Forum: Kultur
Anschlag auf "Charlie Hebdo": Die ungeheure Freiheit des Denkens

Aus den Bildern der ermordeten Karikaturisten von "Charlie Hebdo" spricht die Lust, sich nichts und niemandem zu unterwerfen. Das ist die Bestimmung des Menschen, für manche ein Fluch: frei zu sein. Frei auch und gerade von Religion.

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LouisWu 09.01.2015, 22:25
60.

Zitat von oliver twist aka maga
...Allerdings sei der Hinweis gestattet, dass die Reproduktionsrate im "Mutterland des Libertarismus", den USA, weitaus höher ist als in den "konfuzianischen" Staaten Ostasiens.
Wie ich las, steht den USA eine demographische Entwicklung bevor, die bis ca. 2050 die WASPs (White Anglo Saxon Protestants) als Mehrheit ablösen wird. Welches Gesellschaftsmodell danach das "neue" Amerika repräsentieren wird, kann man heute noch nicht absehen. Ich räume dem Islam da durchaus gewisse Chancen ein....

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undog 09.01.2015, 22:25
61. Der Schaden durch Religionen

Zitat von freier_europäer
die Religionen pauschal verantwortlich zu machen. Merkwürdig nur dass man weder von christlichen, buddhistischen oder jüdschen Terroristen hört. Aber gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen. Davor allerdings ist es der Logik geschuldet diesen Zusammenhang zu erkennen und zu verstehen. Und was ist ihr Kult Herr Diez? Verkrampfte Relativierung und Political Correctness? Wir alle sind lächerlich? Das stimmt... So auch ihr pseudo-philosophischer Ansatz.
entsteht schon in den Gehirnen von Kleinkindern, denen mit der Hölle bzw. ähnlichen Konstrukten der Bestrafung spätestens im "Jenseits" gedroht wird.
Denken Sie sich mal aus den christlichen und muslischen
Religionen "Himmel & Hölle" weg, dann verschwinden solche Hirngespinste. Das liegt unter anderem daran, dass die religiöse Demut nur scheinbar besteht, tatsächlich aber auf einem "Deal" beruht - kurz gesagt: die wollen sich mit ihrem endgültigen Tod nicht abfinden und "fürbitten" um den "Himmel". Auch wenn wir diesen Wahn "Glaube" nennen, wird dieser angstgetriebene Wahn dadurch nicht besser.

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ometepe 09.01.2015, 22:25
62. Glaube und Vernunft

Zitat von Baruch
Die Freiheit des Denkens bedarf der Freiheit von Religion. Das hat Georg Diez hervorragend auf den Punkt gebracht. Der Alleinvertretungsanspruch der Religionen ist Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Ich kann religiöse Menschen, die sich humanistisch erhalten, respektieren - eine Religion aber nicht.
Erscheint Ihnen Ihr Urteil, nur nichtreligiöse Menschen könnten frei denken, nicht selber unsinnig? Ist schon in Ordnung, wenn Sie Ihre eigene Vernunft so hoch einschätzen, aber warum erheben Sie sich über andere?
Die Auseinandersetzung von Glaube und Vernunft findet seit der Inkulturation des christlichen Glaubens in den hellenistisch-römischen Kulturkreis statt und nennt sich Theologie. Im Gespräch mit der Philosophie und den anderen Wissenschaften ist in den vergangenen 2000 Jahren viel nachdacht worden, kritischer und freier als Sie vielleicht ahnen.
Dass Sie Religionen nicht mal respektieren können, sondern der schlichten Negativanalyse von Herrn Dietz folgen, sagt nur etwas über Sie selbst aus. Zeichen eines freien, selbständigen Denkens ist es für mich nicht.

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udo46 09.01.2015, 22:32
63.

Mein Reden seit 46, Herr Diez. ;-)

Zuerst habe ich mir verwundert die Augen gerieben, dann habe ich beim Lesen jeden weiteren Satzes Ihrer Ausführungen erwartet, dass jetzt aber der Einwurf kommt: ja, aber ....
Nichts dergleichen. Sie haben es durchgezogen.
Herzlichen Glückwunsch.

Ich möchte noch folgendes dazu ergänzen:
Wir leben in einer globalen Welt, niemand kann sich einigeln oder den Vogel Strauss spielen. Es gibt keine autochtonen Kulturen mehr.
Jeder beeinflusst jeden. Mehr denn je. Sind nicht die afrikanischen und syrischen Flüchtlinge zwar ein trauriges, aber schlagendes aktuelles Beispiel dafür?
Und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, die Menschheit in toto in ihrer Existenz zu sichern: das gewaltlose Miteinander unter einer demokratischen Verfassung und einer sozialen Marktwirtschaft, wie es sich im Ansatz in den allgemeinen Menschenrechten manifestiert und z. B. im deutschen Grundgesetz ihren Niederschlag gefunden hat - lassen wir einmal die Präambel und einige Relikte aus der Weimarer Verfassung, die noch religionsbezogen mitgeschleppt werden, aussen vor.
Diese Werte sind global gültig - und egal, in welche Weltregion man schaut: überall wird für diese Rechte gekämpft, da ist der Begriff "westliche Werte" eine unzulässige Verkürzung der Wirklichkeit. Oder waren/sind Mahatma Gandhi, Simon Bolivar, Nelson Mandela oder Yousafzei Malala Europäer oder Westler? Oder die Kämpfer der ersten Stunde im arabischen Frühling?

Und dieses globale, friedliche Miteinander wird massiv und nachhaltig seit Jahrtausenden von den Religionen und quasi-religiösen Ideologien und ihren Erfindern und Bütteln hintertrieben, weil nicht die Toleranz ihr Antrieb ist, sondern das Spalten in Gläubige und Ungläubige.

Wir brauchen eine Weltregierung, einen Weltstaat mit Weltbürgern auf demokratischer Basis - alles andere führt in die Vernichtung.

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Trolf77 09.01.2015, 22:36
64. Nur weiter so.

Religionen abschaffen, aus dem öffentlichen Leben verbannen, den Menschen austreiben. Das ist es doch was hier gewollt wird. Da geht man am Sonntag in die Kirche und macht ein bisschen Ferienprogramm für Jugendliche, und schon ist man ein Radikaler und wird in die Ecke gestellt, noch dazu von sogenannten Toleranten. Aber keine Sorge Herrschaften: Religionen gedeihen prächtig unter Druck. Wenn man mich zur Entscheidung zwingt zwischen Gott und dem Grundgesetz, ist für mich als Christ die Sache klar. Klarer als jemals. Denn dieser ist für mich eine Person, jenes aber nur ein Stück Papier, das von seinen Rächern und Richtern selbst nicht beachtet wird.

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udo46 09.01.2015, 22:54
65.

Zitat von Torfkopf
Warum verallgemeinern Sie immer, was soll dieser Unsinn, es gibt keinen Alleinvertretungsanspruch durch Katholiken Protestanten Altkatholiken Baptisten Mormonen Sie alle leben wunderbar zusammen. Aber Konflikte gibt es immer wieder mit dem Islam, denken Sie einmal darüber nach. Religionen wie das Christentum sind längst im Privatleben angekommen getreu dem Motto von Jesus Christus in seiner Verteidigungsrede vor den Pharisäern: Gebt Gott was Gott gehört Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört!
Sie träumen. ;-)
Die leben erstens nicht "wunderbar" zusammen, sondern im besten Falle nebeneinander (siehe das Scheitern der Ökumene), und zweitens tun sie das nur, weil sie - die Kirchen - keine Bataillione und Bajonette mehr hinter sich haben.
In Ländern allerdings, wo das heute wieder der Fall ist, wie z. B. in Russland, Uganda, Malawi, Tansania und auch Teilen der USA, sind Andersdenkende und Andersartige den schlimmsten Verfolgungen ausgesetzt.

Dieser von Ihnen zitierte Bibel-Spruch ist daher - wie viele andere auch - wegen seiner Beliebigkeit zu nichts und zu allem zu gebrauchen.

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ometepe 09.01.2015, 23:00
66. kopfschüttel

Zitat von undog
entsteht schon in den Gehirnen von Kleinkindern, denen mit der Hölle bzw. ähnlichen Konstrukten der Bestrafung spätestens im "Jenseits" gedroht wird. Denken Sie sich mal aus den christlichen und muslischen Religionen "Himmel & Hölle" weg, dann verschwinden solche Hirngespinste. Das liegt unter anderem daran, dass die religiöse Demut nur scheinbar besteht, tatsächlich aber auf einem "Deal" beruht - kurz gesagt: die wollen sich mit ihrem endgültigen Tod nicht abfinden und "fürbitten" um den "Himmel". Auch wenn wir diesen Wahn "Glaube" nennen, wird dieser angstgetriebene Wahn dadurch nicht besser.
Offenbar haben Sie keine Ahnung von der christlichen Religion. Sie denken sich was aus oder haben schlechte Filme gesehen. Welch ein Quatsch!

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haraldhenn 09.01.2015, 23:06
67.

Ich glaube nicht, dass Charlie Hebdo fuer Toleranz war. Waeren sie es gewesen, haetten sie nicht den Islam immer wieder derart beleidigt

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nichtpazifist 09.01.2015, 23:11
68.

Zitat von Newspeak
Ich denke, man sollte Religionen verbieten, Kinder und Jugendliche zu indoktrinieren. Religionsfreiheit ab 18. Mal schauen, wieviel dann noch übrigbleibt vom Glauben.
Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, und Menschenrechte gelten für alle, auch Kinder und Jugendliche.

Ihren menschenrechtsfeindlichen Paternalismus lehne ich entschieden ab.

Im übrigen ist Ihre Prognose, dass die Religionen dann verschwinden würden, stark anzuzweifeln. In China hat die kommunistische Diktatur Ihren Vorschlag nämlich längst implementiert, und trotzdem sind die Religionsgemeinschaften dort (insbesondere das Christentum) stetig am Wachsen.

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ioakim 09.01.2015, 23:11
69. Sehr guter Artikel

Ich stimme allem zu, leider traut sich niemand das immer so klar zu formulieren. Natürlich sind Religionen per se nicht schlecht oder das Problem, und die Kirche in Deutschland macht sicher auch sehr viel nützliches und Gutes, keine Frage. Aber auch ich glaube an Vergebung, Mitgefühl, Nächstenliebe - nur mit Religion hat das für mich's nichts zu tun. Menschen zu helfen und zu lieben ist für mich selbstverständlich und irgendwie auch der Zweck unseres Daseins. Ob Religion Menschen einen Halt geben kann die etwas oder alles verloren haben, das mag ich nicht beurteilen. Allerdings sollten wir diesen Menschen genausoviel Halt geben.

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