einer Produktionsgemeinschaft zusammenzuführen. Es ist wesentliches Kennzeichen menschlicher Produktion, in Gemeinschaft zu produzieren (z.B. Treiber und Jäger). Unter den Bedingungen der freien Wirtschaft geschieht am Ende des Produktionsprozesses etwas Seltsames. Das gemeinsam Produzierte wird vom Unternehmer privat angeeignet, es entstehen Mehrwert und Grundwiderspruch.
Religion und Kirchen nun, haben erheblichen Anteil am reibungslosen Funktionieren dieser Tricks. Sie organisieren, quasi im göttlichen Auftrag , dass die außerbetriebliche Vereinzelung der Individuen zuverlässig und kontinuierlich vor sich geht. Ganz speziell werden die Einzelnen, jeder für sich, in die Beziehung zu einem ausgedachten Gott gesetzt, diesem ist man Rechenschaft schuldig und sonst niemandem (was natürlich das direkte Entstehen direkter solidarischer Beziehungen ausbootet). Vom Paradies nach dem Tode ist dann häufig die Rede – wie gemein!- es folgen weitere leere Versprechungen, untermalt von der Androhung des Höllenfeuers bei Unbotmäßigkeit... usw. Nicht der Einzelne, sondern nur eine spezielle Gemeinschaft kann diese Propaganda widerlegen.

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Das Grauen 10.01.2015, 17:05
248. @udo46 Falsche Schlußfolgerungen!

Zitat von udo46
Wenn jemand meine Mutter öffentlich eine Hure nennen würde, und sie wäre es nicht, würde ich prozessieren wegen Beleidigung. Wenn jemand bestimmte Aspekte einer Religion öffentlich als lächerlich oder gewalttätig beschreibt und dies mit rationalen Argumenten auch begründen kann, ist das keine Beleidigung, sondern das Feststellen einer Tatsache. Und wer sich durch letzteres "in seinen religiösen Gefühlen" verletzt sieht, beweist nur, dass er zumindest Gewalt in seiner Religion billigend in Kauf nimmt. Sich Respekt durch Gewalt zu erzwingen, ist die Bankrotterklärung jeder Religion. Und wie wir wissen, basiert die Macht der Religion ausschliesslich auf Gewalt. Denn wir sehen es ja allenthalben: Wo die Religion ihre auf Gewalt gestützte Macht verliert, schwindet auch ihr Einfluss.
1.) Wer sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt wird, muß deswegen noch lange nicht gewalttätig werden! Milliarden friedlicher religiöser Nenschen sind der Beweis.
2.) Falsche Kausalität! Es gibt zahlreiche Ländet, wo es nicht zu religiös motivierter Gewalt kommt. Ihr Argument daß sich die "Macht der Religion ausschliesslich auf Gewalt" begründet ist also nachweislich falsch.
3.) Siehe 2. Ihr angeblicher Beweis ist nicht vorhanden. Es handelt sich stattdessen um eine dreiste Verallgemeinerung Ihrerseits.

Also, ich gehe davon aus, daß Sie Atheist sind. Aber für jemanden, der aus rationalen Gründen Religion ablehnt, lässt diese Demonstration angewandter Logik doch sehr zu wünschen übrig. Ist natürlich auch schwer, nachdem selbst die Genies Einstein und Gödel die Existenz Gottes nicht ausgeschlossen haben. Nachdem der Sachverhalt also wissenschaftlich offensichtlich ungeklärt ist, wäre das nicht ein rationaler Grund zu mehr Toleranz?

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ometepe 10.01.2015, 17:17
249. Bitte mal genauer

Zitat von udo46
Ja, aber nur, wenn sich Ihr Beten auf Sie ganz allein beschränken würde und Sie niemandem Ihre religiöse Vorstellungswelt aufzwingen würden. So tickt Religion aber nicht. Religion sagt nämlich nicht: "Bete zu dem und dem, aber ich weiss nicht, ob es den oder den wirklich gibt. Ich glaube es nur. Ich könnte auch falsch liegen." Haben Sie das schon jemals von einem berufenen Kleriker vernommen? Der Religiöse weiss - er glaubt nicht. Er verkauft seine Überzeugung als Glaube, handelt aber wie ein Wissender. Viele durchauen diesen Hirtentrick noch nicht. Aber das ändert sich rapide.
So, meinen Sie? Mit der ev. Kirche, die ich ganz gut kenne, haben Ihre Gedanken allerdings wenig zu tun. Könnte es sein, dass Sie sich da nur etwas zurecht denken?
Wo erleben Sie es denn eigentlich, dass jemand einem anderen seine religiöse Vorstellungswelt aufzwingt?
Das mit dem Hirtentrick habe ich auch nicht verstanden.

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